Stronghold 3 - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Stronghold 3 (Strategie) von SouthPeak Games / THQ
Stronghold 3

Bereits beim mittelmäßigen Vorgänger haben sich die Firefly Studios nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nun ist Stronghold 3 erschienen, das einmal mehr die mittelalterliche Burgbelagerung  beschwört. Gelingt es dem Echtzeit-Strategiespiel dieses Mal, an den großen ersten Teil anzuknüpfen?



Wirklich fertig?

Nicht nur wegen der ganzen Bugs, sondern auch wegen der schwachen Präsentation hinterlässt es keine  Sattelfesten Eidruck.
Nicht nur wegen der ganzen Bugs sondern auch wegen der schwachen Präsentation hinterlässt es keinen sattelfesten Eindruck.

Schon kurz nach Release hat sich gezeigt: Obwohl es bereits drei hektisch veröffentlichte Patches gibt, hinterlässt Stronghold 3 derzeit beileibe keinen fertigen Eindruck. Ein Problem bleibt, denn es  ist oft unklar, was überhaupt zu tun ist. Bei der ersten Mission weiß man zwar, dass eine Adelige aus einer zerstörten Burg befreit werden soll, aber der Rest bleibt seltsam nebulös. Es gibt zwar so komische Zeichen, die anzeigen sollen, wo's lang geht, aber eigentlich stiften sie nur Verwirrung. So wird beileibe nicht immer das dazugehörende Ereignis ausgelöst, wenn man an eine markierte Stelle kommt. Zudem ist unklar, ob man nun allein los soll, um zu suchen oder lieber die anderen Ritter mitnehmen, da der Text widersprüchlich ist. In der Instruktion ist nur vom Herrn die Rede; andererseits könnte man Mitstreiter brauchen, da man immer wieder attackiert wird.   

Darüber hinaus existieren immer noch eine Vielzahl von Bugs - einer sorgte sogar dafür, dass das Spiel beim Speichern abstürzte. Immerhin wurde das per Update gefixt, so dass man wenigstens speichern kann. Das Spiel stürzt dafür an anderer Stelle einfach unvermutet ab.

Zudem verhalten sich die Wölfe, gegen die man sich öfters verzweifelt wehrt, unrealistisch, denn sie kommen sogar eine Leiter hoch. Es ist noch einzusehen, dass die Viecher eine Treppe bezwingen, aber die Sprossen sind lächerlich. Zumal es auch noch höchst komisch aussieht, wenn sich die Wölfe den Holzturm quasi hochbeamen.  Das ist nur ein Beispiel von vielen Logikfehlern. Auch von gescheiter Einbettung kann keine Rede sein, da die Zwischensequenzen nur billig wirken. Der schwarz-weiß gepinselte Comic ist eines Vollpreisspiels schlicht unwürdig. Ebenso verhält es sich mit der Schrift, die hässlicher nicht sein könnte. Insgesamt hinterlässt das Spiel so nicht nur ein einen unfertigen, sondern auch noch einen billigen Eindruck.    

Fordernde Ökonomie

Bei den meisten Missionen muss man erst ne Siedlung aufbauen, wa vertraut wirkt.
Bei den meisten Missionen muss man erst eine Siedlung aufbauen, was vertraut wirkt.

Bei Stronghold 3 gibt es zwei Kampagnen, deren Aufteilung sofort an Teil 1 erinnert: Man kann militärisch oder wirtschaftlich tätig werden, wobei vor allem der letztere Modus überzeugt, da er zumindest fordernd ist. Hier kämpft man weniger, stattdessen widmet man sich der Beschaffung von Rohstoffen und Essen. Laut Story-Fragmenten geht‘s darum, eine Abtei wieder aufzubauen, wofür man Steine, Holz und Korn braucht. Die Ressourcen sowie deren Gewinnung sind somit exakt jene, die auch schon in Stronghold vorkamen. Nicht jede Ware benötigt dabei eine Herstellungskette wie etwa Äpfel. Wer jedoch Brote in eine Kornkammer einlagern will, braucht Bauernhof, Mühle, Bäckerei und Arbeiter. Deren Zahl entspricht ebenfalls dem Vorgänger.

Auf wenn es sich vielleicht nicht so anhört, ist das spannender als gedacht. Der Herr muss sich ganz schön anstrengen, um die Ziele zu erfüllen. So kann man in der ersten Mission nicht einfach wild Holz und Steine einsammeln. Denn die Steinvorkommen sind anfangs gar nicht zugänglich, da sie zugewuchert sind. Man muss zudem mit nur einem Nahrungstyp auskommen, der auch noch von Missernten bedroht wird. Dann plagen einen noch Seuchen sowie Bären, denen man schleunigst mit Bewaffneten Herr werden sollte, da sie sonst die Holzfäller in Angst versetzen. Logischerweise ist das nicht gut für die Fällarbeiten, die möglichst rasch voran gehen sollten. Schließlich tickt die Uhr, was auch der Grund ist, warum man öfters neu starten muss.          

Militärisch durchwachsen

Da die Steuerung ein Graus ist, bewegen sich die Kämpen nur manchmal.
Da die Steuerung ein Graus ist, bewegen sich die Kämpen nur manchmal.

Der zweite Solo-Modus ist weniger gelungen, was sicher auch am missratenen Einstieg mit der Rettungsaktion liegt. Schon beim Kampf gegen den ominösen Schakal wird deutlich, dass die Steuerung für ein militärhistorisches Strategiespiel viel zu ungenau ist. Allein wie lange man braucht, bis man es mal geschafft hat, dass die Truppen endlich angreifen, ist ein Kapitel für sich. Es dauert eine Ewigkeit, bis die Kämpen sich in Bewegung setzen. Hinzu kommt eine teils schlechte KI, was die eigene Mannschaft betrifft. Zwar schießen Bogenschützen akkurat, wenn der Feind kommt, aber ihr gnädiger Herr steht nur daneben, und schaut  zu, wie die Gegner vorbeilaufen. Und das, obwohl er anfangs meist der einzige Kämpfer weit und breit ist - jedenfalls solange, bis man Mannschaftsunterkünfte gebaut hat.         

Zudem ist es mit der Unterscheidung zum Wirtschaftsteil  weniger her als gedacht, da man in der zweiten Mission die Truppen versorgen muss. Es gibt also kaum Unterschiede, da man auch im Wirtschaftsmodus die typisch mittelalterlichen Truppen wie Pikeniere, Armbrustschützen oder Schwertkämpfer aushebt. Zudem rächt sich, dass die Geschichte um den Schakal reine Nebensache ist. Derart oberflächlich erzählt kann die dünne Story auch nicht zum Weitermachen motivieren - da waren die Gegner im ersten Stronghold ganz andere Kaliber. Schakal bleibt ein Phantom, auch weil er nie gescheit dargestellt wird, da die Strichzeichnungen dafür nicht taugen. Die omnipräsenten Wölfe taugen schon mehr als Schreckgespenst, zumal sich das Volk vor ihnen fürchtet.

Kommentare

Wolfenblut schrieb am
Barranoid hat geschrieben:Und ich Depp habs mir ohne Tests zu lesen gekauft -_- Selten so wenige Erwartungen, in so kurzer Zeit, enttäuscht worden.
Schon im Spielmenü wusste ich, dass das nicht gut ausgehen würde...bedauerlicherweise hatte ich recht.
Dito, da haben wir mal wieder gesehen, dass Dummheit manchmal eben doch bestraft wird^^.
Aber schön das der Test entsprechend ausfällt, wobei ich diesem Desaster noch weit weniger gegeben hätte.
sphinx2k schrieb am
Stronghold 1 auf LAN war einfach genial. Auch wenn es immer mal abgestürzt ist hat es Spaß gemacht.
Teil 2 war dann schon irgendwie blöd IMO. Hat uns überhaupt keinen Spaß gebracht.
Offensichtlich hat sich das dann mit Teil 3 fortgesetzt.
TaLLa schrieb am
Auch wenn man keinem 4P glauben sollte kommt man hier nicht drumherum zu sagen, dass mit diesem Teil eine großartige Serie einfach versenkt wurde. Naja aus dem Popelsbudget konnte man ja kaum mehr machen. Schade Schade. Vielleicht nimmt sich ja mal einer der großen Geldgeber der Serie an und macht daraus wieder eine ordentliche.
Mio-chan schrieb am
Meh, das ist echt schade. Ein kleiner Teil in mir hatte Hoffnung, dass aus Stronghold 3 sowas wie ein Überraschungserfolg wird, weil das Setting ansich mich durchaus sehr anspricht. Aber nur 2 Karten im freien Spiel und die Bugs, nein danke.
Absurd, dass heutzutage so viele Spiele mit Day-1 Patch gestützt werden müssen. Denk nur ich das, oder waren Spiele früher bugfreier zu Release? Könnte auch nur die Nostalgiebrille sein. Klar, der Druck der Publisher zwecks zeitigen Release und so... aber trotzdem. Vor ein paar Jahren hat sich noch jeder über buggy Releases wie gothic III aufgeregt. Heute ist das bald standard, aber who cares...Day-1 Patch. Und was der nicht fixt wird halt ne woche später erledigt.
Das soll man ma mit mir im Restaurant machen :D "Hier meine Dame, ihre Spaghetti Bolognesa con Parmesan, ohne Parmesan. Sekunde...bin in ner Minute wieder da, Parmesan holen. Ah, und übermorgen implentiere ich das Hackfleisch senora!"
ah, die müdigkeut, ich schreibe Unsinn...kurz und knapp: Diese bug-relase politik behagt mir nicht und zeugt von einem Problem im System...
schrieb am

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