Live for Speed - Hardware, Rennspiel, PC - 4Players.de

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Simulationen am PC haben schon immer einen entscheidenden Nachteil: Das Sichtfeld ist durch den kleinen Monitor stark eingeschränkt. Während man sich in Shootern einfach mal umdrehen kann, um zu sehen, was links oder rechts neben einem los ist, ist dies in Rennsimulationen nicht so einfach möglich. Doch gerade bei diesen Spielen ist es äußerst wichtig zu sehen, wo sich die Gegner befinden. Ein kurzer Blick nach links oder rechts wäre die ideale Lösung. In Live for Speed und einigen anderen Spielen lässt sich dies zwar per Tastendruck machen, doch nicht immer sind die Lenkradtasten in Reichweite. Außerdem möchte man manchmal nur ein klein wenig zur Seite schauen, um z.B. den Scheitelpunkt einer Kurve besser sehen zu können oder den Rückspiegel besser im Blickfeld zu haben. Es gibt eine Hardware, die dieses Problem lösen soll: Das System heißt TrackIR und wir werden es heute ausführlich testen.

Die Technik

Bei TrackIR handelt es sich um eine Infrarotkamera, die mit 120 FPS (TrackIR Pro), bzw. 80 FPS (TrackIR) Bilder der Umgebung aufzeichnet. Die Treibersoftware erkennt anhand von reflektierenden Markierungspunkten, die z.B. auf das Headset geklebt werden können, wie man seinen Kopf bewegt. Dreht man den Kopf also leicht nach links, bewegt sich die Ansicht im Spiel ebenfalls nach links. Der Vorteil dieser Infrarot-Lösung liegt darin, dass sie sehr genau arbeitet. Normale Webcams haben in der Regel nur maximal 30 FPS und sind aufgrund des Fehlens von Referenzpunkten recht ungenau. Außerdem nimmt die Erkennung der Bewegung durch die Treibersoftware ziemlich viel Rechenzeit in Anspruch, was bei TrackIR nicht der Fall ist. Das Sichtfeld des TrackIR-Gerätes beträgt 32 Grad, wodurch man nicht direkt vor dem Monitor sitzen muss, sondern auch leicht versetzt sitzen kann.

 

Einrichtung der Software

Nach dem Start der TrackIR-Treibersoftware können verschiedene vordefinierte Spielprofile ausgewählt werden. Auch eine individuelle Konfiguration der Einstellungen, wie z.B. Bewegungsgeschwindigkeit, Linearität und Nullzonen sind für jede Achse einzeln einstellbar. Nachdem man alle Einstellungen vorgenommen hat, empfiehlt es sich, eine Taste zum Zentrieren zu belegen, die nicht in dem jeweiligen Spiel verwendet wird. Es ist nämlich zu Beginn nötig, die Ansicht im Spiel richtig zu zentrieren, damit man bei entspannter Fahrhaltung nicht die ganze Zeit schief im virtuellen Cockpit sitzt.

Ich starte nun also Live for Speed mit dem aktuellen Patch H, der den TrackIR Enhanced Modus unterstützt. Das Gerät wird automatisch vom Spiel erkannt; es sind keine weiteren Einstellungen nötig. Generell werden beim TrackIR-System alle Einstellungen nicht im Spiel, sondern in der Treibersoftware direkt durchgeführt, was die Handhabung deutlich erleichtert.

 

Live for Speed

Um sich an den neuen Bewegungsfreiraum zu gewöhnen, sollte man erst einmal ein paar Runden offline alleine oder gegen die Computergegner fahren. Ich starte einfach im Einzelspielermodus auf Blackwood GP und gleich nach dem Start gibt es das erste Wow-Gefühl: Jede noch so kleine Bewegung des Kopfes wird direkt und ohne jegliche Verzögerung umgesetzt. Man hat zum ersten Mal das Gefühl, sich wirklich im Cockpit zu befinden - man kann einfach mal so nach links oder rechts schauen und die Landschaft beobachten. Auch der Blick in den Rückspiegel fällt nun deutlich leichter.

Nach dem ersten Rennen folgt allerdings die erste Enttäuschung: Da ich ein Fahrer bin, der gerne recht kräftig am Force Feedback-Lenkrad kurbelt, bewege ich auch automatisch den Kopf ein wenig. Nun ist es allerdings recht störend, wenn bereits diese ungewollten Bewegungen direkt übertragen werden. Man verliert durch die Wackelei das Gefühl für den Wagen, da die Anhaltspunkte auf der Strecke fehlen. Zum Glück kann man in der TrackIR-Software die Einstellung der Nullzone so ändern, dass die Ansicht sich erst nach dem Verlassen eines bestimmten Bereiches anfängt zu bewegen. Somit lässt sich das oben genannte Problem also recht gut lösen. Trotz dieser Einstellung muss man sich allerdings erstmal daran gewöhnen, die Ansicht mit dem Kopf zu steuern. Normalerweise bewegt man seinen Kopf eher im Unterbewusstsein, hier muss man aber genau auf jede noch so kleine Bewegung achten. Nach einiger Zeit hat man sich jedoch ganz gut daran gewöhnt und kann die Vorteile des TrackIR voll ausnutzen.

Wie bewährt sich das TrackIR im Rennen? Ich gehe dazu einfach mal auf einen gut besuchten Server und nehme am Renngeschehen teil. Nachdem der Start ganz gut geglückt ist, dreht sich vor mir ein Wagen. Ich schaue instinktiv nach links zum kreiselnden Gegner und verpasse prompt den Einlenkpunkt der Kurve. Glücklicherweise ist die Auslaufzone groß genug und ich komme mit nur ein paar verlorenen Positionen wieder auf die Strecke. Dies passiert einem zu Beginn recht häufig, da man mit dem TrackIR schnell die Orientierung verliert, weil sich die Anhaltspunkte auf der Strecke verändern. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich zwar ganz gut daran, ein kleiner Nachteil ist es aber dennoch. Es heißt also wieder aufholen: Dies gelingt auch wirklich gut, besonders auf der langen Geraden macht es Spaß, die Gegner zu überholen und durch die Seitenscheibe zu sehen, wie man an ihnen vorbeizieht. Hier ist man mit dem TrackIR wirklich im Vorteil, da man die Entfernung zum Gegner viel besser einschätzen kann. Es lässt sich aber nicht wirklich sagen, ob man einen Vorteil durch das TrackIR hat. Auf jeden Fall macht es mehr Spaß - und das ist doch die Hauptsache!

          

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