Hellblade: Senua's Sacrifice - Test, Action, PlayStation 4, PC - 4Players.de

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Hellblade: Senua's Sacrifice (Action) von Ninja Theory
Fluch und Segen
Action-Adventure
Entwickler: Ninja Theory
Publisher: Ninja Theory
Release:
08.08.2017
08.08.2017
11.04.2018
Spielinfo Bilder Videos
Das ungleiche Paar Monkey und Trip, die einem Trauma entflohene Kat oder die mit der Realität fremdelnde und trotzdem starke Kai: Tameem Antoniades hat faszinierende Figuren erschaffen, seit er als kreativer Kopf des britischen Studios Ninja Theory actionreiche Abenteuer kreiert. Kein Wunder also, dass ausgerechnet er tiefer in den Kopf einer Heldin eindringt, als es je ein Entwickler getan hat. Aber kann Hellblade: Senua's Sacrifice in unserem Test auch spielerisch überzeugen?


Hölle auf Erden

Nun ist Antoniades nicht der Erste, der sich für die Psyche seiner Protagonistin interessiert; das haben gerade in den vergangenen Jahren sogar recht viele getan. Und dennoch standen die psychologischen Besonderheiten im Vorfeld der Veröffentlichung von Hellblade vollkommen zurecht im Mittelpunkt, denn der Spieleregisseur und sein Team haben mit großem Aufwand die Symptome geistiger Störungen recherchiert und einer keltischen Kriegerin zuteilwerden lassen, die sich auf den ersten Blick kaum von Nariko, Bayonetta und anderen Heldinnen unterscheidet. Offensichtliche Teile ihrer Geschichte werden wir in den folgenden Abschnitten übrigens vorwegnehmen.
Um die Seele ihres Geliebten zu retten, geht Senua in die Hölle.
Um die Seele ihres Geliebten zu retten, geht Senua in die Hölle.

Immerhin kämpft auch Senua gegen mythische Kreaturen und löst Rätsel, um Türen zu öffnen. Sie tut das, um ihren Geliebten zu retten. Seine Seele steckt wohl in dem Schädel, den sie bei sich trägt, und sie reist dafür in die Hölle – oder vielmehr einen Ort, den sie dafür hält. Denn anders als die Widersacher gewöhnlicher Heldinnen scheinen „ihre“ Kreaturen nicht real zu sein: Nach dem Tod lösen sie sich in den Schatten auf, aus denen sie gekommen sind. Und die Tore, durch die Senua gehen muss, sind vermutlich nie verschlossen.

Gegen die Grenzen der eigenen Fantasie


Antoniades zeichnet das Bild einer psychisch Kranken, die nur deshalb von einer Dunkelheit spricht, weil zur ihrer Zeit, der Zeit der Wikinger, keine andere Diagnose möglich war. Was Hellblade dabei so besonders macht ist die Intensität, mit der Ninja Theory Senuas Kampf gegen die inneren Dämonen erlebbar macht.
Wirklichkeit und Wahnsinn verschmelzen dabei zu einem großen Fantasy-Abenteuer, in dessen Mittelpunkt die Heldin steht, nicht der Kampf.
Wirklichkeit und Wahnsinn verschmelzen zu einem Fantasy-Abenteuer, in dessen Mittelpunkt seine Heldin steht, nicht der Kampf.


Zum einen ist da natürlich die Tatsache, dass man als Spieler nicht vorankommt, ohne die Kreaturen zu besiegen. Man tut das, indem man leichte und schwere Angriffe verschieden kombiniert, mit einem schnellen Schritt ausweicht, ankommende Hiebe im richtigen Moment zurückwirft und Schildträger mit einem Kniestoß aus dem Gleichgewicht bringt. Die Kämpfe sind wuchtig und taktisch geprägt - Ninja Theory lässt hier erfolgreich seine Muskeln spielen, obwohl die Gefechte im Gegensatz zu Heavenly Sword, Enslaved und Devil May Cry nur einen relativ kleinen Teil des Abenteuers ausmachen.

Zum anderen sind da Rätsel, die nichts mit Schaltern oder Mechanismen zu tun haben, sondern meistens auf dem Beobachten der Umgebung beruhen. Oft muss man etwa die Form eine Rune finden - z.B. in den Ästen eines Baums, wenn man aus der richtigen Richtung drauf schaut. An anderer Stelle wechselt Senua scheinbar zwischen zwei Dimensionen: Mal sieht sie eine Ruine in der Gegenwart, mal das Haus, das sie gewesen ist. Man erlebt also nichts, was nicht auch Tyler Durdens Fantasie hätte erschaffen können, ist dabei aber stets von dem gefangen, was auch Senua aufhält.

Kommentare

Crossbones schrieb am
Also ich finde das Game.....wie soll ich sagen.....komisch. Jetzt nicht schlecht aber so super toll wie ich vernommen habe finde ich es nun auch nicht, muss das vielleicht noch etwas länger zocken, bin da erst ne Stunde vielleicht 1 1/2 drinnen, die Kampf-Animationen jedenfalls sind schon ein Hingucker, besonders wenn sie nach ihren Gegnern graziös kickt.
Crossbones hat geschrieben: ?
11.06.2018 23:08
Also ich finde das Game.....wie soll ich sagen.....komisch. Jetzt nicht schlecht aber so super toll wie ich vernommen habe finde ich es nun auch nicht, muss das vielleicht noch etwas länger zocken, bin da erst ne Stunde vielleicht 1 1/2 drinnen, die Kampf-Animationen jedenfalls sind schon ein Hingucker, besonders wenn sie nach ihren Gegnern graziös kickt.
..oder ist das wieder einer der Games die nur wegen ihrer Story so hochgelobt wurden ? Ich lese Heute nicht mehr so viele Reviews wie früher darum kann ich jetzt gar nicht genau sagen was so hochgelobt wird, ich weiß eben nur dass es in aller Munde war.
Gaukeleier schrieb am
Da kann ich nur zustimmen. Diese Form der Unterhaltung ist nun mal wirklich eine ganz andere Art und Herangehensweise als der Wunsch, die Masse mit Ballerorgien und XP zu belohnen. Wen interessiert, wie Spieleentwickler außergewöhnliche Wege gehen und das Spiel als Medium nutzen um, wie in diesem Fall z.B., diese als Sprachrohr für psychisch Erkrankte zu nutzen, der sollte sich mal das Interview mit dem Entwickler ansehen:
https://www.youtube.com/watch?v=XWTmpwp_sco&t=117s
Ich muss sagen, dass mich das Spiel wirklich emotional sehr berührt hat, obwohl weder ich selber noch Verwandte oder Freunde direkt mit Schizophrenie zu tun haben. Klar Depressionen kenne ich aus dem Bekanntenkreis und mit Panikattaken hat ein Freund schon mal zu tun gehabt. Aber das Spiel als Medium zu nutzen, ist jedenfalls in meinem Fall ein perfekter Weg, noch mehr mitzufühlen und mal die Birne einzuschalten :)
Bei Life is strange fand ich z.B. auch die Situation krass, als die Freundin plötzlich querschnittsgelähmt war. Wahrscheinlich ist so schwere Kost eher was für eine kleinere Spielerschaft - aber Entwickler sollte ruhig mal mutig sein und mehr solcher Kunstwerke raushauen!
bnaked schrieb am
Gerade die alten Gamer, die mit absoluten Spielkram aufgewachsen sind, tun sich nun schwer damit, das Medium als Kunst zu verstehen.
Das witzige ist, dass einige hier schreiben, dass sie ja so erwachsen und anspruchsvoll sind, und dann aber Hellblade kritisieren, weil es nicht mehr wie der alte kindliche Spielkram designt ist. ^^
Hellblade ist schon ziemlich intellektuelle Unterhaltung, da geht es um Metaphern und Symbolik, man muss ständig interpretieren, selbst das Gameplay wird hier interpretiert, und wenn man dann erstmal diesen Wert erkennt, und wenn man erkennt, wie großartig hier alles harmoniert und Sinn ergibt, wie großartig hier Gameplay, Story, Art-Design, Sound und alles andere zusammenkommt und ein starkes Ganzes ergibt, dann ist es nunmal eine Offenbarung.
Klar braucht man es nicht zu mögen, klar kann man es so hinstellen, als wäre es überbewertet, klar hat jeder seine Meinung, aber ich teile da eher die Ansichten von vielen Entwicklern.
Und nochmals, es ist wirklich witzig, dass gerade die Leute, die sich als so anspruchsvoll sehen, Hellblade oberflächlich betrachten. "Anspruchsvoll" vielleicht in spielerischer Hinsicht, aber vielleicht will Hellblade ja gar kein Spiel sein, sondern ein künstlerisch anspruchsvolles interaktives Erlebnis?
Viele verstehen es einfach immer noch nicht, dass es sich heutzutage oftmals nicht mehr um Spiele im traditionellen Sinne handelt, sondern um interaktive Erlebnisse, bei denen eben das Erlebnis im Vordergrund steht und nicht das verdammte Gameplay! In Dark Souls geht es ums Gameplay, in Super Mario geht es ums Gameplay, in einem Online-Shooter geht es ums Gameplay, aber warum sollte Gameplay irgendeinen höheren Stellenwert haben in einem Kunstwerk wie Journey oder What Remains of Edith Finch? In derartigen Erlebnissen ist es nur wichtig, dass das Gameplay ins künstlerische Konzept passt! Das Werk muss kohärent sein! Danach sollte geurteilt werden!
Man muss (sollte) nunmal geistig...
Hokurn schrieb am
sabienchen hat geschrieben: ?
30.03.2018 21:22
Hokurn hat geschrieben: ?
30.03.2018 18:28
Nein eigentlich nicht. In einigen Jahren evtl. überholt...
..als ob du das Spiel damit nicht überbewerten würdest... :Häschen:
Naja müsste halt wissen, ob es etwas geben wird, dass thematisch ähnlich ist und dann halt besser. ;)
sabienchen schrieb am
Hokurn hat geschrieben: ?
30.03.2018 18:28
Nein eigentlich nicht. In einigen Jahren evtl. überholt...
..als ob du das Spiel damit nicht überbewerten würdest... :Häschen:
schrieb am