Incredipede (Geschicklichkeit) von Northway Games
Incredipede
Incredipede
Puzzlegames
Entwickler: Northway Games
Publisher: -
Release:
25.10.2012
Spielinfo Bilder Videos

Der clevere Physik-Knobler Incredipede hat es in den Steam-Store und auf andere Download-Plattformen geschafft. Die surreale Glubschaugen-Heldin Quozzle erinnert frappierend an die Trickfilme aus Monty Python’s Flying Circus und brachte Entwickler Northway Games eine Nominierung beim Independent Games Festival ein.



Tausendfüßer Marke Eigenbau

Video
Mit ein paar Extra-Beinen sind ebenso obskure wie praktische Bewegungsabläufe möglich.
Ähnlich wie bei Spore lässt sich die seltsame Hauptfigur aufmotzen, hier bleiben die Mutationen allerdings minimalistisch. Zu Beginn holpert die mit nur einem Bein ausgestattete Quozzle noch ungelenk über die Plattformen. Je mehr Extremitäten man anbaut, desto geschickter kann sie laufen, klettern, Kugeln anstupsen, Balken über Abgründe stoßen und sogar schweben.

Das Kreaturen-Tuning gestaltet sich simpel: Einfach mit der Maus ein paar Knochen an den Kopffüßer kleben und langziehen. Zum Schluss bekommt er noch ein paar Muskeln verpasst. Diese müssen in die passende Richtung kontrahieren, damit der Mehrfüßer sich zum Obst und dem Ausgang voranstößt. Nicht nur die ideenreichen Puzzles faszinieren; auch Thomas Shahans Zeichenstil besitzt eine eigentümliche Note und erinnert ein wenig an mittelalterliche Bestiarien oder eben die surrealen Collagen aus Monty Python’s Flying Circus. Zunächst wirken Quozzles freiliegende Knochen und Muskeln ein wenig unheimlich. Durch ihre feine Mimik ist sie trotzdem irgendwie knuffig – und das, obwohl sie statt eines Gesichts nur ein Auge besitzt.

Eine Frage der Balance


Die Editor-Levels lassen sich im Spiel bewerten und sortieren. Auch einfaches Bewerben per Link, Twitter oder Facebook ist möglich.
Die Editor-Levels lassen sich im Spiel bewerten und sortieren. Auch einfaches Bewerben per Link, Twitter oder Facebook ist möglich.
Wer nicht bauen, sondern nur rätseln möchte, sollte erst einmal den Normal-Modus ausprobieren. Hier geben die Entwickler für jedes Rätsel ein fertig gebautes Viech vor.  Die Levels sind meist nur wenige Sekunden lang, lassen sich aber oft nur mit einem cleveren Trick oder einer speziellen Vorgehensweise lösen. Mal holt man aus, richtet sich durch einen Ruck auf und balanciert Schritt für Schritt über die Lava. Sprintet man zu schnell vorwärts, legt Quozzle sich auf die Nase bzw. auf’s Auge. Lässt man sich zu viel Zeit, verkohlen ihre Extremitäten.

Ähnlich wie in Trials Evolution ist beim Ausbalancieren viel Feingefühl nötig. Umso ärgerlicher ist es, dass keine Gamepad-Steuerung unterstützt wird. Die Tastatursteuerung funktioniert aber trotz digitaler Abfrage noch erstaunlich gut: Man tippt im Stakkato auf die Tasten, bugsiert sich vorsichtig voran und baut ab und zu Extremitäten mit der Maus an. Oft erreicht man den Ausgang nur mit einem Trick: Am Grund eines Tümpels muss Quozzle sich z.B. vom Grund lösen und danach sofort die Beine nach oben drehen.

Spagat und Gleitflug


Mehr Beine gefällig?
Mehr Beine gefällig?
Nur wenn das Timing stimmt, schießt sie durch den Auftrieb über die Wasseroberfläche und landet wie Jean-Claude Van Damme mit einem Spagat auf beiden Ufern. Danach muss man sie nur noch feinfühlig zum Ziel stoßen und auf dem Weg die Kirsche treffen. Mit dem Obst lässt sich der Brückenwächter zur nächsten Welt bestechen. Damit vorher kein Frust aufkommt, kann man bequem zwischen Rätseln wechseln oder per Knopfdruck blitzschnell neu starten.

In einem anderen Puzzle schwebt man im starken Aufwind und benutzt die Beine als Flügel. Die 120 Aufgaben lassen sich meist in unter einer Minute meistern – danach warten aber noch jede Menge Nutzer-Levels im Netz. Auch Kreaturen lassen sich im Editor erstellen und tauschen. Die Rahmenhandlung ist nur lose mit dem Spielablauf verknüpft, wird aber in hübschen Zeichentrick-Sequenzen präsentiert: Nachdem Quozzles Dorf von plündernden Kolonisten niedergebrannt wurde, begibt sich das Augenwesen auf eine Rettungsmission nach ihren entführten Geschwistern. Auch die entspannten Bongo-Rhythmen passen prima und beruhigen die Nerven, wenn man wieder mal knapp an einem Apfel vorbeigerauscht ist. Wenn man selbst Beine und Muskeln anbauen muss, ist der Erfolg manchmal zu sehr vom Glück abhängig. Gelegentlich wird es etwas frustig – oder man kann sich einfach stur mit sämtlichen Beinpaaren zum Ziel wurschteln. Wer in den Titel hineinschnuppern will, kann übrigens auf der Entwicklerseite Probe spielen.

 

Kommentare

  • das ist ja mal eine abgefahrene idee. thumbs up.
  • wo bleibt denn die ipad version. sieht wie gemacht fürs ipad aus!
  • Für nur 3 Stunden zahle ich nicht mehr als 3 ?uro nie kino? nie konzert? nie museum? keine filme auf dvd/br? kein fastfood/essen gehen? wow, das nenne ich konsequent das artdesign ist mal echt genial, werde ich mir mal näher anschauen.

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