Into the Breach - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Into the Breach (Strategie) von Subset Games
FTL trifft Advance Wars
Strategie
Entwickler: Subset Games
Publisher: Subset Games
Release:
27.02.2018
28.08.2018
Spielinfo Bilder Videos
Ist das schon so lange her? FTL: Faster Than Light debütierte vor sechs Jahren, nachdem knapp 10.000 Unterstützer über Kickstarter etwa 200.000 Dollar beigetragen hatten. Und sehr schnell konnte diese kleine Odyssee durch den Weltraum eine sehr große Fangemeinschaft begeistern. Mittlerweile gilt die ebenso gnadenlose wie stimmungsvolle Rundentaktik als moderner Klassiker. Aber Subset Games hat scheinbar nur Luft geholt, denn jetzt detoniert ein größeres Kaliber: Into the Breach. Warum dieses Spiel den Vorgänger schlägt, verrät der Test.


Komprimierte Spannung

Es ist natürlich nichts Neues in der Strategie, dass man sich Runde für Runde vorwärts klickt - und kaum aufhören kann. Spiele wie Civilization 6 oder Endless Space 2 können über Stunden für eine lang anhaltende Sogkraft sorgen. Selbst wenn der einzelne Zug nicht immer besonders relevant sein mag, greift man wieder und wieder in die digitale Chipstüte, weil sich irgendwo ja irgendetwas verändern kann. Man kann relativ entspannt durch die Zeitalter cruisen. Denn die Welt geht nicht unter, wenn man mal etwas falsch macht...

...Into the Breach ist dagegen Krisen-Management pur. Die Welt steht immer am Abgrund. Hier geht es in jeder Runde um Leben und Tod - und davon gibt es nur fünf. In dieser kurzen Zeit kann jeder Zug für die drei Mechs so entscheidend sein, dass man Fingernägel kauend grübelt. Hier
sggf
Man startet auf der grünen Waldinsel und schaltet nach und nach weitere bis zur fünften Bossinsel frei.
greift man nicht in die Chipstüte, sondern eher zur Chillischote. Es brennt und brutzelt auf den acht mal acht Feldern ganz schnell so lichterloh, dass man stets Feuerwehr spielen muss. Überall wird etwas bedroht, überall droht das Game Over. Deshalb will man regelrecht jubeln, wenn man tatsächlich alles in einer Runde löschen kann!

Nicht nur diese Größe der Schlachtgebiete, auch manche Züge, die enorme Vielfalt und scheinbar ausweglose Matt-Stellungen erinnern ein wenig an Schach. Denn hier entsteht trotz einiger Zufälle kein beliebiges Chaos: Bevor man selbst zieht, sieht man immer ganz genau, was welcher feindliche "Vek" in welcher Reihenfolge tun wird, wo der Boden einbricht oder ein Luftschlag droht - so kann immer im Voraus planen.

Atmosphärische Verdichtung

Aber für das Magische an dieser futuristischen Rundentaktik, in der man mit seinem Trio aus Mechs diverse Gebiete gegen insektenartige Aliens verteidigen muss, sorgen auch andere Déjà-vus. Es ist nicht nur die wohlige
FTL trifft Advance Wars und Schach: Was soll man bloß alsw Nächstes tun?
FTL trifft Advance Wars und Schach: Was soll man bloß alsw Nächstes tun? Das Schöne ist, dass man die AKtionen der Feinde im Vorfeld erkennen kann.
Erinnerung an FTL: Faster Than Light, die vor allem durch das ähnlich minimalistische, aber stimmungsvolle Artdesign sowie den Chiptunes-Soundtrack hervorgerufen wird. So erzeugen Subset Games etwas sehr Seltenes im Bereich abstrakter Strategie: atmosphärische Verdichtung. Das Spiel bekommt eine zweite Ebene über das Einheitenverschieben hinaus. Ich meine kein dramatisches Niveau - man fühlt sich einfach "wohl", wenn man spielt und fiebert mit Figuren mit, die zwar keinerlei Mimik zeigen, sondern bloß ein Portrait haben und als Piloten in einen Mech steigen. Aber selbst diese Zeichnungen fügen sich hier wunderbar ein, zeigen markante Charaktere. Selbst die Gebäude werden durch Feedback personalisiert, wenn sich die Leute über die Ankunft der Mech-Truppen freuen und auch die Insel-Chefs zeigen ihre Enttäuschung oder Begeisterung je nach Leistung. Aber diese außergewöhnliche Leistung in der Präsentation würde für ein ausgezeichnetes Spielerlebnis natürlich nicht reichen. Zumal das Artdesign zwar gelungen ist, aber für sich keine Preise gewinnen würde.

Es ist vielmehr das geniale Spieldesign, das mit seinen cleveren Verschiebungen im Gelände bei gleichzeitiger Sicherung von Gebäuden zunächst an einen Klassiker erinnert: Advance Wars von Intelligent Systems. Nur ist das Experimentier- und Bedrohungspotenzial hier viel größer, weil man nicht schrittweise eine sichere Kampagne durchläuft. Zwar kann man speichern, allerdings nur während eines Anlaufs. Auf den 64 prozedural erstellten Feldern bekämpfen sich nicht nur drei Mechs und Aliens: Vor jedem Spielstart wird auch eine Anzahl von Wolkenkratzern & Co jedesmal neu verteilt; manchmal kann das auch zu unfairen Situationen führen. Die Gebäude sollte man unbedingt schützen, nicht nur, weil die Leute einen mit "Hurra, die Mechs sind da!" begrüßen. Denn sie versorgen alles mit Energie, die quasi universelle Lebenspunkte darstellt - und die nimmt man mit ins nächste Gebiet! Man startet mit vier Punkten und es heißt Game Over, wenn die Aliens vier Häuser vernichten. In erster Linie gilt es natürlich, die fünf Runden zu überleben. Gleichzeitig bekommt man allerdings mehrere lukrative Bonusziele, die entweder mehr Reputation, Kraft für die Mechs oder permanente Lebensenergie bringen. Vielleicht landet auch plötzlich eine Sonde mit Schätzen auf dem Gelände. Was man braucht? Alles!

Kommentare

Chibiterasu schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
16.09.2018 00:40
Sorry, dass ich diesen alten Thread raushole - aber derzeit zock ich a8f der Switch nix anderes.
Das Ding erinnert mich so sehr an Advance Wars, einfach genial.
Wundert mich ohnehin, dass das Genre auf der Switch bisher so gar nicht bedient wurde. Aber selbst auf dem 3DS gibt es auch nur die Fire Emblem Serie.
Was ist aus Advance Wars, Shining Force und Final Fantasy Tactics geworden?
Zumindest ein Langrisser Remake kommt (auch für die Switch). Die Frage ist, ob es lokalisiert wird...
casanoffi schrieb am
KaioShinDE hat geschrieben: ?
16.09.2018 14:29
Falls du eine Switch hast kannst du dieses bald erscheinende Spiel mal im Auge behalten:
https://wargroove.com/
Ich dachte übrigens dass das mittlerweile mal released sein müsste, war überrascht dass es das immer noch nicht ist. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen.
Wenn es von Chucklefish ist, kann es eigentlich nicht schlecht sein ^^
Und ja, Into the Breach hab ich erst auf der Switch entdeckt. Dass ich es bisher verschmäht hatte, lag daran, dass ich sowas nicht so gerne am PC zocke (verträgt sich nicht mit den Zeiten, die ich damit verbrate ^^).
Sowas geht bei mir nur auf einem Handheld.
KaioShinDE schrieb am
Falls du eine Switch hast kannst du dieses bald erscheinende Spiel mal im Auge behalten:
https://wargroove.com/
Ich dachte übrigens dass das mittlerweile mal released sein müsste, war überrascht dass es das immer noch nicht ist. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen.
casanoffi schrieb am
KaioShinDE hat geschrieben: ?
16.09.2018 08:42
Also die Entwickler von AW und SF haben gemerkt dass es wirtschaftlich mehr Sinn macht Waifu Simulatoren (siehe die letzten Fire Emblems und die letzten SF JRPGs) zu produzieren als Taktikspiele.
Der Kernmarkt für diese Spiele war halt schon immer Japan, aber der Spielemarkt in Japan hat sich krass verändert. Die Masse ist zu Smartphones weggewandert, Konsolenspiele kaufen dort wohl nur noch Hardcore Otakus die sich mit irgendwelchen Bodypillows als Freundinersatz ins Bett legen.
Ergo wird die Art Spiele die in Japan um die Jahrtausendwende und davor erfolgreich war nicht mehr produziert.
Danke für diese schonungslose Aufklärung :?
Sehr schade, hätte nicht gedacht, dass der Hauptmarkt dieses Genres in Japan gewesen ist - dann ist es logisch, dass sich aufgrund der Veränderungen dessen das irgendwann verschwindet und man mit Fire Emblem nur noch ein bisschen Fanservice für die Nostalgiker bietet.
Wäre schön, wenn das kommende FE sich ähnlich gut wie Octopath verkaufen würde.
Wobei ich etwas Angst habe, dass das neue FE irgendwie eine grobe Enttäuschung für die alten Fans werden könnte...
Naja, solange mein alter Gameboy Advance SP noch funktioniert und hin und wieder solche Perlen wie Into the Breach erscheinen, bleibt die Hoffnung ^^
KaioShinDE schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?
16.09.2018 00:40
Was ist aus Advance Wars, Shining Force und Final Fantasy Tactics geworden?
Also die Entwickler von AW und SF haben gemerkt dass es wirtschaftlich mehr Sinn macht Waifu Simulatoren (siehe die letzten Fire Emblems und die letzten SF JRPGs) zu produzieren als Taktikspiele.
Der Kernmarkt für diese Spiele war halt schon immer Japan, aber der Spielemarkt in Japan hat sich krass verändert. Die Masse ist zu Smartphones weggewandert, Konsolenspiele kaufen dort wohl nur noch Hardcore Otakus die sich mit irgendwelchen Bodypillows als Freundinersatz ins Bett legen.
Ergo wird die Art Spiele die in Japan um die Jahrtausendwende und davor erfolgreich war nicht mehr produziert.
schrieb am