Life is Strange: Before the Storm - Test - 4Players.de

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Life is Strange: Before the Storm (Adventure) von Square Enix
Laues Lüftchen statt Sturmböe
3D-Adventure
Entwickler: Deck Nine Games
Publisher: Square Enix
Release:
31.08.2017
31.08.2017
31.08.2017
Spielinfo Bilder Videos

Nachdem die erste Episode von Life is Strange: Before the Storm interessante Einblicke in Chloes Leben vermittelte, lässt die zweite Episode „Brave New World“ deutlich tiefer in die Welt der rebellischen Teenagerin blicken. Ob die Fortführung des auf drei Episoden ausgelegten Adventures gut unterhalten kann, verraten wir im Test.

 



Der erste Zauber verfliegt

 

Während mich die erste Folge noch in nostalgische Erinnerungen an Rockkonzerte führte und das Kennenlernen der besten Freundin für Neugier sorgte, lässt der Zauber in der zweiten Episode deutlich nach. Ich besuche mit Chloe Schauplatz um Schauplatz ihres Lebens, doch leider wirkt diese Reise etwas gehetzt und ihre Beziehung zu den zahlreichen Charakteren hinterlässt keinen bleibenden Eindruck - egal ob Rausschmiss aus der Schule, der Streit mit dem verhassten Stiefvater oder

Die Gespräche mit Charakteren abseits von Rachel wirken gehetzt und lassen nicht genug Raum, um wirklich mit ihnen zu kommunizieren.
Die Gespräche mit Charakteren abseits von Rachel wirken gehetzt und lassen nicht genug Raum, um wirklich mit ihnen zu kommunizieren.

dreckige Hol-und Bringdienste für den Dealer. Immer wieder werde ich mit neuen potentiellen Problemen ihres Lebens konfrontiert, dabei bleibt jedoch nicht genug Zeit, sich wirklich auf eine Situation einzulassen.

 

In einer Szene erwähnt Chloes Mutter Joyce, den Tränen nahe, dass sie Hilfe braucht und wissen will, was ihre Tochter fühlt. Dies hätte ein wunderbar ehrlicher Moment werden können, um mehr über die Beziehung der beiden zu erfahren. Leider gibt es nur zwei Dialog-Optionen und schon werde ich zum nächsten Schauplatz gekarrt. Auch über David lerne ich keine interessanten Facetten kennen - außer, dass er ein strenger Typ ist, der Chloe dazu bringt ihre Hosentaschen zu leeren; nicht gerade aufregend. 

 

Die immer gleichen Rätsel

 

Clevere Rätsel waren noch nie die Stärke von Life is Strange. Die Zeitzurückdreh-Fähigkeiten von Max sorgten wenigstens manchmal für etwas Abwechslung, aber in der Regel nahm ich sie hin und freute mich auf die kommenden Momente mit den

Die Rätsel wurden recycled und fügen nichts zum Spielablauf hinzu.
Die Rätsel wurden recycled und fügen nichts zum Spielablauf hinzu.

Heldinnen. Dass Before the Storm die schnarchigen Rätsel des Vorgängers einfach kopiert, ist aber wirklich enttäuschend: Erneut werde ich gezwungen, Dinge auf dem Schrottplatz einzusammeln; nur dass es statt Flaschen diesmal andere Gegenstände sind. Wieder muss ich den richtigen Zahlencode für ein Schloss im Zimmer finden und neuerdings dabei helfen, den Tisch zu decken, indem ich jeden einzelnen Becher mühsam hinstelle. Nicht nur sind die Aufgaben unheimlich simpel, sie enthalten weder neue Informationen noch tragen sie irgendwie zur Stimmung bei. Dass beim gemeinsamen Abendessen mit der Familie der Tisch gedeckt wird, hätte ich auch verstanden, wenn das Spiel mich nicht gezwungen hätte, zig Gegenstände mühselig aufzutischen und dafür von A nach B und zurück zu laufen.

 

 

Chloe & Rachel – das neue Dreamteam?

 

Doch ein wenig Zauber ist auch der zweiten Episode geblieben. Dieser entsteht vor allem rund um die Beziehung zwischen Chloe und Rachel, zumal sich die Szenen mit den beiden Querschlägern frisch anfühlen. Egal ob sie sich gegenseitig in Chloes neuem Wagen therapieren oder nachts durch Arcadia stolpern: Nichts wird überstürzt und ich bekomme genug Zeit, Rachel

Die Beziehung zwischen Chloe und Rachel ist zuckersüß und als Spieler hat man Einfluss auf ihre Entwicklung.
Die Beziehung zwischen Chloe und Rachel ist zuckersüß und als Spieler hat man Einfluss auf ihre Entwicklung.

kennenzulernen und Einfluss auf die Beziehung zu nehmen. So wird es mir überlassen, ob die beiden mehr als Freundschaft füreinander fühlen. Auch wenn ich Chloe schnell als peinliche Teenagerin abstempeln wollte, die mit einem Stift das gesamte Schulklo mit wütenden Zeichnungen beschmiert: Durch die Gespräche mit Rachel blicke ich hinter ihre Fassade - und das ist einfach schön.

 

Das Highlight war für mich ohne Frage die Aufführung von Shakespeares "The Tempest“  (Deutsch: der Sturm), bei dem ich Text auswendig lernen musste und mit einer rührenden Wendung belohnt werde. Auch bin ich gespannt, wie der schockierende Cliffhanger am Ende der Episode aufgelöst wird. 

Unterlegt von der wunderbar emotionalen Musik von Daughter, konnte jedoch die Montage am Ende am meisten mein Herz erwärmen, in der nach und nach nochmal alle Protagonisten mit ihren ganz speziellen Problemen gezeigt werden: Joyce und David, die ein leeres Zimmer ohne Chloe vorfinden, Nathan Prescott mit der einzigen Person, die für ihn da ist, oder Drogendealer Frank, der mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wird. Diese emotionale Zusammenstellung zeigt, dass Life is Strange: Before the Storm potenziell viele interessante Charaktere bietet. Zu schade, dass ich nur selten die Chance bekomme, sie wie Rachel nach und nach wirklich kennenzulernen. 

 

Kommentare

nettepsychose schrieb am
Ganz Ehrlich ? Ich kann noch nichts zu diesem Teil sagen ,da ich ihn noch nicht gespielt habe. Ich stehe nicht sonderlich auf Episoden daher warte ich vorerst ab bis alle 3 Episoden veröffentlicht sind, gekauft hab ich sie natürlich schon da ich von Life is Strange sehr angetan war. Wünsche mir mehr von solchen(auch wenn eher interaktiven Filmen)Spiele wo Graphik mal nicht alles ist, man jedoch berührt wird.
In dem Sinne ,reingehauen weiterschauen.
Stalkingwolf schrieb am
Meine Tochter hat den ersten Teil und vorgestern die erste Episode von Teil 2 gespielt. Wirklich angetan war sie nicht und sie hatte auch keine Lust auf Episode 2.
In Teil 1 hatte sie direkt Episode für Episode gespielt.
JuJuManiac schrieb am
Ich kann bisher nur zur ersten Episode Stellung nehmen. Ich mag selbst Prequels nicht, weder im Film, noch im Spiel funktionieren die normalerweise gut für mich. Da hier der Schwerpunkt ganz klar auf der sozialen Interaktion liegt und nicht darauf wie die Story ausgeht (das weiß man ja aus Teil 1 ), stört es mich komischherweise nicht. Die ganze erste Episode hat eigentlich nur Chloes Gefühlswelt zum Thema, inszeniert die aber so gut, dass ich die mir aus Teil 1 leicht unsympathischhe Chloe doch kennen und mögen gelernt habe.
Die erste Episode machte mir auf jeden Fall Lust auf mehr und jetzt wollte ich eben abwarten, dass ich dann gleich Episode 2 & 3 auf einen Rutsch spielen kann. Wer gefühlvoll inszenierte "Coming of Age" Thematik mag, die es in dieser Form bisher in PC Spielen kaum gab, wird glaube ich seine Freude haben.
Hier oder da gibt es ein paar Kritikpunkte (z.B. etwas gehetzte Entwicklung der Beziehung Chloe & Rachel), die im Test auch angesprochen werden, aber Episode 1 hat mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Das war nicht bei allen Episoden des ersten Teils so, den ich manchmal etwas lahm und leidenschaftslos fand, da die Protagonistion Max auf jeden Fall deutlich farb- und lebloser ist, als Chloe. Es gab z.B. selten bis gar nicht Möglichkeiten etwas rotzfreches oder anderweitig leidenschaftliches zu sagen, währhend ich bei Chloe oft die Wahl habe zwischen Rebellion oder Kompromiss, zwischen Ablehnung oder eben gar Romantik. Max konnte hier immer nur leise und mit unterwürfigem Blick und Körperhaltung sich was zusammen nuscheln, so dass ich bei Chloe definitiv das Gefühl habe mehr Einfluss auf die Situation und ihre Rolle darin nehmen zu können. Bei Max konnte ich steuern wie sie handelt, bei Chloe habe ich das Gefühl zusätzlich auch Einfluss auf ihre Gefühlswelt nehmen zu können.
Ich empfehle grundsätzlich interessierten Leuten auf jeden Fall einen Blick, dass z.B. ein anderes Studio daran arbeitet hat...
koflor schrieb am
Kann dem leider nur zustimmen. "Before the Storm" ist leider nur ein müder Abklatsch und es fehlt irgendwie an Atmosphäre. Der erste Teil hat bei weitem mehr Spaß gemacht und war auch von der Story interessanter. Sie wirkt diesmal extrem aufgesetzt und irgendwie unglaubwürdig.
schrieb am

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