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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Nachdem Gewinn der Winter-Saison herrscht bei n!faculty Hochstimmung. Simon "Desert" Konrad spricht über das Team, die Zukunft des eSports und vieles mehr...



 

Mit n!faculty hat die deutsche eSport-Szene einen neuen Meister gefunden. Auf den diesjährigen ESL Pro Series Finals Season XI haben n!faculty nach dem dritten Anlauf endlich die Mannen um ALTERNATE aTTaX in Counter-Strike:Source zu entthronen. Wir haben uns  Simon 'Desert' Konrad geschnappt und ihn über den Sport, die Finals und vieles mehr befragt. Im folgenden Interview habt ihr die Möglichkeit, einmal hinter die Fassaden zu schauen und einen Einblick in die Gedanken eines Teams und seiner Führung zu bekommen.
 

Die Jungs von n!faculty posen bereits wie die ganz Großen. Und feiern auch so!!!

 

Noch wissen sie nicht, dass sie sehr bald die begehrte und ehrlich verdiente Trophäe in ihren Händen halten werden. And the winner is n!faculty!!!

 
 
 

Simon 'Desert' Konrad (CS:S Team-Management/-Orga)

ESL-Profil

 

Counterstrike.de: Erst einmal Herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Saison. Das Finale war mehr als spannend. Hast du das ganze schon verdaut, bzw. realisiert?

 Simon "Desert" Konrad: Dankeschön. So wirklich realisiert habe ich es erst am Montag. Am Sonntag war die Euphorie zwar riesig, aber es war keinem so wirklich bewusst, dass wir nun das beste deutsche Counter-Strike:Source Team sind. Erst durch das Verdauen der vielen Gratulationen und Glückwünsche in den letzten Tagen haben wir begriffen, was dieser Sieg eigentlich zu bedeuten hat.

  

 

Counterstrike.de: Wie ist die Saison aus eurer Sicht gelaufen?

 Simon "Desert" Konrad: Bekanntlich sind wir ja nicht sehr gut in die Saison gestartet und mussten uns am Anfang mit zwei Niederlagen begnügen. Allerdings erlebten wir durch die Lineup-Umstellung einen Umschwung und konnten so bis zum Erstrunden-Match auf den Finals gegen aTTaX fast drei Monate lang kein Match in der EPS oder EMS verlieren. Durch zwei Draws an den letzten beiden EPS-Spieltagen wurde es um die Qualifikation für die EPS Finals zwar nochmal spannend, aber am Ende lief alles wieder nach gewohntem Muster: "Mit zwei Loss kommt man auf die Finals - mit drei nicht mehr!"

  

 

Counterstrike.de: Die Freude war euch nicht nur ins Gesicht geschrieben, sondern auch über den Stream zu spüren. Selten waren so viel Emotionen zu sehen. Erlebst du im eSport eine Enwicklung in diese Richtung? mousesports ist ja auch richtig aus sich rausgegangen.

 Simon "Desert" Konrad: Es ist einfach etwas anderes, ob du im Internet spielst, wo jeder bzw. so gut wie alle zu Hause vor ihrem Rechner sitzen, oder ob deine Mates neben dir sitzen und man sich richtig anfeuern und pushen kann. Klar ist dies in gewisser Weise auch über das Voice im Internet möglich, aber dabei kommen leider nur wenig Emotionen rüber. Allerdings denke ich nicht, dass man dabei von einer "Entwicklung" sprechen kann, sondern dass es an der Größe der Anspannung liegt, die man in einem solchen Moment ablegen kann.

  

 

Counterstrike.de: Zum Spiel, de_nuke. Ihr habt tatsächlich die Messerrunde gewonnen. Danach jedoch sah es so aus, als würdet ihr nicht so richtig ins Spiel kommen. Auch wenn 10:05 ein gutes Ergebnis für die T-Seite ist, hatte man das Gefühl, dass ihr nicht so richtig warm werdet. Was war da los?

 Simon "Desert" Konrad: Haha, mit den Messerrunden hatten wir es noch nie so. *grinst*
Wir waren selbst erstaunt, dass wir diese gewonnen haben und sind dann auf der schwierigeren Seite (T) gestartet, um ein paar Runden vorzulegen. Allerdings konnten wir uns nicht richtig an die Aufstellung von aTTaX gewöhnen, weil sie flexibel standen und uns mit den AWPs - vor allem sYrox - das Leben schwer gemacht haben. Außerdem machten uns die Sound-Probleme von dav1d zu schaffen, der statt seinen Mates im Voice den In-Game Sound noch mal mit Delay hörte.

  

 

Counterstrike.de: Das Spiel war sowohl auf de_nuke, als auch auf de_train mehr als spannend. Die Zuschauer haben alle mitgezittert, die Nerven einiger waren sicher mehr als angespannt. Wart ihr mit den Maps zufrieden? Inferno war ja von Anfang an auszuschließen, nachdem aTTaX darauf deutlich verloren hatte. Was geht in den Spielern und Betreuern vor, wenn ein Spiel so voller Spannung ist? Kann man dann überhaupt noch hinschauen?

 Simon "Desert" Konrad: Die Maps waren an sich kein schlechtes Los. Wir hatten gehofft nicht auf de_dust2 gegen aTTaX antreten zu müssen und waren mit de_nuke und de_train somit sehr zufrieden. Außerdem sind ja bekanntlich alle guten Dinge drei und so wollten wir auf den Finals die Map de_train gegen aTTaX endlich mal gewinnen.
Natürlich hätten wir liebend gerne de_inferno gespielt, jedoch hatte aTTaX während der Saison auf dieser Map gegen uns verloren und so gingen wir von Anfang an davon aus, dass die Map von ihnen aus dem Pool gevoted wird.
Ich für meinen Teil bin teilweise fast gestorben vor Aufregung, denn nachdem sich ludi und ich darauf geeinigt hatten, dass er auf der Bühne hinter dem Team stehen wird, da nur ein Manager auf der Bühne erlaubt war, musste ich mich mit einem Zuschauerplatz begnügen und hatte bei jeder Runde erneut das Gefühl, als bekäme ich gleich einen Herzinfarkt. *grinst* Außerdem schaute ich teilweise gar nicht mehr nach vorne, sondern hielt mir die Augen zu und schickte Stoßgebete zum Himmel!

  

 

Counterstrike.de: Zwei Anläufe aTTaX zu entthronen sind fehlgeschlagen, nun hat es endlich geklappt. Was wird sich für euch ändern? Hat sich bereits was verändert? Wird das Team bei faculty bleiben? Gibt es bereits Angebote?

 Simon "Desert" Konrad: Das Team wird in dieser Konstellation bestehen bleiben und weiter an sich arbeiten, um noch stärker zusammen zu wachsen. Der Team-Spirit ist unser Schlüssel zum Erfolg und ich habe einen derartigen Zusammenhalt noch in keinem Team erlebt - daran werden und wollen wir auf jeden Fall festhalten!
Natürlich haben wir andere Angebote, da bekannt geworden ist, dass unsere Verträge bei faculty ausgelaufen sind. Jedoch wollen wir nicht zwangsläufig wechseln, sondern dies unter anderem als Verhandlungsbasis für neue Verträge nutzen. Wir haben bei faculty alle Möglichkeiten, da wir das Flagschiff des Clans sind und entsprechend ist unsere Stellung gegenüber dem Vorstand, der immer 100%ig hinter uns steht und uns unterstützt. Zu einem anderen Projekt würden wir nur wechseln, wenn sich das Angebot auch in besonderer Weise von dem von faculty abhebt und uns große Vorteile bietet - ansonsten sehen wir keine Gründe für einen Wechsel.

  

 

Counterstrike.de: Gerne wird Source vorgeworfen, dass es spielerisch nicht an 1.6 herankommt und viel zu leicht ist, um ernst genommen zu werden, zumindest im direkten Vergleich. Wo siehst du den Unterschied rein spielerisch?

 Simon "Desert" Konrad: Ich finde, dass man 1.6 und Source nicht unbedingt vergleichen kann. Das Gameplay ist anders, die Maps sind verschiedenartig aufgebaut und so kann man das meiner Meinung nach nicht direkt vergleichen. Sicher war das Aiming bei Source am Anfang sehr einfach und man hat einen Headshot gemacht, wenn man dem Gegner in den großen Zeh geschossen hat, aber mittlerweile haben sich die Hitboxen geändert und es ist nicht mehr ganz so einfach. Dass 1.6 schwieriger ist, stimmt in gewisser Weise schon, da gerade das Aiming schwieriger ist, jedoch würde ich das nicht überbewerten.

  

 

Counterstrike.de: Wie siehst du die Zukunft des eSports? Wo könnte es hingehen, wo siehst du Potenzial?

 Simon "Desert" Konrad: Der eSport wird sich definitiv weiterentwickeln - in welcher Größenordnung sich das ganze jedoch bewegt, kann wohl niemand so genau sagen.
Meiner Meinung nach hat eSport definitiv Zukunft, da es immer mehr Spieler gibt und entsprechend auch immer mehr Firmen in die Szene investieren. Aktuell gibt es über 22 Millionen Spieler alleine in Europa. Es gibt TV-Shows auf GIGA, auf MTV und im DSF. Sponsoren stecken Millionen-Summen in die Entwicklung der Szene (Samsung investierte 2004 beispielsweise 23 Millionen Euro).
Auch die Entwicklung auf nationaler Ebene wird durch die ESL bzw. Turtle Entertainment, die WCG und den ESB deutlich voran getrieben. Mittlerweile stehen sogar Messen wie die CeBIT unter dem Gaming-Aspekt und diese Entwicklung wird sich fortsetzen.
Potential sehe ich auf politischer und sozialer Ebene: Dabei geht es mir besonders um die Diskussionen über Counter-Strike und andere Shooter nach Amokläufen und das angestrebte Verbot von "Killerspielen" in Deutschland. Wir haben kein gutes Bild in der Gesellschaft und das muss sich definitiv ändern, denn sonst hat eSport in Deutschland keine Chance!

  

 

Counterstrike.de: Was haltet ihr von der Entwicklungswelle hinsichtlich der Cheatvorwürfe und Cheaterfälle per Timetable?

 Simon "Desert" Konrad: Das ist ja an sich nichts Neues. Schon in vergangenen EPS Seasons - vor allem in der 1.6 EPS - gab es immer wieder Cheatproteste per Timetable (z.B. eddy), teilweise wurden sogar Videos angefertigt, um der Szene die Vorwürfe deutlicher darstellen zu können.
Ich verstehe nur teilweise die Sperrregelung nicht, da ich es idiotisch finde einem Cheater die Chance auf Rehabilitation zu geben oder ihn nur 2 Jahre zu sperren.
Der Fall "poet" hat die CS:S EPS dieses Jahr sehr erschüttert und ich würde mir wünschen, dass in Zukunft mit ähnlicher Konsequenz durchgegriffen wird, wie die ESL es in diesem Fall getan hat. An der rascheren Bearbeitung und Abwicklung solch wichtiger Fälle sollte jedoch noch gearbeitet werden.

  

 

Counterstrike.de: Was hältst du persönlich von der Einführung der Timeouts und dem fast ausschließlichen Spielen auf der Bühne? Ist das eher behindernd, oder gar eine Motivationshilfe vor den Augen der Fans zu spielen? Sind Timeouts, so wie im 'richtigen' Sport auch, ein guter und wichtiger Bestandteil im eSports, hat das ganze Zukunft und ist es wirklich hilfreich?

 Simon "Desert" Konrad: Die Regelung mit den Timeouts finde ich persönlich sehr gut, da man damit entweder den Gegner in einem guten Lauf unterbrechen kann, oder sich bei schlechtem Matchverlauf eine Auszeit nehmen und einige relevante Aspekte durchsprechen kann, um das eigene Spiel zu verbessern. Es ist wirklich so wie im Basketball oder Handball, wo Timeouts aus genau den gleichen Gründen wie im eSport angewandt werden können. Dies sollte - vor allem auf LAN-Events - beibehalten und fortgeführt werden, da es wirklich etwas bringt!
Auch das Spielen vor Publikum auf der Bühne gefällt mir und sollte definitiv so fortgesetzt werden. Es ist eine unglaubliche Atmosphäre, wenn die Zuschauer nach jeder Szene applaudieren und den Teams zujubeln. Vor allem entsteht so eine direkte Verbindung zwischen den Teams und der Community, was nämlich nicht der Fall ist, wenn man im abgeschotteten Gaming-Room sitzt.

  

 

Counterstrike.de: Vielen Dank für deine ausführlichen und ehrlichen Ausführungen und weiterhin viel Erfolg mit deinem Team.

 

 
faculty-Homepage
CS:S-Finale auf cs.de
Desert' bei eSport-wiki
 
 
         

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