Die Siedler: Das Erbe der Könige

Test: Die Siedler: Das Erbe der Könige

So testet 4Players
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Autor:
Marcel Kleffmann

"Ist das noch Siedler?" und "Was haben die Entwickler mit dem genialen Spielprinzip aus den Vorgängern gemacht?" schallt es aus den Community-Foren. Kein Wunder, denn am fünften Siedler-Teil wurde ordentlich herumgeschraubt. Auch wir mussten uns erst an das neue Siedler gewöhnen, aber so schlecht wie sein Ruf ist das Spiel nicht - es ist nur anders als sämtliche Vorgänger.
Age of Siedler

Der fünfte Teil der Kultserie unterscheidet sich gewaltig von den Vorgängern: Der Aufbau sowie die Wirtschaft sind stark gekürzt worden und machen Platz für ein umfangreicheres Kampfsystem samt Helden. Zwar spielen Gebäude und Rohstoffe noch immer eine Rolle, aber längst nicht mehr in dem
Zwei Helden posieren vor der Klon-Armee.
Maße, wie bei den bekannten Titeln. Schon an der Reduzierung der Rohstoffe kann man erkennen, dass das neue Siedler auf Zugänglichkeit und Tempo zugeschnitten wurde, denn neben den Talern gibt nur noch fünf: Lehm, Holz, Steine, Eisen und Schwefel - Einsteiger freuen sich über diese Vereinfachung, Profis werden der alten Komplexität nachtrauern.

Keine Produktionsketten

Diese fünf Rohstoffe baut ihr direkt an der Quelle ab: Gefällte Bäume verwandeln sich ohne Weiterverarbeitung sofort in ein fertig produziertes Brett - ohne Sägewerk, ohne Holzfäller, ohne Warenstapel, ohne Träger und ohne Wegsystem. Auch der damalige Produktionskreislauf mit Erz, Kohle und Eisenschmelze ist weggefallen, da eure Leute das Eisen in der Mine nur einsammeln müssen. Die knuffigen Geologen sind jetzt auch arbeitslos, weil sämtliche Rohstoffvorkommen auf der Karte entweder als Steinhaufen (außer Bäume) oder als vorgefertigte Minenposition bzw. Grube sichtbar sind. Jede Rohstoffquelle kann außerdem erschöpft werden; sogar die Bäume, denn alle Förster sind wegrationalisiert worden. Abgebaute Rohstoffe erscheinen sofort im Zentrallager; Träger und Warenstapel sind passé.

Die 3D-Grafik wirkt wesentlich realistischer als bei den knuddeligen Vorgängern.
Trotzdem könnt ihr ein Sägewerk, eine Schmiede oder eine Ziegelhütte errichten. Aber was soll das ohne Weiterverarbeitung bewirken? Diese Gebäude dienen der Veredelung der abgebauten Rohstoffe, was in eine effektivere Ernte mündet.

Billige Arbeitskräfte & gute Fachkräfte

Abbauen könnt ihr die Rohstoffe mit Siedler-Fachkräften oder den neuen Leibeigenen. Diese werden für preiswerte 50 Taler im Haupthaus rekrutiert und kosten euch nach der Anschaffung nichts mehr - sie brauchen keine Nahrung und keine Pausen. So können diese Allrounder immer genau dort eingreifen, wo gerade ein Engpass herrscht und ganz nebenbei ziehen sie alle Gebäude in die Höhe.
                

Kommentare

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  • MÜMÜMÜ! :D
  • leichenschänder!
  • Moin. Habe mir "Die Siedler: Das Erbe der Könige - Gold Edition" heute einfach mal aus Jux und Dollerei für 10 Euro (Software-Pyramide sei Dank) geholt. Habe gleich mal mit einer Einzelspielerkarte angefangen, um ein Gefühl für das Spiel und seine Mechanik zu bekommen. Ich habe  [...] Moin. Habe mir "Die Siedler: Das Erbe der Könige - Gold Edition" heute einfach mal aus Jux und Dollerei für 10 Euro (Software-Pyramide sei Dank) geholt. Habe gleich mal mit einer Einzelspielerkarte angefangen, um ein Gefühl für das Spiel und seine Mechanik zu bekommen. Ich habe "Die Siedler 4" damals gespielt und fand es gar nicht mal übel, aber mein "Aufbau-Herz" gehört der "Anno"-Serie (ja, auch dem viel bekrittelten "Anno 1503"). Umso überraschter bin ich jetzt nach etwas über 2 Stunden Spielzeit, wie locker und flockig "Die Siedler: Das Erbe der Könige" von der Hand geht. Ich habe mich durchaus an die gute, alte Zeit mit "Age of Empires II" zurück erinnert, bin aber vom Interface und der damit verbundenen Bedienung vom "Siedler"-Ausreißer fast noch mehr begeistert. Übersichtlich, klar, alle relevanten Infos, keine verschachtelten Menüs, schnell einprägbare Hotkey-Belegung... Top. Die hinter dem Ganzen stehende Mechanik ist vom Aufbau-Aspekt zwar sicherlich nicht die komplexeste, auch mich wurmt ein wenig, dass es bspw. keinerlei Produktionsketten gibt, aber um den Aufbau-Willen zu befriedigen, gibt es ja andere "Siedler"-Teile. Insgesamt ist das Spiel kein wirkliches Komplexitätswunder, aber 1. ist das ist auch nicht das Ziel und 2. wurde auch nicht überall radikal gekürzt (siehe Upgrades für die Gebäude etc., die wiederum mit Forschung verknüpft sind usw.). Es geht nunmal, gerade in der Kampagne, um den Kampf mit den Helden (welche übrigens aus meiner Sicht ein tolles Spielelement darstellen, welches mal noch nicht so stark ausgelutscht ist) und um das Voranbringen einer Story. Und BlueByte hat das Ganze nun so interpretiert, dass daraus resultierend alles etwas schneller und auch gewissermaßen simpler ablaufen sollte, was die grundlegenden Dinge angeht. Warum nicht, in der Hinsicht macht "Die Siedler: Das Erbe der Könige" aus meiner Sicht wenig falsch... Und weil sich die lieben, eingefleischten "Siedler"-Fans dermaßen über die Namensverwandschaft des Ausreißers zu seinen reinrassigen Aufbau-Geschwistern aufregen... Das Grundprinzip, etwas aufzubauen, ansteigende Bevölkerungszahlen etc. ist durchaus geblieben. Dass das Ganze sich natürlich nicht so stark in die Tiefe bewegt, wie in den anderen Teilen, wurde ja nun lang und breit erklärt. Und ganz nebenbei... Auch in "Die Siedler: Das Erbe der Könige" finde ich den Wuselfaktor durchaus symphatisch, auch wenn er natürlich nicht ganz so niedlich ist. Dass bei der völlig anderen Auslegung des Spielprinzips oftmals auch schlichtweg keine Zeit bleibt, sich das Gewusel anzuschauen, scheint einigen entgangen zu sein. Mir jedenfalls sind noch keine größeren Wartezeiten aufgefallen, in denen ich mir das geschäftige Treiben der nicht mehr so putzigen Kerlchen hätte anschauen können. Umgekehrt motiviert es mich aber ungemein, ab und an einen bspw. Lehmgruben-Arbeiter anzuklicken, um seine Zufriedenheit zu sehen und zu hören. Nebenan watschelt der Priester durch die Kapelle, um seiner Arbeit nachzugehen... Hat was. Ich habe schon einige Strategie- und vor allem auch Wirtschaftsspiele hinter mir, auch hochkomplexe Vertreter wie "Die Patrizier 2"... Ich hatte demnach ein paar Bedenken, gerade auch durch die Tests, die ich gelesen habe, dass "Die Siedler: Das Erbe der Könige" irgendwie zu simpel sein könnte und demnach nicht fesseln würde. Hat sich alles nicht bestätigt. Klar, das Spiel ist vergleichsweise einfach und wenig komplex, aber irgendwie hat es (mag wohl auch an der Grafik liegen) seinen ganz eigenen Charme. Es geht, wie oben schon erwähnt, alles sehr flott von der Hand, und man freut sich, wenn aus der Schule bspw. eine Universität wird, und man daraufhin neue Technologien erforschen kann, die wiederum auf andere Zweige Auswirkungen haben. Und nach und nach klettert die Anzeige der verfügbaren Rohstoffe in die Höhe, die Siedler zahlen fleißig Steuern. Ach halt, da fehlen ja noch 2 Wuselmännern Essen und Schlafgelegenheit... Kann ich nicht vll. ein vorhandenes Haus ausbauen, oder muss ich schauen, dass ich irgendwo möglichst sinnvoll ein weiteres platziere? Etc... Insgesamt muss ich also ganz ehrlich sagen: Wer sich nur darüber aufregen will, dass "Das Erbe der Könige" kein reinrassiges "Siedler" ist, der solle sich doch bitte einen Keks kaufen. Alle anderen sollten diesem ziemlich kurzweiligen, mit einigen netten Ideen und Eigenheiten gespickten Ausreißer eine Chance geben. Gerade jetzt, wo es samt seiner Erweiterungen für gerade mal 10 Euro zu haben ist. GrEetz, olliander