Theatre of War 3: Korea - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Bislang beackerte die Theatre of War-Reihe nur die Schlachtfelder des Zweiten Weltkrieg. Jetzt hat sich 1C entschlossen, mal den Kriegsschauplatz zu wechseln  Im dritten Teil der Militärstrategie kämpft man auf der koreanischen Halbinsel, wo der Kalte Krieg plötzlich zum heißen wurde.



Krieg bis zum heutigen Tage

Nordkoreanische Panzer auf dem Vormarsch durch den Süden.
Nordkoreanische Panzer auf dem Vormarsch durch den Süden.

Am 25. Juni 1950 marschierten nordkoreanische Truppen in Südkorea ein, wobei sie zunächst kaum auf Widerstand ihrer unterlegenen Landsleute stießen. Die gut gerüsteten Nordkoreaner nahmen nur drei Tage später die Hauptstadt Seoul ein; 40 Tage nach Kriegsbeginn hatten sie gar fast den ganzen Süden bis auf die Stadt Busan eingenommen. Dort leisteten die von den USA geführten UN-Truppen erbittert Widerstand, was den Vormarsch der Kommunisten stoppte. Die US-Landung bei Incheon im Rücken der Angreifer unterbrach letztlich im September deren Nachschub, worauf das Kriegsglück in die andere Richtung wankte. Nun nahmen die UN wieder fast die ganze Halbinsel ein. Das wiederum weckte den schlafenden Riesen China, der sich bedroht fühlte. Mao sandte Ende 1950 über 300.000 „Freiwillige“, die die US-Armee zurückschlugen.

In der Folge kam die Front am 38. Breitengrad zum Halten, was trotz großer Verluste für keine Seite einen großen Geländegewinn bedeutete. 1953 trat ein Waffenstillstand in Kraft, der bis heute gilt, denn einen offiziellen Friedensvertrag gibt es nicht. Sowohl der Überfall der Nordkoreaner als auch die Gegenoffensive der US-Truppen sind bei Theatre of War 3 spielbar. Das im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg weit weniger verbrauchte Szenario wurde gut eingefangen - komplett mit Panzerschlachten, Gefechten in den Bergen und Bombenangriffen von Düsenjets. Sogar die nur indirekt am Koreakrieg beteiligte Sowjetunion darf man spielen, wenn man sich für eine Mission außerhalb der zwei Kampagnen entscheidet. Einzig die Chinesen hat man ignoriert, denn sie sind nicht mit von der Partie.          

Strategie und Taktik

Auf der strategischen Karte plant man die Truppenbewegungen.
Auf der strategischen Karte plant man die Truppenbewegungen.

Jede Kampagne besteht aus einem strategischen Teil, wo man rundenbasiert Truppen auf einer Karte von Korea durch die Gegend schiebt, und einem taktischen Teil, wo es zur Sache geht. So kann man immerhin selbst bestimmen, wo man angreifen möchte, auch wenn die Weltkarte nicht die Tiefe eines Total War erreicht. Oft entwickelt sich ein Hin und Her, was ganz gut zum echten Koreakrieg passt, da der Feind immer dort angreift, wo man selbst keine Einheiten hat. Treffen zwei Armeen aufeinander, kommt es zur Schlacht, die in Echtzeit ausgetragen wird. Vorher darf man noch auswählen, welche Unterstützung man haben möchte. Weitere Panzer, Artillerie von hinten oder doch lieber Bombenangriffe?

Die Schlachten selbst laufen genau so taktisch wie man das von Theatre of War kennt. Zunächst stellt man seine Einheiten auf, was insbesondere wichtig ist, wenn man auch Außenposten halten muss oder einen Flankenangriff starten kann. Ansonsten nimmt einem das Spiel viel ab, denn meist werden die Truppen schon so gut aufgestellt, dass man nur nochmal Panzer etwas verschiebt. Das kann jedoch entscheidend sein, wenn man die Feinde von der Seite beschießt und so den Weg für die Infanterie frei räumt. Danach beginnt die Schlacht, die jederzeit pausiert werden kann, um ganz in Ruhe zu planen. Auch hier eröffnen die Truppen automatisch das Feuer, wenn sie den Feind sehen. Gewonnen hat meist der, der alle Feinde besiegt oder einen Geländepunkt einnimmt.      

Einigermaßen authentisch

Waffen, Konflikt und Gelände sind auhthentisch.
Waffen, Konflikt und Gelände sind authentisch.

Trotz der vergleichsweise einfachen Steuerung der Truppenmassen im Kampf verfolgt Theatre of War seit jeher auch einen realistischen Ansatz. Das ist auch hier der Fall, denn alle Waffen stammen aus der Zeit des Koreakriegs, es gibt keine Übereinheiten und die Verluste sind entsprechend hoch. Selbst wenn man mit den gefürchteten nordkoreanischen T-34/85 Panzern attackiert, wird ab und zu mal einer beschädigt oder gar zerstört. Man muss daher erst die Panzerabwehr zerstören, um seine Panzer schnell vorstoßen lassen zu können. Zudem verfügt die US-Armee über einfache Hubschrauber, was unerwartete Landungen ermöglicht. Da man auch Fahrzeuge besetzen kann, kann man sogar die Kanonen erobern und umdrehen, was jedoch Männer kostet.

Die aggressive Feind-KI tut ein Übriges, um so etwas wie Schlachtfeldatmosphäre aufkommen zu lassen. Sie verschanzt sich nicht nur in Bunkern, Schützengräben oder Unterständen , um so lange wie möglich durchzuhalten, sondern greift eigenständig an. Diese Attacken können einen in Schwierigkeiten bringen, da die Computergegner doch über einige Truppen verfügen. Leider gilt die Agilität weniger für die eigenen Truppen, die sich oft nicht so bewegen, wie man es ihnen befohlen hat. Es bleibt leider im Dunkeln, ob es ein Bug ist oder ob sie eigenwillig sind, da im Spiel ja jeder Soldat zählt. Aus diesem Grund kann man erfahrene Einheiten nach der Schlacht mitnehmen, befördern und ihnen sogar Orden verleihen.                            

Zu oft zufällig

Außerhalb der Kampagnen gibt es leider nur Zufallszenarien, aber keine historischen Schlachten. Stattdessen kann man sich Missionen oder gar Kampagnen generieren lassen, die aber nicht so interessant sind wie authentisch designte. Zwar gibt es unterm Strich mehr Schlachten als in den Vorgängern, aber es sind lediglich zufallsgenerierte. Es stellt sich auch ein Gefühl der Beliebigkeit ein, denn eigentlich ist es egal, wann und wo man kämpft. Wer genauer hinschaut, wird sogar innerhalb der zwei vorgegebenen  Kampagnen feststellen, dass es Zufallsschlachten gibt. Da lohnt es sich fast nicht, dafür die lange Ladezeit in Anspruch zu nehmen.

Ansonsten gibt es noch einen Multiplayer per LAN oder Internet, der aber auch nix Besonderes bietet – weder spezielle Schlachten noch kooperative Missionen. Zudem muss man im Internet erst mal Leute finden, denn der eigenen Mehrspielerlobby herrscht meist tote Hose. In der getesteten Version von Steam war das Spiel zudem noch komplett auf Englisch. 

Summierte Fehler

Abgesehen von gelegentlichen Rucklern bei der Performance, wenn zu viele Panzer durchs Bild rumpeln, läuft das Spiel auch sonst nicht immer rund. Es kommt unvermutet zu Abstürzen, insbesondere wenn es mal wieder lädt. Einen kleinen Lapsus gibt es auch im Tutorial, denn die Ziele lassen sich gar nicht erfüllen. So soll man innerhalb von vier Minuten einen ominösen Heliport erreichen, der nicht zu finden ist. Man steht gleich zu Beginn an einem, der aber irgendwie nicht zählt.          

Kommentare

MeteorBlume schrieb am
Also ich hab's mir vor einigen Tagen gekauft. Vorweg: Nichts für Spieler mit schwachen nerven. Das Szenario ist wirklich toll, und interessante Taktische Möglichkeiten durch die Übersichts-Karte auf jeden Fall gegeben; aber die Performance ist wirklich mies. Noch dazu kommt es immer wieder zu abstürzen. Auf meiner 4x3ghz , 4 gig ram & ATI 4850 läuft das Spiel sehr bescheiden, sobald auf dem Bildschirm mal ein bisschen was los ist.
Und mit bescheiden spreche ich von ~8 Frames/Sekunde bei niedrigsten Grafikeinstellungen. Nein, so nicht!
MeteorBlume schrieb am
Bin am überlegen es mir zu kaufen.. vor allem wegen dem extrem unverbrauchten Szenario!
Danke für den Test!
Sarnar schrieb am
Kann man Theatre of War wirklich mit der Total War Reihe vergleichen?
TestABob schrieb am
Ich mochte die Vergänger sehr gerne Spielen. Besonders weil man sich für die Taktik Zeit lassen kann und nicht alles so auf Echtzeit getrimmt ist.
Desweiteren finde ich es gut, dass auch wenn man ein Spiel zwischendurch speichert, läd...der Ausgang niemals der gleiche ist, weil die KI immer anders entscheidet. Also auch den Zufall mit einbezieht.
Bei Total War ist die Taktik meist durchschaubar und dann muss man nur noch nach dem Apfel <> Birne Prinzip spielen.
Ich mags, gerade weils ein bisschen spröde ist :D.
schrieb am

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