Analogue: A Hate Story - Test - 4Players.de

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Analogue: A Hate Story (Adventure) von Love Conquers All Games
Analogue: A Hate Story
2D-Adventure
Release:
27.04.2012
Spielinfo Bilder Videos
Ein Raumschiff namens „Mugunghwa“ schwebt führerlos durchs All. Nicht nur der Name klingt seltsam, auch die Umstände sind mysteriös: Immerhin gilt das Schiff seit Jahrhunderten als verschollen. Außerdem war es zu seiner Zeit ein Pionier, denn es sollte die erste menschliche Kolonie in der Galaxie gründen – nur kam es nie an seinem Ziel an. Was ist damals passiert? Das gilt es in einem ungewöhnlichen Textadventure als digitaler Ermittler heraus zu finden.

Koreanische Verwirrungen

Aller Anfang ist grau: Zu Beginn muss man die künstliche Intelligenz aktivieren.
Aller Anfang ist grau: Zu Beginn muss man die künstliche Intelligenz aktivieren und hat nur Zugriff auf wenige Befehle. Obwohl das Raumschiff hunderte Jahre verschollen war, funktionieren seine Systeme.
Wenn Kim Jung-su der Vater des Mannes ist, der wiederum der Erzeuger von Kim Yeong-seok ist, der allerdings von Kim Jung-su, einem weiteren Sohn des Erstgenannten, adoptiert wurde, dann müsste seine Frau doch...hä, was? Moment mal, das kann alles nicht sein, denn Yeong-seok wurde ja quasi angeenkelt und ist nicht blutsverwandt! Also nochmal auf diesen verflixten Stammbaum schauen. Warum sind da alle eigentlich weibliche Namen so unvollständig? Schließlich muss ich heraus finden, welche Frau sich hinter der ominösen „Pale Bride“ verbirgt, die die zweite Frau des Captains und Kaisers Ryu In-ho war.

Kim? Koreaner? Kaiser? Ihr seid verwirrt? Kein Problem, das Ziel ist immerhin klar: Ich brauche das Admin-Passwort, damit ich alle Daten runterladen kann. Deshalb arbeite ich mich als digitaler Ermittler gerade durch Stammbäume und den Brief der ersten Frau des Captains der Mugunghwa, um einen Hinweis auf den Familien-Namen  der „Pale Bride“ zu finden. Irgendjemand hat ihren wahren Namen scheinbar unkenntlich gemacht, aber er ist das Passwort, das mir Zugang zu weiteren Dokumenten gewährt. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nach hunderten Jahren nicht als Erster physisch an Bord muss, sondern nur digital recherchieren und alles runterladen soll. Denn schon bei der Lektüre der ersten privaten Blogs zeichnet sich ab, dass innerhalb der koreanischen
Spiele-Autorin Christine Love:

Das ist nicht das erste Spiel der Independent-Entwicklern, die seit 2007 textbasierte Adventures alter Schule veröffentlicht. Wie man anhand des Namens vermuten könnte, ist Digital: A Hate Story scheinbar der erzählerische Gegenentwurf des mysteriösen Computerhack-Abenteuers Digital: A Love Story des Jahres 2010. Aber man muss weder dessen Story noch Hintergründe kennen, um die Geheimnisse des Raumschiffes zu lüften.
Besatzung etwas gewaltig schief ging – da ist von Idioten, Hurerei, Eifersucht, Hass und Mord die Rede.

Das Patriarchat im Weltall

Ist ja auch kein Wunder, denn das Raumschiff befand sich seit dem 25. Jahrhundert tausende Jahre ohne Kontakt zur Erde im All. Ob die alle durchgeknallt sind? Jedenfalls hat sich aus einer einfachen Besatzung, die für die Erde eine Kolonie gründen sollte, scheinbar eine ebenso hierarchische wie frauenfeindliche Gesellschaft mit einem Kaiser an der Spitze entwickelt - inklusive eigener Zeitrechnung bis zum Jahr 322! Den Eindruck einer patriarchischen Tyrannei erwecken jedenfalls die Dokumente, die mir die erste Künstliche Intelligenz des Schiffes zugänglich macht. Damit ich diese AI *Hyun-ae überhaupt aktivieren konnte, musste ich wie in alten Textadventures mit Befehlen arbeiten: download, disable_ai, enable_ai, help, su, quit. Mmh, womit fange ich da an...ups, Error? Na gut, also weiter...

Hat man sich erfolgreich vorwärts gehackt, gelangt man von einem grauen Computerterminal auf einen strahlend weißen Bildschirm, auf der einen die AI in Form einer schwarzhaarigen Mangalady mit Rehblick begrüßt. Hier muss man keinen Text à la „Bediene Computer mit Händen“ eingeben und kann nahezu alles über Klicks bedienen. Allerdings darf man nicht gezielt in einem Archiv recherchieren, sondern muss sich Stück für Stück vorwärts wühlen, bis sich aus zahlreichen Fragmenten ein Bild ergibt. Die AI hat eine Persönlichkeit und scheint erfreut über den Kontakt nach all den Jahren, stellt Fragen und
Im Laufe der digitalen Ermittlungen muss man auch Fragen der Ai beantworten - leider gibt es immer nur zwei Antworten.
Im Laufe der digitalen Ermittlungen muss man auch Fragen der AI beantworten - leider gibt es immer nur zwei Antworten.
wird überraschend persönlich. Außerdem gewährt sie Zugriff auf erste Dokumente und kommentiert die Texte auf Wunsch. Das ist zunächst angenehm hilfreich, aber auf Dauer auch das zentrale Element zur Lösung nahezu aller Probleme - man kommt nur weiter, wenn man bei der AI nachhakt.

Fünf mögliche Enden

Allerdings hat man es bald mit einer zweiten weiblichen AI zu tun, die sich etwas offensiver gibt, andere Dokumente öffnet und die Ereignisse an Bord anders darstellt. Schwarz oder blond? Welcher Lady glaubt und vertraut man, wie antwortet man auf ihre teilweise bohrenden Fragen? Welche Schicksale verbergen sich in den zig Dokumenten? Die Texte sind gut geschrieben und man ertappt sich dabei, dass man beim Stöbern in all den privaten Eindrücken umgehend Symapthien für oder Abneigungen gegen andere Charaktere oder Familien entwickelt. Es gibt allerdings keinerlei Sprachausgabe und lediglich unübersetzte Texte, so dass man aufgrund der zahlreichen Intrigen und Details im passiven Verständnis des Englischen fit sein sollte. Schade ist, dass das ansonsten gute Drehbuch die beiden AIs zu schnell ins kitschig Romantische oder Persönliche abschweifen lässt.

Je nachdem, wie man sich in den-  leider auf zwei Antworten beschränkten - Gesprächen verhält, kann es ein anderes von fünf möglichen Enden geben,  von denen ich eines bereits nach drei Stunden freigespielt hatte; allerdings mit einer bescheidenen Aufklärungsquote. Wer alles über die Hintergründe erfahren will, muss sich auch intensiver mit den Dokumenten sowie beiden AIs beschäftigen, wobei man sie separat abschalten und sogar gegeneinander ausspielen kann. Außerdem kann man weitere Befehle für das Computerterminal freischalten, um z.B. auf Reserven und Reaktoren des Raumschiffs zuzugreifen. Allerdings bleibt es spielerisch bei viel Lektüre und etwas zu simpler Aktion, die den rechtzeitigen AI-Ratschlag zu inflationär zur Lösung der Rätsel einsetzt.

Kommentare

Nuracus schrieb am
MiLCHMAUSiE hat geschrieben: Da meine PC-Karriere als Spieler mit Pac-Man, Blockout und Dune 2 erst begann, kam ich leider nie in die Situation, ein derartiges Spiel zu spielen. Von daher reizt es mich... wenn auch irgendwie aus einer seltsamen Neugier heraus.
Solltest du zufällig CoD Black Ops haben oder es dir von nem Kumpel leihen können, schau mal rein - dort gibts ein Text-Adventure als Easter-Egg.
ArThor schrieb am
MiLCHMAUSiE hat geschrieben:Ein.... TEXT-Adventure? 2012? ...öhm... naja. Es ist zumindest mal was ...anderes.
Darf ich dir mitteilen, dass diese sogenannten Text adventure in japan gang und gebe sind :D Nach wikipedia sind 70% aller in Japan verkauften Computerspiele "Visual Novels" in solchem Stil. Ich hab momentan 4 davon auf meinem Desktop und sie sind alles vollwertige Games mit >100 Stunden Lesezeit/spielzeit und fanübersetzung. :wink:
http://en.wikipedia.org/wiki/Visual_novel
Sevulon schrieb am
Woher habt ihr eure 73% Wertung? Also mir wird eine klare 72% angezeigt.
MiLCHMAUSiE schrieb am
Ein.... TEXT-Adventure? 2012? ...öhm... naja. Es ist zumindest mal was ...anderes.
Wenn ich Diablo III dann mit allen 5 Charaktären auf "Hölle" besiegt habe (Inferno-Frust brauche ich nicht) werde ich es mir wohl zulegen.
Da meine PC-Karriere als Spieler mit Pac-Man, Blockout und Dune 2 erst begann, kam ich leider nie in die Situation, ein derartiges Spiel zu spielen. Von daher reizt es mich... wenn auch irgendwie aus einer seltsamen Neugier heraus.
KONNAITN schrieb am
slayerwarp hat geschrieben: Ahja btw, 622 Jahre, die das Schiff verschollen war, sind etwas weniger als "Tausende vom Jahren" :D
Ich hab mir grad die Demo angeschaut.
Im Überschrifttext steht es aber richtig: "Immerhin gilt das Schiff seit Jahrhunderten als verschollen".
So ein Mist. Seit tausenden von Jahren verschollen hätte ich interessant gefunden, aber nur seit hunderten ist langweilig. Also werde ich es eher nicht kaufen. ;)
schrieb am

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