Fraktionierte Spielereien
Die Verhältnisse unter den Fraktionen sind dynamisch und werden von den Anführern festgelegt. So kommt es mal zur friedlichen Koexistenz und dann wieder zu hasserfüllten Kämpfen. Da es in Face of Mankind kaum computergesteuerte NPCs gibt, stehen PvP-Gefechte (Spieler gegen Spieler) an der Tagesordnung. Level 1-Ratten oder Level 5-Amokroboter werdet ihr nicht auf eurer „Was ich erledigen muss“-Liste finden, stattdessen laufen euch bei den Missionen fast ausschließlich menschliche Kontrahenten über die Bildfläche, die in der Regel alles unter Beschuss nehmen, was humanoide Züge trägt und nicht von der eigenen Fraktion ist.
Welche Partei gerade mit euch im Clinch liegt, ist aus dem übersichtlichen Menü ersichtlich und sofern andere Spieler online sein sollten, könntet ihr euch über den Fraktionschat mit Gleichgesinnten verabreden. Dabei fällt allerdings auf, dass sich kaum Spieler im Face of Mankind-Universum herumtreiben. Es kann vorkommen, dass ihr zur Hauptspielenszeit mutterseelenallein durch eine Metropole spaziert und nur mit viel Glück einen anderen menschlichen Zocker zu Gesicht bekommt. Diese unerfreuliche Tatsache liegt erstens an der verschachtelten Architektur der Städte/Kolonien und zweitens an der kleinen Spielerzahl für solch ein aus 30 persistenten Kolonien bestehendes Universum.Solche "großen" Scharmützel halten sich in Grenzen. Viel häufiger kommt es vor, dass manche "Gangs" am Ausgang von Vortex-Röhren campen...
Sci-Fi-Shooter
Trefft ihr früher oder später auf Kontrahenten, könnt ihr euren Charakter je nach Vorliebe aus einer übersichtlichen Third-Person-Perspektive oder aus der Ego-Shooter-Ansicht steuern. Hierbei orientiert sich das Kontrollschema an Unreal bzw. Unreal Tournament (Springen, Ducken, Strafen, etc.), allerdings mit einem langsameren Kampftempo und fünf Basiswerten wie Gesundheit, Ausdauer, Bioenergie, Panzerung und Bewusstsein. Diese Charakter-Werte werden von der Ausrüstung sowie Implantaten beeinflusst und sind ständig in einem hässlichen Interface oben links in der Ecke zu sehen. Stirbt euer Charakter, so ist er wirklich tot, es sei denn ihr habt vorher eine kostenpflichtige Klonversicherung abgeschlossen, die euren Fortbestand sichert.
Technisches Grundgerüst Monatliche Gebühr
Die Verkaufsversion von Face of Mankind enthält zwei kostenlose Monate, die ihr auf einer speziellen Website (siehe Handbuchfaltblatt) freischalten könnt - habt ihr bereits einen FoM-Account, ist es unmöglich die freien Monate auf diesen Account gutzuschreiben. Nach der Registrierung (und der in meinem Fall knapp 18 Stunden später folgenden Bestätigung) müsst ihr eine gültige Zahlungsmethode angeben. Ohne die Registrierung mit Kreditkarte, Bezahlung per Handy oder PayPal könnt ihr die kostenlose Spielzeit nicht nutzen. Pro Monat schlägt das Sci-Fi-Rollenspiel mit 9,95 Euro zu Buche.
Trotz bekannter Schauplätze auf der Erde wie Tokyo, Berlin oder New York, fällt die optische Präsentation von Face of Mankind ins Wasser. In den futuristischen Metropolen stehen zwar schön anzusehende gläserne Hochhäuser, aber im Gegensatz dazu müsst ihr euch permanent durch Dutzende karger, kaum mit Gegenständen ausgestatteten Räumen und Gassen quälen, in denen trostlose Grau-, Braun- oder Silbertöne vorherrschen. Selbst der „zerstörte“ Central Park kann keine atmosphärischen Belange erzeugen, was zumindest der Freiheitsstatue (umgeben von hässlichen Bäumen) in Ansätzen gelingt. Die gesamte Welt, egal ob auf der Erde oder in den Kolonien, wirkt trostlos, kalt und ungastlich. Selbst die netten, actionreichen Duelle öden aufgrund der sterilen Umgebung an. Nicht viel besser sehen im Endeffekt die Charakter-Modelle aus, die enorm viele Ecken und Kanten aufweisen und sich hölzern bewegen. Insgesamt könnte das Spiel vom Aussehen her eine alte UT-Modifikation sein.