Alan Wake
USK: 16
Action (Action-Adventure)

Test: Alan Wake

So testet 4Players
Seite:  1  |  Fazit 

Autor:
Jörg Luibl

Erst wurde es versprochen, dann gestrichen, daraufhin wieder angekündigt und jetzt ist es tatsächlich da: Alan Wake für den PC. Remedy und Nitro Games (Pirates of Black Cove) präsentieren nach zwei langen Jahren Wartezeit das für den Rechner optimierte Abenteuer. Und kaum ist es erhältlich, wurden die Kosten auch schon wieder eingespielt. Lohnt sich die verspätete Reise in die Alpträume eines Schriftstellers?
Hoffnung auf Psycho-Thriller

Wer aktuell bei Steam zuschlägt, bekommt auch die Kommentare der Entwickler - unten links im Fenster.
Wer aktuell bei Steam für 27 Euro zuschlägt, bekommt auch die Kommentare der Entwickler - unten links im Fenster. Ab 2. März sind sie Teil der Deluxe-Edition in der Box für knapp 40 Euro.
Zitate von Stephen King, ein Schriftsteller als Held, nahtlose Übergänge von der Realität zum Alptraum - Alan Wake hätte schon auf der Xbox 360 großartig werden können. Wurde es aber nicht, weil Remedy letztlich mehr Action als Horror, mehr Sammelreize als Rätselhaftigkeit, mehr technische als erzählerische Highlights zu bieten hatte. Nach zwölf Stunden fühlte man sich popcornsatt von einem explosiven audiovisuellen Trip, in dem ein berühmter Literat zu oft zum banalen Lichtsoldaten mutierte. So spektakulär die Inszenierung war, so gewöhnlich wirkte die Spielmechanik – das war schade, denn zwischendurch blitzte das erzählerische Potenzial auf. Eine ausführliche Analyse dazu findet ihr im Test der Konsolenversion.

Auch auf dem Rechner erwartet euch also weder etwas außergewöhnlich Bedrückendes à la Silent Hill noch etwas subtil Beängstigendes wie in Amnesia, sondern ein gutes Actionspiel mit spannenden Gefechten in der Dunkelheit:  Vor allem, wenn die Besessenen aus dem Wald kriechen, man Axthieben in Zeitlupe ausweichen und danach die Pumpgun abfeuern muss, gibt es Adrenalinkicks wie in einem düsteren Shooter. Wenn man mit Maus, WASD & Co loslegt, kann man alle Tasten frei belegen; alternativ darf man auch mit dem Gamepad ballern. Im Gegensatz zur Konsole lässt sich die Benutzeroberfläche übrigens deaktivieren, so dass man komplett freie Sicht hat - sehr schön.

Zusatzepisoden und  Entwickler-Fenster

Idyllische Aussicht: Die Kulisse wurde für den PC optimiert.
Idyllische Aussicht: Die Kulisse wurde für den PC optimiert, aber nicht perfektioniert - Rollrasen in der Distanz, flackernde Schatten und so manch schwache Textur trüben ab und zu das stimmungsvolle Bild.
Aber ansonsten bleibt alles beim Alten, das Spiel fühlt sich am Rechner genauso an wie auf der Konsole, mit allen Pros und Kontras – auch die hundert willkürlich verstreuten Thermosflaschen sind wieder dabei. Schade, dass Remedy nicht wenigstens etwas am Spieldesign verbessert hat: Es gibt dieselben schwachen Rätsel, öden Fahrsequenzen, Munitionsüberschüsse und natürlich das spielerisch höchst unbefriedigende Ende. Wer bis Ende Februar digital oder ab März deluxe mit der Box-Version zuschlägt, kann immerhin die Kommentare der Entwickler beim Spielen einblenden. Dann sprechen die Finnen in einem Kasten unten links über ihr Abenteuer, während man mit Alan unterwegs ist – ein interessanter Zusatz für all jene, die mal hinter die Kulissen lauschen wollen.

Beim ersten Durchlauf sollte man das allerdings genauso wenig aktivieren wie eine der beiden integrierten DLC-Episoden „Das Signal“ und „Der Schriftsteller“, die das Erlebnis erst nach dem Finale ergänzen. Vor allem Ersteres setzt quasi direkt an das Finale an und wirkt ohne Vorkenntnisse ebenso verstörend wie plump. Letzteres ist schon interessanter, denn es erweitert die Fähigkeiten des Helden auf nahezu magische Weise –  mehr sei nicht verraten. Unterm Strich hat aber keiner dieser Zusätze das Wesentliche erreicht: Die Spielerfahrung qualitativ zu bereichern.

Düstere Bergwelt

Die explosiven Feuergefechte im Dunkeln sorgen für Actionspaß.
Was zunächst wie ein Horror-Thriller anmutet, wird immer mehr zum Licht-Shooter: Die explosiven Feuergefechte im Dunkeln sorgen für Actionspaß - wahlweise mit Maus/Tastatur oder Gamepad.
Das Abenteuer wirkt auf dem Rechner überaus sehenswert: Nicht im Texturdetail, auch nicht hinsichtlich der hüftsteifen Animationen oder der hölzernen Mimik in den wahlweise englischen oder deutschen Dialogen (die Lippen verpassen leider immer wieder ihren Einsatz, das „Diner“ bleibt ein „Dinner“), aber die Schauplätze in der Natur wirken unheimlich stimmungsvoll – vor allem, wenn sich schleichende Nebelfetzen und sturmgepeitschte  Schatten zu bedrohlichen Wirbeln verbünden. Die explosiven Gefechte mit Blendgranaten, Leuchtpistolen & Co wirken auf dem Rechner etwas partikelreicher.  Man bleibt auch bei Tageslicht gerne stehen, um mit der Kamera über die Berge zu schwenken. Wer die Sichtweite auf die höchste Stufe regelt, muss allerdings mit Rollrasen leben – nicht in einem Kilometer, sondern schon auf fünf, sechs  Meter Entfernung. Und auch auf dem PC bleibt die Welt bei der Erkundung so steril wie eine Postkarte.

Am Rechner kann man die Kulisse und die Grafikdetails allerdings den eigenen Wünschen anpassen: Egal ob 4:3, 16:9 (dafür ist es optimiert) oder 16:10, egal ob schärfere Texturen in der Distanz oder diverse Kantenglättungen – man kann in den Menüs zwar nur eine Auflösung von maximal 1920x1080 aktivieren, aber eine von 2880x1620 erzwingen. Ärgerlich ist, dass man selbst bei höchsten Einstellungen mit flackernden Schatten leben muss und dass die Filme, die viel von der Stimmung ausmachen, so niedrig aufgelöst sind.  Übrigens wird die 3D-Technik von AMD und nVidia unterstützt.

Kommentare

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  • Es wird weiter zunehmen. Die wenigen Fahrsequenzen werden noch weniger und es wechseln sich Ballern gegen die "Taken" mit Stellen ab, in denen du gegen besessene Gegenstände kämpfst. Aber ein paar ruhigere Szenen mit Fokus auf die Geschichte kommen noch.
  • Soo Code für 10 Eus bei Ebay. Ich hatte den Test nicht gelesen aber ich finde fast alle meine Kritikpunkte wieder. Mein gröster ist aber der den ich schon vor dem ersten Spielen befürchtet hatte: Damals  [...] Soo Code für 10 Eus bei Ebay. Ich hatte den Test nicht gelesen aber ich finde fast alle meine Kritikpunkte wieder. Mein gröster ist aber der den ich schon vor dem ersten Spielen befürchtet hatte: Damals sugerierte AW in den ersten Trailern ähnlich offene Abschnitte zu haben wie bspw. SH2. Ich vermute aber mal das es weiterhin relativ linear bleiben wird (atm Kapitel 2)? D.h. Levelschlauch. Auch wenn die Spielwelt duchaus glaubwürdig und insich geschlossen wirkt, wäre es der Atmo zuträglicher wenn man nicht ganz so an die Hand genommen würde. Grade Spiele wie SH leben nunmal auch von halbwegs offenen Arealen. Das eigentliche Spiel... es wirkt auf mich wie der Versuch ein Silent Hill zu machen. Scheitert aber an viel zu vielen Ballersequenzen. Bis Kap 2 jedenfalls. Ich erweitere den Eindruck noch wenn ich weiter im Spielverlauf bin. Im grunde mag ich AW. Das Setting weis zu gefallen und die Story weckt zumindest Neugier. Zitat:
    Ich fand damals bei der 360 Version schon, dass die hölzernen Gesichtsanimationen mit Abstand der größte visuelle Makel am Spiel waren.
    Das hätte ich vor 2 Jahren im Angesicht von einem MGS4 oder gar Heavy Rain die AW in diesem Punkt um Welten vorraus sind auch gedacht. Aber dieser Punkt ist mir schon in den ersten Spielminuten mit genau diesem Vergleich unangenehm aufgefallen. Besonders Alans Frau... AW ist übrigens recht hardwarelastig für das Gebotene. Ich habe average 45~, max 55~ Fps (1080p, 4x MSAA + FXAA, restliche Settings auf max - i5 2500k, GTX 570, 8GB Ram). 8x MSAA übrigens keine sichtbaren Unterschiede, dafür aber ca. 2-4 Fps weniger. Soll nicht heissen das AW schlecht aussehen würde. Im Vergleich zur Xbox Version ist durchaus gehörig aufgebohrt. Aber wie im Test schon erwähnt. Besonders wenns hell ist machen sich dann doch die eher niedrig aufgelösten Bodentexturen bemerkbar. Die Neuerungen sind imho hauptsächlich (Licht-) Effekte. Auch bereits im Test erwähnt sind die niedrig aufgelösten CS. 720p oder weniger vermute ich. Aber es springt zumindest mir nicht so unagenehm ins Auge wie bei anderen Konsolenports wie etwa Fable 3. Liegt vermutlich daran das es meistens recht dunkel ist.
  • Scorcher24 schrieb:
    Doch, genau das sucht er. Das ist die Abspann Musik der Episoden sowie Untermalungsmusik dazu. Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=7M1k1tgq87g
     [...]
    Scorcher24 schrieb:
    Doch, genau das sucht er. Das ist die Abspann Musik der Episoden sowie Untermalungsmusik dazu. Beispiel: http] *sigh* wollen wir das jetzt noch seitenweise auszerren? In dem Score sind nur Spiel-eigene Songs. Die meisten, fast alle anderen Abspannlieder sind nicht enthalten und können nur im Hauptmenü abgespielt werden. [url=http://www.gamerzines.com/guides/alan-wake-songs.html]Hier[/url] ist eine Liste der Songs, die sind zusammen leider nicht im Handel erhältlich.

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