Idylle zu erkunden
Optisch erweckt das programmierte Dere durchaus den Eindruck einer lebendigen Welt. Die mittelalterliche Stadt ist gelungen, es gibt schmucke Fachwerkhäuser, aristokratische Steinbauten und finstere Verliese - alles untermalt von
Lautenklängen. Durch die Straßen laufen Einwohner, die ihrem Tagwerk nachgehen. Außerhalb der Ortschaften versucht man den Eindruck einer ländlichen Idylle zu vermitteln. Obwohl das Wasser in den Flüssen schön glitzert, gelingt das nur bedingt, da es an der Fernsicht hapert. Das fällt unschön auf, wenn ihr euch einem Dorf nähert, da die Leute plötzlich unvermutet aufploppen. Manchmal kommt ihr in einen Ort und denkt, da ist gar niemand, da ihr die Sichtweite nicht erreicht habt. Ein fließender Übergang wäre Trumpf gewesen. Die ganze Szenerie erinnert verblüffend an Treasure Island
, was kein Wunder ist, da Radon Labs dieselbe 3D-Engine mit 3rd-Person-Sicht verwendet. Diese vermittelt eher den Eindruck des Dabeiseins als ein Mittendrin-Gefühl.
Auch beim Umherschweifen herrscht eine gewisse Freiheit, da ihr bis auf einer paar gesperrte Straßen, Türen und Eisengitter hingehen könnt, wo ihr wollt. Allerdings ist das Spiel wie auch The Witcher
in verschieden große Abschnitte aufgeteilt, so dass ihr nicht immer zurück dürft, wenn euch danach ist. Drakensang bietet keine durchgängige Welt wie Oblivion, weshalb es gelegentlich nachlädt, um einen neuen Abschnitt zu öffnen. Das nervt schon, besonders wenn man wie in der Stadt häufig das Viertel wechselt. Richtig eingesperrt fühlt ihr euch zum Glück nie. Es sei denn, ihr bleibt mal wieder an einem Ästchen, Grashalm oder Pilzchen hängen, wie es leider oft passiert - der Held scheint ein Schwächling zu sein, denn er kommt nirgends vorbei.
Drachen-Saga
Der Titel legt es nahe, in Drakensang geht es um Drachen. Das auf Epos getrimmte Intro macht neugierig auf mehr, aber die Geschichte kommt nicht recht in Schwung. Ihr werdet lange darüber im Dunklen gelassen, worum es eigentlich geht. Das
ist schade, denn gerade eine Story sollte doch der Antrieb dafür sein, überhaupt weiterzuspielen. Erst wenn ihr dem Weg der Hauptquest folgt, erfahrt ihr mal ein wenig mehr. Es geht um die ominöse Drachenquest, die ihr neu beleben müsst. Auch wenn die Story von DSA-Autoren stammen soll, ist sie nicht neu, wenig mitreißend und könnte auch in jedem anderen Rollenspiel vorkommen. Ihr hangelt euch halt so von Auftrag zu Auftrag, ohne dass das Interesse fürs Ganze wirklich geweckt werden würde.
Der lächerliche Unterton, der in den zahllosen Multiple-Choice-Gesprächen zum Ausdruck kommt, dürfte nicht jedermanns Sache sein. Die Szene ist bekannt: Man kommt auf eine Party und ein unsympathischer Typ textet einen zu, bis der Gehörgang blutet - nur aus Höflichkeit hört man ihm zu. So was kommt auch bei Drakensang vor, allerdings ohne dass es witzig wäre. Einer erzählt halt von seinen vermeintlichen Heldentaten, ohne ein Ende zu finden - ihr könnt weiter zuhören oder abrupt abbrechen. Zudem seid ihr zum Mitlesen verdammt, da nur die wichtigen Dialoge vertont sind. Nicht mal euer Held hat eine Stimme, was im Vergleich zum geschwätzigen Protagonisten aus Gothic mehr als schade ist. Außerdem ürften viele die Namen und Bezeichnungen negativ aufstoßen: Aber Zauber wie "Flim Flam Flunkel" sind halt normal bei DSA.
Einfache Bedienung
Dass sich ein so komplexes Rollenspiel gut bedienen lässt, ist zu begrüßen, denn so es ist auch für Genreeinsteiger geeignet. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden: Ihr klickt alles direkt an oder
eben über die Schaltfläche mit den anwählbaren Icons. Wenn ihr das Zeichen für Reden auswählt, beginnt das Gespräch. Wenn ihr einen Verband anklickt und dann den verletzten Helden, wird er geheilt. Obwohl es keine richtige Action gibt, lauft ihr einfach per Shooter-Steuerung durch die Lande und schaut euch per Maus um. Ihr könnt auch bis zum Exzess Fässer und Kisten zerdeppern, wie ihr das von Diablo
kennt. Das wirkt zwar vertraut, ist dennoch recht überflüssig, da es einfach nicht zu DSA gehört.
Allerdings gibt es auch hier Schatten, denn wie oben bereits angesprochen, bleiben die Helden oft hängen. Zudem ist die Steuerung schwammig geraten, was in erster Linie im Vergleich mit anderen Rollenspielen auffällt. Wer sich einmal bei Der Herr der Ringe Online
butterweich durchs Breeland bewegt hat weiß, wie perfekt eine Steuerung sein kann. Davon ist man bei Drakensang doch entfernt, auch weil es öfters Orientierungsprobleme gibt: Ihr lauft ganz normal und plötzlich verdreht sich das Bild dermaßen, dass ihr nicht mehr wisst, wo oben und unten ist. Hier fällt es auch ungenehm auf, dass das Bild öfters ungefragt auf Nahansicht umschaltet, was zusätzlich verwirrt. Immerhin sind sonstige Bugs selten, da Drakensang nicht öfter abstürzt als vergleichbare Spiele, auch wenn die zerkratzte und wild rotierende DVD etwas anderes suggeriert.
Optisch erweckt das programmierte Dere durchaus den Eindruck einer lebendigen Welt. Die mittelalterliche Stadt ist gelungen, es gibt schmucke Fachwerkhäuser, aristokratische Steinbauten und finstere Verliese - alles untermalt von
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| Zum Glück sieht nicht immer alles proper aus. Ihr müsst auch in manch dunkles Loch klettern, um ans Ziel zu kommen. |
Auch beim Umherschweifen herrscht eine gewisse Freiheit, da ihr bis auf einer paar gesperrte Straßen, Türen und Eisengitter hingehen könnt, wo ihr wollt. Allerdings ist das Spiel wie auch The Witcher
Drachen-Saga
Der Titel legt es nahe, in Drakensang geht es um Drachen. Das auf Epos getrimmte Intro macht neugierig auf mehr, aber die Geschichte kommt nicht recht in Schwung. Ihr werdet lange darüber im Dunklen gelassen, worum es eigentlich geht. Das
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| Die übliche Fantasy-Story kommt nicht recht in Fahrt, da ihr weitgehend im Dunklen gelassen werdet. |
Der lächerliche Unterton, der in den zahllosen Multiple-Choice-Gesprächen zum Ausdruck kommt, dürfte nicht jedermanns Sache sein. Die Szene ist bekannt: Man kommt auf eine Party und ein unsympathischer Typ textet einen zu, bis der Gehörgang blutet - nur aus Höflichkeit hört man ihm zu. So was kommt auch bei Drakensang vor, allerdings ohne dass es witzig wäre. Einer erzählt halt von seinen vermeintlichen Heldentaten, ohne ein Ende zu finden - ihr könnt weiter zuhören oder abrupt abbrechen. Zudem seid ihr zum Mitlesen verdammt, da nur die wichtigen Dialoge vertont sind. Nicht mal euer Held hat eine Stimme, was im Vergleich zum geschwätzigen Protagonisten aus Gothic mehr als schade ist. Außerdem ürften viele die Namen und Bezeichnungen negativ aufstoßen: Aber Zauber wie "Flim Flam Flunkel" sind halt normal bei DSA.
Einfache Bedienung
Dass sich ein so komplexes Rollenspiel gut bedienen lässt, ist zu begrüßen, denn so es ist auch für Genreeinsteiger geeignet. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden: Ihr klickt alles direkt an oder
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| Die automatische Karte ist sehr praktisch, da alle wichtigen Ziele eingezeichnet sind. Sie gibt es auch als Minikarte. |
Allerdings gibt es auch hier Schatten, denn wie oben bereits angesprochen, bleiben die Helden oft hängen. Zudem ist die Steuerung schwammig geraten, was in erster Linie im Vergleich mit anderen Rollenspielen auffällt. Wer sich einmal bei Der Herr der Ringe Online


