Lumino City - Test, Geschicklichkeit, PC - 4Players.de

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Lumino City (Geschicklichkeit) von State of Play Games
Das handgemachte Computerspiel

Nach Sackboy und Tearaway zelebriert auch das Adventure Lumino City die Lust an plastischen Bastelmaterialien. Der Entwickler State of Play geht allerdings noch einen Schritt weiter: Die komplette Welt des Spiels wurde mit Pappmaché, Dosen und Elektronikschaltungen aufgebaut, um sie schließlich fürs Spiel abzufilmen. Das Ergebnis sieht beeindruckend aus – können auch die Puzzles so begeistern wie in Professor Layton?



Eine Wunderwelt aus Metall und Pappe

Statt Computergrafik bekommt man in Lumino City nur real gebastelte Kulissen zu sehen: Meist spaziert die junge Protagonistin Lumi einfach auf einem Foto der Kulisse herum, erforscht urige Häuschen oder erklimmt abenteuerlich aufgetürmte Slum-Bauten, die ein wenig an Papo & Yo oder den Cyberpunk-Roman Ready Player One erinnern. Sobald sie um eine Ecke oder in eines der dosenförmigen Häuschen läuft, dreht sich die Sicht, was oft mit einer kurzen Kamerafahrt inszeniert wird. Die Handlung knüpft an den Vorgänger Lume an: Lumi erkundet die Stadt und hilft deren Bewohnern, um schließlich ihren verschwundenen Großvater wiederzufinden. Die Geschichte ist leider noch deutlich weniger mit den Puzzles verknüpft als in Professor Layton.

Die Dialog- und Umgebungsrätsel beschränken sich auf kleine abgegrenzte Viertel der Stadt, die man nach und nach erkundet.
Die Dialog- und Umgebungsrätsel beschränken sich auf kleine abgegrenzte Viertel der Stadt, die man nach und nach erkundet. Lumis Beutel fungiert dabei als kleines Inventar.
Nur ab und zu gibt ein Bewohner einen Hinweis darauf, dass der Großvater vorbei kam. Meist beschränkt sich die Handlung darauf, Rätsel zu lösen und Einwohnern Gefälligkeiten zu erfüllen, damit sie den Weg in neue Stadtviertel öffnen.

Unterwegs als Diplomat

An einem steilen Hang musste ich zum Beispiel ein Grüppchen zerstrittener Anwohner miteinander versöhnen. Das gestaltete sich allerdings nicht besonders unterhaltsam: Im Wesentlichen musste ich rund zehnmal verschiedene Leitern hinauf und herunter kraxeln und immer wieder mit allen Parteien reden, bis einer dem anderen schließlich einen Dosenöffner auslieh und das versöhnte Grüppchen mir bei der Bedienung eines Krans half. Dort hängten sich alle Figuren an ein Gegengewicht, so dass ich ein gefährliches Loch im Boden mit Hilfe des Baufahrzeugs schließen konnte.

Hübsch, aber nicht besonders spannend: Hier müssen Rollen und ein Magnetband richtig platziert werden.
Nicht besonders spannend: Hier müssen Rollen und ein Magnetband richtig platziert werden.
Solche Dialog- und Umgebungsrätsel bleiben allerdings die Ausnahme; meist gibt es ähnlich wie in Professor Layton ausgelagerte Puzzles zu lösen. Um eine Maschine mit grün glimmendem, kugelrunden Monochromdisplay zu überlisten, muss ich z.B. den korrekten Code in einige Lochkarten stanzen. Danach bewegen sich einige Stege, mit deren Hilfe ich einen Industrieschacht erklimme. Oder ich finde eine Pappkarte mit Schaltkreisen, die an alte Elektronikbaukästen erinnert. Ich lege sie mit den passenden Löchern über eine Sicherung und stecke einige Zitronen auf die Plus- und Minuskontakte, so dass die Früchte als Batterien dienen – ähnlich wie bei einer echten Zitronenbatterie. Einen Hinweis auf den Trick fand ich in einem Rezeptbuch über Zitrusfrüchte. In dem Wälzer lag auch die Schaltkarte, die an der Sicherung zum Einsatz kommt.

Durchwachsenes Puzzle-Design

Auch Lumis schlaues Technik-Buch hilft beim Rätseln immer wieder weiter. In ihm finden sich allerlei Schemata und technische Zeichnungen der im Spiel auftauchenden Puzzles. Wer es kniffliger mag, kann das Buch natürlich einfach geschlossen lassen. Allzu anspruchsvoll wirken die meisten Aufgaben aber ohnehin nicht: Oft müssen einfach Teile aufgesteckt, mechanische Rädchen oder farbige Objekte gedreht werden, bis ein Mechanismus ausgelöst wird. Professor Layton bot im Vergleich dazu deutlich vielfältigere Rätsel, bei denen auch mal clevere Logik-Scherzfragen oder andere Kniffe genutzt wurden. Außerdem stiften seltsam gesetzte Hotspots mitunter Verwirrung: Manchmal bin ich eine ganze Weile ahnungslos durch die Kulisse spaziert, bevor ich bemerkte, dass es noch einen weiteren Ausgang gibt. Manchmal musste ich für einen Perspektivwechsel auf einen Pfeil klicken, anderswo auf einen nicht gekennzeichneten Fleck im unscharf dargestellten Hintergrund.

Klick!
Noch ein Retro-Datenträger: Die gute alte Lochkarte kann nicht nacht ganz so viele Informationen speichern wie eine Blu-ray.
Eine klare Stärke des Spiels ist dagegen die mystische Stimmung: Die sehr ruhigen experimentellen Electro-Tracks sind zwar nicht wirklich mein Fall, passen aber zu den plastischen Kulissen. Überall gibt es schöne Baste-Details zu entdecken, die teilweise sogar richtige Flashbacks auslösen: Als ich wie früher in der Dunkelkammer analog belichtete Fotos entwickelt habe, hatte ich beinahe wieder den Geruch der echten Chemikalien in der Nase. Die Ein-Klick-Steuerung ist einfach gehalten. Lumi startet kontextsensitiv immer die passende Aktion, wenn ich ein Objekt anklicke. Manche Figuren müssen allerdings hartnäckig mehrmals angesprochen werden, bis sie weiterhelfen. Wer das Spiel seinen Kindern schenken möchte, sollte bedenken, dass es nur auf Englisch erhältlich ist - deutsche Untertitel werden nicht angeboten.

 

Kommentare

Seppel21 schrieb am
4P|Jan hat geschrieben:
Seppel21 hat geschrieben:Mal wieder ignoriert 4players, dass es das Spiel nicht nur DRM-gebunden bei steam gibt, sondern auch DRM-frei bei GOG.
Privat dürfen die Redakteure ja gerne steam-Fanboys sein, aber bei der journalistischen Berichterstattung erwarte ich einfach mehr Genauigkeit. Dass es das Spiel DRM-frei gibt ist eine wichtige Information für alle DRM-Verweigerer wie mich. Ich wünsche mir da Besserung von den Redakteuren, ansonsten mag ich 4players wirklich sehr.

Wird ergänzt. Ich war davon ausgegangen, dass es nur auf Steam erscheint, weil die Entwickler auf den offiziellen Websites auch lediglich Steam erwähnen - seltsam.

Danke! Schön dass ihr hier mitlest und reagiert. Super.
Danny1981 schrieb am
....das weitaus interessantere "The Dream Machine" - übrigens eines der besten, atmosphärischsten und grandios designtesten Adventure aller Zeiten - sollte vlt. eher als Vergleich herhalten. :)
4P|Jan schrieb am
Seppel21 hat geschrieben:Mal wieder ignoriert 4players, dass es das Spiel nicht nur DRM-gebunden bei steam gibt, sondern auch DRM-frei bei GOG.
Privat dürfen die Redakteure ja gerne steam-Fanboys sein, aber bei der journalistischen Berichterstattung erwarte ich einfach mehr Genauigkeit. Dass es das Spiel DRM-frei gibt ist eine wichtige Information für alle DRM-Verweigerer wie mich. Ich wünsche mir da Besserung von den Redakteuren, ansonsten mag ich 4players wirklich sehr.

Wird ergänzt. Ich war davon ausgegangen, dass es nur auf Steam erscheint, weil die Entwickler auf den offiziellen Websites auch lediglich Steam erwähnen - seltsam.
Seppel21 schrieb am
Mal wieder ignoriert 4players, dass es das Spiel nicht nur DRM-gebunden bei steam gibt, sondern auch DRM-frei bei GOG.
Privat dürfen die Redakteure ja gerne steam-Fanboys sein, aber bei der journalistischen Berichterstattung erwarte ich einfach mehr Genauigkeit. Dass es das Spiel DRM-frei gibt ist eine wichtige Information für alle DRM-Verweigerer wie mich. Ich wünsche mir da Besserung von den Redakteuren, ansonsten mag ich 4players wirklich sehr.
ronny_83 schrieb am
Tolles Artdesign. Ich finde es beeindruckend, dass Entwickler real bauen, um daraus ein Spiel zu kreieren. Es sieht auch super aus. Aber jetzt schon die zweite eher mittelmäßige Wertung nach The Blue Flamingo lässt irgendwie vermuten, dass das real-gebaute irgendwie mit nur begrenztem Spieldesign einhergeht. Zumindest wenn wirklich alle Inhalte selbst real gebaut sind, scheint das ja die Kreativität und Komplexität einzugrenzen. Ich hoffe aber, dass die Entwickler weitermachen und das Konzept fortführen.
schrieb am

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