Rise & Fall: Civilizations at War - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Strategie
Entwickler: Midway San Diego
Publisher: Midway
Release:
12.06.2006
Spielinfo Bilder Videos
Kann es überhaupt noch Innovation im festgefahrenen Echtzeit-Strategiegenre geben? Es hängt letztlich von den Machern ab, ob sie etwas Neues präsentieren. Midway geht das Wagnis ein und führt in Rise & Fall: Civilizations at War die selbst steuerbaren Helden ein, mit denen ihr euch in Ego-Perspektive durch die Reihen der Feinde metzelt. Ob das wirklich das Gelbe vom Ei ist, erfahrt ihr im Test.

Antike Schönheit

In der Vorschau legten wir den Fokus auf Alexander dem Großen, dieses Mal ist Kleopatra dran, die die zweite Kampagne von Rise & Fall anführt. Beide sind zwar historische Gestalten, aber gleichzeitig auch antike Mythen. Seit sich Hollywood der ägyptischen Königin angenommen hat, wurde sie zum Inbegriff
Kleopatras Ägypter müssen sich ganz schön verbiegen, damit sie nicht unter die Knute Roms kommen.
 orientalischer Schönheit. Passend dazu leiht ihr im Spiel die deutsche Synchronsprecherin von Angela Jolie ihre sexy Stimme. Stolz und schön tritt Kleopatra auf, wobei sie aber auch ein bisschen an die klobige Xena erinnert. Das liegt nicht nur am muskulösen Körper sondern auch daran, dass sie selbst das Schwert schwingt und den Bogen surren lässt. In Wirklichkeit hat sie wohl nie eine Waffe in die Hand genommen.

Der Begriff "Niedergang" passt aber gut zu Caesars Geliebter, da sie den Schlusspunkt der Dynastie der Ptolemäer markiert. Ihr Tod im Jahre 30 v.Chr. ist das unrühmliche Ende Ägyptens als eigenständiges Königreich. Fortan war das fruchtbare Land am Nil eine Provinz des Römischen Reichs, wenn auch aufgrund des vielen Korns eine bedeutende. In ihrer Kampagne läuft es für Kleopatra besser, denn sie vermag die Römer unter Octavian mit eurer tatkräftigen Hilfe zurückzudrängen. Auch der Thronkonflikt Kleopatras mit ihrem Bruder Ptolemaios kommt vor. Dass ihr es mit der Historie bei Rise & Fall trotzdem nicht zu genau nehmen solltet, hat schon die Vorschau verdeutlicht. Auch die operettenhafte Aufmachung sowie die übertrieben anmutende Gestik in den Zwischensequenzen sollten Geschichtsfanatiker einfach übersehen. Letztlich geht es hier aber auch nicht um eine historische Simulation sondern um ein Spiel.

Kleo in Aktion

Und das unterhält auf gutem Niveau: In einer der spannenden Missionen sollt ihr z.B. in der Dunkelheit einen hinterhältigen Angriff der Römer auf einen ägyptischen Tempel abwehren, der auf einer Anhöhe auf einer Insel liegt. Ihr spielt Kleopatra, habt nur wenige Männer und müsst euch ganz auf eure speziellen Fähigkeiten verlassen - das ist eine der Passagen, bei denen ihr nur in Ego-Perspektive unterwegs seid. Normalerweise habt ihr die Wahl zwischen mittendrin und darüber. Die Römer landen mit Schiffen, aus denen sich endlose Ströme von Legionären ergießen. Gleichzeitig erbauen sie hölzerne Schleudern, mit denen sie auf den Tempel schießen. Diese müsst ihr zuerst zerstören, da sie den meisten Schaden anrichten. Das Zerschlagen der Amphoren bringt euch Ausdauer, ist der Tempel jedoch erst einmal hinüber, ist die Mission gescheitert.

Die Bedienung eurer Heldin ist mehr als simpel, denn das Schlagen geht betont einfach von der Hand. Fast ist es zu einfach, wie ihr die Kämpfer mit dem Schwert ummäht. Nur gelegentlich bleibt ihr an etwas hängen. Euren Recken könnt ihr befehlen, euch ins Getümmel zu folgen. Alexander ist eher der Nahkämpfer und Kleopatra sollte lieber den Bogen einsetzen, der nicht von Pappe ist. Er ist eine mächtige Waffe, mit der ihr sogar gepanzerte Reiter und Legionäre mit einem Schuss töten könnt. Das Zielen und Schießen funktioniert simpel und ihr könnt entfernte Ziele heranzoomen. Ihr solltet also den Nahkämpfern ausweichen und sie aus der Ferne beharken. Mit einem Mehrfachschuss könnt ihr sogar Schiffe beschießen, die Feuerkugeln auf das Heiligtum des Osiris feuern.

Ruhmsüchtige Heroen

Kleo und Alexander sind nicht die einzigen beiden Helden, es gibt auch noch Ramses, Achilles, Caesar, Germanicus, Sargon II und Nebukadnezar. Alle besitzen ganz spezielle Eigenschaften: So ist Germanicus etwa ein echtes Kampfschwein, der die Moral der Truppe hebt und ganz unrömisch den
Auch nachts geht's zur Sache: Kleopatra muss einen Tempel gegen die Übermacht der Römer halten.
Kriegshammer schwingt. Dafür ist er aber nicht gerade wendig. Mit dem historischen Germanicus, der unter Tiberius General war, hat er wie alle Helden im Spiel wenig gemein. Caesar kann das Feuer der Katapulte bündeln und kämpft mit dem mächtigen Schwert des Kriegsgottes Mars. Die fesche Kleo kann die Feinde sogar zum Überlaufen bezirzen. Alle Helden fangen bei Stufe eins und ohne die wichtige Ausdauer an, die ihr für den Sprung in die Ego-Perspektive braucht - erst ab der zweiten Stufe ist genug da. Die Ich-Passagen sind übrigens zeitlich begrenzt, damit ihr nicht am laufenden Band Heldentaten vollbringt.

Für diese erhaltet ihr Ruhm, der neben Gold und Holz die dritte Ressource darstellt. Je mehr Aufträge ihr erfüllt, Feinde tötet und Gebäude baut, desto höher steigt der Ruhm eurer Zivilisation. Auch die Einnahme von Außenposten bringt euch Ehre ein. Es gibt sogar Statuen, die euer Ansehen mehren. Sobald ihr genug Ruhm gesammelt habt, kann euer Held aufsteigen. Praktisch: Das markiert gleichzeitig auch den Sprung in eine höhere Technologiestufe, bei der ihr weitere Bauoptionen und Waffen erhaltet. So ist der rote Faden einer Mission sinnvoll mit dem Ausbau verknüpft, was für den nötigen Ansporn sorgt, alle Aufgaben erfüllen zu wollen. Ihr werdet fast so ruhmsüchtig, wie man das von einem antiken Herrscher erwartet.
                                    

Kommentare

Beckikaze schrieb am
Vielleicht bekommt das Spiel dadurch nochmal die ihm gebührende Aufmerksamkeit.
Tolles Spiel. Hatte ich das schon gesagt? :)
Anguille schrieb am
Beckikaze hat geschrieben: Dagegen kauft niemand Rise of Legends, weil es einen unbequemen Einstieg hat.
Oh doch...ich habs! :D
Hans_Wurst80 schrieb am
Okay gut argumentiert, geb mich in dem Punkt geschlagen. Aber zu bedenken bleibt dennoch, dass auch (wie heutzutage bei fast allem) der äußere Schein eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt - und große Namen augenscheinlich noch viel mehr.
Hab Company of Heroes noch nie gespielt, weil ich zur Zeit tatsächlich nicht so wirklich an das WW2-Szenario rankomme, aber da es mittlerweile für nen 10er zu haben ist, kann sich das ja noch ändern. :wink: Dass Rise & Legends kommerziell nicht der Überhit wird, kristallisierte sich schon z.B. im PC-Games-Test heraus, als der Tester das Spiel zwar für hervorragend befand, gleichzeitig aber "die große Masse" der Leser darum bat, dieses Spiel nicht zu ignorieren... was wohl aber leider trotzdem geschah.
Dass ein Setting "außer der Reihe" auch Erfolg haben kann, sieht man an Bioshock; dessen ungewöhnliches 50er-Jahre-Unterwasser-Szenario gab in der Presse vor Release auch Anlass zu Bedenken, dass sich das gute Stück nicht verkaufen würde... der Rest ist Geschichte. Aber ist Bioshock auch innovativ? Ich glaube nicht oder nur bedingt, denn Deus Ex, Stalker u.a. verwenden die Spielmechaniken ebenfalls in ähnlicher Form.
Ich denke mal, dass Innovationen heute darum so vorsichtig in Spielkonzepte eingebracht werden, weil sie zwar von allen lauthals gefordert wird, aber unter dem Strich dann nicht oder nur zögerlich gekauft wird. Gerade C & C 3 ist ein gutes Beispiel: durch und durch klassisch, deswegen auch kritisiert und trotzdem verkauft wie warme Semmeln. Darum kann man auch EA keinen Vorwurf machen, seine Spiele nur behutsam zu ändern... ihr eigener Erfolg und der Misserfolg "innovativerer" Spieleschmieden scheint ihnen recht zu geben.
Nun ja, wenn es kein zweites R & F geben wird, trösten wir uns halt noch eine Weile mit dem ersten - schick sieht es für ein RTS ja nach wie vor aus.
Beckikaze schrieb am
Da muss ich dir jetzt teilweise widersprechen und zwar derart, dass das Setting allein natürlich nicht darüber entscheidet, ob ein Spiel innovativ ist bzw. gut ist.
Company of heroes ist beispielsweise trotz WW2 ein großartiges Strategiespiel. Und wenn mans genau nimmt, dann ist das Setting von Rise & Fall ja auch sehr ausgelutscht. Wichtig ist viel mehr, was dahinter steckt, also wie das Spiel designt ist.
Ich könnt mir zum Beispiel auch sehr gut ein RTS im WW2 vorstellen, das ebenfalls einen Heldenmodus enthält, obwohl das weniger gut ins Setting passen würde als zur Antike beispielsweise.
Vielmehr kann man jedoch beobachten, dass sich viele Spieler neue Spielkonzepte wünschen, aber dennoch die klassischen Genrevertreter die Verkaufszahlen bestimmen. C&C 3 beispielsweise ist ein Beispiel dafür, das sich vom Konzept her kaum entwickelt hat und trotzdem kaufen es alle.
Dagegen kauft niemand Rise of Legends, weil es einen unbequemen Einstieg hat.
schrieb am

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