Red Faction: Guerrilla
USK: 18

Test: Red Faction: Guerrilla

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  3  |  4  |  Fazit 

Autor:
Benjamin Schmädig

Wieso geht in Actionfilmen eigentlich ständig dermaßen viel zu Bruch? Es ist doch wirklich nicht nötig, dass gleich der ganze Leuchtturm in einem gleißenden Flammenmehr ertrinkt, nur weil ein Kleinwagen durch den Vordereingang rauscht. Oder? Natürlich oder! Denn in unserer Brust tanzt doch nur dann ein frohlockendes Herz, wenn Kulissen unter spektakulärem Getöse in ihre Einzelteile zerbrechen. Warum das so ist, entzieht sich meinem psychologischen Verständnis. Dass das so ist, dafür danke ich Red Faction: Guerilla!
Moderne Physikstunde

Es gibt Spiele, die leben vor allem von ihrer Erzählung. Von charismatischen Figuren oder einer durchdachten Handlung. Von magischen Momenten oder cleveren Wendungen. Red Faction: Guerilla ist keins dieser Spiele. Es pfeift auf eine durchdachte Story. Ihm sind seine
Das Intro und die ersten Spielszenen vermitteln euch einen kurzen Eindruck vom Mars der Zukunft.
Charaktere egal. Seine frei begehbare Welt ist ihm nur Mittel zum Zweck. Denn das Spektakel auf dem Mars zehrt einzig und allein von jenen destruktiven Momenten, die der Höhepunkt jedes großen Blockbusters sein könnten. Es bereitet diese Momente mit brachialer Action vor - um eine Abrissparty anzustiften, die es zumindest technisch so noch nie gegeben hat!

Denn wo Knobeleien wie Crayon Physics nur an der physikalischen Oberfläche kratzen und selbst die Zerstörung in teuren Krachern wie Battlefield: Bad Company  nur rudimentär simuliert wird, stellt das dritte Red Faction den korrekten Einsturz von Gebäuden zum ersten Mal in den spielerischen Mittelpunkt. Natürlich: Schon in den Vorgängern konnte man Löcher in die Umgebung schießen, um alternative Wege zu entdecken. Diesmal verzichtet Entwickler Volition allerdings auf jede Veränderung des Bodens und lässt ausschließlich die Zerstörung der Gebäude zu. Müssen sich bisherige Fans deshalb vernachlässigt fühlen? Keineswegs. Denn was laut Aussage der Entwickler mit der Marsoberfläche aus technischen Gründen nicht machbar war, funktioniert mit Häusern umso beeindruckender!

Morbides Ausweiden

Stellt euch einfach mal vor, eine Lagerhalle bestünde aus zahlreichen Metallplatten. Jetzt stellt euch einen dicken Raketenwerfer vor, dessen Ladung mit voller Wucht auf die Lagerhalle trifft und jede einzelne ihrer Platten in alle Winde zerstreut. Oder denkt euch eine aus Stein errichtete Hütte, die bei Beschuss unter einer riesigen Ladung Staub in sich zusammenbricht. Genau: Das ist die Zerstörung der Umgebung, wie sie bisher aussah - wenn man Glück hatte. In Guerilla werdet ihr eine
Die Gebäude bestehen nicht nur aus Metallplatten, sondern sind tatsächlichen Konstruktionen nachempfunden.
solche steinzeitartige Zertrümmerung nicht mehr erleben! Nur Fahrzeuge und kleine Objekte, wie z.B. Ölfässer bestehen aus herkömmlichen Modellen.

Volition baut nämlich jede Struktur (Brücken, Barrikaden, Zäune, Büros usw.) aus verschiedenen Materialien auf. Für eine Garage werden somit tragende Stahlpfeiler errichtet und der Rest mit leichteren Metallen verdeckt. Anschließend könnte ein zusätzliches Verdeck dem Gebäude seine Fassade verleihen. Das Besondere ist aber, dass man die Bestandteile buchstäblich Stück für Stück auseinander nehmen kann! Schwingt man den riesigen Hammer, den der Protagonist stets bei sich trägt, zerfallen die Strukturen nämlich nicht nur in ihre Einzelteile. Vielmehr zerbröseln selbst jene Einzelteile je nach Beschaffenheit in unterschiedlich große Stücke. So kann man u.a. deutlich erkennen, wie zunächst der Beton eines dicken Pfeilers abbrechen könnte, um den Blick auf die Stahlstreben im Inneren freizugeben. Erst ein weiterer Hieb könnte den Pfeiler schließlich komplett teilen. Ich kann mich selbst nach etlichen Spielstunden noch immer nicht an diesem "morbiden" Ausweiden satt sehen!

Daran ändern selbst die viel zu schwachen horizontalen Kräfte nichts, dank denen viele Strukturen selbst bei extremem Überhang noch fest verwurzelt stehen bleiben. Und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die PC-Variante enorm Prozessor-hungrig ist. Selbst auf zwei mit jeweils 3000 MHz getakteten Kernen bleibt das Geschehen schon bei mittelschweren Explosionen nämlich in einer Diashow stecken, obwohl das Spiel sonst mit maximalen Details flüssig läuft. Die Grafikkarte spielt im dritten Red Faction eine untergeordnete Rolle - im flüssigen Vorteil sind vor allem Besitzer von Quad-Core-Prozessoren.   

Kommentare

Du musst eingeloggt sein, um einen eigenen Kommentar verfassen zu können. Bewertungen können ohne eingeloggt zu sein vergeben werden. Jetzt einloggen
  • Tobs85 schrieb:
    Hab mir das Spiel heute für nen 10er bei Steam gekauft und ich muss sagen es gefällt mir sehr gut. Von den Rucklern, die im Test beschrieben wurden, bemerke ich nichts, was wohl damit zu tun hat, dass die Hardware seit das Spiel erschienen ist, sehr viel potenter
     [...]
    Tobs85 schrieb:
    Hab mir das Spiel heute für nen 10er bei Steam gekauft und ich muss sagen es gefällt mir sehr gut. Von den Rucklern, die im Test beschrieben wurden, bemerke ich nichts, was wohl damit zu tun hat, dass die Hardware seit das Spiel erschienen ist, sehr viel potenter geworden ist (Intel i5-2500, GeForce GTX 570). Und ein fehlendes, bzw. ungenügendes Storygerüst vermisse ich auch nicht. Irgendwie ist es so ein Spiel wie Just Cause 2. Großes Gebiet, viel Freiheit, wenig Zwang. Und Just Cause 2 habe ich bis zur vergasung gezockt. Das werde ich bei Red Faction jetzt sicher auch machen. Jedes Gebäude was ich sehe zerlegen usw. Solche Sandbox-Spiele sprechen mich total an.
    Ein sehr guter Vergleich wie ich finde. Man muss eben wirklich spaß an Open-World Zerstörungsorgien haben. Dann ist das Spiel sehr spaßig. :D Dass du keine Ruckler hast liegt an den erschienenen Patches. Die haben die Performance ordentlich verbessert. :)
  • Hab mir das Spiel heute für nen 10er bei Steam gekauft und ich muss sagen es gefällt mir sehr gut. Von den Rucklern, die im Test beschrieben wurden, bemerke ich nichts, was wohl damit zu tun hat, dass die Hardware seit das Spiel erschienen ist, sehr viel potenter geworden ist (Intel i5-2500, GeForce  [...] Hab mir das Spiel heute für nen 10er bei Steam gekauft und ich muss sagen es gefällt mir sehr gut. Von den Rucklern, die im Test beschrieben wurden, bemerke ich nichts, was wohl damit zu tun hat, dass die Hardware seit das Spiel erschienen ist, sehr viel potenter geworden ist (Intel i5-2500, GeForce GTX 570). Und ein fehlendes, bzw. ungenügendes Storygerüst vermisse ich auch nicht. Irgendwie ist es so ein Spiel wie Just Cause 2. Großes Gebiet, viel Freiheit, wenig Zwang. Und Just Cause 2 habe ich bis zur vergasung gezockt. Das werde ich bei Red Faction jetzt sicher auch machen. Jedes Gebäude was ich sehe zerlegen usw. Solche Sandbox-Spiele sprechen mich total an.
  • Hallo ich hätte da auch mal ne frage, wieviele spieler sind so in der regel online zu gange. ich mache das nämlich davon abhängig ob ich mir das kauf oder nicht. und ausserdem wie ist das spiel im multiplayermodus. warum quatscht ihr alle über sachen die schon so langweilig sind wie popstars, big  [...] Hallo ich hätte da auch mal ne frage, wieviele spieler sind so in der regel online zu gange. ich mache das nämlich davon abhängig ob ich mir das kauf oder nicht. und ausserdem wie ist das spiel im multiplayermodus. warum quatscht ihr alle über sachen die schon so langweilig sind wie popstars, big brother und co jeder weiss doch wie gfwl und steam funzen. ich will infos zum spiel haben danke mfg monster

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.