Dragon Age: Inquisition - Test, Rollenspiel, PlayStation 4, PlayStation 3, PC, Xbox 360, Xbox One - 4Players.de

 

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Dragon Age: Inquisition (Rollenspiel) von Electronic Arts
Ein Fantasy-Spielplatz in XXL
3D-Rollenspiel
Entwickler: BioWare
Publisher: Electronic Arts
Release:
20.11.2014
20.11.2014
20.11.2014
20.11.2014
20.11.2014
Spielinfo Bilder Videos

Vier Jahre hat BioWare an Dragon Age: Inquisition für PC, PlayStation 4 und Xbox One gearbeitet. Kein Wunder, dass sowohl die Vorfreude als auch die Erwartungen bei Rollenspielern groß sind. Mit der Übernahme des Studios durch Electronic Arts ist allerdings auch die Skepsis gewachsen. Können die Kanadier mit ihrem neuen XXL-Konzept begeistern? Können sie ein faszinierendes Abenteuer mit ihren erzählerischen Tugenden, mit dramatischen Entscheidungen und lebendiger Party-Interaktion erschaffen? Und all das in einer offenen Welt à la The Elder Scolls V: Skyrim inszenieren? Mehr dazu im Test.



Ein Einstieg, sie zu hetzen

Da wollte sie gerade den langjährigen Konflikt zwischen Templern und Magiern auf einer Versammlung schlichten, aber dann geschieht das Unfassbare: Ihre Heiligkeit und fast alle namhaften Anwesenden fliegen in die Luft. Damit nicht genug, öffnen sich mit der tödlichen Explosion überall Risse in der Welt, durch die Dämonen eindringen. Was ist hier los? Wer steckt dahinter? Am Ort des Geschehens findet man einen bewusstlosen Charakter, dessen Hand genauso grünlich pulsiert wie das klaffende Loch am Himmel. Die Sache scheint klar: Das muss der Terrorist sein! Und ihr dürft das Häufchen Schuld erstmal figürlich formen.

Man erstellt einen Charakter aus vier Rassen sowie drei Klassen mit eigenen Talentbäumen.
Man erstellt einen Charakter aus vier Rassen sowie drei Klassen (plus zwei Varianten) mit eigenen Talentbäumen.

Kaum hat man sich für ein Geschlecht, eine Klasse (Magier, Krieger, Schurke), ein Volk (Mensch, Elf, Zwerg, Qunari) sowie Frisur, Narben, Stimme & Co entschieden, bekommt man es mit der Wut der Überlebenden zu tun, die einen am liebsten sofort hinrichten würden. Diese Ausgangslage ist zwar eine gewöhnliche: BioWare bedient sich beim traditionellen Motiv der mysteriösen äußeren Bedrohung, das u.a. an The Elder Scrolls IV: Oblivion oder an viele andere Abenteuer mit dämonischen Invasoren erinnert. Aber die Situation ist in diesem Fall dramaturgisch sehr interessant - gerade weil man in der Haut des vermeintlichen Täters steckt! Nur überspringt das hektische Drehbuch diesen potenziellen Konflikt, bevor er überhaupt wachsen kann.

Vom Terroristen zum Weltenretter

Für ruhiges Rollenspiel lässt BioWare trotz einiger Dialoge, in denen man als verdutzter Gefangener der Inquisition hilfsbereit, verstört oder wütend reagieren kann, nicht nur in diesem Einstieg zu wenig Raum – es geht Schlag auf Schlag. Man hat also gar nicht die freie Wahl, ob man z.B. fliehen oder kooperieren will. Es ist vollkommen egal, wie man reagiert. Obwohl die Inquisitorin ihr Misstrauen sehr überzeugend spielt, gibt sie es ein paar Minuten später schon auf und überlässt dem Terroristen eine

Neben dem Geschlecht könnt ihr auch das Aussehen mit Frisuren, Narben & Co anpassen. Allerdings nur das gesicht, nicht den Körper.
Neben dem Geschlecht könnt ihr auch das Aussehen mit Frisuren, Narben & Co anpassen. Allerdings nur das gesicht, nicht den Körper.

Waffe. Hey BioWare, warum so oberflächlich, so hektisch? Warum darf ich nicht noch etwas mit dieser Situation schauspielen? Auch die Szenen der Empörung oder der Wut innerhalb der normalen Leute werden nur in den Zwischensequenz überzeugend eingesetzt, bevor man in der Spielwelt nichts mehr davon spürt. Dieses Problem der schnell durchschauten Oberfläche sowie des Widerspruchs zwischen Erzähltem und Erlebtem ist das ganze Abenteuer über zu beobachten.

Es ist sehr schade, dass sich die Kanadier im Einstieg nicht mehr Zeit für eine Entwicklung lassen, damit man sich besser mit seiner Rolle identifizieren kann – in Dragon Age: Origins oder Mass Effect wurde man wesentlich

Status quo der Spielwelt festlegen:

Ohne Spielstände aus dem Vorgänger kann man die aktuelle Situation aktiv simulieren. Über das kostenlose „Dragon Age Keep“ lassen sich zig Entscheidungen treffen, die dann im Hintergrund eine Rolle spielen. Wer darauf verzichtet, startet mit einer Standardvariante. Kenner von Dragon Age werden auch darin auf einige erzählerische Anspielungen und bekannte Charaktere treffen. Ihr braucht eine Story-Auffrischung? Was bisher geschah zeigt dieses Video.

besser in die Handlung geführt. Viel zu schnell mutiert man vom Hauptschuldigen zum Hoffnungsträger. Das ist rein erzählerisch natürlich nachvollziehbar, denn nur die grünlich wabernde Magie an der eigenen Hand kann die Risse schließen. Außerdem scheint jede weitere Ausbreitung der dämonischen Spalten den mysteriösen Fremden selbst zu verletzen. Man wird quasi gezwungen, zusammen mit der Inquisition sein eigenes Leben und gleichzeitig die Welt zu retten - selbst wenn man einen abtrünnigen Elfen spielt, dem ihre Heiligkeit eigentlich am Spitzohr vorbeigeht. Trotzdem: All das hätte man mit ruhiger Regie glaubwürdiger und offener gestalten können.



Kommentare

JunkieXXL schrieb am
Also ich finde Odyssey schwächer als Inquisition, und Odyssey ist von Mathias immerhin mit 84 Prozent bewertet worden. Es ist halt alles ne extrem subjektive Geschichte. Man kann nur festhalten, dass der Metascore von Inquisition bei 89 Prozent liegt und damit deutlich von Jörgs Wertung abweicht. Und auf die Frage, warum sie abweicht, wurde im letzten Talk von Jörg und Mathias eine Antwort gegeben. In dem machte Jörg nämlich den Vorschlag, Bioware umzubenennen in EA-Irgendwas, da so der Nostalgie-Schmerz verschwinden würde. Mathias pflichtete ihm bei mit der Ergänzung, dass so auch der persönliche Anspruch verschwinden würde.
Das lässt darauf schließen, dass die schlechte Wertung hier auf eine enorme Erwartungshaltung zurückzuführen ist. (Die ich z.B. nie hatte)
SethSteiner schrieb am
Wenns einfach nur ein solides RPG ist, könnte man auch 50 vergeben, das sollte normal ja den Durchschnitt kennzeichnen.
Stalkingwolf schrieb am
Ich fand das Game gar nicht so schlecht. und imo ist die Bewertung emotional/subjektiv total überzogen, was nichts neues ist von Jörg.
Klar es ist kein Witcher, aber es ist ein solides RPG mit ein paar interessanten Charakteren und Quest.
Dazu sehr gute Musik und ein sehr gutes Kampfsystem.
Die Kämpfe gegen die Drachen waren ziemlich intensiv.
Aber für Teil 4 sehe ich schwarz. Gleiches System wie Anthem? Ein Live Service für ein RPG Spiel? Ich befürchte das schlimmste.
Da wäre es besser wenn EA vorher Bioware dicht macht.
JunkieXXL schrieb am
4P|T@xtchef hat geschrieben: ?
05.04.2019 12:51
Was bin ich nach all den Jahren froh, dass ich diesen elenden Rollenspiel-Krampf auch so bewertet habe. BioWare war mal einer der besten Arbeitgeber Kanadas...Mann, Mann, Mann:
Zunächst hebt Schreier hervor, dass viele Mitarbeiter in dem Studio aufgrund der harschen Arbeitsbedingungen (Crunch) mit Depressionen, Zusammenbrüchen und Angstzuständen zu kämpfen hatten - und viele langjährige Mitarbeiter das Studio bereits verlassen haben. Als eine der Ursachen für die Arbeitsbedingungen wird der Erfolg von Dragon Age: Inquisition (2014) aufgeführt, der "eines der schlimmsten Dinge war, die passieren konnten", hieß es. Das Rollenspiel (4P-Wertung: 59%), das mit mehreren Game-of-the-Year-Awards ausgezeichnet wurde, war das Ergebnis eines anstrengenden Produktionsprozesses, der von Unentschlossenheit und technischen Herausforderungen geprägt war. Ein Großteil des Spiels wurde in einem Jahr erstellt, was zu langen Überstunden, Crunch und viel Erschöpfung führte. "Einige der Leute in Edmonton waren dermaßen ausgebrannt", sagte ein ehemaliger BioWare-Entwickler. "Wir brauchten eigentlich das Scheitern von [Dragon Age: Inquisition], damit die Leute erkennen, dass dies nicht der richtige Weg ist, um Spiele zu machen."
Hier die komplette News, die sich vor allem um die Katastrophen in der Entwicklung von Anthem:
https://www.4players.de/4players.php/sp ... _Tabu.html
In dem Text steht aber auch:
In diesem Zusammenhang wird der interne Begriff "BioWare Magic" erwähnt, der besagt, dass egal wie hart die Produktion auch sein mag, sie die Dinge in den letzten Monaten immer irgendwie zusammenbekommen würden. Selbst wenn sich ein Projekt wie eine totale Katastrophe anfühlt, würde es den Glauben geben, dass alles mit harter Arbeit - und genug Crunch - irgendwie gut wird. Bei der Mass-Effect-Trilogie und Dragon Age: Inquisition hat diese "Magie" wohl noch gegriffen. Bei Mass Effect Andromeda und Anthem nicht mehr.
Und diese Magie ist das...
Bachstail schrieb am
So können sich Meinungen unterscheiden, ich finde Inquisition etwas besser als Origins und auch um einiges besser als den Witcher, für mich gehört es in meine persönliche Top 5 meiner Lieblingsspiele.
schrieb am