Wargame: European Escalation - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Wargame: European Escalation (Strategie) von dtp
Wargame: European Escalation
Echtzeit-Strategie
Entwickler: Eugen Systems
Publisher: dtp
Release:
17.02.2012
Spielinfo Bilder Videos
Was wäre passiert, wenn der Kalte Krieg konventionell eskaliert wäre? NATO und Warschauer Pakt hätten auch ohne Atomwaffen ein Schlachtfeld aus Deutschland gemacht: In Wargame geht es um diesen hypothetischen Konflikt vor dem Fall der Mauer. Man führt abwechselnd Truppenverbände der beiden mächtigen Militärbündnisse zwischen 1975 und 1985.

Der Fall Werner Weinhold

Video
Wargame entführt in ein Jahrzehnt des Kalten Krieges. Die Entwickler von Eugen Systems haben 2005 mit Act of War (Wertung: 83%) überzeugt, im Jahr 2010 gelang ihnen mit R.U.S.E. (Wertung: 87%) ein Überraschungshit.
Das Spiel startet im Dezember 1975, als ostdeutsche Truppen über die Grenze eindringen. Warum? Weil sich die Bundesrepublik weigert, einen ehemaligen Soldaten der DDR namens Weinhold auszuliefern, der zwei Kameraden erschossen hat und dann in den Westen geflüchtet ist. Schon in der ersten Mission kämpfen Bundeswehr und Briten also gegen die NVA, die bereits Brückenköpfe bildet. Deutsche gegen Deutsche, eine Welt vor dem atomaren Desaster – da müsste doch tragische Spannung  in der Kampagne aufkommen!

Nein, man bewegt seine Truppen schon nach wenigen Missionen ohne Regung, denn die Präsentation ist schrecklich steril. Es geht auch nicht um Krieg im großen Maßstab mit hunderten Einheiten, sondern um regionale Konflikte. In denen befehligt man etwas mehr als ein Dutzend Einheiten im begrenzten Gelände, ohne dass man Einfluss auf die militärische Situation in Europas Mitte hätte – schade, dass es keine übergeordnete geostrategische Ebene gibt. Trotz des interessanten Konfliktes und deutscher Sprachausgabe will jedenfalls keine Atmosphäre aufkommen.

Trotz kleiner Filmschnipsel will keine Stimmung aufkommen.
Trotz kleiner Filmschnipsel will keine Stimmung aufkommen - die Präsentation ist zu steril.
Das liegt nicht nur daran, dass keine Personen auf der Bühne des Kalten Krieges erscheinen, weder Politiker noch Militärs – man hat es quasi mit einem anonymen Befehlsgeber sowie außenpolitischen Nachrichten zu tun, die unspektakulär in der Leiste eines Hauptquartiers durchlaufen. Selbiges ist übrigens ein Armutszeugnis für das Artdesign und hinsichtlich der Übersicht ein Graus: Ein statischer Riesenraum ohne Animationen mit zig Monitoren, der sich noch nicht mal farblich verändert, wenn man von der NATO zum Warschauer Pakt wechselt. Und nach einem Sieg begrüßt einen kein General, sondern eine Tabelle mit Zahlen.

Ideologischer Seitenwechsel

Dass die Kampagne nicht wirklich motiviert liegt auch daran, dass manche Elemente der Story wie historisches Patchwork, aber eben nicht glaubwürdig erzählt wirken: Warum sollte die NVA für einen Soldaten den Dritten Weltkrieg riskieren? Und wieso sollten sich die Russen raushalten, wenn es zu Gefechten an der deutschen Grenze kommt? Mit diesem fiktiven Rahmen kann man sich zwar arrangieren, aber innerhalb des Spiels sorgt der billige, sich viel zu oft wiederholende Sprechfunk der deutschen Truppen ebenfalls für Kopfschütteln – als würden Offiziere im Angesicht des Dritten Weltkriegs  noch dumme Sprüche wie „Ein guter Feind ist ein toter Feind!“ klopfen und ihre Feinde als „Ratten“
Das statische Hauptquartier versprüht den Charme einer Exceltabelle.
Das statische Hauptquartier versprüht den Charme einer Exceltabelle.
beschimpfen.  All das sorgt nicht gerade für authentische Kommandostimmung; gut, dass später Russisch gesprochen wird.

Schön ist, dass man im Laufe der Kampagne auch die Seiten wechselt: Nachdem man die NVA abgewehrt und tatsächlich ein Frieden in Stockholm geschlossen wird (bei dem sich die NATO laut Story komplett vom Gebiet der Bundesrepublik zurückzieht, was vollkommen abstrus ist), brodelt es in den 80er-Jahren in Polen: Lech Walesa, Arbeiteraufstände, Angriffe auf russische Kasernen. In dieser Phase übernimmt man dann in mehreren Missionen den sowjetischen Gegenstoß, um die Aufständischen niederzuschlagen. Hat man das gemeistert, führt man die Amerikaner an, bevor es zum letzten Kapitel einer zähen Kampagne geht, in der sich die Fraktionen zu ähnlich spielen.

Kommentare

forenopa schrieb am
Scorcher24 hat geschrieben:
Wargame ist alles andere als "20 Minuten Stress" und Micromanagement hab ich keines gesehen.
Ich hab das Spiel und spiels schon seit ~1 Monat ( Preorder Beta) und kann manches ausm Test nicht wirkliches nachvollziehen. Aber gut. Mir machts Spaß.
Und es ist sowohl technisch als auch inhaltlich weit besser als Ruse. Mir fehlen nur die Luftangriffe ala WiC.

Kann ich genauso unterschreiben. Stress- nein, denn wer hier Stress macht, hat schon verloren. Um und Auf ist Aufklärung und Deckung. Kanns nur weiterempfehlen. :mrgreen:
SeanMax schrieb am
Im Gegenteil: Finger ran.
Cheater hab ich noch keine gesehen, nur Spieler die einfach Besser waren als ich.
Soll zwar Cheater geben, aber diese gelinkte Seite ist genauso Schrott wie eine Seite die zur Verbrüderung zwischen Ameisen und Amseln aufruft.
An dem Spiel gibts wenig auszusetzen und das ist eine Seltenheit!
ItsPayne schrieb am
Die vielen positiven meinungen über den multiplayer modus haben mich letztendlich auch dazu bewegt das teil zu holen (Seit supreme commander hat mich kein RTS so wirklich fesseln können im MP *seufz*).
Ich hab aktuell erst ein paar stunden campagne hinter mir, aber selbst die ist mal ordentlich knackig! Weiß glaube ich garnicht, wann ich das letzte mal von einem rts so gefordert wurde. Glaube noch nie.
Musste sogar in der missi eben die entscheidung treffen das sekundäre ziel links liegen zu lassen, weil mir sonst für das finale der spritt ausgegangen wäre (die schönen commandopunkte...).
Nach anfänglichem "wie soll das funktionieren??" gefällt es mir ziemlich gut. Die gefechte sind wunderbar dynamisch mit all den faktoren die ne rolle spielen. Das ging mir bei SC2 immer schon auf den sack, dass man sich so viel ausrechnen konnte. In ner schlacht kann man ordentlich auf den sack bekommen, oder ordentlich zuschlagen - die taktik macht den unterschied, bravo!
Mit was ich noch nicht ganz klar komm ist, dass der nachschub in 0,nix verbraucht ist. Wenn wenigstens die FOBs punkte regenerieren würden.. aber so?
Ich kämpf erstmal mit der kampagne weiter (stimmt, die story interessiert nicht wirklich, dafür sind die missionen wesentlich spannender als bei einem StarCraft). Ist für mich erstmal einheiten frei schalten und die kennen lernen.
Und dann gehts ab in den MP, ich freu mich schon!
schrieb am

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