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Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
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Spielinfo Bilder Videos

Auch wenn M.U.L.E.-Vater bzw. -Mutter Daniel alias Danielle Bunten schon seit 13 Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilt, erfreut sich der 1983 auf Atari 800 und C64 erschienene Strategieklassiker nach wie vor großer Beliebtheit, wie man z. B. anhand von Fanprojekten wie Planet M.U.L.E. sehen kann. Auch Sid Meier oder Will Wright schwärmen noch heute von der originellen Wirtschaftssimulation. Letzterer schleuste sogar erst unlängst die Original-Titelmusik des Oldies in Spore ein.



Drei, zwei, eins, meins!

Optisch war M.U.L.E. (die Bilder stammen vom Atari 800-Original) alles andere als ein Hingucker...
Optisch war M.U.L.E. (die Bilder stammen vom Atari 800-Original) alles andere als ein Hingucker...

Auch ich konnte in den 80ern nicht genug von M.U.L.E. (Multiple Use Labor Element) bekommen. Wir saßen oft Nächte lang vor dem Bildschirm und feilschten verbissen um knappe Rohstoffe und begehrte Ländereien, hofften auf möglichst positive Zufallsereignisse und bangten um wertvolle Lagerbestände. Der Spielablauf war eigentlich äußerst simpel und sorgte dennoch nie für Langeweile: Zu Beginn landeten bis zu vier Spieler (freie Plätze übernahm die KI) als Pioniere auf dem Planeten Irata (rückwärts gelesen: Atari), der aus einer Stadt und 44 quadratischen Grundstücken bestand, von denen man sich jede Runde eines als Nutzfläche aneignen durfte, um darauf Nahrung, Strom, Erz oder Edelsteine abzubauen.

Bei der Landvergabe ging es meist besonders heiß her, da oft Millisekunden darüber entschieden, wer den Zuschlag für besonders begehrte Felder bekam, wer unfreiwillig auf dem Nachbargrundstück landete und wer im schlimmsten Fall gänzlich leer ausging - flinke Finger und fiese Täuschmanöver standen entsprechend hoch im Kurs, genauso wie Drohgebärden, Flüche und schadensfrohes Gelächter.

Während Lebensmittel am besten in Flussnähe gediehen, war die Energieerzeugung in flachen Ebenen und die Erzgewinnung in bergigen Regionen am effektivsten. Durch Bodenproben oder Glückstreffer entdeckte Edelsteinvorkommen waren hingegen überall möglich und bei entsprechendem Kurswert heiß begehrt. Verwertbar waren die auch bei zufällig einfallenden Piraten sehr beliebten Klunker allerdings nicht. Wer hingegen nicht genug zu essen hatte, musste mit kürzeren Spielphasen zurecht kommen, bei Energiemangel ließ die Rohstoffproduktion nach und ohne Erz konnte man keine neuen MULEs (Maultiere) erwerben, um neue Produktionsanlagen zu errichten.

Spekulatives Gefeilsche

...spielerisch sorgte das Gerangel um Ländereien und Rohstoffe jedoch für viele unvergessliche Stunden.
...spielerisch sorgte das Gerangel um Ländereien und Rohstoffe jedoch für viele unvergessliche Stunden.

Um Gewinne zu erzielen und Knappheiten auszugleichen war reger Tauschhandel quasi unerlässlich. Der eine hatte einen Überschuss an Lebensmitteln, brauchte aber dringend mehr Energie, ein anderer erzeugte Strom im Überfluss und suchte händeringend nach Erz, während wieder ein anderer Erz in Massen abbaute, aber Hunger litt. Vorräte zu horten war jedoch keine Lösung, da überschüssige Lagerbestände schnell verrotteten oder auch durch zufällige Ereignisse wie Brände vernichtet werden konnten.

Auch die Produktion konnte zufällig durch Insektenplagen, Erdbeben oder Solarstürme zerstört, behindert oder angekurbelt werden. Wer knapp bei Kasse war, konnte auch Ländereien versteigern oder Geschäfte mit der Bank machen. Wer es sich leisten konnte, ließ hingegen absichtlich Überproduktionen vergammeln, die bei anderen knapp waren und trieb den Preis in immer schwindelerregendere Höhen. Handelseinig wurde man sich über ein spezielles Spielfeld, auf dem sich Käufer und Interessenten gegenüberstanden und entgegenkommen mussten, was oft von hektischen Wettrennen, Verzweiflungsgeboten, fiesen Rückziehern und hämischen Handelsverweigerungen geprägt war - herrlich!

Immer in Eile

Während bei Landvergabe und Handel alle Spieler gleichzeitig mitmischten, war man bei der dazwischen liegenden Aktionsphase, einzeln an der Reihe. Die Zeit war allerdings recht knapp, so dass man seine Aktionen gut planen musste - vor allem, wenn man weite Wegstrecken zurückzulegen hatte. In der Regel kaufte man sich jedenfalls gleich ein Maultier, sattelte ihm eine bevorzugte Produktionsanlage auf, führte es zum Zielort und errichtete dort die entsprechende Anlage. Alternativ konnten bestehende Produktionsstätten auch wieder abgebaut und verlagert oder umgewandelt werden.

Das Fanprojekt Planet M.U.L.E. bleibt dem Original spielerisch treu, bietet aber eine zeitgemäßere Optik sowie einen Online-Modus.
Das kostenlose Planet M.U.L.E. bietet aufpolierte Optik und Online-Modus, bleibt dem Original aber spielerisch treu.

Waren die Zielorte nicht weit von der im Zentrum liegenden Stadt entfernt, konnte man auch versuchen mehrere Produktionsstätten während der Aktionsphase zu errichten oder Bodenproben zu nehmen, um lukrative Edelsteinvorkommen zu entdecken. Schaffte man es rechtzeitig zurück in die Stadt, konnte man seine Betriebskasse auch mit einem abschließenden Glücksspiel in der Kneipe aufbessern oder in den Bergen auf Wampusjagd gehen. Sieger war am Ende derjenige, der nach zwölf Runden das größte Vermögen erwirtschaftet hatte.

Wer jetzt Lust auf M.U.L.E. bekommen hat, aber weder einen funktionsfähigen Atari 800 oder C 64 samt Spiel besitzt, sollte mal bei Planet M.U.L.E. vorbeisurfen, wo ein aufgehübschtes, aber authentisches Remake des Klassikers kostenlos herunter geladen werden kann, das sogar über einen Online-Mehrspielermodus samt Ranglisten verfügt. Empfehlenswert sind auch ältere Klone wie Subtrade oder Traders, die Anfang der Neunziger für ein gelungenes M.U.L.E.-Revival auf Amiga, Atari ST und PC sorgten und noch immer einen Ehrenplatz in meinem Retro-Archiv inne haben.

Kommentare

Diabolus-Dark schrieb am
Plor hat geschrieben:Mafia für den C64... Dagegen kann GTA sowas von einpacken. :)
Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie bezweifle ich das. Und das obwohl ich selbst mit dem C64 groß geworden bin (den ersten hatte ich mit 8 glaube ich, den ersten PC mit 15 rum).
Wenn man ehrlich zu sich selbst ist und ohne Sentimentalität zurückdenkt: Die Spiele damals machten zwar Spaß, aber Gameplay oder Story suchte man vergebens. Man könnte auch meinen das sie vielleicht nur deshalb Spaß machten weil wir nichts anderes kannten. Wenn ich daran denke wie viel (Taschen)Geld ich damals in den Spielautomaten lassen habe um einem gelben Klecks dabei zu helfen andere, kleinere und unbewegliche Kleckse zu futtern und dabei selbst nicht von bunten, sich bewegenden Klecksen gefressen zu werden...
Bis dann eben der erste C64 ins Haus kam.
[dd.org]Garm schrieb am
MULE.. hat bei mir nie richtig gezündet, obwohl die 64er/Haooy Computer das Spiel auch so toll fand. Da fehlten dann wohl ein paar Jahre. Fand Kaiser, Hanse, Fugger und Co auch immer besser. :)
Satus schrieb am
War schon genial das Game. Das und Kaiser haben wir früher in den Ferien nächtelang gezockt. :lol:
Plor schrieb am
Mafia für den C64... Dagegen kann GTA sowas von einpacken. :)
Die richtige Strategieoffenbarung hatte ich dann aber etwas später mit der Civ-Reihe...
schrieb am

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