Kingdom Come: Deliverance - Test, Rollenspiel, Xbox One X, PlayStation 4 Pro, PC - 4Players.de

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Kingdom Come: Deliverance (Rollenspiel) von Warhorse Studios und Koch Media
Das stolpernde Rollenspiel
Rollenspiel
Entwickler: Warhorse Studios
Release:
13.02.2018
13.02.2018
kein Termin
13.02.2018
kein Termin
Alias: Kingdom Come Deliverance
Spielinfo Bilder Videos

Verdammt lang her: Am 19. Dezember 2013 wurde Kingdom Come: Deliverance offiziell enthüllt. Kurze Zeit später startete die Kampagne zur Finanzierung auf Kickstarter, bei der 35.384 Unterstützer etwas über 1,2 Millionen Euro beitrugen. Und schließlich stieg im September 2017 Koch Media als Co-Publisher mit ein. Jetzt öffnen die Warhorse Studios endlich die Pforten in das Jahr 1403, in dem ihr ohne Drachen, Magie und Orks eine authentische mittelalterliche Welt sowie ein offenes Rollenspiel mit Konsequenzen erleben sollt. Wie präsentiert sich das Abenteuer im Königreich Böhmen auf PC, PS4 und Xbox One? Mehr dazu im Test.



Das spazierende Rollenspiel

Was für ein angenehm bedächtig inszenierter, aber nichtsdestotrotz unterhaltsamer Einstieg. Statt einen klassischen Helden zu erstellen und große Taten zu vollbringen, geht es im Prolog erstmal rein in den scheinbar unspektakulären mittelalterlichen Alltag - und das für mehrere Stunden. In der Rolle des Schmiedesohns Heinrich fühlt man sich zunächst wie ein ungezogener Junge, wenn man nach einer durchzechten Nacht zu lange gepennt hat, die Mutter nervt und der Vater einen nach strengen Ermahnungen mit lästiger Arbeit versieht. Und weil man ja ein Mann sein will, soll man nicht nur Kohle für die Esse besorgen, sondern auch noch Schulden eintreiben. Ein Schwert? Ja, das gibt es. Aber nicht für Heinrich, sondern nur für den adligen Herren von Radzig, der es bald abholen will.

Zunächst wird man in einigen Übungen mit der Steuerung in Egosicht sowie dem Dorf und den etwas verschachtelteten, aber wunderbar illustrierten Menüs mit ihren Wappen und Malereien vertraut gemacht. Man lernt seine Familie, das nützliche Feilschen, den trägen Faustkampf sowie das störrische Reiten kennen, freut sich über die vielen

Im spielbaren Prolog begegnet man historischen Persönlichkeiten - Regie und Sprecher sind klasse.
Im spielbaren Prolog begegnet man historischen Persönlichkeiten - Regie und Sprecher sind klasse. (PC)

informativen Lexikoneinträge im Kodex und darüber, dass man nicht nur seine Ausdauer, sondern auch Traglast, Hunger und Müdigkeit beachten muss. Man trifft auch erste Entscheidungen mit Folgen, ob man z.B. den Kumpels hilft, einem verhassten Deutschen eine Lektion zu erteilen. Vielleicht wirkt diese Szene etwas zu modern und gerade zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz nachvollziehbar, denn auch Wenzel IV. war ja ein deutscher König, also ein Fremder aus dem Hause Luxemburg, und beide Bevölkerungsgruppen lebten bereits über eine Generation miteinander in Böhmen. Aber das Kontrastbewusstsein zwischen Tschechen und Deutschen war sowohl sprachlich als auch später vor allem religiös im 15. Jahrhundert durchaus vorhanden - der Konflikt ist also denkbar, nur gab es zwischen den beiden Völkern auch Heirat und Austausch. Nicht falsch verstehen: Die Wirkung der fiktiven Dramaturgie steht natürlich im Vordergrund, denn das Spieldesign ist der König, der angestrebte Realismus nur der Thron.

Der Feind heißt Sigismund

Und dann bricht der richtige Krieg aus: König Sigismund von Ungarn, Wenzels deutscher Halbbruder, der übrigens von selbigem auf Geheiß der böhmischen Adligen ins Land gerufen wurde (mehr dazu in diesem Video), erscheint mit seinen

Aller Anfang ist schwer: Heinrich kann zu Beginn weder gut kämpfen noch reiten oder lesen.
Aller Anfang ist schwer: Heinrich kann zu Beginn weder gut kämpfen noch reiten oder lesen. Fast alle Fähigkeiten werden durch Gebrauch verbessert, aber es gibt auch Ausbilder und Bücher. (PS4 Pro)

kumanischen Söldnern und lässt keine Gnade walten. Jeder, der sich nicht in die Burg retten kann, wird brutal niedergemacht. So muss Heinrich mit ansehen, wie sein Vater und seine Mutter erschlagen werden. Er prägt sich das Gesicht des Mörders ein und schwört Rache. Das ist die nicht gerade einfallsreiche, aber zeitlose und überaus verständliche Motivation für die damit verknüpfte Hauptquest. Das Feindbild ist klar, besteht aus den Deutschen um Sigismund sowie aus den Kumanen, die entfernt an Mongolen erinnern und so verteufelt werden, dass man für jedes abgeschnittene Ohr gleich 100 Groschen bekommt. Das Problem ist nur, dass Heinrich weder besonders gut kämpfen noch reiten oder gar adligen Einfluss einsetzen kann. Das wird ihm schmerzlich bewusst, als man ihm nach einem sehr kurzen Schlagabtausch auch noch das von seinem Vater geschmiedete Schwert des Fürsten stiehlt. Ein Held ist er noch nicht, dazu auch noch ein Analphabet.

Aber für die Entwicklung seiner Athletik und Fähigkeiten hat man genug Zeit, zwischen 30 und 50 Stunden, zumal er nach tapferem Einsatz in die Dienste eines Fürsten aufgenommen wird. Man darf sich durch den filmisch hochwertig inszenierten Überfall nicht täuschen lassen: Während die meisten Fantasy-Abenteuer meist direkt in die Action galoppieren, spaziert dieses Rollenspiel. Man muss sich langsam hoch arbeiten, kann vielen Nebenquest und Aktivitäten nachgehen und verbessert durch Gebrauch nur schrittweise

Das komplette Abenteuer erlebt man in Egosicht. Die Faustkämpfe
Das komplette Abenteuer erlebt man in Egosicht. Die Faustkämpfe sind zunächst gewöhnungsbedürftig träge. (PS4 Pro)

seine Werte. Wer viel rennt bekommt mehr Vitalität; wer überzeugt entwickelt die Rhetorik; wer kämpft steigert die Stärke; wer viel säuft wird trinkfester etc. Erreicht man auf diese Weise bestimmte Stufen, kann man weitere Fähigkeiten ausführen wie z.B. spezielle Kombos im Kampf oder lautloses Töten beim Schleichen. Hinzu kommen Fertigkeitenbücher oder Ausbilder, die einen in mehreren Stufen z.B. im Schlösser knacken, Bogenschießen, Reparieren, Lesen, Reiten etc.  trainieren. Manches davon hilft dann auch in den Dialogen als Mittel der Überzeugung! So entsteht das angenehme Gefühl, dass man mit tüchtiger Arbeit auch seines Glückes Schmied werden und sich in zig Richtungen frei entwickeln kann. Dieses entschleunigte Erlebnis trägt zusammen mit dem authentischen Anspruch dazu bei, dass man die natürlichen Landschaften mit ihren idyllischen Wäldern und die Figuren bewusster wahrnimmt, sowohl visuell als auch inhaltlich. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Und Letztere führen dazu, dass aus dem gemütlichen Spazieren oftmals ein frustrierendes Stolpern wird.

Kommentare

Antiidiotika schrieb am
Randall Flagg78 hat geschrieben: ?
01.06.2018 00:33
Ich habe jetzt ein bisschen gewartet, zwecks Patches und es mir dann heute doch geholt.
Für die XBox. Sehr weit bin ich noch nicht gekommen und habe quasi nur den Prolog gespielt und ein bisschen darüber hinaus.
Es gefällt mir hervorragend, obwohl es ein bisschen bockig ist.
Man merkt, dass es an polish fehlt, den man sonst gewohnt ist.
Das gerade gefällt mir aber gut. Keine Questpfeile, keine 25 Einblendungen, im Sekundentakt.
Auch die entschleunigte Geschwindigkeit ist sehr angenehm.
Technisch ist es so lala. Komplette Abstürze hatte ich bisher keine.
Das einzige was mir 2-3x passiert ist, dass ich irgendwo gelaufen bin und alles plötzlich eingefroren war, weil das Nachladen wohl nicht klappte.
Immer wenn ich dachte, jetzt ist es abgeschmiert, ging es weiter.
Lippensynchronität kann man ebenfalls vergessen und ein paar Pop Ups habe ich auch gesehen.
Bis jetzt kann ich aber mit allem Leben und es gefällt mir ziemlich gut.
Wie lang hast du denn gespielt und wie würdest du es jetzt einschätzen?
Randall Flagg78 schrieb am
Ich habe jetzt ein bisschen gewartet, zwecks Patches und es mir dann heute doch geholt.
Für die XBox. Sehr weit bin ich noch nicht gekommen und habe quasi nur den Prolog gespielt und ein bisschen darüber hinaus.
Es gefällt mir hervorragend, obwohl es ein bisschen bockig ist.
Man merkt, dass es an polish fehlt, den man sonst gewohnt ist.
Das gerade gefällt mir aber gut. Keine Questpfeile, keine 25 Einblendungen, im Sekundentakt.
Auch die entschleunigte Geschwindigkeit ist sehr angenehm.
Technisch ist es so lala. Komplette Abstürze hatte ich bisher keine.
Das einzige was mir 2-3x passiert ist, dass ich irgendwo gelaufen bin und alles plötzlich eingefroren war, weil das Nachladen wohl nicht klappte.
Immer wenn ich dachte, jetzt ist es abgeschmiert, ging es weiter.
Lippensynchronität kann man ebenfalls vergessen und ein paar Pop Ups habe ich auch gesehen.
Bis jetzt kann ich aber mit allem Leben und es gefällt mir ziemlich gut.
Weeg schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
20.04.2018 20:49
Wie schaut eigentlich mittlerweile die PC-Fassung aus?
Wurden die gröbsten Bugs entfernt und funktioniert das Speichersystem zufriedenstellend?
Auf dem PC ist es mittlerweile imo gut. Die grossen Sachen wie eben z.B. das Dietrich-Schlossknacken wurden gefixt und laufen wunderbar jetzt. Ansonsten auch hab ich keine grossen Bugs erlebt. Das Speichersystem ist leider immer noch so, das man entweder den dämlichen Schnaps braucht oder aber das Spiel beenden und neu starten muss, um einen Speicherpunkt zu setzen. Es speichert halt beim Beenden, aber sonst nicht ohne den Schnaps, da muss man aufpassen, es geht schnell das man etwa eine Halbe Stunde in der Wildnis verbringt und dann auf Banditen trifft, die einem töten und dann ist der gesamte Fortschritt seit dem letzten Punkt halt weg. Das nervt mitunter schon noch, ohne Frage.
Aber: Mit dem Auto-Save beim Beenden ist immerhin der grösste Punkt bereinigt, weil Speichern nur beim Schlafen oder mit Schnaps ist echt kacke. Würde das Spiel z.B.alle 15 Mins einen neuen Autosave anlegen, wäre das Problem vermindert bzw gelöst, aber nein, "It's not a Bug, it's a Feature!!"
Abgesehen vom Speichersystem ist es auf dem PC mittlerweile gut spielbar ohne Probleme bei mir.
Antiidiotika schrieb am
Wie sieht das Spiel den aktuell auf der PS4 aus?
Ist es in spielbarem Zustand, ähnlich Witcher, Fallout 4? Oder immer noch ein Fiasko?
oppenheimer schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
20.04.2018 20:49
Wie schaut eigentlich mittlerweile die PC-Fassung aus?
Wurden die gröbsten Bugs entfernt und funktioniert das Speichersystem zufriedenstellend?
Ich kann es nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen.
Es sind nicht nur die groben bugs, sondern vor allem auch unzählige kleine, die die größten Stärken, welche dieses Spiel hat, zerstören, nämlich Spielwelt und Atmosphäre.
Quest-, Spiel- und Dialoglogik sowie die Balance sind teils ziemlich im Eimer, was der Glaubwürdigkeit der Welt massiv schadet.
Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass aus dem Ding mal ein wirklich funktionierendes Produkt wird.
Aber wenn du großen Wert auf Atmo legst, über einiges hinwegsehen kannst sowie idealerweise über Erfahrung mit völlig verbuggten RPGs hast, so könnte sich der Kauf bei nem >50%-Sale durchaus lohnen.
schrieb am

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