Dear Esther
Adventure (3D-Adventure)

Test: Dear Esther

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  Fazit 

Autor:
Jörg Luibl

Nackter Granit und schäumende Gischt, düstere Moore und uralte Menhire: Wen verschlägt es schon auf die unwirtlichen Hebriden? Vor der rauen Küste Schottlands liegen knapp 500 Inseln, von denen nur ein Zehntel bewohnt ist. Selbst die Nachfahren von Kelten und Wikingern tun sich schwer mit der wilden Einsamkeit im Atlantik. Aber genau das ist vielleicht der ideale Schauplatz für eine schaurige Geschichte.
Die einsame Ungewissheit

Video: Dear Esther inszeniert eine ebenso poetische wie rätselhafte Reise. Dabei verzichtet das Spiel auf klassische Interaktion: Man spaziert ohne Akrobatik, Action oder Rätsel umher.
Was geht hier bloß vor sich? Bin ich ein Schiffbrüchiger? Ich stehe jedenfalls an dieser trostlosen Küste, direkt vor einem verwitterten Leuchtturm. Kaum schaue ich mich um, spricht jemand:

„Liebe Esther, manchmal habe ich das Gefühl, diese Insel geboren zu haben.“

Wie, was? Sind das meine Gedanken? Oder bin ich etwa Esther? Das kann nicht sein, denn ich weiß ja von nichts – schon gar nichts von Poesie oder dieser Frau. Ich sehe auch keine Menschenseele. Bis auf die düsteren Wolken und die sanfte Brandung bewegt sich nichts. Doch, etwas blinkt in der Ferne zwischen Nebelschwaden: Ein Funkturm mit einem rot pulsierenden Licht am trüben Himmel. Alles um mich herum sieht so verdammt real aus, aber es erscheint gleichzeitig so unwirklich wie ein Traum.

Gestrandet auf den Hebriden

Zu Beginn des Spiels meldet sich eine Stimme. Warum ist man auf dieser Insel unterwegs?
Zu Beginn des Spiels meldet sich eine Stimme - bei jedem Neustart wechseln Texte und Ereignisse. Warum ist man auf dieser Insel unterwegs? Und wer ist Esther?
Das Haus vor mir versprüht den Charme einer gespenstischen Ruine: offene Tür, bröckelnder Putz, zersplittertes Glas. Als ich es betrete, geht automatisch meine Taschenlampe an. Ich pirsche an einem versifften Klo vorbei, der Boden ist überall voller Schnipsel und heraus gerissener Seiten. Sind das da unten Notenblätter? Woher? In einer Kiste liegen Farbeimer, ich finde das vergilbte Foto eines Mannes und auf einem Tisch ein fleckiges Buch: Die Geschichte der Hebriden. Okay, jetzt weiß ich wenigstens, wo ich bin. Aber wann bin ich?

Ich kann mit der linken Maustaste näher an ein anderes Buch zoomen: Food & Goods Convention, Wolverhampton, 1973. Oder ist das eine Acht am Ende? Jedenfalls befinde ich mich in der näheren Gegenwart – das beruhigt. Aber als ich den hinteren Raum betrete, beunruhigt nicht nur der abgebrochene Treppenaufgang zur Turmspitze, sondern auch die Wand neben mir. Jemand hat mit blau leuchtender Farbe eine chemische Formel daran gepinselt. Ein Verrückter? Ich will das Haus verlassen, aber kurz davor gehe ich
Dear Esther: Vom Mod zum Remake

Was als Modifikation für Half-Life 2 im Jahr 2008 begann, entwickelte sich bald zum Geheimtipp. Dear Esther ist ein kommerzielles Remake dieser Premiere, das zusammen mit Leveldesigner Robert Briscoe (Mirrors Edge) entstanden ist.

Die Entwickler von thechineseroom haben noch zwei Projekte in der Pipeline Ein Spiel in offener Welt namens „Everybody’s Gone to the Rapture“ für PC und PS3 sowie ein Projekt namens „gameB“.
automatisch in die Knie und höre Möwen kreischen.

Ich schaue mich um, aber sehe keine Vögel. Dabei müssen sie doch direkt über mich hinweg geflogen sein? Moment mal: Ich will wissen, was hier los ist! Ich werde hier jeden Stein umdrehen und Hinweise suchen, um das Geheimnis dieser Insel zu lüften. Und zwar wissenschaftlich fundiert, natürlich kombinatorisch organisiert - so wie in jedem guten Adventure.

Aber schnell finde ich heraus, dass diese seltsame Reise anders verläuft, dass Interaktion hier deutlich hinter dem Erleben steht und dass die Grenzen des klassischen Spiels überschritten werden: Es gibt kein Inventar, keine Gegenstände, keine Rätsel, kein Klettern. Wie bitte? Nein, auch keine Bosskämpfe.

Kommentare

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  • pzzzd schrieb:
    meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen. also leute, bei aller liebe, aber mit einem spiel im eigentlichen sinne hat das doch überhaupt nichts zu tun.
    Stellt sich natürlich die Frage, wie man "spiel im eigentlichen sinne"  [...]
    pzzzd schrieb:
    meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen. also leute, bei aller liebe, aber mit einem spiel im eigentlichen sinne hat das doch überhaupt nichts zu tun.
    Stellt sich natürlich die Frage, wie man "spiel im eigentlichen sinne" definiert.
  • meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen. also leute, bei aller liebe, aber mit einem spiel im eigentlichen sinne hat das doch überhaupt nichts zu tun. das ist eine minimal interaktive grafik engine demo mit etwas bli bla blubb Drumherum. mich hat es etwas an das alte half-life 2: lost coast  [...] meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen. also leute, bei aller liebe, aber mit einem spiel im eigentlichen sinne hat das doch überhaupt nichts zu tun. das ist eine minimal interaktive grafik engine demo mit etwas bli bla blubb Drumherum. mich hat es etwas an das alte half-life 2: lost coast erinnert. rumlaufen, grafik genießen und Schildchen mit Entwickler Kommentaren lesen...gääähn...wo ist da bitte schön der "spielspaß" ? wenn jemand lust auf tiefsinnige Dialoge bzw. Monologe hat, dann soll er ein Hörbuch hören. wenn jemand, so wie ich, ein "außergewöhnliches Platin ausgezeichnetes spiel" erwartet, dann: finger weg ! mit jeder zweiten 0,99 Cent Smartphone app hab ich mehr spielspaß für's Geld. also von mir bekommt das game eine power gurke
  • so ich habe mich auch getraut dieses "Spiel" auszuprobieren. Leider bin ich irgendwann auf meiner Tastatur aufgewacht. Ne das ist wohl nur für Leute die zuviel Zeit und nix zu tun haben. Denn soviel Zeit hab ich noch nie verschwendet wie mit diesem Werk. Der Test ist i.O. aber da hatte  [...] so ich habe mich auch getraut dieses "Spiel" auszuprobieren. Leider bin ich irgendwann auf meiner Tastatur aufgewacht. Ne das ist wohl nur für Leute die zuviel Zeit und nix zu tun haben. Denn soviel Zeit hab ich noch nie verschwendet wie mit diesem Werk. Der Test ist i.O. aber da hatte der Tester wohl zuviel Euphorie reingestreut. Denn ich kann mit diesem "Spiel" rein garnichts anfangen und würde es niemanden auf der Welt empfehlen