Earth 2160

Test: Earth 2160

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  3  |  4  |  Fazit 

Autor:
Jörg Luibl

Kolossale Kulisse

Die Kampagne ist spannend, die Dialoge sind gut und es ist Leben in der Bude. Aber wie sieht es auf dem Schlachtfeld aus? Fantastisch. Dass die Kulisse rockt, liegt an der leistungsstarken PBC-Engine: Sandstürme rauben euch die Sicht und fließende Tag- und Nachtwechsel tauchen die Landschaft mal in gleißend helle, mal in schattig kühle Farben. Ihr könnt sogar
Ein Koloss vor der Landung: Earth 2160 wurde nicht nur gigantisch verpackt, sondern bietet auch massig Spiel fürs Geld.
mit einer Einheit in die Ego-Perspektive wechseln, um die Umgebung hautnah zu erkunden. Es gibt sowohl natürlichen Dunst als auch eine Art Elektrosmog, der den Nebel des Krieges darstellt. Und die Echtzeitschatten wandern mit dem Sonnenstand um Objekte herum. Wenn dann erst Laser und Raketen loslegen, gibt's eine silvesterreife Partikelparty mit sternförmigen Rauchfontänen; selbst Einschusslöcher und Staub sind nach Kämpfen auf euren Fahrzeugen zu sehen - klasse!

Earth 2160 schlägt Perimeter und Ground Control 2 in Sachen Landschaft, Gebäude und Explosionen um Längen. Es gibt zwar kein spektakuläres Nahkampffest à la Warhammer 40.000: Dawn of War , aber darauf ist Earth 2160 auch nicht ausgelegt. Dafür sehen die Bewegungen der organischen Wesen wiederum fantastisch aus: Wenn eine vierbeinige Mantian Queen über den Sandboden krabbelt, kommt Freude auf. Überhaupt glänzt das Figurendesign mit eigenwilligen Ideen und bizarren Einfällen: Reparaturroboter schweben werkelnd über euren Türmen, Raketenwerfer gleiten auf Schienen die
Die PBC-Engine:

* eigens für Earth 2160 entwickelt
* Verschleißspuren an Fahrzeugen & Gebäuden
* Hollow-Lighting & Mesh-Morphing
Mauern entlang, Aliens kauern sich zur Verteidigung zusammen. Nur ab und zu hapert es an den Details: Die Kriechbewegungen der Soldaten könnten besser sein und ab und zu gibt es falsche Grafiken beim Schuss aus der Deckung: obwohl der Laser nach unten schießt, fällt oben ein Gegner um.

Aber das sind Peanuts, wenn man bedenkt, dass auch eine Physik-Engine zum Einsatz kommt: Ihr könnt z.B. eine Geröll-Lawine auslösen, indem ihr Felsen an einem Abhang so vorteilhaft anschießt, dass sie Richtung Tal und Feind donnern - auf dem Weg walzen sie alles nieder. Und das Schöne ist, dass Earth 2160 vor allem eine leistungsfähige Grafikkarte, aber nicht unbedingt einen ultraschnellen Prozessor benötigt. Ein Minimum liegt allerdings bei einer GeForce 3Ti, 1,5 Ghz samt 512 MB Ram. Das sollte bei runtergeschraubten Details auch für knackige Multiplayergefechte ausreichen, die ihr im LAN oder über das Earthnet inklusive Statistiken und Chatfunktion austragen könnt. Die vier Spieltypen "Gebäude zerstören", "Gegnerischen Helden töten", "Friedfertiger Beginn" und "Onkel Sam" bieten genug Variation - in letzterem Modus habt ihr nur begrenzt Rohstoffe zur Verfügung.

Komfortable Truppenverwaltung

Earth 2160 bleibt seinen Vorgängern treu und serviert euch sowohl einen umfangreichen Aufbauteil samt Rohstoffsuche als auch Forschung und Kampf. Und bei der Vorbereitung dazu fällt sofort der innovative Komfort ins Auge: Ihr könnt nämlich schon in der Bauphase bestimmen, zu welcher Gruppe der kommende Panzer gehören soll und ihn anweisen, direkt dorthin zu fahren - ideal, wenn es an der Front brennt und der Nachschub schnell kommen soll. Noch effektiver sind ganze Baupakete aus verschiedenen Truppentypen, denn dann braucht ihr später nicht manuell dafür zu sorgen, dass es einen harmonischen Ausgleich zwischen den Waffengattungen gibt: Infanterie, Luftabwehrwagen, Panzer und Flieger sind sofort in einem Team. Lobenswert ist auch, dass eure Truppen Erfahrung in mehreren Rangstufen gewinnen und so deutlich besser attackieren oder mehr einstecken. Knapp ein Dutzend Veteranen werden in die nächste Mission übernommen - allerdings könnt ihr sie euch nicht selbst aussuchen.

Zeit für's Waffenstudium? Das ist nur einer von drei ausgefeilten Technologiebäumen.
Auch die Erforschung neuer Technologien geht bequem von der Hand: Wenn ihr unbedingt den schweren Kampf-Mech Jaguar entwickeln wollt, reicht ein Klick auf ihn und alle nötigen Forschungen werden automatisch auf lange Sicht durchgeführt - auch wenn ihr erst in der Startphase seid.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und bietet euch bei der Fülle an Informationen immer hilfreiche Mausover-Texte, die die Waffensysteme kurz und knackig erklären. Zudem sorgen die vielen kleinen Icons für Durchblick, denn sie zeigen euch sofort an, ob euer Gefährt nur gegen Luft- oder auch gegen Bodenziele einsetzbar ist.

Raketen, Säure & Laser

Das Waffen- und Einheitenangebot ist ein Traum für Tüftler. Ihr könnt dank des modularen Bausystems z.B. ganz eigene Fahrzeuge oder Flieger kreieren: Ihr wählt das erforschte Chassis aus und habt danach Zugriff auf diverse Antriebe, Panzerungen, Waffen und Zubehör. Ihr könnt aus einem Laser spuckenden Buggy in null Komma nichts z.B. einen schnellen Raketenwerfer inklusive Schutzschild basteln. Oder aus einem reinen Bomber einen Kampfjet zaubern. Eure neuen Fahrzeuge könnt ihr nicht nur benennen, sondern umgehend im Produktionsfenster unter die Lupe nehmen, denn mit jedem Bauteil ändert sich natürlich auch das Aussehen.

Möglich wird der Umbau natürlich erst bei ausreichend Forschung. Der ausgefeilte Technologiebaum ist vielleicht die größte Stärke von Earth 2160, denn er lädt immer wieder zum Experimentieren ein. Die vielen Waffensysteme sorgen dafür, dass es auf dem Schlachtfeld nie zu langweiliger Statik kommt: Wenn euer Gegner plötzlich einen Abwehrlaser für seine Flieger erforscht, der eure Boden-Luft-Raketen pulverisiert, müsst ihr schnell eine alternative Waffe für eure Türme erforschen. Oder helfen vielleicht Ionenblaster? Oder ätzende Chemie? Die Möglichkeiten sind so enorm, dass sich selbst die Gefechte mit gleichen Parteien selten ähneln.
     

Kommentare

Du musst eingeloggt sein, um einen eigenen Kommentar verfassen zu können. Bewertungen können ohne eingeloggt zu sein vergeben werden. Jetzt einloggen
  • sorry für OT aber Wenn ein Spiel das im MP soviel bietet wie ArmA II wegen des schlechten SP'S komplett herunter gewertet wird, dann kann man eigentlich nicht wirklich verstehen, wieso hier ein MP der online scheinbar noch nicht wirklich ausgereift war aber im LAN halwegs gut spielbar war als er  [...] sorry für OT aber Wenn ein Spiel das im MP soviel bietet wie ArmA II wegen des schlechten SP'S komplett herunter gewertet wird, dann kann man eigentlich nicht wirklich verstehen, wieso hier ein MP der online scheinbar noch nicht wirklich ausgereift war aber im LAN halwegs gut spielbar war als er erschien, mit 90 % bewertet wird. Lieber Jörg soll ich dir mal ne Liste machen wo wir dasselbe wie du mit Sci Fi RTS mit (R)eal(T)ime(M)ilitary(S)imulation betreiben, was ArmA II alles neues bot und welche MP Möglichkeiten alleine durch den Editor dazukamen. Ist zwar eigentlich unfair ein spiel das so lange her ist für eine retourkutsche zu missbrauchen. aber ich hoffe du verstehst diesen kleinen Einwurf, denn ich bemerke diese scheinbar fehlgeleitete Subjektiität in letzter zeit öfters. Ist nicht bös gemeint aber man sollte ein Spiel immer nach allen in dem Genre verfügbaren Genregrössen messen und sich nicht neue Genremerkmale einfallen lassen. Meistens sind es die natürlichen und von den meisten Spielern gewollten Features, in einem Spiel wie ArmA II such ich bspw keine schnelle balleraction, sowas mit CoD zu vergleichen ist für mich sowas wie Äpfel und Birnen vergleichen. Aber bei Strategiespielen sind wahrscheinlich andere Features welche die Spieler zum Kauf animieren.
  • Was wir hier machen ist zwar necro-posting, aber stimmt, ich habe es auch gerade mal wieder installiert :wink:
  • cooles spiel , selbs nach 5 jahren ist die Grafik noch sehr gut und das gameplay ist auch super