Counter-Strike: Reaktionen auf Nürnberg - Special

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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
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Nachdem das IFNG in der Sängerhalle mit einer sehr mageren Begründung abgesagt wurde, kochte der Zorn in vielen Spielerseelen. Was es bisher an Feedback gab, haben wir hier für euch zusammengetragen. Auch die Stadt Nürnberg äussert sich in Person des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly.



Im Normalfall sollten die Reaktionen der verschiedenen Beteiligten zeitnah erfolgen und euch auch so schnell wie möglich zugänglich gemacht werden. Die Stadt Nürnberg machte uns hier jedoch einen Strich durch die Rechnung indem sie mehr als zwei Wochen bis zur Beantwortung unsere Anfrage verstreichen liess. Trotzdem ist das Thema noch immer aktuell und die Antwort des Oberbürgermeisters von Nürnberg zeigt, wieviel Aufklärungsarbeit noch geleistet werden muss. 

 

Hier zunächst die sehr kurze und wenig informative Verlautbarung der Stadt Nürnberg, die am 24.04.2009 also zwei Tage nach der Absage in den Nürnberger Nachrichten veröffentlicht wurde.

 

PC-Ballerspiele bleiben tabu
Umstrittene Computerspiele wie "Warcraft" und "Counterstrike" dürfen nicht in der Meistersingerhalle gespielt werden. Wegen der "Nähe zum Geschehen in Winnenden" hat die Stadt den Veranstaltern des für den 29. Mai geplanten Intel Friday Night Games (IFNG) eine Absage erteilt. Die kommunale Meistersingerhalle steht für die Großveranstaltung nicht zur Verfügung.

Nürnberg folgt damit dem Vorbild Stuttgarts, wo man den IFNG-Bewerbern schon im März die rote Karte gezeigt hat. Dass im Messezentrum drei Tage nach dem Amoklauf allerdings eine Waffenmesse stattfand, sei "durchaus ein gewisser Widerspruch", so Peter Murrmann vom Bürgermeisteramt. Doch die Messe sei langfristig geplant gewesen. (Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 24.04.2009)

 

Eine Anfrage zu einer etwas ausführlicheren Stellungnahme wurde von uns an das Bürgermeisteramt der Stadt Nürnberg gesendet und jetzt, knapp zwei Wochen nach der Entscheidung von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly beantwortet.

 

Die Antwort nutzt leider einmal mehr, ohne eine nähere Erläuterung den Begriff "Killerspiele", die man mit einer öffentlichen Veranstaltung nicht "hoffähig" machen wolle. Eine Absage der internationalen Waffenmesse, zwei Tage nach dem Vorfall in Winnenden, erfolgte aus zeitlichen Gründen und weil es sich um eine reine Fachbesuchermesse handelte, nicht.

 

Die ESL nahm zu der Absage bereits in einem Newsbeitrag vom 22.04.09 Stellung. Hier bedauerte man vor allem die fehlende Kommunikationsbereitschaft der Verantwortlichen im Bürgermeisteramt.

 

Das Intel Friday Night Game in Nürnberg am Freitag, den 29. Mai, findet nicht statt. Der Betreiber der Meistersingerhalle in Nürnberg, in der wir bereits zwei Mal zu Gast waren, kündigte den Mietvertrag für das Intel Friday Night Game Ende Mai.
Der anhaltende politische Druck habe den Betreiber der Meistersingerhalle, die Stadt Nürnberg selbst, veranlasst die für den 29. Mai geplante Veranstaltung abzusagen. Turtle Entertainment bemühte sich um ein sachlichen Dialog mit der Stadt, der leider zu keiner Lösung führte. Wir bedauern die Absage sehr.
Insbesondere weil in Nürnberg eine Eltern-LAN vorgesehen war, die zusammen mit dem Event selbst eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Computerspiele als Teil unserer heutigen Jugendkultur geboten hätte. Unsere letzten Events haben deutlich gemacht, dass dies Wirkung zeigen kann.
Ziel der Eltern-LAN ist es, Eltern, Pädagogen, Politikern und Vertretern der Presse die Auseinandersetzung mit dem Hobby "Computerspielen" zu erleichtern und unter pädagogischer Anleitung Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Die Eltern-LAN wird gemeinsam veranstaltet mit spielbar.de, dem interaktiven Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), der Fachhochschule Köln mit dem Institut Spielraum und dem ComputerProjekt Köln e.V. mit dem Spieleratgeber-NRW. (Quelle: esl.eu)

 
Auch der Partner der Veranstaltung Intel bedauerte die Absage. In einer kurzen Mail bezog Klaus Obermaier, der Leiter von Marketing & Kommunikation der Intel GmbH Stellung zu dem Thema.
 

Wir bedauern diese Absage natürlich, haben aber ein gewisses Verständnis, dass Veranstalter aufgrund der momentanen Situation anders reagieren, als sie das in der Vergangenheit getan haben.
Wir unterstützen die ESL als Ausrichter der Veranstaltung voll und ganz in ihren Bemühungen, die Öffentlichkeit über das Thema eSports aufzuklären, sei es in Form von Diskussionen mit Politikern, Eltern und Lehrern oder in Form der Eltern-LAN in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. PC-Spiele sind ein fester Bestandteil der heutigen Jugendkultur und wir sind überzeugt, dass Aufklärung und Dialog das Thema versachlichen wird, damit zukünftig Entscheidungen wie in Nürnberg auf einer anderen Verständnis-Grundlage getroffen werden.

 

Die abschliessende Stellungnahme zur Absage erreichte uns vom Bundesverband der interaktiven Unterhaltungswirtschaft (BIU). Auch hier zeigt man sich besorgt über den politischen Aktionismus der Stadt Nürnberg.

 

Der BIU missbilligt die Entscheidung des Nürnberger Oberbürgermeisters. Der eSport bietet Spielern eine attraktive Plattform, um ihr Hobby Computer- und Videospiele um sportlichen Wettkampf und Teamgeist zu bereichern. Andererseits bietet sich hier jedem Interessierten auch die Möglichkeit des Austauschs mit einer aktiven und sozialen Jugendkultur. Eltern und Pädagogen haben bei der Eltern-LAN etwa die Möglichkeit, sich persönlich ein Bild von Computer- und Videospielen zu machen. Dass solche Angebote mit Aufklärungscharakter nun in Nürnberg einem politischen Aktionismus zum Opfer fallen, ist aus Sicht des BIU nicht nachvollziehbar. Hier wird nicht nur aus Unkenntnis gegenüber dem Grundanliegen der Veranstaltung argumentiert - Computerspieler werden unter Generalverdacht gestellt.

 
 News: IFNG Nürnberg untersagt
 
 
   

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