Gedankenspiele
Als bekennender Fan neuartiger Eingabegeräte und skurriler Gadgets habe ich mir natürlich ein Exemplar des rund 170 Euro teuren Neural Impulse Actuators (NIA) geschnappt und näher unter die Lupe genommen - auch wenn der Rest der Redaktion mich nach meinen ersten Ausführungen zum Thema beinah einweisen wollten.
Kommen wir gleich zum Eingemachten: Kann man sich wirklich nur mit Hilfe seiner Gedanken durch Computerspiele navigieren? Die Antwort lautet: Jein. Das Gerät misst zwar Alpha- und Beta-Gehirnströme, doch die lassen sich bei weitem nicht so einfach beeinflussen, wie das bei den ebenfalls gemessenen muskulären Spannungen im Gesicht der Fall ist. In einem Ego-Shooter wie Unreal Tournament 3 übernimmt der Controller beispielsweise die Funktionen einer Tastatur: Ihr lauft, springt oder schießt mit dem NIA, zielen müsst ihr aber weiterhin mit der Maus. Wenn ihr genauer wissen wollt, wie das funktioniert, solltet ihr einen Blick auf unsere 4P-Bilderserie werfen.
Das NIA besteht aus einer kleinen Box, die ihr per USB-Kabel an den PC hängt, und einem mit der Box verkabeltem Headset. Dieses Stirnband, Headband genannt, bindet ihr euch um, wie Rambo es mit seinem Kopftuch zu tun pflegt. An der Innenseite des flexiblen Gummibandes sind drei Sensoren angebracht, welche nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren wie ein Elektroenzephalogramm (EEG), mit dem im Krankenhaus Gehirnströme gemessen werden. Auf dem »Brainfingers« genannten Übersichtsbildschirm seht ihr, wie stark die einzelnen Signale ausschlagen.
Gut gekaut ist halb gezockt
Besonders gut lässt sich die muskuläre Anspannung messen: Der NIA erfasst, wie stark ihr z.B. eure Kiefermuskulatur anspannt. Auch die Augenbrauenmuskulatur sendet relativ deutliche Signale aus. In einem mitgelieferten Pong-Spielchen bewegt ihr euren Schläger nach oben und unten, indem ihr z.B. euren Kiefer oder eure Augenbrauen hebt und senkt. Klingt skurril, sieht auch so aus, funktioniert aber.
Der Schläger bewegt sich allerdings auch nach einer Runde Feintuning in den Empfindlichkeitseinstellungen noch etwas zittrig und nicht ganz so präzise, wie man es von anderen Eingabegeräten gewohnt ist. Nach ein paar Tagen Training hat sich die Genauigkeit meiner Bewegungen aber ein wenig erhöht.
Ein weiterer Messwert erfasst die seitliche Augenbewegung. Leider habe ich es bisher kaum geschafft, etwas gezielt mit meinen Glubschern zu steuern. Meist flackert die entsprechende Anzeige wild hin und her, ohne dass ich Einfluss darauf nehmen kann. Laut der Entwickler wurde zwar an dem Problem gearbeitet, doch auch die neuen Treiber-Versionen (aktuell 1.007) konnten keine Abhilfe schaffen. Seltsamerweise wurden aber zwei Übungen gestrichen, die in der Ursprungsversion der Software beilagen. Mittlerweile ist nur noch der Pong-Klon dabei. Da ihr die Software aber im Hintergrund von anderen Spielen laufen lassen könnt, ist das Fehlen der kleinen Übungs-Spielchen nicht weiter tragisch. Es gibt übrigens trotz mehrfacher Ankündigung immer noch keine Treiber für 64-Bit-Betriebssysteme. Falls ihr kein 32-Bit-Pendant installiert habt, solltet ihr vor einem Kauf also auf die entsprechenden Treiber warten.
Als bekennender Fan neuartiger Eingabegeräte und skurriler Gadgets habe ich mir natürlich ein Exemplar des rund 170 Euro teuren Neural Impulse Actuators (NIA) geschnappt und näher unter die Lupe genommen - auch wenn der Rest der Redaktion mich nach meinen ersten Ausführungen zum Thema beinah einweisen wollten.
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| Das unscheinbare NIA-Kästchen ist in etwa so groß wie ein Nintendo DS. |
Das NIA besteht aus einer kleinen Box, die ihr per USB-Kabel an den PC hängt, und einem mit der Box verkabeltem Headset. Dieses Stirnband, Headband genannt, bindet ihr euch um, wie Rambo es mit seinem Kopftuch zu tun pflegt. An der Innenseite des flexiblen Gummibandes sind drei Sensoren angebracht, welche nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren wie ein Elektroenzephalogramm (EEG), mit dem im Krankenhaus Gehirnströme gemessen werden. Auf dem »Brainfingers« genannten Übersichtsbildschirm seht ihr, wie stark die einzelnen Signale ausschlagen.
Gut gekaut ist halb gezockt
Besonders gut lässt sich die muskuläre Anspannung messen: Der NIA erfasst, wie stark ihr z.B. eure Kiefermuskulatur anspannt. Auch die Augenbrauenmuskulatur sendet relativ deutliche Signale aus. In einem mitgelieferten Pong-Spielchen bewegt ihr euren Schläger nach oben und unten, indem ihr z.B. euren Kiefer oder eure Augenbrauen hebt und senkt. Klingt skurril, sieht auch so aus, funktioniert aber.
| Sieht seltsam aus, funktioniert aber: Spielsteuerung mittels Kieferbewegungen. |
Ein weiterer Messwert erfasst die seitliche Augenbewegung. Leider habe ich es bisher kaum geschafft, etwas gezielt mit meinen Glubschern zu steuern. Meist flackert die entsprechende Anzeige wild hin und her, ohne dass ich Einfluss darauf nehmen kann. Laut der Entwickler wurde zwar an dem Problem gearbeitet, doch auch die neuen Treiber-Versionen (aktuell 1.007) konnten keine Abhilfe schaffen. Seltsamerweise wurden aber zwei Übungen gestrichen, die in der Ursprungsversion der Software beilagen. Mittlerweile ist nur noch der Pong-Klon dabei. Da ihr die Software aber im Hintergrund von anderen Spielen laufen lassen könnt, ist das Fehlen der kleinen Übungs-Spielchen nicht weiter tragisch. Es gibt übrigens trotz mehrfacher Ankündigung immer noch keine Treiber für 64-Bit-Betriebssysteme. Falls ihr kein 32-Bit-Pendant installiert habt, solltet ihr vor einem Kauf also auf die entsprechenden Treiber warten.
