Counter-Strike: Counter-Strike in Österreich - Bittere Gegenwart - Special

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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Ebenso wie beim Landesnachbar Schweiz kämpft die österreichische Counter-Strike-Szene, laut den Angaben vieler ihrer Mitglieder, mit dem viel zu kleinen Wettbewerb in der EPS Alpen, die die einzige ernstzunehmende Wettbewerbs-Basis bildet.



Österreich

Einwohner:  8.3 Millionen
Fläche: 83.871 km²
Gründung: 1156 n. Chr.
Währung: Euro
Staatsform: Parlamentarische Republik
Hauptstadt:  Wien

 

 

Kurzinformation: Österreich ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein. Das Land untergliedert sich in neun Bundesländer und ist seit 1995 Mitglied in der Europäischen Union. Die Amtssprache ist deutsch. Daneben gibt es jedoch auch die regionalen Amtssprachen kroatisch, slowenisch und ungarisch.

Im Jahr 1156 n. Chr als Herzogtum gegründet entwickelte sich daraus 1804 das Kaisertum Österreich und folgend 1867 die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. 1918 wurde Österreich zur Republik.

 

Mit Österreich, statt wie zunächst beabsichtigt England, folgt nun der dritte Teil unserer Kurzinterview-Reihe, die euch einen groben Überblick über die verschiedenen Szenen außerhalb von Deutschland geben soll. Wer an Österreich und Sport denkt, dem fallen zunächst einmal die hervorragenden Wintersportler ein, etwas später die Fussballer (wobei aber Cordoba nie passiert ist) und irgendwann kommt die Frage, ob in Österreich auch eSport betrieben wird. Internationale Erfolge findet man nur noch in der Vergangenheit. Aktuell, auf der CeBit in Hannover, gab es für das österreichische Nationalteam im SEC 2008 nur zwei schmerzhafte Niederlagen und damit war die Vorstellung beendet. 

 


Erfolge nur noch bei nationalen Events? (Bild WCG)

Was für den Breitensport leidlich aber auch nicht perfekt funktioniert (man vergleiche dazu die Leistungsdichte der deutschen Fußball-Bundesliga mit den Ligen in der Schweiz und Österreich), ist, wie wir aus vielen Gesprächen erfuhren, für die kleine eSport-Szene in den alpinen Ländern eine Nemesis. Gemeint ist die Aufteilung der derzeitig einzigen ernstzunehmenden Liga in einen deutschen und einen alpinen Part.

Wegen dieser Aufteilung müssen die österreichischen und Schweizer Teams, selbst wenn sie vom Potential her durchaus mit deutschen CS und CS:S Teams mithalten könnten, in der weitgehend unbeachteten EPS Alpen spielen. Da die Szenen beider Länder relativ klein sind, ist demzufolge auch das Zuschauerinteresse eher gering. Dies bedeutet wiederum, dass nur sehr wenige Sponsoren bereit sind, Teams zu fördern. Daraus wiederum resultiert für die Teams ein fehlendes finanzielles Bugdet, um Spieler an den Clan zu binden oder ihnen den Besuch von Bootcamps und Offline-Events zu ermöglichen.

Es wäre grundfalsch zu behaupten, dass österreichische oder Schweizer Spieler schlechter sind als Deutsche Spieler. Michael "PapsT" Schmidt oder Franz "gore" Burghardt aus Österreich spielen oder spielten in der deutschen EPS mit und sind überzeugende Gegenbeispiele für diese Behauptung.

 

Wo liegt hier das Hauptproblem? Während unser Schweizer Interviewpartner Tom "spIder" Weber damals das Problem eher in der Aussendarstellung des eSports und der Medienschelte sah (siehe Die Schweiz: Counter-Strike im Herzen Europas), sieht Sary "kaNE" El Baghdady von  Ultima Ratio das Problem eher in dieser Aufsplittung und Balkanisierung der deutschsprachigen Szene.

 


Faulheit der Grund für Misserfolg? (Bild WCG)

Eine andere Behauptung aus dem "es ist ja nicht so schlimm Lager" fusst darauf, dass die Leistungsdichte der alpinen Szene so gering ist, weil die Teams zu trainigsfaul und unkonstant sind. Es fehle dort, schlicht gesagt, an der Lust zum Spiel, weil man ja auch mit wenig Aufwand in der Alpen-EPS mithalten kann. In anderen Ländern mit einer ähnlich kleinen Szene funktioniere es ja auch besser als in Österreich oder der Schweiz. 

Nun ja, zwar gibt es andere Länder wie Finnland oder Dänemark, die es trotz einer ähnlich kleinen Szene geschafft haben, verhältnismäßig viele starke und international konkurrenzfähige Teams ins Rennen zu schicken, hier ist aber die Counter-Strike Szene, im Gegensatz zu der Szene unserer Nachbarn, von Anfang an so gewachsen und musste sich schon immer damit arrangieren.

Unsere Nachbarländer Österreich und die Schweiz wuchsen und gediehen aber zusammen mit der deutschen Szene und wurden durch die Trennung erbarmungslos zurückgestutzt. Ein Punkt, den man durchaus in die Rechnung mit einbeziehen sollte.

 

Counterstrike.de: Wie groß ist die österreichische Counter-Strike-Szene? Spielt Counter-Strike im österreichischen eSport eine große Rolle?

Sary "kaNE" El Baghdady: Die österreichische Counter-Strike-Szene in punkto Counter-Strike 1.6 ist ziemlich klein geworden, jedoch scheint die CS:Source Szene einen Aufschwung zu erleben. Jeder kennt einfach jeden in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern, wie beispielsweise Deutschland. Nichts desto trotz ist Counter-Strike die Königsdisziplin bei uns in Österreich, gefolgt von WC3 und Fifa.

Counterstrike.de: Welches sind die wichtigen Ligen in denen ein Wettbewerb in CS stattfinden kann?

Sary "kaNE" El Baghdady: Ist seit März 2007 Team Captain des Counter-Strike 1.6 Squads von Ultima Ratio. Zuvor spielte er unter anderem für GMPO und die Lemon Crew.

Sary "kaNE" El Baghdady:  Es gibt für österreichische und Schweizer Teams die Alpen-EPS der ESL die euch bekannt sein wird. Abseits der EPS Alpen die bei uns zurzeit die einzige Liga darstellt, gab es früher noch die WebGamerZone die von der Communitypage cs.gamer-scene.com geleitet wurde aber mittlerweile nicht mehr in Betrieb ist.

Allem Anschein nach wird es auch in Zukunft keine "heimische" Liga mehr geben...

Counterstrike.de: Kann man in Österreich als Counter-Strike-Spieler professionell werden und damit Geld verdienen?

Sary "kaNE" El Baghdady: Diese Frage kann ich definitiv mit einem nein beantworten! Einzige Ausnahme ist beispielsweise gore, der verdient aber sein Geld eben außerhalb von Österreich bei mousesports. Das Problem liegt vor allem daran, dass es in Österreich sehr schwer ist Ideen und Projekte umsetzen zu können, da es entweder an der Sponsorensuche scheitert oder schlussendlich am Spielermaterial und dadurch wiederum an den Ergebnissen. Das Ganze ist einfach ein Teufelskreis aus dem man anscheinend nicht mehr so leicht herauskommen kann.

Jedoch gibt es drei Clans nämlich plan-B, seeN oder Ultima Ratio die als eingetragener Verein, sehr um den eSports in Österreich bemüht sind.

Counterstrike.de: Welche Schwierigkeiten gibt es in Österreich, wenn es um Counter-Strike geht? Wie groß ist die Gesellschaftliche Aktzeptanz?

Sary "kaNE" El Baghdady: Die ewige Debatte von "Killer-Spielen" bzw deren Einfluss auf den Menschen wird immer präsent sein denke ich, jedoch im Vergleich zu Deutschland haben wir nicht so große Probleme damit. Leider ist es aber sehr schwer Sponsoren zu finden, da viele das ganze nur als, plump ausgedrückt, "vorm Computer sitzen" ansehen und nicht dahinter einen richtigen Sport erkennen und diesen dann auch unterstützen würden. Es gibt bei uns ein Sprichwort das lautet:" Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht".
Ob das Spiel zur Gänze in der Gesellschaft akzeptiert wird, ist für mich schwer zu sagen.

Ich kann mich jetzt nur auf meinen Freundes und Verwandtenkreis beziehen, die eigentlich mein Hobby respektieren als auch akzeptieren. Wenn ich jetzt aber mir fremde Menschen damit auseinandersetze mit diesem Thema, kann es schon durchaus vorkommen dass ich nur belächelt oder fragend angeschaut werde. Ist aber immer sehr lustig :).

Counterstrike.de: Welche Shooter konkurrieren mit Counter-Strike in Österreich? Welche Bedeutung hat CS: Source und hat es in Österreich eine Zukunft?

Sary "kaNE" El Baghdady: Counterstrike 1.6 und Source sind die einzigen Shooter in Österreich, die im eSports Beachtung bekommen. Durch den Aufschwung der Source-Szene hofft man, wieder einen Aufschwung in Sachen eSports zu erlangen um so eben die Aufmerksamkeit von Medien und Sponsoren zu erwecken.

Counterstrike.de: Wir bedanken uns im Namen von Counterstrike.de und der Community für das interessante Gespräch und wünschen euch viel Erfolg in den nächsten Spielen und Turnieren.

 
 
 

Ist also  Counter-Strike: Source der Rettungsanker für die Szene in Österreich? Wenn, dann kann dies aber nur ein Halt für die nationale Szene werden. International wird ein Durchbruch des Spiels von VALVe schon seit Jahren erwartet und erscheint eher unwahrscheinlich. Eines muss man eingestehen. Die Bemühungen sind da. Im September 2007 wurde der eSport Verband Österreich (eSVÖ) gegründet und auch die größeren Clans bemühen sich tagtäglich um eine Verbesserung der Situation.

 

Wünschenswert wäre, so hört man es immer wieder, die Rückwandlung der EPS und EAS Alpen in einen Teil der großen EAS und EPS. Ob es hier zu einer Bewegung auf die Szene zu kommt, bleibt abzuwarten.

 
Homepage Ultima Ratio
 

Bisherige Berichte:

Die Schweiz - Counter Strike im Herzen Europas
Polen: Der Klassiker auf Nummer Eins
 
 
         

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