Darkest Dungeon - Test, Rollenspiel, PC - 4Players.de

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Darkest Dungeon (Rollenspiel) von Red Hook
Wie eine Black-Metal-Ballade
Taktik-Rollenspiel
Publisher: Red Hook
Release:
26.04.2016
19.01.2016
19.01.2016
27.09.2016
27.09.2016
Spielinfo Bilder Videos

Wer sehnt sich schon nach Tod, Wahnsinn und Psychoterror? Zumindest 9.639 Unterstützer auf Kickstarter. Anfang 2014 warben die Red Hook Studios für ihr gnadenloses Darkest Dungeon, das dauerhaften Heldentod in Zufallskerkern versprach. Und damit heimste man über 300.000 Dollar ein. Am 19. Januar verließ das Taktik-Rollenspiel endlich die Early-Access-Phase auf Steam. Wie schlägt es sich im Test?



"Ruin has come to our family..."

Man kennt das ja vom Untergang des Hauses Usher: Nichts hält ewig, das Böse ist überall und wer sich dennoch in verfluchte Gemäuer wagt, spielt mit dem Wahnsinn. Aber wie kann man eine Einladung abschlagen, die von einem derart charismatischen Sprecher wie Wayne June vorgelesen wird, der auch schon Poe und Lovecraft eingesprochen hat? Also macht man sich auf den Weg, um das Familienanwesen von seinem grausigen Schicksal zu befreien. Zunächst verfügt man nur über zwei Helden namens Reynald und Dismas, die nach ein paar rundenbasierten Kämpfen in Hamlet ankommen.

Darkest Dungeon lässt euch drei Spielstände anlegen. Der Tod der Helden ist dauerhaft: Man kann vor Kämpfen nicht speichern und nachladen.
Darkest Dungeon lässt euch drei Spielstände anlegen. Der Tod der Helden ist dauerhaft: Man kann vor Kämpfen nicht speichern und nachladen.

In diesem Dorf schaltet man Schritt für Schritt an die zehn Gebäude frei: In der Taverne und dem Kloster erholen sich gestresste Helden bei Wein, Weib und Gesang oder Gebet und Geißelei, im Sanitarium kann man Ticks und Seuchen heilen, aber ganz wichtig ist zunächst die Kutsche. Mit der kommen weitere Freiwillige ins Dorf, die man möglichst schnell integrieren und Erfahrung sammeln lassen sollte. Irgendwann muss man über 20 Helden verwalten, wobei allerdings viele davon auf dem Friedhof landen werden - diese Fluktuation kann den Schmerz beim Verlust eines Veteranen kaum abmildern.

Im Angesicht eines Bosses: Werden die Helden den Kampf meistern?
Im Angesicht eines Bosses: Werden die Helden den Kampf meistern? Noch sieht es gut aus...

Über ein Dutzend Klassen mit ganz unterschiedlichen Heil-, Stärkungs- und Kampffähigkeiten stehen zur Verfügung - von Ritter, Barbarin, Kopfgeldjäger, Grabräuber, Hundemeister und Waffenknecht bis hin zu Vestalin, Okkultist, Pestdoktorin oder Narr. Selbst ein Unhold ist dabei, mit dem aber kaum jemand losziehen will. Überhaupt sind die vielen Reaktionen der angeheuerten Söldner cool: In kleinen Texten kommentieren sie die aktuelle Situation, fordern einen Platz im Team oder flehen nach einer Pause. Es ist immer was los im Dorf, zumal es auch Zufallsereignisse gibt, wenn Helden z.B. aus der Taverne kommen und plötzlich Alkoholiker sind. Prost.

"Their formation is broken!"

In der finalen Version erleichtern deutsche Untertitel das Verständnis; die markante Sprachausgabe bleibt Englisch.
In der finalen Version erleichtern deutsche Untertitel das Verständnis; die markante Sprachausgabe bleibt Englisch.

Schon der Einstieg deutet an, dass es gnadenlos und blutig, aber auch höchst stimmungsvoll zur Sache geht. Selbst wenn es sich "nur" um ein 2D-Rollenspiel handelt, bei dem man eine Gruppe von links nach rechts bewegt, sorgen die kernigen Kommentare sowie das wunderbare Artdesign von Chris Bourassa mit seiner Mischung aus klassischer Fantasy und Horror à la Lovecraft für knisternde Atmosphäre sowie Gänsehautmomente. Auch die Animationen von Hieben, Stichen sowie Schüssen werden einfach, aber unheimlich wuchtig inszeniert. Hinzu kommen viele coole automatische Aktionen der Helden, wenn der Kleptomane z.B. von sich aus zur Kiste greift und alles einsackt - erst auf lange Sicht nutzt sich die Lust auf das Hinsehen ab.


Kommentare

Ups, da gab es wohl ein Problem.
schrieb am

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