Test: Batman Arkham Asylum

18.09.2009, Autor: Benjamin Schmädig

Action-Adventure für PC




Die Nacht hat Gotham City fest im Griff. Dunkle Wolkenfetzen verhängen einen gigantischen Mond, vereinzelt leuchten gelbe Großstadt-Lichter, das riesige Logo von Wayne Enterprises thront auf einem Wolkenkratzer. Aber der Mann, dessen schwarzer Umhang im lauen Wind flattert, dreht dem geheimnisvollen Panorama den Rücken zu. Sein Blick ist auf alte, steinerne Backsteinmauern gerichtet, die aus hohen Felsen wachsen. Hinter diesen Mauern wütet Gothams Chaosteufel. Hinter diesen Mauern haben sich Gothams brutalste Schwerverbrecher aus ihren Zellen befreit. Hinter diesen Mauern beginnt Arkham Asylum.


Video: Batman: Arkham Asylum, Video-Fazit



Das Ende vom Anfang

Sam Fisher. Solid Snake. Den meisten sind diese Namen ein Begriff - aber als sie zum ersten Mal über den Bildschirm flimmerten, musste man erst lernen, wer sich dahinter verbirgt. Wer sind diese Leute und was haben sie auf dem Kasten? Erst wer die Antwort kennt, weiß auch, welches Spiel sich dahinter verbirgt. Batman hat es einfacher: Man kennt nicht nur seinen Namen; man weiß auch, was er tut. Und man weiß vor allem wie er es tut: Er nutzt die Finsternis, er schlägt schnell und unbarmherzig zu, dann verschwindet er wieder in den Schatten der Nacht. Dieses Spiel braucht keine Einführung; Arkham Asylum ist das perfekte Batman-Spiel!

Und es beginnt so, wie es eigentlich enden sollte, denn als ich den Schwarzen Rächer zum ersten Mal selbst bewegen darf, führt er den Joker in die tiefen Verließe der titelgebenden Irrenanstalt. Massiver Beton führt durch die engen Gänge, schwere Metallgitter leiten einen Weg durch das unterirdische Labyrinth. Überall blinken antik wirkende Computer, während moderne elektronische Barrieren den Weg versperren. Doch plötzlich bricht die Hölle los! Die hässliche Fratze läuft auf einmal frei herum und schickt mir eine Hand voll seiner Handlanger auf den Hals - in fast ganz Arkham öffnen sich in diesen Minuten die Gitter der Zellen. Was hier passiert? Ich habe keine Ahnung. Batman hat keine Ahnung. Aber das spielt im Moment ohnehin keine Rolle; zunächst sind die schlecht gelaunten Muskelprotze an der Reihe.

Wo wohnt der stärkste Batman?

Zu Beginn habe ich mich gefragt, ob Batman tatsächlich mit nur einer Angriffstaste zuschlagen kann. Für einen gut in zahlreichen Kampfkünsten trainierten Superhelden, der zudem für seine technische Trickkiste bekannt ist, wirkt das Prinzip "Drück-mich-dann-schlag-ich" einfach zu simpel. Aber obwohl der einfache Angriff auch später seine meist genutzte Waffe sein wird, ist sein Repertoire groß genug. Denn schon bald kommen Konter - die richtige Taste im richtigen Moment und der Angreifer liegt am Boden - sowie ein Spray hinzu, mit dem ich z.B. Messerträger fernhalten kann. Die richtige Bewegung wählt der Superheld dabei selbstständig: Je nach Entfernung läuft Batman auf seinen Gegner zu, springt ihn an oder wirft ihn nach einem Überschlag zu Boden. Je mehr Feinde er dabei getroffen hat ohne verletzt zu werden, desto weiter ist der Abstand, den er selbstständig überwindet.

Auf diese Art bindet man Attacken, Konter und später sogar freischaltbare Finisher oder Würfe aneinander. Zeitlupen, Nahaufnahmen sowie wunderbar brachiale Geräusche machen jede Prügelei zu einem Showdown! Was am Anfang nach banalen Arenakämpfen aussieht, entwickelt sich deshalb bald zur motivierenden Highscorejagd, denn wer möglichst viele Bewegungen in einer möglichst langen Kombo verwendet, erhält zusätzliche Erfahrungspunkte. Kein Wunder, dass es entscheidende Handgemenge auch als separate Herausforderungen gibt - einschließlich weltweiter Ranglisten und einer unverschämt motivierenden Punktehatz gegen die Online-Liste!

Nicht zuletzt darf man die Erfahrungspunkte zudem in bessere Rüstungen oder Fähigkeiten investieren - alle 5000 Punkte steigt Batman einen Quasi-Level auf. Wichtige Ausrüstung erhält er dabei in hervorragend gedrehten Filmszenen; per Upgrade lassen sich viele Utensilien aber erweitern. So kann er später u.a. drei Baterangs (eine Art Bumerang) gleichzeitig verschießen, bis zu drei Sprengsätze nicht nur gleichzeitig, sondern gezielt zünden oder elektronische Schlösser auch über eine größere Distanz knacken. Doch wozu braucht ein schlagkräftiger Bursche wie Bruce Wayne solche Spielereien überhaupt?

Der Schwarze Jäger

Bruce Wayne wäre eben nicht Batman, wenn er sich nur auf seine Fäuste verlassen würde. Und er wäre nicht Batman, würde unter der Maske nicht ein normaler Mensch stecken. Auch Batman ist verletzlich, und wo er Hiebe oder Tritte noch lächelnd wegsteckt, machen ihm bleihaltige Argumente schon nach wenigen Schüssen den Garaus. Läuft er auf bewaffnete Schurken zu, sollte er sich deshalb aus dem Staub machen! Nicht falsch verstehen: Damit ist nur das Sichtfeld seiner Gegner gemeint. Denn natürlich wird der Schwarze Rächer die Kriminellen kaltstellen. Und zwar einen nach dem anderen, lautlos und unbemerkt.
ArrayArray



  Zum Fazit Seite 2  

Batman: Arkham Asylum
ab 5,35€ bei