Dark Messiah of Might and Magic
USK: 18

Test: Dark Messiah of Might and Magic

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  Fazit 

Autor:
Paul Kautz

Neben diesen wankfreudigen Faulkörpern, die einen schnell und unangenehm vergiften können, erwartet euch klassischer Widerstand: Orks, Ghouls, Spinnen, Wachen, Nekromanten oder Drachen verfügen über jeweils eigene Kampfstile, Verhaltensmuster und Allergien auf bestimmte Waffen. Der eine verträgt kein Feuer, der andere schreit gleich beim ersten Anzeichen einer Übermacht nach Verstärkung. So mancher Feind ist mit

Alien ahoi: Als Dämon fallen eure Gegner wie die Fliegen, allerdings müsst ihr auf eure stetig sinkende Lebensenergie achten.
gewöhnlichen Methoden gar nicht besiegbar, in solchen Fällen muss man die Umgebung mit in den Kampf einbeziehen. Im letzten Drittel des Spiels gibt es noch eine neue Wunderwaffe: Dann dürft ihr euch nämlich für einige Zeit in einen glühenden Dämonen verwandeln, der enorm austeilt und konstant Lebensenergie verliert - was nur durch das Erledigen von Gegnern ausgeglichen werden kann. Dieser Modus erinnert frappierend an das Alien aus der AvP-Serie , auch hier fuchtelt ihr mit Klauen (was irritierenderweise wie Waffenklirren klingt) und einem schlagkräftigen Schwanz herum, während die Umgebung cool verzerrt dargestellt wird. Währenddessen rennt ihr durch malerische Städtchen und unheimliche Höhlen, erkundet ein prächtiges Schiff und verfallene Ruinen, durchstreift spinnenverseuchte Höhlen  und klettert in luftiger Höhe auf einem Berg herum, um eine Kristallkammer zu finden. Das manchmal nur schwammig beschriebene Missionsspektrum umfasst die dramatische Verfolgung eines über Hausdächer flüchtenden Ghouls, das Erledigen eines Drachen, das Aufpassen auf einen Gefährten oder das Finden magischer Steine. Gelegentlich gibt es auch Bonusziele, die Extra-Skillpunkte bringen, außerdem müsst ihr viele Jump-n-Run-Einlagen überwinden: U.a. sollt ihr an Ketten oder an eigens mit Seilpfeilen befestigten Stricken herumklettern, was nicht immer gut funktioniert, da ihr euch nicht von Hindernissen abstoßen könnt - liegt das Seil oder die Kette also an einem Hindernis (z.B. einem Holzbalken) an, kommt man nicht daran vorbei.

Preiset den Messias!

Figuren und Landschaft sind hervorragend designt.
Die wunderschöne Kulisse von Dark Messiah, die teils grandiose Architektur, die feinen Texturen, die mit tollen Effekten verzierten und blitzsauber animierten Figuren, die blendenden HDR-Effekte - all das stammt aus Valves Source-Engine, was einige vertraute Vorteile mit sich bringt: Die Gesichtsanimationen können sich fast mit Half-Life 2 messen, das Wasser plätschert brillant umher, die Echtzeit-Zwischensequenzen sind fabelhaft inszeniert, massig geskriptete Ereignisse erzeugen die Illusion einer lebenden Welt. Außerdem ist es schön, mal einen Helden mit Hand und Fuß zu haben: Sareth verfügt im Gegensatz zu Gevatter Freeman über alle Extremitäten, was speziell in den Zwischensequenzen der Atmosphäre dienlich ist und Albernheiten wie schwebende Objekte (die man angeblich trägt) vermeidet. Doch so schön die eine Seite ist, so unschön ist die andere: So werfen z.B. alle Figuren angenehm weiche Schatten - nur der Held aus irgendeinem Grund überhaupt keinen. Wichtige Story-Teile werden in aus der Engine abgefilmten Renderfilmen präsentiert, die scheußlich krümelig sind. Der Glanzeffekt, der Personen hervorragend steht, wirkt auf anderen Objekten teilweise schlimm übertrieben: Türen, Steine, altes Holz glänzen, als wären sie von einem Büttel auf Hochglanz poliert worden, selbst ein Haufen Dreck schimmert wie geleckt! Grafikfehler wie verzerrte Fonts, klaffende Polygonlücken, Clippingfehler und flackernde Texturen treten immer wieder auf. Und nicht zuletzt wurden einige der Effekte 1:1 aus HL2 übernommen: Wenn z.B. Untote sterben, erinnert das exakt an Combine-Truppen, die mit der Gravity-Gun in einen Plasmastrom geschmissen wurden - an sich nicht schlimm, aber für Kenner des Ursprungsspiels wirkt das irgendwie fehl am Platze.

1000 Kerben, und kein Ende in Sicht: Gelegentlich haben es die Entwickler mit dem Gegneraufkommen übertrieben.
All die Pracht hat einen Preis: Hardware, nicht zu knapp! Ganz besonders RAM kann man gar nicht genug im Haus haben, selbst mit zwei GB lädt selbst das Hauptmenü fast eine halbe Minute lang. Auch Grafikkarte und Prozessor werden von High-End-HDR-Effekten ordentlich belastet, die Anforderungen liegen deutlich über HL2. Dafür gibt es hier auch coole Zeitlupen-Killermoves, die ihr ausführen könnt, wenn ihr euren Adrenalin-Pegel ordentlich gefüllt habt - recht blutig übrigens, aber in der deutschen Fassung trotz einer 18er-Einstufung nicht ganz so saftig und ohne herumfliegende Körperteile. Dafür bekommt ihr hierzulande sehr gute Sprachausgabe zu hören, die ihren englischen Äquivalent in Sachen Qualität und Wortwitz kaum nachsteht - und die dramatische Musik, die sich dem Spielgeschehen anpasst, ist ohnehin in allen Fassungen gleich gut.

Interessanterweise verfügt Dark Messiah über einen kompletten Mehrspielermodus, der auf Steam basiert: Auf lediglich fünf Karten dürfen sich bis zu 24 Schwert- und Magieschwinger tummeln, in Sachen Spielvarianten gibt's nur (Team-) Deathmatch und das CTF-ähnliche »Crusade«. Mehr können wir zu dem Thema leider noch nicht sagen, da der Multiplayermodus in unserer Testfassung noch nicht funktionierte.

        

Kommentare

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  • fand das spiel anfangs super, weil die geskripteten encounters echt cool waren, aber leider lässt der spielspass schnell nach...
  • Also ich hab bis jetzt nur die Demo gespielt aber ich muss sagen ECHT GEIL! Das Gameplay macht richtig fun vorallem, wenn das Adrenalien aufgeladen ist und man dann diese Special-Schläge macht. Gegner schnetzeln vom aller feinsten oder ein gezielter Schuss mit dem Bogen in den Kopf und der Feind ist  [...] Also ich hab bis jetzt nur die Demo gespielt aber ich muss sagen ECHT GEIL! Das Gameplay macht richtig fun vorallem, wenn das Adrenalien aufgeladen ist und man dann diese Special-Schläge macht. Gegner schnetzeln vom aller feinsten oder ein gezielter Schuss mit dem Bogen in den Kopf und der Feind ist erledigt. Entweder man nimmt den schnellen Weg und tritt die Orks die Abhänge hinunter oder man geht in den Nahkampf. Ganz lustig ist es wenn 2 oder mehr kommen und dann einer von hinten dich packt - Aug in Aug mit dem Ork - und dich dann wegwirft. Die Grafik ist auch ganz hübsch nur die langen Ladezeiten von 2-3 min nerven ein bisschen. Bugs oder Grafikfehler konnte ich in der Demo nicht finden und ich habs mehrmals durchgespielt und die Demo wird immer noch nicht langweilig. Ich werds mir aufjedenfall holen. Entweder die englische Version mit nem deutschem Sprachpaket oder aber ein uncut patch für die deutsche Version, denn das abtrennen von Körperteilen trägt schon sehr zum Spielspaß mit bei. :wink:
  • bin da ganz neutral rangegangen, ohne vorher von diesem Spiel zu wissen. Und ich muss sagen WAHNSINN. Lange nicht mehr solch ein intensives Spiel gespielt. Das Gameplay ist einfach erfrischend neu und mit Nahkampfwaffen viel packender als ein Kampf mit Schußwaffen in EGO-Shootern. Da spürt man  [...] bin da ganz neutral rangegangen, ohne vorher von diesem Spiel zu wissen. Und ich muss sagen WAHNSINN. Lange nicht mehr solch ein intensives Spiel gespielt. Das Gameplay ist einfach erfrischend neu und mit Nahkampfwaffen viel packender als ein Kampf mit Schußwaffen in EGO-Shootern. Da spürt man richtig die Wucht hinter den Schlägen, wenn man brüllend in eine Horde Orks rennt, springt und mit einem Mega-Power-Move drei von denen von den Beinen reißt, einen an der Wand mit Hilfe eines gutplazierten Kicks aufspießt und die anderen übelst niedermetzelt... mit meinem selbstgeschmiedeten Feuerschwert hinterlasse ich nur verbrannte Leichen :twisted: Ähnlich geil ist auch die Architektur, da hielt ich oft inne und dachte nur noch wtf? Wie geil ist das denn? Wenn ich z. B. vor mir diesen Riesenhang mit den drangebauten Holzhäusern erblickte, wo man ständig Schiss hat, dass sie mit einem selbst da drin runterkrachen - was einmal auch fast geschehen ist, oder mich durch die wassergefluteten (man sieht das Wasser geil aus) Kanäle Richtung Oberfläche kämpfte, von wo blendend (dank HDR) weißes Licht schien und die gesamte Umgebung mit ihren Steinfließen und dem Wasser traumhaft erleuchtete - noch nie ne bessere Atmosphäre erlebt! Nach gefühlter Ewigkeit im gruseligen Abgrund, welcher ebenfalls eine super Atmosphäre bietet, mit Untoten, Spinnen (für Leute mit Spinnenphobie ein Albtraum, so wie die Viecher aussehen) etc. wieder so strahlendes Licht zu sehen, einmalig! So stell ich mir perfekt unterhaltende Spiele vor, perfekt inzeniert, packende Action, gute Story mit interessanten Charakteren. Wer das nicht gespielt hat, hat was verpasst. Übrigens, beim wem das Spiel abartig ruckelt/hackt, der sollte die Texturqualität auf mittel stellen, hatte nämlich dasselbe Problem und da hilft eben nur _mittel_, nicht niedrig, nicht hoch, sondern mittel.