Die Kunst des Mordens: Karten des Schicksals - Test, Adventure, PC - 4Players.de

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City Interactive scheint das Adventure für sich entdeckt zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Entwickler von Machwerken wie Terrorist Takedown einen interaktiven Krimi nach dem anderen auf den Markt werfen. Mittlerweile ist bereits der dritte Teil von "Die Kunst des Mordens" erschienen, in dem es abermals um Serienmord geht.

Furioser Auftakt

Eigentlich beginnt Die Kunst des Mordens: Karten des Schicksals recht stimmungsvoll: Am Anfang sieht man, wie eine
Eigentlich ist Ermittlerin Nicole ja in den Ferien. Aber eine eche Detektivin kann halt nicht aus ihrer Haut. 
Frau in einem Müllcontainer eingeschlossen ist. Zuerst denkt man, dass sie tot sei, da sie über und über mit Unrat bedeckt ist. Doch schließlich bemerkt man, dass noch Leben in dem bewusstlosen Körper ist, denn sie bewegt sich ein wenig. Dumm ist nur, dass ihr das nicht hilft, da der Müllwagen den Container gerade leert, ohne dass sie aufwacht. Und niemand bemerkt sie, da es so laut ist. Die Müllpresse geht an und ihr blüht ein unschöner Tod. Damit nicht genug: Der Müllmann steckt auch noch das einzige Beweisstück, das zum Mörder führt, vor unseren Augen in die Tonne zurück - eine blutbesudelte Tarotkarte.

Natürlich muss man im Laufe des Adventures den Mörder der Frau dingfest machen, der sich als Serientäter entpuppt. Sie ist nicht die einzige Frau, die er im nächtlichen New York um die Ecke bringt. Eines ist jedoch immer gleich: Bei jedem Opfer wird in der Nähe eine Tarotkarte gefunden, was die persönliche Note des Killers zu sein scheint. Allerdings ist nicht jeder Mord so schauig-schön inszeniert wie im Intro - die Zwischensequenzen lassen nach. Trotz finsterer Umgebung mit verlassenen Plätzen und heruntergekommenen Vierteln schafft es das Spiel nicht, dauerhaft ein mulmiges Gefühl zu transportieren. Zu keiner Zeit kommt größerer Nervenkitzel auf, wie es für einen interaktiven Thriller sein müsste.

Urlaub in Balkonien

Die vom Intro erzeugte Vorfreude hält nicht lange - nach diesem geht es weniger spannend weiter. Der Spielbeginn
Was Nicole in ihrer Wohung treibt, ist wenig spannend. Man will nur raus auf die Straße.
scheint nicht so recht zu passen, da die Protagonistin sich im Urlaub befindet. "Draußen läuft ein Mörder rum und die macht Ferien" denkt man sich da. Und dies ist nicht das einzig unglaubwürdig wirkende. Einige der Dialoge sind auch reichlich daneben, etwa wenn jemand stundenlang über ein Thema schwadroniert - so wie der schmierige Typ in der Rockerbar, der alle Frauen anmacht. Dazu passend klingen viele Stimmen schlicht lächerlich, etwa die Frau in der Bar, die einen gekünstelten Unteron hat. Zum Glück gibt es an der Stimme der Heldin nix zu meckern, die man am meisten hört, da sie mit inneren Monologen und Selbstgesprächen beschäftigt ist.

Einmal mehr steuert man die junge Polizistin Nicole Bonnet, die trotz ihres netten Äußeren wenig menschlich rüber kommt. Sie hält sich zwar in ihrer großzügigen Wohnung auf, aber sonderlich interessant wird sie dadurch nicht. Sie hat eine Katze, müsste mal wieder abwaschen und hört häufig klassische Musik - was sie jedoch mit ca. einer Million anderer New Yorker gemeinsam hat. Leider kommt sie als Figur auf diese Weise nicht an Vic McPherson heran, die flotte FBI-Agentin aus Still Life, die sie scheinbar so gern sein möchte. Und das scheint auch ein Kernproblem des Spieles zu sein: Es wäre gern mehr als ein Klon. Dieses Mal gibt man sich zwar deutlich mehr Mühe, das Ziel zu erreichen, es scheitert aber einmal mehr am weitgehend anspruchslosen Inhalt.

Kryptische Botschaften

Die Rätsel sind zwar machbar, aber fordern zugleich auch kaum zum weiteren Nachdenken. Meist ist es damit getan, einen Gegenstand richtig zu platzieren. Immerhin sind sie nicht ganz so einfallslos wie beim zweiten Teil, wo es nur
Wer hat die Heldin mit dem Paket bedacht, das man sezieren muss? Dabei hilft nur genaues Hinschauen.
Standard-Puzzle gab. Dieses Mal gibt es sogar etwas ungewöhnliche Situationen, so etwa, wenn man etwas in einem schwach beleuchteten Kinosaal sucht. Gar nicht so schlecht, wenn man nur immer wüsste, was zu tun ist. Denn mit Tipps wird wieder einmal gespart und wenn es welche gibt, sind sie sehr kryptisch. Da gibt es seltsame Pläne an der Wand, die aber keineswegs den Weg weisen. So steht man wie der Ochs vorm Berg und fragt sich, ob man noch alle Tassen im Schrank hat oder zweifelt an den Fähigkeiten der Macher. Auch sonst tut man sich schwer, dem Spieler auf die Sprünge zu helfen, der entnervt die Maus durch die Gegend pfeffert.

Eher schon ist ein gutes Auge gefragt, denn ohne dies findet man nicht alles, was wichtig wäre. Trotz der Hotspot-Anzeige übersieht man vieles, weil es schlichtweg zu unauffällig ist. Die Symbole sind zu klein oder heben sich nicht ausreichend vom Untergrund ab. Ansonsten kommt es noch darauf an, die Gegenstände möglichst alle durchzuprobieren oder miteinander zu kombinieren. Das Logischste ist nicht immer das, was zum Erfolg führt. Hier ist Trial&Error angesagt, da man häufig auf dem Schlauch steht. Da es sich um ein umfangreiches Adventure handelt, nervt das Rumprobieren auf Dauer, weil andere Spiele deutlich mehr Hilfe bis hin zur integrierten Komplettlösung anbieten. Nicht gerade förderlich ist zudem, dass manches in der wichtigen Detailansicht der Objekte gar nicht zu sehen ist, da man gar nicht so weit rotieren kann. Wie bitte soll man an diese Hinweise herankommen?
             

Kommentare

JunkieXXL schrieb am
Heavy Rain ist ja kein Point and Click-Adventure, sondern ein filmreifer Thriller bei dem man paar Köpfchen drückt. Sehr unterhaltsam, ja, aber weit, weit entfernt vom P&C-Adventure.
crewmate schrieb am
DaViSFiT hat geschrieben:Sowas wie Fahrenheit (2005) sollte mal wieder rauskommen. SciFi finde ich persönlich auch kaum ausgereizt in dem Gebiet.
=> Heavy Rain für die PS3.
Von Quantic Dream, die Fahrenheit gemacht haben.
Oder Hotel Dusk und Another Code. DKdM hier ist eben alte Adventureschule.
Ich warte lieber auf den neuen Stoff von Daedalic. Mord hängt mir so zum Hals raus,
als gäbe es nicht mehr verbrechen wie Entführung, Banküberfall, Autodiebstahl, Erpressung, Fahrerflucht...
Numrollen schrieb am
Sowas wie Fahrenheit (2005) sollte mal wieder rauskommen. SciFi finde ich persönlich auch kaum ausgereizt in dem Gebiet.
4P|Bodo schrieb am
Kouen hat geschrieben:
4P|Bodo hat geschrieben:Bei Niedrig&Kuhnt frage ich mich echt immer, wer so was anschaut. Früher hätte man gesagt, das kann man den Leuten nicht vorsetzen.;-)
Gruß,
4P|Bodo

AHA! Du schaust das also. Ansonsten würdest du dir die Frage nicht mehr als einmal stellen ;)

Ich hab's nur beim Durchzappen mal erwischt und ganz kurz angeschaut, um Bescheid zu wissen. Da stimmt ja gar nix: Laienhafte Schauspieler, lahme Fälle und hanebüchene Inszenierung. Jedes verwackelte Youtube-Video vom Schulhof ist da ein Segen dagegen.
Gruß,
4P|Bodo
Kouen schrieb am
4P|Bodo hat geschrieben:Bei Niedrig&Kuhnt frage ich mich echt immer, wer so was anschaut. Früher hätte man gesagt, das kann man den Leuten nicht vorsetzen.;-)
Gruß,
4P|Bodo

AHA! Du schaust das also. Ansonsten würdest du dir die Frage nicht mehr als einmal stellen ;)
schrieb am

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