Auf Feindfahrt mit U-34
Der Baltikum. Es ist die Nacht des 3. September 1939. Deutschland hat soeben Polen überfallen und feindliche Schiffe sind zum Abschuss freigegeben. Ich bin Kapitän Leutnant zur See, stationiert auf U-34 und werde von einem Kameraden geweckt, der mich zum Kapitän auf der Brücke geleitet und zwar in lupenreinem 3D! Ich lasse mich nicht hetzen und schaue mich erstmal in Ruhe auf dem Schiff um.
Erst im vergangenen Sommer hatte ich die Gelegenheit mir in Laboe das dortige Typ VII Museumsexemplar von innen anzusehen und ich kann versichern: Bei der Nachbildung hat Ubisoft Romania einen nahezu perfekten Job abgeliefert. Wenn ich klassisch per WASD in Egosicht durch die Röhre stakse, fühle ich mich unweigerlich an den August 2009 erinnert, nur dass ich damals fünf Euro Eintritt zahlen musste. Vom Hecktorpedoraum über den Maschinenraum, die Kommandozentrale, die Kombüse oder die Quartiere, bis hin zum Bugtorpedoraum - alles wurde eins zu eins umgesetzt. ![]()

Ab sofort in 3D. Durch ein Schott beobachte ich den Kapitän am Seehrohr.
Dabei stehen die Besatzungsmitglieder aktiv an ihren Posten und verrichten ihre Arbeit. Den Offizieren können direkt Befehle erteilt werden, es öffnen sich dann entsprechende Dialogboxen. Auf Rempeleien reagieren sie auch schon mal mit etwas schnippischen Bemerkungen: "Ich versuche hier zu arbeiten". Ich fühle mich unweigerlich an den Spielfilm "Das Boot" erinnert und erwarte jeden Moment Jürgen Prochnow oder Martin Semmelrogge um die Ecke schauen.
Momentan wartet aber mein Kapitän auf dem Kommandoturm auf mich, also klettere ich die Leitern herauf an die frische Luft. Dort erwartet mich ein unbewaffnetes polnisches Handelsschiff, das keine Fahrt macht. Im Rahmen des Tutorials wird mir erstmal der Umgang mit den Systemen vermittelt: Also ran an das Angriffs-Periskop und den Torpedorechner aufgeschaltet! Veteranen der Serie werden sich spätestens hier wie zu Hause fühlen, denn der Blick weckt sofort vertraute Erinnerungen. Neu ist, dass ein Ausschnitt der Karte zeitgleich und frei einstellbar eingeblendet werden kann. Dieses so genannte taktische Aktions-Interface (TAI) wird schnell zu meinem besten Freund: Dort kann ich nicht nur meine Position in Relation zum Feind ablesen, der Torpedovorhalterechner verrät mir auch in drei Stufen den bestmöglichen Abschußwinkel zum Ziel. Auf diese Weise werden auch Einsteiger künftig gerade so weit gefordert wie nötig, um das Gefühl zu haben, man habe das Schiff "ganz allein" versenkt. Profis können hingegen sämtliche Berechnungen manuell unter Einbezug der wichtigsten Eckdaten (Schiffstyp, Entfernung, Kurs etc.) vornehmen. ![]()

Ganze Arbeit: Die Handelsschiffe versinken in den Fluten
Rohr eins: Los! Rohr zwei: Los!
Eine Minute später sind zwei Aale unterwegs. Weitere zwei Minuten später schlagen sie kurz nacheinander im Rumpf des bedauernswerten Handelsschiffes ein. Wow: Wie der Kahn da unter lautem Getöse hochgeht, die Flammen fotorealistisch in den Nachthimmel schlagen und dabei das komplette Farbspektrum abdecken - das hat schon was. Mit einem gespenstischen Knarren und Knarzen versinkt das Schiff kurze Zeit später atmosphärisch korrekt unter Mondlicht in der Ostsee. Natürlich lass ich es mir nicht entgehen, dieses Schauspiel per externer Kamera noch unter Wasser zu verfolgen. Die Tatsache, dass die neuerdings an Bord befindlichen Matrosen immer noch seelenruhig an Deck spazieren, trübt den positiven Gesamteindruck zwar, wird aber hoffentlich in der finalen Version ausgemerzt. Abgesehen davon sieht das Ganze unglaublich spektakulär und beängstigend realistisch aus. Doch das ist erst der Anfang, denn der Krieg hat gerade erst begonnen. ![]()

Nun kann gefahrlos aufgetaucht werden um das Spektakel an der frischen Luft zu begutachten.