Dark Souls
USK: 16
Rollenspiel (3D-Rollenspiel)

Test: Dark Souls

So testet 4Players

Autor:
Jörg Luibl

Dark Souls hat letztes Jahr markante Zeichen gesetzt: Die melancholische Fantasywelt, das komplexe Kampfsystem, die atmosphärische Intensität, die unheimliche Freude nach einem Sieg, die ebenso hilfreiche wie tödliche Online-Komponente. Das war ein gefährliches Abenteuer mit unheimlichem Charakter und archaischer Seele. Keine glattgebügelte Action für Feierabendzocker, sondern ein knallhartes Erlebnis mit Ecken und Kanten. Und das war uns Platin mit 92% wert. Auch auf dem PC?
Einzigartiges Abenteuer

Video: Der Trailer zur PC-Version. Es bleibt bei einem knallharten Erlebnis: Nur wer seine acht Attribute Vitalität, Zauberei, Konstitution, Stärke, Beweglichkeit, Resistenz, Intelligenz und Wille geduldig ausbaut, hat eine Chance.
Ja, gerade auf dem Rechner sorgt dieses Spiel für ein einzigartiges Erlebnis. Denn dort gibt es weder den Vorgänger Demon's Souls (PS3) und bis auf wenige Ausnahmen wie das über zehn Jahre alte Severance: Blade of Darkness oder Die by the Sword nichts annähernd Vergleichbares – ich habe dem ausführlichen Test der Konsolenversion nichts hinzuzufügen. Ich werde die inhaltliche Faszination nochmal kurz zusammen fassen, bevor es auf der zweiten Seite um den technischen  Krimskrams sowie die neuen Inhalte geht. Was ist also so besonders an Dark Souls, das auf den ersten Blick vielleicht spröde und steif wirkt? Vor allem, wenn man unbeholfen mit Maus und Tastatur vorwärts strauchelt…

Es ist das kompromisslose, unheimlich markante Spieldesign. Es gibt keinen goldenen Pfad zum Ziel, es gibt kein Tagebuch mit Quests, es gibt nur einen kleinen Abenteurer, der schon nach einer Stunde sterbenden Rittern und wütenden Dämonen, deprimierten Männern und riesenhaften Krähen begegnet. Über diesem im Schatten versunkenen Land liegt eine seltsame Mischung aus Melancholie und Verfall, aus Hoffnung und Verderben. Doch manchmal blitzt zwischen den verwitterten Ruinen etwas von dem Glanz alter Zeiten auf. Man spürt zwar immer den Tod im Nacken, aber ab und zu erahnt man eine tröstliche Idylle, eine Art Hoffnung. Ob man diese Welt tatsächlich retten kann? Ja, aber es ist so verdammt schwer.

Beobachten und zuschlagen

Auch wenn die PC-Version technisch nicht optimiert wurde, kann sie sich sehen lassen.
Auch wenn die PC-Version technisch nicht optimiert wurde, kann sie sich sehen lassen. Zehn Charaktere stehen in männlicher oder weiblicher Variante zur Auswahl, darunter klassische wie Krieger, Bandit oder Jäger, aber auch skurrile wie Pyromant oder Bettler, der nackt mit Keule und Schild beginnt.
Schon nach wenigen Schritten durch das untote Startgebiet streckt dieses Abenteuer seine Fühler aus, um einen langsam, aber sicher mit dem Schicksal anderer Helden  zu verweben, denen man Eide schwören oder die man töten  kann. Was steckt hinter dieser Tür? Was lauert am Ende des Ganges? Wo zur Hölle bin ich hier? Vor allem ist man tot, wenn man nicht aufpasst oder den Fehler begeht, mit Maus und Tastatur loszulegen. Um es kurz zu machen: Das ist trotz freier Belegung und schneller Rundumsicht ein Finger verknotender Krampf. Ich empfehle dringend das 360-Gamepad, das auch umgehend erkannt wird und ein intuitiveres Wechseln zwischen Block, Rolle, Angriff & Co ermöglicht.

Man lernt in diesem Spiel ohnehin sehr schnell, dass Gier und Ungeduld ganz schlechte Begleiter sind. Dabei hat man so viel Zeit für demütige Langsamkeit, denn man spielt einen Untoten, der in einem verfluchten Land mit vielen anderen Gestrandeten um sein Seelenheil streitet – wie ein Einherjer in Walhalla kehrt man immer wieder, um ewig zu streiten.  Und das gnadenlose Kampfsystem verlangt volle Konzentration in jedem Gefecht. Es gibt kein Spiel, das diese situative Spannung auslöst.

Anspruchsvolles Kampfsystem

Man muss sich an Gegner und Umgebung anpassen, um erfolgreich zu sein. Das sind keine Gefechte für Klopper, sondern für Tänzer. Alles hat eine Auswirkung: Schwere Hiebe kosten genau so Ausdauer wie das Hochhalten des Schildes, manche Waffen treffen mehrere Feinde, mit einem Plattenpanzer kann man nicht elegant wegrollen, Angriffe von hinten sorgen für fatalen Schaden und alle Kreaturen haben irgendwo eine Achillesferse. Man sollte je nach Feindrüstung entweder  Panzer brechende Klingen oder im Angesicht einer Horde eine Waffe mit großem Schwung wie das Breitschwert einsetzen – vielleicht sogar zweihändig geführt, was auf Knopfdruck mit fast allen Klingen möglich ist.  Man ist in
Probleme mit der Auflösung?

Leider kann man in den offiziellen Grafikoptionen nur scheinbar die Auflösung erhöhen - das Bild wird lediglich hochskaliert. Mittlerweile gibt es einen inoffiziellen Patch, der alles hübscher macht. Aber Vorsicht: Dann fehlen die wichtigen Hinweise auf dem Boden!

Update:

Auch das Textproblem wurde mit einem Patch gefixt.
einem engen Gang unterwegs? Hier empfiehlt sich ein Speer, der ohne Kollision mit der Wand nach vorne schnellen kann.

Es geht auch immer darum, wie man eine Deckung durchbrechen kann – manchmal reicht es aus, genau diese schweren Hiebe abzuwarten, wegzurollen und zuzuschlagen. Manchmal hilft ein direkter Tritt in den Schild führenden Mann, um ihn für eine Sekunde zu öffnen. Und die beste Variante ist der Konter mit anschließendem kritischen Treffer: Wenn man im Moment des gegnerischen Angriffs die Schildparade einsetzt, kann man blank ziehen und sofort töten – mit einem kleinen Buckler ist das allerdings wahrscheinlicher als mit einem großen Keilschild. Sehr schön ist, dass man Gegner auf Knopfdruck fixieren und umrunden kann, dass Angriffe von oben und aus dem Sprung heraus verheerend sind. Ich könnte noch weiter schwärmen, verweise Neulinge dringend auf diesen Test für Charaktererschaffung, Rollenspielelemente, Online-Gefahren, Eide, Boss & Co, aber die PC-Technik und die neuen Gebiete rufen…

Kommentare

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  • M1L
    strong> RoughWolf schrieb:
    Auf DS trifft das Sprichwort]Außen hui, innen pfui" zu es scheint nur oberflächlich gut zu sein doch wenn man das Spiel näher betrachtet entdeckt man viel Lustlosigkeit. Eigentlich schade weil die
     [...]
    strong> RoughWolf schrieb:
    Auf DS trifft das Sprichwort]Außen hui, innen pfui" zu es scheint nur oberflächlich gut zu sein doch wenn man das Spiel näher betrachtet entdeckt man viel Lustlosigkeit. Eigentlich schade weil die Idee echt gut war und die Bosse und die Umwelt echt realistisch aussehen und mein Herz echt höher schlagen lassen. Naja hoffen wir mal auf den 2. Teil...
    Als ich das letzte Mal so einen Müll gelesen hab, war ich im Sarkeesian Thread.
  • Im Ernst Leute zumindest was die DS Reihe betrifft sollte man sich nicht unbedingt auf die bewertung von 4players verlassen, allein deshalb weil alle für das Spiel negativen Kommentare unter dem Bericht sofort wieder gelöscht werden. Zu DS: Wenn gegner nach und nach wiederkommen ist es normal, sind  [...] Im Ernst Leute zumindest was die DS Reihe betrifft sollte man sich nicht unbedingt auf die bewertung von 4players verlassen, allein deshalb weil alle für das Spiel negativen Kommentare unter dem Bericht sofort wieder gelöscht werden. Zu DS: Wenn gegner nach und nach wiederkommen ist es normal, sind halt viele verflucht, wild, whatever, aber dass jeder einzelne nach ein paar Sekunden am Feuer wiederkommt und teilweise fast neben einem steht ist lächerlich, das muss man sich auch nicht schön reden. Auch dass man getroffen wird ohne dass einen die Waffe des Bosses wirklich berührt ist mist. Und es gibt noch viele weitere Punkte. Es ist einfach wie es ist: Optisch kann es kaum ein RPG mit DS aufnehmen aber das wars auch schon es geht einfach nicht, dass man ein System mit dem man sich vielleicht eine Woche beschäftigt hat einfach als "Schwer" abtut oder man einfach sagt man muss mehr auf die Umgebung achten um die Story zu verstehen. Man merkt es, wenn sich Entwickler keine Zeit für nen bestimmten Bereich im Spiel nehmen, ich meine NPCs in mitten von Gebieten voller Bestien mit nichts weiter als ner leeren Scheide??? Ein Spiel, dass onlinefeatures so anpreist sollte wenigstens nen funktionierenden Multiplayer, ob PvP oder Co-op, haben. Auf DS trifft das Sprichwort: "Außen hui, innen pfui" zu es scheint nur oberflächlich gut zu sein doch wenn man das Spiel näher betrachtet entdeckt man viel Lustlosigkeit. Eigentlich schade weil die Idee echt gut war und die Bosse und die Umwelt echt realistisch aussehen und mein Herz echt höher schlagen lassen. Naja hoffen wir mal auf den 2. Teil...
  • man sollte schon konsequent sein. Dem werten Herr gefiel die Portierung von RE4 fürn Pc ja auch nicht. Bemängelt wurde unter anderem die nicht unterstütze Maus. Also Herr Luibel mal ein bisschen kon­sis­tent bewerten  [...] man sollte schon konsequent sein. Dem werten Herr gefiel die Portierung von RE4 fürn Pc ja auch nicht. Bemängelt wurde unter anderem die nicht unterstütze Maus. Also Herr Luibel mal ein bisschen kon­sis­tent bewerten . Fanboys kommen nicht in den Himmel. PS: Habs durch und bin begeistert. Mit fanfix/controller geht es schon nur finde ich es halt lustig das immer mit Zweierlei Maß getestet wird. Somit ist die eigentliche Arbeit ja nichts Wert.

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