Grotesque Tactics: Evil Heroes - Test, Rollenspiel, PC - 4Players.de

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Rollenspiel
Entwickler: Silent Dreams
Publisher: Headup Games
Release:
2010
11.06.2010
2010
2010
Spielinfo Bilder Videos
Humor und Fantasy, geht das überhaupt zusammen? Gestrenge Hochelfen, die plötzlich Witze reißen, kann man sich als Tolkien-Fan nur schwer vorstellen. Das Rollenspiel Grotesque Tactics versucht zu verbinden, was viele für unversöhnlich halten und will humoristische Pfeile abschießen. Gelingt das oder reißt die überspannte Sehne?

Überzeichneter Ansatz

Grotesk ist etwas, das total übertrieben ist: Eine lange Nase, ein Glubschauge 
Klamauk ums Pilzgericht. Zu Beginn will Drake noch verschlungen werden, was sich dann ins Gegenteil verkehrt. 
oder ein schiefer Mund. In der Kunst gibt es auf fast allen Bereichen Grotesken, von der Malerei über die Literatur bis zum Film. Gerade Letztere hat einige äußerst humorvolle Grotesken zu bieten, in denen Situationen oder Charaktere übertrieben dargestellt werden. Allen voran ist da die Truppe von Monty Python zu nennen, die in abgefahrenen Sketchen immer wieder Skurriles vom Feinsten präsentiert. Egal ob Arthus-Mythos oder Jesus-Kult - kein Epos scheint vor ihnen sicher. Den britischen Komikern würde man es wohl am ehesten zutrauen, eine richtige Fantasy-Satire zu machen, wären sie nicht längst in Pension.

Auch bei Grotesque trifft man immer wieder auf Anleihen an die "Pythons", etwa wenn einen im Dungeon brutale Killerkaninchen attackieren. Das ist nur einer der Seitenhiebe, manches erinnert fast an Terry Prachett, da die Helden auch ihre Schwächen haben. Der Held kämpft etwa gegen Menschen fressende Pilze, auf deren "Dienste" er zu Beginn zurückgreifen will. Das ist zumindest neu, denn bislang hatten wir nur etwas von Pilz fressenden Humanoiden gehört. Silent Dreams machen in ihrem Rollenspiel viele Fässer auf, aber nicht eins davon wird annähernd ausgeschöpft. So greift man auch nicht auf die heilige Handgranate von Antiochia zurück, sondern wie üblich auf Schwert, Harfe und Bogen, um die gefährlichen Nager zu plätten.

Story ohne Überraschungen

Die Story ist trotz des skurrilen Themas weniger überraschend, sondern eher schlicht: Obwohl man anfänglich neugierig ist,
Holy ist ein ganz besonderer Held, dessen Monologe nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Sein Gefolge ist noch nerviger.
verläuft sie in etwa so vorhersehbar wie eine durchschnittliche Folge einer Vorabendserie. Einmal mehr spielt man den Helden, der wider Willen ins Abenteuer schlittert, um die Welt zu retten. Es droht eine Invasion des Bösen, das hier Dark Church heißt. Doch zu Beginn hat Drake noch andere Probleme, denn er will sich das Leben nehmen: Der schwermütige Heroe ist durch die Prüfung gerasselt. Doch gerade als er sich einem Pilz als Mahlzeit anbieten will, wird er gerettet. Er trifft auf ein paar Soldaten, die nach einer verlorenen Schlacht den Tod suchen. Als die noch um den Pilz zanken, tritt plötzlich eine Lichtgestalt hinzu, die alle aus der Lethargie reißt - der göttliche Holy Avatar.

Der ebenso hünenhafte wie übertriebene Held gibt allen wieder neuen Mut und bringt Drake dazu, für Glory zu kämpfen. Zunächst gegen die fiesen Pilze, anderes Getier und dann gegen Dark Church, um das Königsreich zu retten. Der großspurige Holy ist nicht der einzige, den man in seine Gruppe aufnimmt, die schnell anschwillt. Da sind devote Jungfrauen ebenso dabei wie Rauschgoldengel oder verkrachte Goblins. Nicht alle sind immer auszuhalten wie die halbnackten Weibsbilder, die Holy umschwärmen wie Motten das Licht. Es gibt zarte Bande zum Manga, was das Artdesign der Helden angeht. Zudem kommen als Gag Cosplayer und Emos vor, ohne dass das eine weitere Rolle spielen würde.

Rundenbasierte Schlachten

Zentrales Element des Rollenspiels made in Germany sind die Kämpfe,
Die Kämpfe sind rundenbasiert und gelegentlich auch taktisch. Aber selbst magische Gegner sind zu schnell beseitigt.  
bei denen die allgegenwärtigen Hexfelder endlich Sinn ergeben: Sobald man auf Feinde trifft, wechselt das Spiel automatisch in den Rundenmodus, so dass man jeden Zug planen kann. Es geht gegen Schwärme von Stechmücken, Horden von Goblins oder Ritter der Dark Church, denen meist ein kampfstärkerer Bossgegner folgt. Als Kommandant hat Drake den ersten Schlag, sobald er in Reichweite ist. Nach ihm schlägt jeder, zaubert oder feuert. Man kann auch Spezialattacken wie Blendung, Plattschuss oder Wuchtschlag wählen, die aber Mana kosten. Für jeden Treffer gibt es Erfahrungspunkte, die auf dem Aufstiegskonto landen.

Zudem hat jeder Held eine Macke, die irgendwann von selbst losgeht: Holy betäubt Freund und Feind durch sein Geschwätz, was zumindest beim ersten Mal für Erheiterung sorgt. Das Kämpfen läuft allerdings simpel ab, auch was die taktischen Möglichkeiten angeht: So ist zwar eine gewisse Planung vonnöten, aber großartig ausgeklügelte Attacken wie bei Heroes of Might & Magic sind kaum erforderlich. Selten genug muss man mal die Gruppe teilen, um von mehreren Seiten zu attackieren, was aber keine Vorteile bringt. Die Jungfrauen muss man in Schutz nehmen, da sie nur Bögen haben und nicht viel aushalten. Meist sind die Gegner schnell getötet, so dass das auch Massen keine große Herausforderung sind. Immerhin kann man den Schwierigkeitsgrad etwas hochschrauben; Grotesque bleibt aber auch im weiteren Verlauf ein eher simples Spiel. Zudem können Tote bei einer Rast in Westwind wiederbelebt werden.
                              

Kommentare

Skabus schrieb am
Aus diesem Test lerne ich als Hobby-Entwickler einige Dinge:
1.) Für Spiele-Redakteure und solche die sich so nennen dürfen, gibt es in
der Spielebranche nur eine einzige Richtung.Dass ist die AAA-Titel-
Erwartung und das wars.Daran misst sich anscheinend alles.
2.) Spieleredakteure haben von Entwicklern und deren Anfängen keinen
blassen Schimmer.Anstelle wie die dummdreisten Assgeier auf Debut-
Spiele rumzuhacken, sollte sich der Bodo mal z.B. fragen ob er GTA IV
eigtl. wirklich gespielt hat oder nur die Wertung aus Tradition so gewählt
hat.Scheinbar sind alle AAA-Titel automatisch gut und Indi-Spiele auto-
matisch schlecht.So kommt es einem auf jeden Fall vor.
Zu 1.) Die Spielebranche ist eine vielschichtige, multidimensionale Branche geworden, ebenso wie die Filmbranche.Dort scheint es aber bereits mehr Kritiker zu geben, die wirklich kapiert haben wo der Unterschied zwischen einem B-Movie, einem Idependent und einem Hollywood-Streifen ist.
Diese Vielschichtigkeit führt dazu, dass es Spiele gibt die man eben nicht am AAA-Standard bemessen kann, weils einfach kein Vergleich ist. Das wäre so als würde man einen Zwerg kritisieren, weil er nicht die Propertionen eines Menschen hat.
Oder einer Katze vorhalten, dass sie nicht bellt.Dieser Zusammenhang ist dem Tester aber anscheinend völlig fremd.Grotesque ist kein AAA-Titel und ich denke das wussten die Entwickler auch selber.Die Artworks sind auch keine AAA-Zeichnung, auch das wussten die Entwickler selber. Die Spielmechanik ist keine AAA-Spielmechanik, aber zum Teufel auch das wussten die Entwickler selber.
Man sollte als Redakteur egal ob bei 4players oder bei Gamestar endlich mal lernen, dass es nicht nur eine Käuferschicht gibt und das es nicht nur eine Art Spieler gibt.Wie gesagt die Branche ist multidimensional geworden.
Der Herr Bodo denkt aber anscheinend nur eindimensional.
zu 2.) Niemand beschwert sich heute...
mkess schrieb am
Unzutreffende Bewertung.
Spielprinzip und Humor nicht verstanden.
So simpel ist das. Das Spiel ist eine einzige Verarschung des Genres, und der üblichen Klischeehelden.
wertungsfanatiker schrieb am
Ich hätte Grotesque ja gerne - trotz dieses und des PCG - Tests gekauft und gespielt - ABER ES HAT EINE ONLINEAKTIVIERUNG !!! WAARUM NUUR ? DAS HAT ES DOCH AUCH BEI KING´S BOUNTY NICHT GEGEBEN !
Mein Game PC hat kein Internet. Und solange nicht ein wirkliches 9x - CRPG erscheint, wird sich das auch nicht ändern.
Und mit letzterem ist es noch am besten zu vergleichen. Insgesamt dürfte es wohl ein wenig schwächer ausfallen als diese Mischung, doch bei mir wäre wohl sogar noch eine mittlere 7x - Wertung drin, wenn ich es denn spielen könnte. Der Humor sollte nicht so stark in die Wertung eingehen - er ist interessante Nebensache.
DeadPoet schrieb am
arvid [I] hat geschrieben:Nach kurzem Anspielen fand ich Grotesque wegen des mir wichtigen eigenen Charakterausbaus eher fade und habe es wieder deinstalliert. 8)

Wobei SRPGs nicht selten auf Charakterausbau verzichten aufgrund der zahlreichen Einheiten. Die Charaktere lassen sich stark aufgrund der gefundenen Items modifizieren, so kann man seinen persönlichen Lieblingschar stark pushen.
Aber den Punkt Charakterausbau werden wir auf jeden Fall auch als konstruktiven Kritikpunkt ansehen, keine Frage.
Ach übrigens gerade: Amazon Grotesque Tactics : 17 Euro! ;)
DeadPoet schrieb am
Sevulon hat geschrieben:War Drake nicht der Kommentator dort? Und sind in dem Spiel wenigstens auch ordentliche Wrestlinganspielungen? ;)

Bite war Kommentator. ;)
Es gibt nen Insider Gag zu CM Punk. :)
schrieb am

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