Duke Nukem Forever
USK: 18

Test: Duke Nukem Forever

So testet 4Players
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Autor:
Mathias Oertel

Es war ein Mythos. Das Spiel, das zum Running Gag und zum Mittelpunkt unzähliger Aprilscherze wurde. Doch mit zwölf Jahren Verspätung ist es tatsächlich vollbracht: Duke Nukem Forever steht in den Regalen. Kann es an längst vergangene Shooter-Glanzzeiten anknüpfen. Weiß der Action-Rentner überhaupt noch, was Erfolg ausmacht?
Das dreckige Dutzend

Duke Nukem ist einer der letzten Archetypen und Vorreiter des "alten" Actionspiels. Als sein vermeintlich neuestes Abenteuer bei den Shooter-Meistern von 3DRealms entstand, die seinerzeit in einem Atemzug mit id Software genannt wurden, haben die Älteren vielleicht noch mit der PSone oder Segas Dreamcast gespielt - immerhin wurde er bereits 1997 angekündigt und sollte 1998/99 erscheinen.  Doch irgendwann ging es bergab: Engines wurden gewechselt und Entwicklungszeiten wurden verlängert, bis aus dem heißen Eisen Duke Nukem Forever (DNF) und seinem überzeichneten Hauptcharakter nur noch ein laues Lüftchen wurde. Und in der Zwischenzeit wurde der Shooter mit Perlen überschüttet,
Video: Das Warten hat ein Ende: Mit Duke Nukem kehrt der letzte Action-Held des vergangenen Jahrtausends auf den Bildschirm zurück.
die nur noch mehr dazu beitrugen, dass der Duke eigentlich niemanden interessierte. Denn während man wartete, dass der muskelbepackte Frauenheld endlich einen Glanzauftritt aufs Parkett legt, sorgte u.a. ein gewisser Gordon Freeman für Wow-Momente. Nicht zu vergessen die diversen Battlefields, BioShocks und Call of Duties, die allesamt mehr als passablen Ersatz für den Running Gag der Spielebranche darstellten - bis irgendwann keiner mehr mit dem Duke gerechnet hat oder gar vermisste. Und just in diesem Moment kam ein Konglomerat an Teams unter der Leitung von Gearbox Software auf die Idee, den Duke doch noch fertigzustellen. Nach zwölf Jahren. Eine verdammt lange Zeit.

Aus Alt mach Neu

Eine Zeit, die man vor allem der Engine anmerkt. Angetrieben von Unreal-Technologie hat man nicht nur mit den typischen Ladezeiten beim Texturnachladen zu kämpfen, die man mittlerweile kennt und an die man sich traurigerweise bereits gewöhnt hat. Vor allem, wenn man auf die Konsolenversionen schaut, machen sich weitere Probleme in der Kulisse breit: Fehlende Kantenglättung in den größtenteils kleinen, aber dafür mit umso längeren Ladephasen unterbrochenen Abschnitten, Textur-Popups, matschige Landschaftstapeten, mitunter sehr krude und in manchen Fällen sogar schlichtweg lächerliche Animationen (Dukes Sprung vor einem Spiegel), Einbrüche in der Bildrate, schwache Schatten, deren Bewegung auf dem Boden sprunghaft statt sanft vonstatten geht, Probleme mit V-Sync, Explosionseffekte aus der Anfangsphase der HD-Ära... Man könnte die Liste noch länger fortsetzen, so dass selbst die Leidensfähigkeit gestählter Duke-Fans auf PS3 und Xbox 360 auf eine harte Probe gestellt wird, die sich vollkommen zurecht fragen, wieso „ihrer“ Version nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wurde wie dem PC.

Denn dort sieht die Lage erfreulicher aus. Dank Standard-Grafikoptionen kann man sich bei halbwegs potenten Maschinen (empfohlen: Intel Core 2 Duo 2,4 GHz bzw. AMD Athlon 64 X2 2,6 GHz mit nVidia GeForce 8800 GTS bvzw. ATI Radeon HD 3850) auf eine zumindest passable visuelle Qualität freuen. Die Kulisse ist zwar auch hier nicht zeitgemäß und zeigt weiterhin Schwächen im Texturdetail sowie bei den Animationen, aber immerhin bleibt man von den meisten Aussetzern hinsichtlich der Schattendarstellung, Bildrateneinbrüchen und V-Sync verschont. Zusätzlich sind die Ladezeiten bei weitem nicht so nervig wie auf den Konsolen und die Explosionen bieten mehr fürs Auge.

Die Leistung und der Enthusiasmus der teilnehmenden Teams, aus den alten Assets, Elementen sowie möglicherweise nur rudimentär fertiggestellter Levels ein fertiges Produkt zu machen, das häufig wie ein Projekt "von Fans für Fans" wirkt, ist löblich - doch das Ergebnis ist auf Konsolen visuell gelegentlich unter aller Sau. Und spätestens hier hätte Gearbox, wenn schon nicht die Reißleine ziehen, dann doch eine grundlegende Optimierung als Basis legen müssen. Dass sich die Mannen um Randy Pitchford (der seine eigene Duke-Historie) mit dem Grafikmotor von Epic auskennen, haben sie nicht nur mit Borderlands unter Beweis gestellt. Natürlich habe ich mit der Duke‘schen Vorgeschichte nicht erwartet, dass man hier mit einem Crysis 2 gleichziehen könnte, doch mehr als das Gebotene hätte es nach all der Zeit sein müssen - Nostalgie hin oder her.

Trash as Trash can

Duke steigt in seinem neuen Abenteuer auch mal in seinen Monster Truck, um mit den Aliens aufzuräumen.
Duke steigt in seinem neuen Abenteuer auch mal in seinen Monster Truck, um mit den Aliens aufzuräumen.
Lässt man sich vom Status des hässlichen Entleins nicht entmutigen -wissend, dass hier kein Happy End als strahlender Schwan wartet, auch wenn die eine Feder hin und wieder zu glänzen beginnt- und konzentriert sich auf die B- bzw. C-Film-Inszenierung sowie die solide Action, findet man sich schließlich in einer wilden Motivations-Achterbahnfahrt. Ich fühlte mich irgendwann, als die Unterhaltung gerade wieder von hoffnungsvoll gut in "geht gar nicht" kippte, wie im Cyclone. Bitte wie? Ich meine die mittlerweile zu einem funktionalen Denkmal gewordene Holzachterbahn auf Coney Island, die einen ohne Ende durchschüttelt, bis man das Gefühl hat, dass selbst ein Besuch beim Chiropraktiker die Wirbel nicht mehr in die richtige Reihenfolge bringt. Und doch nutzt man immer wieder die "Re-Ride"-Option. Und so ähnlich geht es mir mit DNF: Ich weiß genau, dass ich hier im Durchschnitt weder technisch noch mechanisch auch nur annähernd Standards geboten bekomme. Und doch kehre ich auch hier wieder und wieder zurück, um diesen merkwürdigen Höllenritt fortzusetzen. Ein Ritt, der keinen großen Storybogen spannt, sondern auf die einfache Formel "Duke Aliens = Kawumm" setzt und der auf große Gefühle verzichtet - es sei denn, sie liegen beim Duke unter der Gürtellinie. Ob gewollt oder unbewusst: Der Duke in dieser Form ist Hochglanz-Trash - mit allen Vor- und Nachteilen sowie enormen Konflikt- und Diskussionspotenzial.


Kommentare

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  • Ich bin zwar noch lange nicht durch, aber bis jetzt bereitet mir das Spiel höllisch Spass. Das Bisschen an Grafikeinbusse, das man hinnehmen muss, wird durch den Humor und die vielen Schrägen Ideen längst wettgemacht. Auch das Handling ist sehr eingängig, bis auf einen Punkt, den ich bemängeln  [...] Ich bin zwar noch lange nicht durch, aber bis jetzt bereitet mir das Spiel höllisch Spass. Das Bisschen an Grafikeinbusse, das man hinnehmen muss, wird durch den Humor und die vielen Schrägen Ideen längst wettgemacht. Auch das Handling ist sehr eingängig, bis auf einen Punkt, den ich bemängeln muss: Der Nahkampf. Einerseits muss man den Duke mit dem rechten Stick in Richtung des Gegners dirigieren, aber mit dem gleichen Daumen die Fighttaste für den Nahkampf drücken. Das geht in vielen Situationen in die Hose, bis man sich gedreht und die Faust geschwingt hat, sieht man bereits rot. Was in diesem Fall heisst: You failed. Ich bin begeistert, ganz ehrlich. dies ist der erste Shooter seit seeeehr langem, der mir wieder Spass bereitet (Kriegsshooter sucken IMHO sowas von A****), Oldschoolfeeling hin oder her. Serious Sam und Duke für die PSX waren geil und ich bin verdammt froh, dass es der Duke schlussendlich doch noch auf die PS3 geschafft hat, yeeeeeeha!
  • ?Contains strong violence, sex, nudity, language & and drug references? mit einer 18 so gibt mir die Schachtel den Eindruck, es handle sich hierbei um etwas besonderes. Das ist der neue Duke Nukem -Teil in der Tat. Überrascht wurde ich hier wirklich viele Male. (Mit Bulletstorm würde ich das  [...] ?Contains strong violence, sex, nudity, language & and drug references? mit einer 18 so gibt mir die Schachtel den Eindruck, es handle sich hierbei um etwas besonderes. Das ist der neue Duke Nukem -Teil in der Tat. Überrascht wurde ich hier wirklich viele Male. (Mit Bulletstorm würde ich das gerne vergleichen, habe ich mir aber bis heute nicht besorgen können. Amazon UK will eine Kreditkarte; keine Ahnung, was das sein soll. Und Serious Sam 3 muss auch noch erst gespielt werden) Das erste Duke Nukem, das ich hatte war 3D, das zu einer Zeit nachdem ich Half-Life und Unreal längst durch hatte. Dummes Gerede gab es hier schon reichlich. Die Einen sagen, ist nur was für Duke-Fans, die Anderen, es sei gerade für diese unerträglich und sie spielen lieber das alte Duke Nukem 3D weiter. Warum, das können sie allerdings einem nicht glaubhaft erklären. Es ist natürlich die Lust am alten Trash, weshalb sie sich immer enttäuscht fühlen werden, egal was kommen würde, (den alten Duke werde ich natürlich auch noch spielen, es könnte aber ebenso gut auch Shadow Warrior oder Blood sein) Zum Spiel: - Der Duke findet nette Details, Witzigkeiten und Anspielungen in Hülle und Fülle! Dazu gibt es viele MiniGames - strenges 2 Waffenlimit, mit gut ausbalacierten Waffen, bei denen starke Feuerpower durch sehr knappes Munitionslimit ausgeglichen wird, ähnlich wie bei Killzone 2, gefällt mir sehr, auch die Pistole wird mir oft sehr nützlich. An manchen Stellen unbegrenzte Munitionsvorräte wie bei Killzone 3. Autohealth. Manchmal nur schießen während man geflogen wird, (siehe Killzone 3.) - BierPowerup ist durch die Verschlechterung der Sicht etwas zu nervig, zudem unrealistisch. Eine schwankende Steuerung mit gelegentlich leichter Schlagseite wäre mir da besser und würde mich nach dem blutigen Tod der Gegner nicht weiterhin behindern. - ein großes und noch ein sehr großes Fahrzeug-Level (wie bei HL2) unterbrochen von Fußabschnitten auf Farm, Autobahn und in Mine. Desweiteren sehr unterschiedliche Schlauch-Level, längst nicht so vertrackt wie beim alten Vorgänger. - große und gelungene Bossgegner, nur durch explodierende Munition zu besiegen. Oft auch wie bei HL2 Alienschiffe, die man beschießt und wieder in Deckung geht. - Sexismus und Macho-Stil. War mir aber in der englischen Version nicht so schlimm, eher interessant. Wurde auch später als kleines Quest-Level presäntiert, bei dem man seine maximale Health (hier ?EGO?) erhöhen kann, lässt sich aber auch sehr schnell erledigen, dann aber fehlen einem einige Healthpoints. Anderswo findet der Duke ein Pornoheft in der Kirche, was ich gut mit Al Bundy -Humor nehmen kann. - lange Ladezeiten. Sind allerdings nach dem Ableben nur 30sek. Bei neuem Level sind es dann 45sek. (PS3) Ich weiß, heutzutage kommt es vielen halt wie 5min. vor und sie denken ans Einkaufen. - Grafik und Animationen wie bei HL2. manche Level sehen deutlich besser aus. (der Himmel ist in den späteren Levels sogar mit einem ähnlich mysteriösen Strudel versehen wie bei HL2, doch hab ich das dort besser in Erinnerung). Bei der Alien Queen kam das Spiel dann ordentlich ins stottern, lief aber sonst recht flüssig. (PS3) - harte Action mit fiesen Gegnern, Pigcops machen nun SprungSchlag-Attacken, (Später werfen sie auch Pipebombs.) Ich spielte gleich auf normal und musste mich daran erst mal gewöhnen. Dann wurde ich noch von diesen fliegenden Kröten, sowie auch den Octabrains überrascht. (KI ist wie bei allen anderen Shootern auch, wo nicht Killzone draufsteht, würde ich mal sagen.) - gute Sprachausgabe (UK), bei der man allerdings von den NPCs zu unverbindlich (nicht)angeguckt wird. - Spielzeit der Kampagne ca. 20 Stunden. Bei Killzone 3 ca. 12 Stunden Meine Spielpass-Wertung: 87% (Single-Player) (bin kein Schreiber, aber als mein erster richtiger Test - geht doch in Ordnung?)
  • als alter Duke Nukem Fan hätte ich echt mehr erwartet... die Wertung geht klar, und der Plot an und für sich ist nicht der schlechteste... aber in den Jahren der Warterei und Hoffnung habe ich mir was ganz anderes ausgemalt, bzw erhofft... Ich hatte persönlich mehr Spaß mit Manhattan Project...  [...] als alter Duke Nukem Fan hätte ich echt mehr erwartet... die Wertung geht klar, und der Plot an und für sich ist nicht der schlechteste... aber in den Jahren der Warterei und Hoffnung habe ich mir was ganz anderes ausgemalt, bzw erhofft... Ich hatte persönlich mehr Spaß mit Manhattan Project... aber scheiß-egal, der Duke lebt, und das ist auch gut so... am besten finde ich auch die Stelle wo er vor dem Spiegel springt... das sieht so behindert aus :D ...

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