Counter-Strike: Wir, die Killerspieler? Teil 1 - Special

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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Verbot von "Killerspielen" Zensur oder Schutzmaßnahme? Genau über dieses Thema haben wir uns mal ein wenig informiert. Dazu haben wir mit verschiedenen Experten gesprochen, in diesem ersten Teil kommt Christine Schulz von der Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle zu Wort.



Ein Bericht über die Verbotsforderungen der Unionsinnenminister.

Was sind Ego-Shooter?
Doom 3, Quake 4, Battelfield, Counter-Strike und wie die unzähligen Computerspiele alle heißen, bezeichnet man im Allgemeinen als Ego-Shooter. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort "ego" - Ich, und dem englischen Wort "Shooter" - Schütze. Ego-Shooter oder First-Person-Shooter sind Computerspiele, bei dem der Spieler in die Rolle des Spielcharakters schlüpft und so den Spielverlauf aus der "Ich-Perspektive" erlebt. Der Schwerpunkt des Spiels liegt überwiegend im Kampf gegen eine Vielzahl von Gegnern, bei dem verschiedene Aufgaben bewerkstelligt werden müssen und verschiedene Waffen und Gerätschaften zur Verfügung stehen. Gerade durch den Einsatz von Waffen, sind die Spiele zum großen Teil von großer Brutalität geprägt, was auch der Grund ist, dass diese Spiele in keinem guten Licht stehen. Es ist sogar im Gespräch, solche "Killer-Spiele" generell zu verbieten. Man unterscheidet zwischen der Einzelspieler- und der Mehrspielervariante. Beim Einzelspielermodus wird der Spieler durch eine festgelegte Folge von Schauplätzen geführt, wobei durch Handlungen (Kampf, Erkundung und Lösung von Rätselaufgaben) interaktive Geschichten entstehen. Beim Mehrspielermodus handelt es sich um einen virtuellen Wettkampf, bei dem sich mehrere Spieler über das Internet oder ein Netzwerk treffen, um sich in Gruppenkämpfen oder Zweikämpfen miteinander zu messen.
 
Realitätsverlust oder Panikmache?
Durch spielen am Computer werden Emotionen geweckt, ähnlich wie in verschiedenen Sportarten, welche durch Erfolgserlebnisse oder Niederlagen entstehen können. In dieser virtuellen Spielwelt, kann der Spieler in eine Rolle oder Identität schlüpfen, welche im gefällt.

Problematisch könnte es werden, wenn Jugendliche sozial isoliert leben, keine Freunde bzw. keinen Freundeskreis haben. Das Spielen am Computer kann zur Flucht in die Scheinwelt werden, wobei es nicht belegt ist, dass zwischen Computerspielen und Gewalt eine Verbindung besteht. Die Ego-Shooter schaffen dem Spieler eine Gegenwelt zu seinem Alltagsleben. Wer jedoch Parallelen zwischen dem Spiel und der Gewalt suchen will, muss zuerst viele andere Sozialaspekte berücksichtigen. Zu diesen Aspekten zählen häufig: Probleme in der Schule oder Partnerschaft, fehlen einer Vertrauensperson, Perspektivlosigkeit oder eigene Erfahrungen mit körperlicher Gewalt. Eltern müssen sich generell Zeit nehmen, um mit ihren Kindern zu sprechen und vor allem darauf zu achten, wie viel ihre Kinder am Computer spielen und was sie spielen.
 
Der Auslöser
Der Auslöser der ganzen Killerspieldebatte begann, als der Schüler Robert Steinhäuser, am 26. April 2002 im Erfurter Guthenberg-Gymnasium Amok lief und dabei mehrere Lehrkräfte und Schüler und sich selbst erschoss. Einige Medien berichteten später darüber, dass Steinhäuser sehr viel Zeit mit dem Spielen von Counter-Strike verbracht hätte und dadurch angeblich das Zielen erlernt hätte, was sich aber letztendlich als nicht richtig herausstellte. Steinhäuser hatte kein Interesse an dem Spiel Counter-Strike! Verschwiegen wurde allerdings, dass Steinhäuser Mitglied beim ansässigen Schützenverein war.
 

 
 
Hier ein Auszug aus dem abschließenden Bericht der Gutenberg Kommission:

"Weil in einem Buch im Zusammenhang mit dessen Ego-Shooter-Aktivitäten ein nach den Erkenntnissen der Kommission nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmendes Bild von Robert Steinhäuser gezeichnet wird, muss ausdrücklich klargestellt werden, dass Robert Steinhäuser nicht mit einem Freund namens Steffen, die Nächte durch Counter-Strike gespielt hat und Counterstrike auch kein Dauerbrenner von Robert Steinhäuser gewesen ist. Für die gegenteiligen Angaben des erwähnten Buches haben sich aus Angaben des besten Freundes von Robert Steinhäuser, der von der Autorin nach dessen Angaben niemals befragt wurde, sowie aus den Angaben des weiteren guten Freundes F des Robert Steinhäuser keinerlei Anhaltpunkte ergeben. Da gerade diese beiden Freunde zu denen gehörten, mit denen Robert Steinhäuser in der Regel Ego-Shooter gespielt hat, wäre diesen die von der Autorin behauptete Vorliebe des Robert Steinhäuser für Counterstrike und diesbezügliche Aktivitäten nicht verborgen gelieben. Die Kommission hat auch keinerlei Anhaltspunkte für die Existenz des in dem fraglichen Buch erwähnten Freundes mit dem Namen "Steffen". In keinem der mit Freunden Robert Steinhäuser geführten Gespräche, bei denen es immer um die Frage gegangen ist, wer denn alles zum Freundeskreis des Robert Steinhäuser gehört habe, ist dieser Name jemals aufgetaucht. Dass an dieser Stelle ohne gesichertes Faktenwissen offensichtlich ins Blaue hinein geschrieben wurde, erhärtet auch die Aussage des Freundes F, er kenne niemanden aus dem nahen Umfeld von Robert Steinhäuser, mit dem die Autorin gesprochen habe. Der in der ursprünglichen Fassung des Buches im Abspann unter "Dank" erwähnte Freund A gehörte gar nicht zu der Clique des Freundeskreises, welche ihre Zeit vorzugsweise mit Egoshooter-Spielen verbrachte. Nach dessen bereits bei der polizeilichen Vernehmung gemachten Aussage konnte er sich für diese Spiele nicht begeistern und gab an, dass er Näheres, außer dass Robert Steinhäuser auch Gewalt- und Strategiespiele für den PC gehabt hätte, nicht dazu sagen könne. Counterstrike hat Robert Steinhäuser nach den Angaben seines zuletzt besten Freundes B deshalb nicht gespielt, weil es kein Spiel war, dass ihm Spaß gemacht hätte und es brutalere Spiele, wie z.B. "Soldier of Fortune" gegeben habe."

 
 
Politik und Killerspiele
Expertenstreit
Interview mit der USK
 
 

                                      

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