Titan Quest
USK: 12

Test: Titan Quest

So testet 4Players
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Autor:
Mathias Oertel

Doch es gab auch noch einige andere kleine Miss-Stimmungen: So z.B. als ich nach schier unendlicher Wartezeit (naja, es waren etwa viereinhalb Stunden) meinen ersten seltenen Gegenstand gefunden habe. Diesen konnte ich zwar nicht verwenden, aber wenigstens habe ich erfahren, dass es sie tatsächlich gibt. Und schwupps: Meine Motivationskurve ging steil nach oben – bis ich zum Händler kam. Denn dieser hatte urplötzlich auch seltene Gegenstände im Repertoire.
Dementsprechend war ich skeptisch, ob ich nicht auch irgendwann legendäre Schwerter u.ä. bei den Kaufleuten finden würde. Doch bis jetzt war ich nicht so glücklich – und das ist durchaus positiv zu sehen.

Die Kulisse strotzt vor Details: Lauft ihr durch ein Feld, bewegen sich die Getreidehalme!
Ein weiteres kleines Manko, das auch auf den fehlenden Spannungsbogen Einfluss nimmt, ist die Zufalls-Ausschüttung. Dieses Prinzip ist zwar generell gut, doch wenn ich gegen einen deutlich markierten Boss kämpfe und danach nur Allerweltsware bekomme oder tatsächlich irgendwann mal eine königliche Truhe finde und ebenfalls nur Standardgegenstände und im besten Fall ein Haufen Gold ausgeschüttet werden, frage ich mich, wieso ich die Mühe des Bosskampfes auf mich nehme.

Und trotzdem: mittlerweile kann ich kaum noch von Titan Quest lassen. Was vor allem daran liegt, dass ich inzwischen einige seltene und sogar epische Teile in meinem Inventar befinden und mich der absolute Sammlertrieb gepackt hat.

Prachtvolle Kulisse

Zugegeben: auch die Kulisse hat ihren Anteil daran, dass ich mich immer wieder gerne in die Mythenwelt begebe, um Jagd auf das nächste Item zu machen.
Zwar nicht drehbar wie z.B. in Dungeon Siege,  überzeugt die nicht gerade sparsame Engine mit einer detaillierten dreidimensionalen Umgebung, die von Zeit zu Zeit sogar einen Schauer über meinen Rücken laufen ließ. So z.B. als ich im brennenden Olivenhain stand und mir Rauchschwaden die Sicht auf die Gegner raubten. Ebenen, Gebirge, Strände: Alles wird überzeugend, aber letztlich etwas zu steril dargestellt – auch wenn z.B. Getreidehalme auf den prall gefüllten Feldern schwingen.
Die nahtlos in die Landschaft integrierten Höhlen sorgen beim ersten Mal ebenfalls für Staunen und sind dank schöner Lichteffekte auch in späteren Spielsituationen immer wieder für eine Augenwaide.
Leider bleiben diese Momente aber zu selten, so dass man sich schnell an die gute, ab und an spektakuläre Kulisse samt feiner Animationen bei Held(in) und Gegnern gewöhnt hat. Es fehlen auf Dauer Situationen, in denen mich Titan Quest als Spieler berührt – sei es nun durch Spannung, durch sinnliche Wahrnehmung oder durch spannende Erzählstränge.

Spaß in der Gruppe?

Zusätzlich zur weit über 40 Stunden dauernden Kampagne warten auch ein Online-Mehrspieler-Modus sowie mitgelieferte Editoren, um die Langlebigkeit des Titels sicherzustellen. Doch hier wie da tauchen (wie eigentlich beim gesamten Spiel) Probleme auf, die aus einem von den grundsätzlichen Ideen her absolut Award-verdächtigen Hack&Slay ein „nur noch“ gutes Spiel machen.

Dank der umfangreichen und eingängigen Charakter- Entwicklung könnt ihr z.B. auch einen magisch begabten Kämpfer spielen.
Denn was nützt mir die Möglichkeit, mit bis zu sechs Spielern kooperativ die Kampagne anzugehen (Einsteigen jederzeit möglich), wenn selbst im Netzwerk der Code so holprig zu sein scheint, dass der Kollege nur nach extremen Lags in den zweifelhaften Genuss kommt, die Gegenstände aufzusammeln, die ich ihm in meiner Gnade übrig gelassen habe?
Im „normalen“ Online-Betrieb stellt sich die Situation nicht besser dar, weswegen die spärlich vorhandene Chance von Titan Quest, über den Mehrspieler-Modus in Award-Bereiche zu schleichen, umgehend im Keim erstickt wird. Hier ist definitiv Nachbesserung angesagt.

Die angesprochenen Editor-Tools sind auf lange Sicht ein Garant für neue Inhalte – wenn sich eine Community entwickeln sollte, die gewillt ist, sich mit den mitgelieferten Werkzeugen die Nächte um die Ohren zu schlagen. Denn so mächtig sie auch zu sein scheinen, so schwerfällig sind sie zu bedienen. Hier hat Neverwinter Nights mit dem Aurora-Toolset vor Jahren bereits gezeigt, wie ein Kompromiss zwischen Leistungsfähigkeit und Bedienkomfort aussehen kann.
Die Ergebnisse bei Titan Quest können zwar ebenfalls überzeugen, doch der Arbeitsaufwand ist ungleich höher. 

Kommentare

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  • so, nun haben wir 2011. Lustig, diablo 3 ist noch nicht raus, und was da auf hack'n'slay fans zukommt, hinterlässt nen üblen nachgeschmeck... wenn man so die beta-sachen und news zu diablo 3 liest. nunja, grad ist THQ woche bei steam, gestern gabs TitanQuest + Addon für 2,50 (ab heute wieder 6  [...] so, nun haben wir 2011. Lustig, diablo 3 ist noch nicht raus, und was da auf hack'n'slay fans zukommt, hinterlässt nen üblen nachgeschmeck... wenn man so die beta-sachen und news zu diablo 3 liest. nunja, grad ist THQ woche bei steam, gestern gabs TitanQuest + Addon für 2,50 (ab heute wieder 6 euro oder so). Ich hab da mal zugeschlagen und muss sagen: auch wenns leicht veraltet aussieht und nun schon n paar jahre auf'm buckel hat: es macht durchaus spaß. ich hatte seit längerem mal wieder ein hack'n'slay gesucht und auch wenn die story fad ist und das belohnungssystem in TQ nicht so ganz stimmt, freue ich mich dennoch immer wieder, wenn ich mit meiner waldläuferin (jagd+natur) durch die gegend streife. es ist auch erfreulich, dass das spiel nicht ganz so einfach ist. für zwischendurch durchaus lohnenswert. vor allem bei dem preis :D ach, aber einen kleinen makel habe ich noch: manchmal ist die steuerung etwas hakelig, wenn man eine höhle betreten will. meine heldin steht gern mal vor der felswand der höhle, statt einfach nur durch das tor zu gehen... etwas ärgerlich.
  • Zitat 4p: Allen Mankos zum Trotz führt bei Spielern mit Sammlertrieb derzeit kein Weg an Titan Quest vorbei. Und sei es nur, um die Wartezeit bis zu Sacred 2, Loki, Silverfall oder Hellgate London zu überbrücken. Na dann wollen wir mal einen alten Hut auzskramen. Welche Games haben uns denn  [...] Zitat 4p: Allen Mankos zum Trotz führt bei Spielern mit Sammlertrieb derzeit kein Weg an Titan Quest vorbei. Und sei es nur, um die Wartezeit bis zu Sacred 2, Loki, Silverfall oder Hellgate London zu überbrücken. Na dann wollen wir mal einen alten Hut auzskramen. Welche Games haben uns denn nun wirklich gezeigt, wie Hack& Slay von seiner Glanzseite aussieht? Sacred 2? Najaaaa mit langgezogenem a Loki? Um Gottes Willes, lass mich diesen Mist vergessen! Silverfall? Najaaaaa mit noch länger gezogenem a Hellgate London? Hat das überhaupt noch internetunterstützung? Ok 6 Stunden wars lustig, danach endlos eintönig,... Was war da noch? Legend? Oh Gott auch hier bitte ich um Verschonung! Diablo 2? War mir damals schon zu schwach und hat ja auch massive Patchentwicklungen hinter sich. Und im Vergleich zu den oben genannten ist es wohl das schwächste wenn man es gleichbereichtigt vergleicht und mal den Kultstatus (es war damals Konkurenzfrei) außer acht lässt. Sacred 1? Siehe Sacred 2 Was bleibt, wenn man heute ein Hack und Slay kaufen will? Eigentlich kann man ja nur Titan Quest empfehlen. Mit aktuellen Patches sind im Grunde alle Negativpunkte weg. (Und die Story war eigentlich ganz geil, ihr 4pler habt sie nur ständig weg geklickt, weil ihr nur weiter knüppeln wolltet) Das heißt bei einer Neubewertung müssten das über 90% sein. Ne echt mal, wenn nicht bald Diablo 3 rauskommt und rockt (wovon ich ausgehe), dann ist das Genre nach Titan Quest gestorben.
  • Ab da wird TQ langsam tricky. Die Tigermenschen sind in der Tat recht unangenehm. Der Trick besteht hierbei nicht wie ein Irrer vorzustürmen, sondern zu versuchen, immer nur einzelne zu ziehen, das gilt vor allem für die Packs, die schwarze Cheftiger dabei haben. Bei letzteren ist auch zu beachten,  [...] Ab da wird TQ langsam tricky. Die Tigermenschen sind in der Tat recht unangenehm. Der Trick besteht hierbei nicht wie ein Irrer vorzustürmen, sondern zu versuchen, immer nur einzelne zu ziehen, das gilt vor allem für die Packs, die schwarze Cheftiger dabei haben. Bei letzteren ist auch zu beachten, dass sie gerne mal ne Kampfstandarte (ein Art Flagge) herbeirufen. Sobald sie dies tun, sollte man dringend ein paar Meter flüchten, bis man den Wirkungskreis der Standarte verlassen hat, da sich in diesem die Werte aller Gegner massiv erhöhen.