M.U.D. TV - Test, Simulation, PC - 4Players.de

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Da horcht man als Spieleveteran neugierig auf: MUD TV will den Klassiker Mad TV wieder aufleben lassen, der schon 1991 auf dem Amiga für Unterhaltung sorgte. Aber in der Vorabversion deutete sich an, dass diesem Remake die Qualität fehlen könnte. Jetzt ist die finale Version der Wirtschaftssimulation erschienen. Kann sie vielleicht doch noch an alte Einschaltquoten anknüpfen?

Quotenbringer aus der Tonne

Wer hat nicht mal Lust darauf, einen eigenen Fernsehsender inklusive Programm aufzubauen? In MUD TV kann sich daran versuchen, aber der Weg dahin ist zunächst ebenso primitiv wie steinig - RTL & Co lassen grüßen: Anfangs sendet
Am Anfang zieht sich der Aufstieg. Vieles, was man so ins Programm packt, ist eher Sondermüll als sehenswert.
man nämlich nur den Billigmüll, der irgendwann nachmittags bei Privatsendern läuft. Mit steigendem Kontostand wird das Programm allerdings immer besser bzw. attraktiver für die Masse, weil man damit auch mehr Werbeeinnahmen erzielen kann.

Was zählt, ist nämlich die Quote - sprich die Leute, die sich das tatsächlich anschauen. Die Vorlieben muss man immer im Auge behalten und evtl. darauf reagieren. So kann man auch eigene Sendungen für die Zielgruppe produzieren, wofür man natürlich ein Konzept, Leute und ein Studio braucht, was ganz schön ins Geld geht. Und wenn das trotzdem nicht reicht? Wenn die Konkurrenz mehr Marktanteile hat, kann man sie auch sabotieren. So weit die durchaus interessante Theorie, die man sich im dreiteiligen Tutorial zu Gemüte führen kann, das leider sporadisch abstürzte; aber keine Bange: das Hauptspiel lief dann sauber.

Gut aussehen tut es trotzdem nicht: Die quietschbunte Kulisse sieht eher billig als cool aus - hier hätte man auch ohne großen Polygonpom im Artdesign wesentlich mehr aus dem Thema herausholen können. Das Problem von MUD TV ist aber nicht in erster Linie die schwache Technik, sondern der Inhalt: Denn das Managen des Fernsehsenders ist einfach langweilig. Schon in der ersten von sieben Missionen der Kampagne beginnt das Gähnen: Hier soll man zwei Millionen scheffeln, was eigentlich nicht sonderlich viel ist, da man mit 200.000 startet. Allerdings darf man nix selber drehen und stattdessen nur recyceltes Zeugs ausstrahlen, das aus der Sondermülltonne von RTL 2 zu stammen scheint: Da singen abgetakelte Showstars schon morgens, Erotikserien laufen um 12 Uhr und nachmittags hängen Hausfrauen vor der Glotze.

So öde kann Wirtschaft sein

Zur nervigen Lauferei artet das Ganze auch noch aus, weil man Werbung und Nachschub an Sendeschrott stets im
Wie oft bin ich hier gewesen? Hier kauft man jedenfalls Filme, Werbung und sonstiges ein, was trotz Technik  ziemlich altmodisch läuft. 
Erdgeschoss des Hauses organisieren muss. Von moderner Bürokommunikation zur Entschlackung des Mikromanagements scheinen die Entwickler trotz eingebautem Handheld nicht viel zu halten, denn man muss auch noch alles umständlich ins Archiv bringen. Dass man so was längst online machen kann, ist ihnen entgangen, denn im Spiel gibt's nicht einmal das Internet - selbst eine Hommage an vergangene Zeiten hätte sich nicht so in der Benutzeroberfläche beschränken dürfen.

Es wäre ja wenigstens im Ansatz spannend, wenn es eine Art Wettlauf um die besten Sendungen oder Spots geben würde, aber die Frau von der Konkurrenz sieht man viel zu selten, da man (noch) nicht in ihr Büro darf. Von der großmächtig verkündeten Weltherrschaft, wie sie der Senderchef laut lächerlicher Story anstrebt, ist jedenfalls im Einstieg nix zu merken. Die ersten Aufträge fühlen sich im Zeitalter moderner Wirtschaftssimulationen so zäh an wie Kaugummi, so dass man sehr gerne auf das dreifache Vorspulen zurückgreift.

Emos, Opas und Freaks

Und das Managen selbst ist alles anders als komplex, sondern denkbar simpel: Eigentlich muss man immer nur schauen,
Quote ist alles. Die Emos sind eine Zielgruppe, um die man sich kümmern muss. Besonders gern glotzen sie um...
dass es genug Quote gibt, da sonst die Werbekunden murren. Es hagelt Strafzahlungen, wenn die Spots nicht rechtzeitig gesendet werden. Um mehr Zuschauer zu locken, sollte man bessere Filme, Shows und Serien senden, die man in sein Sendeschema presst. Zudem wollen einige Werber eine bestimmte Zielgruppe erreichen, von denen es acht gibt, die vom Nerd über Rentner und Hausfrau bis zum Yuppie reichen. Jede Gruppe will ihr spezielles Programm, weshalb sich Emos und Omis gern Musiksendungen anschauen. Allerdings hocken sie nicht gleichzeitig vor der Glotze, da jede Gruppe ihre Fernsehzeiten hat. Wer das im Großen und Ganzen berücksichtigt, macht auch sein Geld, jedoch kann man schnell zum Stricksender mutieren, wenn man nicht aufpasst.

Mehr Auswahl herrscht im Gegensatz zur Kampagne beim freien Spiel, wo man von Anfang an alles nutzen darf, um seine Ziele zu erreichen. Entweder gilt es, eine bestimmte Geldsumme zu erreichen oder einen Zuschauerschnitt. Damit es nicht zu langweilig wird, darf man auch die Qualität der Gegner bestimmen, die im selben Gebäude wohnen. Allerdings wird man nicht zu oft behelligt, da die KI eher harmlos ist. Man kann sogar den Programmplatz aussuchen, der in Tag und Abend unterteilt ist. Tagsüber sind die Quoten eher mau, aber abends ist schon mehr los, da sogar Intellektuelle das Spätprogramm glotzen. Aber um 24 Uhr ist Schluss, denn Nachtprogramm gibt's nicht. Ach, wären die realen Sender doch auch so weise!
                    

Kommentare

Armin schrieb am
"Warum ist es so schwer einen guten Nachfolger zu MadTV zu machen?"
MadTV ist schon ein merkwuerdiges Spiel, eigentlich total verkorkst, aber macht trotzdem auch heute noch immer wieder Spass, aber nur wenn man nicht laenger als ein paar Stunden spielt, dann ist man naemlich schon ein zweimal komplett durch und die vielen bugs und Schwaechen fangen an zu nerven.
-buggy :Es gibt zwei Versionen vom orginal MadTV, entweder man hat quasi nicht vorhandene AI Mitspieler, die sofort Pleite gehen, oder man hat staendig crashes, an denen man auch mit Neuladen nicht vorbeikommt.
-sehr kurz : Das Spiel dauert eigentlich nicht laenger als ein oder zwei Stunden, wegen schwacher AI oder crashes ab Tag 15 in der anderen Version mit guter AI.
-viel zu einfach : Mehr Sender kaufen und Kohle ohne Ende.
Wie soll man also von so einem Spiel einen Nachfolger machen, der heutzutage von Verkaufszahlen bringt? Ich denke der einzige Weg waere eine Neuauflage a la Die Siedler 2, mit identischen Spiel, aber ohne die ganzen bugs und technisch aktuell.
helloya schrieb am
1. Der 4 Player Test
2. Die Reaktionen
3. Meine Meinung zu MudTV

1. Der 4 Player Test
Ich muss gestehen das auch ich nicht ganz mit dem Test zufrieden bin, das liegt auch vor allem an der leider oberflächlichen Beurteilung des Spiels. Ich würde nicht behaupten wollen, das Mud TV mehr als 50% verdient, ganz im Gegenteil, die 44% finde ich sogar mehr als passend. Im großen und ganzen hätte man hier bei weitem mehr Spielinhalte betrachten können und auch fehlendes Kritisieren können.
2. Die Reaktionen
Die Reaktionen hier sind doch teilweise mehr als kindisch. Die einen kommen nicht von dem Aspekt weg, das hier auch nur ein Mensch ein Spiel nach seinem besten Möglichkeiten getestet hat und die Redaktion unterstellt einfach viel zu gerne "Schleichwerbung" und "Mitarbeiterzugehörigkeit" ohne wirklich auf Kritik einzugehen. Das alles wirft ein doch sehr trauriges Bild auf die User und Macher von 4Players.
3. Meine Meinung zu MudTV
Vorweg: Ich bin absoluter MadTV-Fan und wenn ein Entwickler von sich behauptet einen inoffiziellen Nachfolger heraus zu bringen, dann sollte dieser sich auch an gewissen Vorgaben halten.
Mal abgesehen davon, ist MudTV selbst eines der schlechtesten Spiele die ich je in der Hand hatte. Das liegt mitunter auch an der Unspielbarkeit des Programms. Es vergeht keine Spielsession bei der ich nicht unfreiwillig auf dem Desktop lande... daran hat auch Patch 1.06 nichts geändert. Im großen und ganzen muss ich dem Test recht geben, auch wenn wie erwähnt noch einige Sachen angesprochen hätten werden können. Für mich geht eine Bewertung von 44% vollkommen in Ordung.
Man hätte noch erwähnen können:
  • Keine Zufallsereignisse
    Das Spiel selbst steuert wann ich welche Qualität kaufen...
xDarkMarv schrieb am
4P|Bodo hat geschrieben: Find ich gut, dass du dich hier äußerst, denn so hast man auch mal die Sicht der Dinge. Wenn man vom Publisher her einen derartigen Druck auf die Entwickler ausübt, ist das sicher nicht in Ordnung. Zumal es doch vollkommen wurst ist, ob es nun einen Monat später erscheint. Es handelt sich ja nicht um ein AAA-Spiel, auf das alle warten. Das Ergebnis der übermäßigen Hektik spricht für sich, obwohl das Spiel nicht zu sehr verbugt ist. Übersetzungsfehler hab ich keine entdeckt. Aber misslungen ist es trotzdem, da es rasch langweilig wird.
Du verwechselst aber meines Erachtens Einsatz mit Hingabe. Hingabe kann man nicht lernen, da sie eine innere Einstellung zu den Dingen ist. Und die stimmt einfach nicht, wenn man ein derartiges Spiel fabriziert. Da hat mehr nicht gestimmt als bloß zu wenig Betatester. Ich denke, da stimmt grundsätzlich was nicht bei Realmforge. Sie haben kaum Erfahrung, sollen schnell was abliefern und das Verhältnis zu Kalypso stimmt auch nicht. Wie soll das gehen? Da kann nur Murks rauskommen.
Gruß,
4P|Bodo
Ok, ich kann ehrlich gesagt nicht bei der finalen Version mitreden - die Vollversion hab ich nicht gekauft. Aber von Bugs gab es immerhin in der Beta noch genug, gerade gegen Ende war es spannend mit zu lesen, wie noch in den letzten Tagen vor Release eifrig an Patches gebastelt wurde. Das Problem war nämlich ein Bug, der schon die 2. Mission unmöglich machte. Das kam mir schon sehr wie die Reportage von The Deadline vor ^^
Realmforge an sich stimmt eigentlich schon, schließlich haben sie schon mit Ceville gezeigt, was sie alles drauf haben. Gerade arbeiten sie noch an Airline Tycoon 2, und an einem weiteren Projekt was sie noch im März ankündign, mal schauen was da noch alles passiert...
@Bodo: Ich weiß nicht warum du alle, die nicht deine Meinung teilen, als Mitarbeiter von Kalypso oder was ich nicht alles unterstellst. Vielleicht solltest...
Boesor schrieb am
satellite hat geschrieben: Das Verhalten von Bodo Naser hier in den Kommentaren ist jedoch echt
kindisch und peinlich. Statt seine Bewertung mit Argumenten zu untermauern
beschuldigt er hier Leute sie seien Maketingleute von Reamforge. Unter
objektiven und seriösen Spieletestern verstehe ich was anderes!
In der tat, souverän sieht definitiv anders aus.
Martin Dab schrieb am
4P|Bodo hat geschrieben:
So wie du hier Entwickler und Publisher in Schutz nimmst (warum auch immer), dich extra für deinen Erguss angemeldet hast und Sonderwisssen von dir gibst, arbeitest du vermutlich für Kalypso. Marketingnachtigall ick hör dir trapsen.;-)
Glaub mir, du bist nicht der erste hier, das hatten wir alles schon bei anderen zu recht vergessenen Spielen. Also spiel wenigtens mit offenen Karten.
Gruß,
4P|Bodo
Ach nun kommt die Leier wieder und man ist direkt ein Mitarbeiter von Kalypso. Ich wohne weit von Kalypso und weit von Realmforge weg und habe nichts mit ihnen zu tun, nur dass ich mich auf ein Spiel von ihnen gefreut habe, das zu meinen Genrefavoriten passt.
Deswegen habe ich hier alles dazu verfolgt und auf anderen Seiten genauso.
Das mit dem Anmelden, sollte sich ja schon zwei Beiträge vor diesem hier erledigt haben.
Aber ich finde es lustig, dass direkt wieder neue Theorien und Anschuldigungen aufgestellt werden (die auch mal bewiesen werden müssten).
Ansonsten kann ich nur auch den Satz von satellite noch anfügen:
satellite hat geschrieben:Das Verhalten von Bodo Naser hier in den Kommentaren ist jedoch echt
kindisch und peinlich. Statt seine Bewertung mit Argumenten zu untermauern
beschuldigt er hier Leute sie seien Maketingleute von Reamforge. Unter
objektiven und seriösen Spieletestern verstehe ich was anderes!
schrieb am

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