Civilization V
USK: 12

Test: Civilization V

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Es gibt nicht mehr viele Dinosaurier, die schon vor Urzeiten für virtuelle Begeisterung sorgen konnten und bis heute nicht nur überlebt, sondern an Faszination gewonnen haben. Nur dann hat man das Gefühl, dass man seit Ewigkeiten in einer spielerischen Beziehung lebt. Man freut sich besonders auf jedes Jubiläum, weil alte Liebe theoretisch nicht rostet. Und praktisch? Kann Sid Meier nach fünfzehn Jahren Civilization noch Schwung in das Rundenverhältnis bringen?
Porzellan-Hochzeit

Auch auf schwächeren Rechnern läuft Civilization V, wenn man die Details runter schraubt. Okay, war ein Scherz: Das ist die Karte der Premiere aus Amigazeiten (1991).
So viele Runden, so viele Stunden! Wie viel Lebenszeit habe ich mit diesem Spiel verbracht? Ich weiß es nicht, aber es war damals Liebe auf den ersten Klick. Civilization war taktisch anspruchsvoll, intelligent konzipiert und gleichzeitig auf sympathische Art ebenso edel wie gemütlich. Was auf dem Amiga im Jahr 1991 als Rundenbeziehung seinen Anfang nahm, hat sich über fünfzehn Jahre bis heute gehalten - und zwar ohne Beziehungskrise: 2001 wurde der dritte Teil mit 90% und 2005 der vierte Teil mit 92% gefeiert.

Die spannende Frage ist, ob Sid Meier und Firaxis dieser Strategie noch kreative Facetten hinzu fügen können, ohne dass sich ein Gefühl der Gewöhnung à la "Been there, conquered that" einschleicht? Das Spiel bleibt ja seiner Tradition im Kern treu, was zu oberflächlichem Stillstand oder inhaltlicher Vertiefung führen kann. Man kann auch diesmal militärisch, wirtschaftlich, technologisch oder kulturell bis maximal zum Jahr 2050 gewinnen. Und man wählt eines von 18 Völkern, wobei jedes wie gehabt andere Startvorteile bietet - die Römer bekommen z.B. unter Augustus einen Produktionsbonus auf Gebäude sowie die Spezialeinheiten Legion und Balliste. All das kennt man.

Ein Volk, ein Herrscher

Es ist zwar schade, dass man nur noch ein Staatsoberhaupt zugewiesen bekommt und nicht wählen kann, aber dafür tauchen einige exotische Völker wie etwa Siam oder Songhai auf. Ansonsten hat man wie immer die Qual der Wahl unter den Klassikern von England oder Deutschland über Persien bis Indien. In der Präsentation gibt es einen neuen Ansatz: Jedes
Im Jahr 2010 kann man aus der Höhe der Wolken bis aufs Land zoomen, wo Schafe und Pferde weiden. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und bietet viele Hinweise für Einsteiger.
Staatsoberhaupt spricht einen nicht nur in der Landessprache an, sondern taucht bei Verhandlungen erstmals als komplett animierte Figur vor einem historisch passenden Hintergrund auf - die chinesische Wu Zetian z.B. kalkweiß geschminkt in einem prächtigen Palast.

Und man hat mehr Möglichkeiten im diplomatischen Gespräch: Man kann wie gehabt den Krieg erklären, Handelsabkommen (auch gemeinsame Forschungen) beschließen, etwas Bestimmtes fordern oder etwas Allgemeines besprechen. Und gerade Letzteres eröffnet neue Möglichkeiten in der Außenpolitik, denn man kann nicht nur anfragen, ob man jemanden angreift oder eine Allianz vorschlagen: Man kann auch einen Geheimpakt gegen ein anderes Reich anregen. Das bedeutet, dass man quasi heimlich zusammen arbeitet, indem man positive Politik gegenüber einem Dritten, wie etwa Handel oder offene Grenzen, eher unterlässt. Das ist eine schöne Ergänzung zur gewöhnlichen wirtschaftlichen Kooperation oder dem militärisch verpflichtenden Verteidigungsbündnis, da man subtil an der Herrschaft einer anderen Nation sägen kann.             

Kommentare

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  • gracjanski schrieb:
    Was wir alte Säcke möchten sind Spielmechaniken, die sich fortentwickeln, d.h. mehr Möglichkeiten, mehr Freiheiten, mehr Komplexität. Warum? da aufgrund der Entwicklung der Technik mehr möglich ist. Was passiert? Das Gegenteil. warum? Um Vollhonks zum Kauf zu
     [...]
    gracjanski schrieb:
    Was wir alte Säcke möchten sind Spielmechaniken, die sich fortentwickeln, d.h. mehr Möglichkeiten, mehr Freiheiten, mehr Komplexität. Warum? da aufgrund der Entwicklung der Technik mehr möglich ist. Was passiert? Das Gegenteil. warum? Um Vollhonks zum Kauf zu animieren. Warum sollten wir da jubeln, warum sollten wir einen Nachfolger mögen, der im Grunde genommen eine abgespeckte Version des Vorgängers ist?
    Nichts gegen dich persönlich, aber ich habe immer häufiger das Gefühl, dass sich viele meiner Altersgenossen irgendwann mal auf ein Stock gesessen haben und dieser sich im Laufe der Zeit immer weiter hintenreinschob, so dass man irgendwann ganz steif und unflexibel wurde und ausserdem die Augen so fest zukneift, dass man gar nicht mehr sieht was so links und rechts von einem noch geschieht. So ist es zB ganz und gar nicht der Fall, dass alle Spiele grundsätzlich immer simpler werden. Mit UT3 hattest du ein Beispiel gefunden, das deine These stützt. Es gibt aber genauso viele andere Beispiele, die das Gegenteil beweisen. Ein FIFA und PES zb sind heute wesentlich komplexer als ein Kick-Off oder Sensible Soccer von damals. Bei den Beat em Ups werden die Move-Listen immer länger, genauso wie die Combos, und musste man damals nur den Healthbalken beachten, muss man heute 2, 3 Anzeigen mehr im Auge behalten. Shogun 2: Total War ist auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad definitiv fordernder als alle vorigen Total War Teile zusammen. Die Paradox-Leute halten eigentlich relativ konstant ihr Niveau und im RTS Sektor wird man spätestens dann immer genug Herausforderung finden, wenn man gegen andere Spieler antritt. Die KI konnte nämlich früher schon nix anderes ausser cheaten, heute gibts zumindest schonmal verschiedene Taktik-Profile. Darüberhinaus ist es doch nun wirklich nicht verwunderlich, dass einem als erfahrener Spieler die Sachen leichter fallen mit der Zeit. Wär auch schlimm, wenn es nicht so wäre, weil es nicht gerade für die eigene Lernfähigkeit sprechen würde ^^ Irgendwann stellt sich eben eine Routine ein, man erkennt Muster schneller und überhaupt hat man alles schonmal irgendwie, irgendwo gesehen. Die Handgriffe sitzen und die Finger bewegen sich fast schon von allein über die Tastatur, die Maus oder das Gamepad. Wer wirklich Herausforderung oder Komplexität sucht wird sie schon finden, Angebote gibts genug. Notfalls auch einfach mal was neues ausprobieren bzw das Genre wechseln. Und um mal wieder zu CiV zu kommen...... für dich mag es in erster Linie simpler zu sein, meiner Ansicht nach ist es in erster Linie einfach anders.
  • Ich finde das neue Kultursystem besser. Dann aber finde ich es wiederrum schade, dass man keine Städte mehr übernehmen kann mit Kultur. Ein Mix aus V und IV fände ich hier genial. Nur noch 1 Einheit pro Feld ist gut. Die Perks finde ich gar nicht so verkehrt. Hätte aber mehr geben müssen mit  [...] Ich finde das neue Kultursystem besser. Dann aber finde ich es wiederrum schade, dass man keine Städte mehr übernehmen kann mit Kultur. Ein Mix aus V und IV fände ich hier genial. Nur noch 1 Einheit pro Feld ist gut. Die Perks finde ich gar nicht so verkehrt. Hätte aber mehr geben müssen mit mehr Unterschieden bzw weniger auswählbar. Die Stadtstaaten sind, hmm, naja bin da neutral. Stört mich nicht, aber auch kein großer Fan davon.
  • Ich mag ja manche Änderungen (va keine stacks of doom mehr ^^), aber andere find ich wiederum nicht so dolle. Angenommen, es wär gleichzeitig mit Civ4 erschienen, kein Plan, welches ich mir geholt hätte. Angenommen, es wär vor Civ4 erschienen, hätte  [...] Ich mag ja manche Änderungen (va keine stacks of doom mehr ^^), aber andere find ich wiederum nicht so dolle. Angenommen, es wär gleichzeitig mit Civ4 erschienen, kein Plan, welches ich mir geholt hätte. Angenommen, es wär vor Civ4 erschienen, hätte ich jezz wohl kein Bock auf Civ4 (zumal ohne Addons!). Unter'm Strich müsste sich die Serie mehr auf die Ebene Richtung EU3/VictoriaII/CrusaderKings etc. schieben, damit's mich wieder wirklich reizt. Auch wenn das natürlich nicht Ziel der Serie ist und deswegen vermutlich nicht passieren wird - aber EU3 ist halt besser, und dann zock ich lieber das. Sorry Civ ^^

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