Bau-Simulator 2012

Test: Bau-Simulator 2012

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  Fazit 

Autor:
Mourad Zarrouk

Der letzte Simulationstest des Jahres. Gelingt Astragon vielleicht noch eine weitere Überraschung? Gibt es einen versöhnlichen Jahresausklang? In der Vergangenheit wurden wir bitter enttäuscht. Was taugt der Bau-Simulator 2012?
Nachfolger? Von was denn?

Die "Zentrale": Von hier aus werden alle Aufträge angegangen.
Die "Zentrale": Von hier aus werden alle Aufträge angegangen.
Mit der überzeugenden Jagd-Simulation "The Hunter 2012" stellte Rondomedia (quasi Astragons  Zwillingsschwester) im Herbst unter Beweis, dass man durchaus nichts dagegen hat, auch mal Spiele jenseits der 80'er Marke unter das Volk zu bringen. Dem Untertitel vernehme ich die vollmundige Aussage: "Der spannende Alltag im Baugewerbe geht weiter!" Spontan frage ich mich, ob das erstens nicht ein Widerspruch in sich ist und ob der Entwickler denn überhaupt einen Vorgänger produziert hat? Tatsächlich gibt es aber gar keinen direkten und echten "Vorgänger" zu diesem Spiel.  Den offiziellen, aber unsäglichen Vorgänger "John Deere Baumaschinen Simulator" haben wir uns und euch letztes Jahr ganz bewusst erspart. Auch der Baumaschinen – Simulator spielt in einer klar schwächeren Liga. Also gibt es eigentlich nicht wirklich einen Vorgänger und das ist ein gutes Zeichen!

Weltenbauer: Der Name ist Programm 

Hinter dem Wiesbadener Team steht eine "Software Entwicklung GmbH", die eigentlich eher im Gebiet der Anwendungssoftware zu Hause ist. Zwar wurde auch in der Vergangenheit schon mal das eine oder andere Spiel entwickelt (zum Beispiel 2007: "Meine Tierklinik"), aber Hauptaugenmerk liegt  im Bereich interaktiver Anwendungen und Visualisationen. Ein echter Neuling im Bereich Alltags/Berufssimulationen und das kann im Grunde nur nach vorne losgehen! Nach erfreulich unkomplizierter und schneller Installation, wie man sie noch von früher kennt (nix Steam, DRM, Seriennummern und anderer Nervkram) befindet man sich auch schon im Spielmenü, welches dem Büro eines Architekten/Projektentwicklers oder Baustellenleiter nachempfunden ist. Über eine Karte kann ich das  erste von elf Bauvorhaben aufrufen. Es geht darum, eine Garage neben einem Einfamilienhaus zu errichten.

Im Spielverlauf kommt ein ganz schöner Fuhrpark an Baumaschinen zusammen.
Im Spielverlauf kommt ein ganz schöner Fuhrpark an Baumaschinen zusammen.
Im Spielverlauf werde ich es mit einem recht umfassenden Fuhrpark an Baufahrzeugen zu tun haben. Vom Betonmischer über die mobile Betonpumpe, vom Radlader bis zum Teleskopkran. Zunächst gilt es aber lediglich das Fundament für eine Garage auszuheben. Mit einem Mini-Bagger mache ich mich ans Werk. Schon auf der Anfahrt zur Baustelle fällt mir einiges positiv auf: Die Weltenbauer machen ihrem Namen alle Ehre und haben tatsächlich eine glaubwürdige und durchaus ansehnliche Kleinstadt erschaffen. Selbst mein Alter Ego sieht eben nicht aus wie der übliche 08/15-Zombie den man von  Spielen dieser Gattung eigentlich gewohnt ist. Ok,  Sprachausgabe oder eine vernünftige Animation beim Einsteigen in ein Fahrzeug suche ich hier auch vergebens, aber das gehört wohl schon fast zum guten "Ton" im Genre.

Kommentare

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  • Netter Usertest (wo er eigentlich hingehört - trotzdem Danke) Es drängt sich mir hier nur eine Frage auf: Reden wir vom selben Spiel? Man kann bei der Flut an Simulationen nämlich schnell mal die Übersicht verlieren. Im Dezember 2011 wurde nämlich noch ein Bau/Bagger/Baumaschinen Simulator  [...] Netter Usertest (wo er eigentlich hingehört - trotzdem Danke) Es drängt sich mir hier nur eine Frage auf: Reden wir vom selben Spiel? Man kann bei der Flut an Simulationen nämlich schnell mal die Übersicht verlieren. Im Dezember 2011 wurde nämlich noch ein Bau/Bagger/Baumaschinen Simulator veröffentlicht, den wir auch nicht getestet haben. Ich frage deshalb, weil der Bau-Simulator 2012 von Weltenbauer nicht einmal der inoffizielle Nachfolger des Bagger-Simulators sein soll. Ich schlage mich jedenfalls bald drei Jahre mit diesen Simulationen herum und unter den Blinden ist der BAU-SIMULATOR 2012 zumindest mal der Einäugige. Edit] weiter!" Ich fürchte wir reden hier gar nicht von demselben Spiel, Sorry
  • Mit großen Erwartungen wartete ich gespannt auf den Bau-Simulator, der als Weiterentwicklung des Bagger-Simulators mit Aufwertung auf "viele weitere Baufahrzeuge" angepriesen wurde. Ich besitze bereits die Bagger-Simulatoren 2008 und 2011. Gerade von letzterem war ich begeistert, weil hier  [...] Mit großen Erwartungen wartete ich gespannt auf den Bau-Simulator, der als Weiterentwicklung des Bagger-Simulators mit Aufwertung auf "viele weitere Baufahrzeuge" angepriesen wurde. Ich besitze bereits die Bagger-Simulatoren 2008 und 2011. Gerade von letzterem war ich begeistert, weil hier insbesondere die Steuerung der großen Bagger Spaß machte, die Kameras im Vergleich zur 2008er Version deutlich einfacher und sinnvoller zu bedienen waren, und das Graben auf bestimmte Tiefen auch vergleichsweise gut umgesetzt wurde - rieselnder Sand und Kies, Verdichtungsarbeiten - alles möglich und gut gemacht. Leider nur: Viel zu wenig Missionen, zu wenig Abwechslung. Gerade als der Spaß am Größten war, war man durch. Ende. Insofern hoffte ich auf "viele neue spannende Missionen und Szenarien", "verbesserte Technologien", etc. Was der Klappen- und Werbetext eben verspricht. Was ich bekam, war eine leider sehr große Enttäuschung. Es beginnt bereits damit, dass kurz nach der Neuerscheinung des Spiels bereits ein "Update" veröffentlicht wurde. Was dort als Update bezeichnet wird, ist an Peinlichkeiten kaum zu überbieten: Eine unfassbar schlechte "Beschreibung" wie die Tastenbelegung für einen Zweit-Joystick funktioniert (wenn es denn gehen würde), dazu nun die Wahnsinnsmöglichkeit, die Tastenbelegung bei Startbeginn neu zu definieren. Als wären diese "Neuerungen", die man nun wirklich getrost als Standard erwarten kann, nicht schon Zumutung genug, wird groß angepriesen, dass nun drei Baugeräte auch "Rundumleuchten" haben. Wow. Genau das braucht man auch! Aber weg vom Update - hin zum Spiel (inklusive Update): Es beginnt mit phantasielosen Dialogen, mit denen der Vorarbeiter den Spieler vor Beginn einer Mission zutextet. Die Missionen sind stichwortartig beschrieben - doch nur durch Ausprobieren bekommt man heraus, was eigentlich zu tun ist. Nun gut - immerhin ein wenig Abwechslung. Der kleine Bagger baggert fleißig den Kies weg - dabei die erste große Enttäuschung: Lediglich drei Kameraperspektiven, wovon die statische (sie ist wirklich statisch - und nicht beeinflussbar) sowie die Innenperspektive unbrauchbar sind, da sie dem Spieler nur selten einen Einblick auf das Geschehen bieten. Die Rundumkamera wird mit der Maus gesteuert - und juchu - sie bewegt sich auch ohne, dass man eine Maustaste gedrückt hält. Hervorragend, denn so verschwindet die mühsam eingestellte Perspektive, wenn man mit der Maus mal eben in die spärliche Menüübersicht wechseln möchte. Diese verdient den Namen Menü eigentlich nicht: Die Tastenbelegung der Steuerung ist lieblos tabelliert, wobei sich einige "Tastenbezeichnungen" erst durch Ausprobieren finden lassen. Die im Menü einsehbare Karte lässt sich nicht heranzoomen, und die Missionsbeschreibung ist - wie bereits erwähnt mehr als sparsam. Schließt man das Menü frustriert wieder, geht die Einstellung der Perspektive wieder los. Und das Schauspiel wiederholt sich mehrfach, denn wann immer man aus einem Fahrzeug aussteigt, um zum Beispiel ein anderes näher heran zu holen - z.B. den LkW leicht zu versetzen: Die eingestellte Perspektive ist direkt wieder weg. So vergehen Minuten um Minuten mit Kameraschwenks - die Zeit rennt - und verschafft dem Baumeister eine "Erfahrungsstunde". Die nächste Enttäuschung folgt beim Baggern: Phantasielos wird hier die Herausforderung "gelöst", wie man simulationsgerecht Böden und ausgebaggerten Schaufelinhalt löst: Es staubt, es nebelt, der Schaufelbereich verschleiert für einige Sekunden, danach ist die Schaufel wie durch Geisterhand voll. Hurra - willkommen in der Steinzeit - aber mindestens im Zeitalter des C64. Ließ sich beim Vorgängerspiel noch die gebaggerte Tiefe vom User beeinflussen, ist auch hier gespart worden: Egal wie man baggert: Man kommt direkt auf einer Titanschicht an - Solltiefe stets erreicht. Nein, denke ich mir, das kann doch nicht wahr sein! Aber wenigstens lässt sich doch ein wenig Spaß mit dem ausgebaggerten Zeugs treiben: Ich versuche, den Kies auf der Straße zu verteilen, doch: Denkste: Es erscheint eine Mitteilung: "Du darfst den Kies nur auf der Ladefläche des Lkws abladen". Wie einfallsreich. Nun denn: gesagt, getan. Die Grube ausgebaggert - Mission erledigt. Nächste Mission: Wieder baggern - diesmal mit dem großen Bagger. Dabei fällt sofort auf: Sehr merkwürdige Steuerung: Die Programmierer haben nie in einem Bagger gesessen, denn dann wüßten Sie, dass sich der Baggerarm senkt, wenn man den Hebel nach vorne drückt. Apropos Steuerung: Joystick-Kalibrierung über das Spielmenü? Fehlanzeige! Je nach Joystick haben Geräte und "Fritz" (der einzige, der auf der Baustelle zu arbeiten scheint) ein Eigenleben. Neukalibriert über das Windowsmenü, kurz im Flightsimulator gecheckt - dort funktioniert dieser einwandfrei - zurück im Bau-Simulator: Fehlsteuerungen. Also: Joystick raus - alles per Tastatur. LkW-Fahren im Bau-Simulator: Mein Gott: Wer jemals 18WheelsOfSteel gespielt hat und erlebt hat, wie leichtfüßig sich eine Steuerung umsetzen lässt - auch mit Tastatur, der wird beim Bau-Simulator - zumindest wenn es ums Fahren geht, nicht viel Freude haben. Ich könnte Seitenweise so Weiterschreiben: Vom Aufstellen der Ferteigteilelemente, die sich per Tastatur nicht drehen lassen, aber in korrekter Position eingesetzt werden müssen. Da ist Phantasie gefragt - kurz mal am Nachbargebäude angeeckt - das Element auf diese (nicht gerade bauherrenfreundliche Art) gedreht - geht doch. Aber ist das sinnvoll? Die Betontrommel dreht sich - doch es fließt kein Beton - woher soll ich wissen, ob sie sich richtig herum dreht? Die Gelenke der Betonpumpe sind praxisfern auch noch falsch herum angebracht - die Programmierer sollten ab und zu mal vor die Tür und das wahre Leben beobachten, und ... und ... und... Aber sei es drum: Abgesehen von der amateurhaften Kameraführung, die noch dazu fehlergespickt- und anfällig ist, die keine wirklichen Alternativen bietet und den Spielespaß deutlich herabsetzt, abgesehen von der unfassbar schlechten Umsetzung von Schüttgütern, abgesehn von vielen Fehlern und programmiertechnischen Unzulänglichkeiten, von der Lieblosigkeit, mit der viele Gegenstände umgesetzt wurden (Briefkästen bieten deutlich mehr Widerstand als Leergutkästen, der spärliche sonstige Verkehr sieht aus wie ein mit "paint" gemaltes "Auto", ...): Der Bausimulator hat nette Missionen, mit abwechslungsreichen Aufgaben. Wären die von einem professionellen Programmiererteam umgesetzt worden, wäre dieser Bau-Simulator ein echter Knaller geworden. Insofern fragt man sich, wieso die Erfahrungen, Kenntnisse und tollen Umsetzungen des Baggersimulators 2011 nicht als Grundlage verwendet wurden, um ein wirklich tolles, mit Liebe zum Detail umgesetztes Produkt herzustellen. Vielmehr merkt man an allen Ecken und Kanten, dass hier mit viel Hektik und Phantasielosigkeit so gerade eben ein Minimum umgesetzt wurde, um es überhaupt als "lauffähige Version" vermarkten zu können. Ich habe selten ein Spiel erlebt, bei dem ich dermaßen viele Programmierfehler-Screenshots sammeln konnte, wie bei diesem Simulator. Das ist nicht nur traurig - das verdirbt einem auch den Spaß am Spielen. Insofern darf man sich nur wünschen, dass schnell ein sinnvolles und vernünftiges Hotfix oder Update für diesen Simulator hergestellt wird, dass zumindest die schlimmsten Programmierfehler und Mängel beseitigt.
  • deadland schrieb:
    Wie sehr ich mir einen anspruchsvollen, grafisch hochwertigen Simulator nach Vorbild der Serie "Ice Road Truckers" wünsche. DAS könnte man richtig geil machen. Mit Schneestürmen, vllt. Open World und ner interessanten Story. Aber die lizenzierung einer
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    deadland schrieb:
    Wie sehr ich mir einen anspruchsvollen, grafisch hochwertigen Simulator nach Vorbild der Serie "Ice Road Truckers" wünsche. DAS könnte man richtig geil machen. Mit Schneestürmen, vllt. Open World und ner interessanten Story. Aber die lizenzierung einer technisch hochwertigen Engine würde wohl schon das Budget dieser "Studios" sprengen.
    Mit Extreme Truckers 2 gibt es ein Spiel, dass diese Thematik zumindest teilweise aufgreift.