SAW - Test, Action, PC - 4Players.de

 

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Survival-Horror
Entwickler: Zombie Studios
Publisher: Konami
Release:
03.12.2009
11.02.2010
03.12.2009
Jetzt kaufen
ab 19,99€
Spielinfo Bilder  
Ende letzten Jahres sorgte Jigsaw parallel zum Start des sechsten Kinofilms auf Konsolen für Angst und Schrecken. Jetzt dürfen auch die PC-Horrorfans in den düsteren Kampf ums Überleben ziehen. Allerdings ist Skepsis angesagt: Mit der letzten Rechenknecht-Umsetzung zu Silent Hill Homecoming konnte Konami keine Bäume ausreißen. Zeit für Wiedergutmachung?


"I want to play a game"

Wer diesen Satz aus dem Munde des so genannten Jigsaw-Killers hört, hat meist schon verloren - denn er ist einem Spiel auf Leben und Tod ausgesetzt, das nur die Wenigsten für sich entscheiden können. Das werden alle bestätigen können, die bereits einen der Saw-Filme gesehen haben.

Inhaltlich orientiert sich das Spiel allerdings nicht am bislang letzten Vertreter, sondern setzt Teil 1 fort und sieht sich eher als ergänzender Erzählübergang zwischen Saw und Saw II. Einige erinnern sich vielleicht noch an Detective Tapp, im Film gespielt von Danny Glover, der kurz vor dem Finale in einem Schussgefecht vermeintlich tödlich verletzt wurde? Falls nicht,

Ohne Danny Glover als Detective Tapp, aber mit Tobin Bell als Jigsaw: Das Spiel als verbindendes Element zwischen den ersten beiden Filmen fängt die Saw-Atmosphäre vor allem in der Anfangsphase gut ein.
oder falls man den Film noch gar nicht gesehen hat, macht das auch nichts, da die Geschichte auch ohne diese Vorkenntnis funktioniert. Doch natürlich hat man mehr von dem Survival Horror aus dem Hause Zombie Studios, wenn man die Charaktere, zahlreiche Requisiten oder das Aussehen der Schauplätze in Relation zu den Filmen setzen kann.

Doch zurück zu Detective Tapp, für dessen Aussehen die Lizenzgebühren wohl zu hoch waren und der dementsprechend nicht wie Danny Glover aussieht: Tapp hat überraschend seine vermeintlich tödliche Verletzung überlebt. Doch die Freude währt nur kurz, denn er hat seine Rettung tatsächlich Jigsaw zu verdanken, der ihn ihm Gegenzug zu einem weiteren Teilnehmer seines Spiels rund um das Ausloten der persönlichen Opferbereitschaft und den Überlebenstrieb macht. Um das Spiel zu gewinnen, muss Tapp nicht nur die Irrenanstalt erforschen, die Jigsaw als Schauplatz ausgesucht hat. Er muss dabei Fallen aus dem Weg gehen sowie verschiedene Personen retten, die mit ihm und seiner Obsession, Jigsaw zu fangen, in Verbindung stehen. Und das alles, während er nicht nur von seinen eigenen Ängsten und Besessenheiten, sondern auch von unabhängigen "Spielteilnehmern" gejagt wird, die hinter dem Schlüssel her sind, den Jigsaw in Tapps Körper versteckt hat - und der scheint der einzige Ausweg für die anderen "Spieler" zu sein.

Erzählerische Mankos

Die Idee, das Spiel zwischen Teil 1 und 2 der Filme zu setzen, ist auf den ersten Blick interessant und wurde hinsichtlich des Drehbuchs weitestgehend gut umgesetzt. Allerdings nur als Fortsetzung der Leidensgeschichte von Detective Tapp: Zwar lernt man auch die eine oder andere Person kennen, die im zweiten Film eine mehr oder weniger entscheidende Rolle spielen wird, doch als erzählerisches Bindeglied zwischen den ersten beiden Filmen fehlt dann doch einiges an Story, um die Brücke wirklich überzeugend zu schlagen.
Zu allem Überfluss haben die Designer die verwendete Unreal Engine zwar im Griff, wenn es um Spielereien mit Licht und Schatten, Effekte, die mechanischen Fallen sowie die glaubwürdigen, schmutzigen Schauplätze geht. Doch die Figuren, die mit Ausnahmen (wie z.B. Detective Tapp) nicht ganz so aufwändig gestaltet wurden, kommen vor allem in den Zwischensequenzen unter die Räder. Hinsichtlich der Schnitte und Kameraeinstellungen sowie der guten englischen Sprachausgabe filmreif, sorgen die hölzerne Mimik und Gestik dafür, dass diese Illusion schneller verloren geht als Jigsaw lieb sein kann... Auch die sporadischen Clipping-Probleme, die selbst vor Blutpfützen nicht halt machen, die sich unschön in Wand oder Bodentexturen verfangen, kennt man bereits aus den Konsolenversionen und reißen einen aus der Szenerie.

Starker Anfang

In den ersten zwei Stunden, nachdem man sich aus der aus Teil 1 bekannten Schnappfalle befreien konnte, zieht Saw einige Register, um Spieler zu überraschen, zu fordern und in bekannter Kompromisslosigkeit der Filme zu schockieren.
Die nur spärlich erhellte Dunkelheit, der auch das anfänglich zur Verfügung stehende Feuerzeug (später kann man noch aus Taschenlampe oder Kamerablitz wählen, wobei man nur ein Lichtelement mitführen darf) keinen Einhalt gebietet, sorgt für Spannung. Die gelungene Akustik mit den Sprachfetzen der anderen Figuren in Jigsaws Fallen, den Umgebungsgeräuschen sowie Darsteller Tobin Bell als Sprecher von Jigsaw im Spiel hilft ebenfalls, die Atmosphäre greifbar zu machen.

Hinzu kommen immer wieder Tests und Rätsel von Jigsaw, die unter zumeist fairem Zeitdruck gelöst werden müssen. Hier muss die Kombination für ein Zahlenschluss gefunden werden, da ein Schloss geknackt, damit man den Raum dahinter erforschen kann - wobei häufig genug die Schreibtische, Schränke usw. nichts Verwertbares zu bieten haben und man sich
Die Kämpfe wurden schwach inszeniert und leiden zusätzlich unter Steuerungsdefiziten.
ärgert, dass man einen der spärlichen als Dietriche zweckentfremdeten Nägel vergeudet hat. Dann wiederum müssen Stromkreise richtig geschaltet oder Ventilrohre richtig angeordnet werden, damit sich eine weitere Tür öffnet oder das tödliche Gas aus dem Raum strömt. Oder aber man versucht sich an den speziellen "Jigsaw-Boxen", auf denen man die korrekte Anordnung von Zahnrädern finden muss, um den Öffnungs-Mechanismus zu aktivieren.
Schock- bzw. Ekel-Höhepunkte sind die leider viel zu einfachen und bei Scheitern weitestgehend konsequenzfreien Geschicklichkeitsübungen, in denen man in einer mit Spritzen überfüllten Toilette oder einem Säurefass ein Objekt (meist einen Schlüssel) finden muss.

Beim ersten Mal sind alle diese Elemente interessant, passen sich gut in die Atmosphäre ein und treiben die Spannung nach oben. Beim zweiten Mal hat man auch noch Interesse, einen Ausweg zu finden und leidet wie beim Säurefass auch mit Tapp.
Aber irgendwann hat man sich an alle Rätsel gewöhnt. Es setzt Routine ein, die auch von den schwierigeren Varianten der bekannten Rätselelemente nicht durchbrochen werden kann. Das Problem hierbei: Dieser Moment setzt nach etwa 50 bis 60 Prozent des Spiels ein. Und das ist auf lange Sicht zu früh. Und zum Schluss ist es einfach nur noch langweilig und zeugt von der mangelnden Kreativität der Entwickler, wenn man wieder mal im wahrsten Sinne des Wortes ins Klo greifen muss...

   

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