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Warhammer 40.000: Storm of Vengeance (Strategie) von Eutechnyx
Ein Verbrechen an der 40K-Lizenz
Warhammer 40.000: Storm of Vengeance
Echtzeit-Strategie
Entwickler: Eutechnyx
Publisher: -
Release:
03.04.2014
03.04.2014
kein Termin
03.04.2014
Spielinfo Bilder Videos
Mit dem Zerfall von THQ wurden einige Lizenzen neu vergeben. So wechselten, neben den WWE- u.a. auch die Warhammer-40K-Rechte den Besitzer. Games Workshop entschied sich, auch anderen Studios als Relic die Möglichkeit zu geben, Spiele zu produzieren. Warum das nicht immer eine gute Idee ist, beweist Eutechnyx mit Warhammer 40.000: Storm of Vengeance.

Lizenzverwurstung der schlimmen Art.
 

Als Videospiele-Redakteur trifft man immer wieder auf Titel, bei denen man sich fragt, wer in der Produktion beschlossen hat, dass sie in dieser Form eine gute Idee wären. Im Vorfeld zu Warhammer 40k: Storm of Vengeance stell ich mir das Meeting bei Eutechnyx wie folgt vor: „Hey, Leute, die Warhammer-Lizenzen sind doch jetzt verfügbar. Damit kann man viel Geld verdienen!“ „Alles klar! Was könnten wir denn für ein Spiel machen? Darf nicht viel kosten, ihr wisst schon: Ride to Hell und so!“ „Wir haben da doch noch dieses Ninja Cats vs. Samurai Dogs. Einfach neue Grafiken drauf, die Texte vom Praktikanten übersetzen lassen, fertig!“ „Genial!“

Den Text hat der Praktikant wohl übersehen - besser als die Übersetzungen ist er allemal.
Den Text hat der Praktikant wohl übersehen - besser als die Übersetzungen ist er allemal.
Ja, richtig gelesen: Storm of Vengeance ist die typische Ein-Klick-Line-Defense, die mit Plants vs. Zombies ihren Zenit erreicht hatte. Aber wo die Gartenverteidigung von Pop Cap mit charmantem Artdesign, abwechslungsreichen Spielmodi und krudem Humor aufwarten konnte, herrscht in der fernen Zukunft nicht nur ewiger Krieg, sondern auch furchtbare Langeweile.  Auf immer gleichen sterilen Schlachtfeldern kämpfe ich auf der Seite der Dark Angels gegen anstürmende Orkhorden. Mit einem Klick baue ich Produktions- und Versorgungsgebäude, mit einem Klick sammle ich fertig produzierten Karten ein und mit einem Klick sende ich Marines in den Kampf. Gewonnen hat der, der zuerst drei der fünf Linien erobern kann, was selten länger als fünf Minuten dauert. Ein Hauch von Warhammer 40K – Atmosphäre? Fehlanzeige!

Stumpfsinnige Dumpfbacken-Strategie

Mehr gibt es nicht zu sehen: Die Präsentation ist ein Witz.
Mehr gibt es nicht zu sehen: Die Präsentation ist ein Witz.
Zudem ist die Spielmechanik simpel und repetitiv. Taktik? Übersicht? Timing? Ist kaum notwendig. Eine simple Überzahl reicht immer aus. Zudem spielt auch gezielte Zerstörung der feindlichen Produktionsstätten keine Rolle, da der Kontrahent trotzdem munter weiter Truppen produziert. Also werfe ich blind taktische Marines, Devastoren und Sturmtruppen in die Schlacht und warte ab. Kommt mir ein Feind auf einer Linie zu nahe, schicke ich eben auf dieser die nächsten Einheiten in den Kampf. Spannung geht wirklich anders. Immerhin kann ich meine Truppen aufrüsten und über die Sekundär-Ressource Ravenwing-Bikes oder Festungen beschwören – was die Schlachten aber höchstens noch einfacher macht.

Bei Eutechnyx hat man sich auch dafür entschieden, das Touch-Interface der iOS-Version einfach überhaupt nicht zu verändern. So arbeite ich mit Menüs, deren Schrift auch stark Kurzsichtige noch aus drei Metern Entfernung lesen könnten und deren Schaltflächen Bildschirm füllend sind. Sehr komfortabel. Auch schön: Die Übersetzung der Texte ist eine Katastrophe, da alle Sonderzeichen durch andere Buchstaben ersetzt worden sind. Zudem sind die Animationen und Kampfdarstellung ein Witz: Die Einheiten laufen sich entgegen, schießen und kloppen unspektakulär aufeinander ein und laufen weiter. Zu oft ignorieren dabei eigene Einheiten feindliche Truppen, die in der Linie neben ihnen angreifen – obwohl sie sie beschießen können. Dazu kommen Bugs wie reglos herumstehende Marines, die auf gar nichts mehr reagieren. Klasse!

Auch das noch!

Zu allem Überfluss gibt es nicht nur Einsätze der Space Marines, sondern auch eine Ork-Kampagne. Diese ändert am Spielverlauf gar nichts: Es gibt an aufeinander folgenden Kampftagen Haupt- und Nebenmissionen zu absolvieren, die alle in den gleichen zwei stupiden Spielmodi (normales Gefecht und Scharmützel ohne Basenbau) ablaufen. Auch hier
Es gibt gefühlte 4 Hintergründe. Immerhin lassen sich Ravenwing-Bikes herbeirufen.
Es gibt gefühlte 4 Hintergründe. Immerhin lassen sich Ravenwing-Bikes herbeirufen.
haben sich abenteuerliche Bugs eingeschlichen. So kann ich eine Nebenmission der Marines partout nicht abschließen. Trotz eines eindeutigen Sieges (Einnahme von drei Linien) geht das Gefecht verloren. Toll! Das nenne ich Inszenierung eines aussichtslosen Kampfes.
 
Auch auf dem iPad ist das Spielprinzip kaum an Belanglosigkeit zu überbieten, ergibt aber dank der jetzt passenden Menüs und für Busfahrten durchaus geeigneten 3-Minuten-Einsätzen etwas mehr Sinn. Zudem funktioniert die Touch-Bedienung halbwegs ordentlich. Trotzdem frage ich mich, warum ich nicht einfach stattdessen das deutlich bessere Plants vs. Zombies spielen sollte. Auch unter iOS sind zudem Bugs sowie hässliche und langweilige Kampfabläufe absolute Atmosphäre-Killer, die nicht den Hauch von Warhammer-40k-Stimmung aufkommen lassen wollen.

Kommentare

  • "Von den Machern von Ride to Hell: Retirement "
  • Aber alles in allem wünscht man sich eigentlich nur noch einen Exterminatus für Games Workshop. Och, ein Inquisitor des Ordo Malleus, der in dem Laden mal ordentlich aufräumt und die Häretiker ausmerzt, sollte doch schon reichen.  [...] Aber alles in allem wünscht man sich eigentlich nur noch einen Exterminatus für Games Workshop. Och, ein Inquisitor des Ordo Malleus, der in dem Laden mal ordentlich aufräumt und die Häretiker ausmerzt, sollte doch schon reichen. http://img1.wikia.nocookie.net/__cb20120907185939/warhammer40k/images/thumb/2/28/Maellusinquisitor.jpg/250px-Maellusinquisitor.jpg "Faith is our impenetrable shield and when faced with such belief the daemon becomes weak. Faith is our fiery sword and with it we burn out the diabolic cancer of Chaos wherever it is found." Lord Inquisitor Hephaestos Grudd Das ist das Problem in der heutigen Zeit, man geht überhaupt nicht mehr würdevoll und mit dem nötigen Respekt mit Marken um. Dito, diesen Montagmorgen gleich wieder dreimal in Folge erlebt.
  • Die Überschrift sagt alles. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Tatsache, dass diese "Firma" überhaupt noch "Spiele" verkaufen darf, ein gutes Beispiel dafür ist, das der Vertrieb von "Spielen" praktisch rechtsfreier Raum ist. Als jahrzehntelanger Warhammer-Fan kann  [...] Die Überschrift sagt alles. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Tatsache, dass diese "Firma" überhaupt noch "Spiele" verkaufen darf, ein gutes Beispiel dafür ist, das der Vertrieb von "Spielen" praktisch rechtsfreier Raum ist. Als jahrzehntelanger Warhammer-Fan kann man wirklich nur noch Kotzen, was da verbrochen wird. Slitherine könnte spielbar werden, Eternal Crusade weiß man nicht... Aber alles in allem wünscht man sich eigentlich nur noch einen Exterminatus für Games Workshop. Das der Abschaum der Spieleindustrie wie hier zuschlägt, wenn man es ihnen hinwirft, kann man ihnen ja nicht einmal vorwerfen. Eine Ratte frisst auch, was immer eben gerade rumliegt.

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