Ehrgeiziger Ritter
Aller Anfang ist schwer. Vor allem, wenn man ein Königreich aufbauen will und nicht mehr als den Rang eines Ritters vorzuweisen hat. Zwar sitzt man hoch zu Ross, darf Steuern eintreiben und das Land erkunden. Aber mit diesem ersten von sieben erreichbaren Titeln lassen sich weder Wirtshäuser oder Apotheken anlegen noch Schwertkämpfer ausbilden, Diebe anheuern oder Katapulte errichten. Außerdem naht der Winter und das Lager muss gefüllt werden. Verflixt aber auch...
Der Ehrgeiz stellt gleich die erste Frage: Wie kann man bloß Titel gewinnen? Indem man in seiner kleinen Stadt wichtige Bedürfnisse nach Nahrung, Hygiene oder Dekoration befriedigt und die Kerngebäude fleißig ausbaut. Man braucht Gold, Steine, Siedler und natürlich was zu futtern - am besten von allem etwas. Hört sich nach einer Menge Arbeit an? Ist es auch! Aber erstens macht sie Spaß und zweitens gewöhnt sich der gestählte Ritter nach wenigen Mausklicks daran. Der Schritt auf die nächste Stufe der Karriereleiter ist dank der damit verbundenen Rechte immer motivierend, aber
Egal ob Kampagne, Mission oder freies Spiel - zu Beginn gibt es immer ein hilfreiches Startpaket für ehrgeizige Monarchen: Eine kleine Burg, eine Kirche, ein Lagerhaus mit ein paar Steinen und Holz, dazu ein Marktplatz mit Brunnen. Das ist doch schon mal eine ordentliche Basis! Außerdem darf man gleich Holzfäller und Jäger in die Wälder schicken, damit erste Rohstoffe im Lager landen. Die erlegten Tiere lassen sich zu Wurst und Kleidung verarbeiten, das Holz braucht man für nahezu alle Bauwerke. Dann kommen Steine, Eisen, Wolle und so weiter und so fort - der seit Jahren bekannte Kreislauf aus Abbau, Verarbeitung und Handel kann beginnen.
Idylle kontra Wiederholung
Und genau dieses Gefühl der Wiederholung raubt diesem prächtigen Spiel mit seiner wunderschönen Musik - wer Hakim als Anführer wählt, darf sich auf ein orientalisches Orchester der Extraklasse freuen - irgendwann die Chancen auf einen Award.
Was auf den ersten Blick unheimlich idyllisch wirkt und sowohl alte Wuselinstinkte weckt als auch neugierig mit der Kamera zwischen Wald und Wiesen hantieren lässt, spielt sich auf lange Sicht zu ähnlich. Außerdem bietet es in den Bereichen Diplomatie und Warenkreislauf zu wenig Tiefgang. In unserer Vorschau waren wir nach drei Stunden noch sehr angetan, aber wenn man zehn auf dem Buckel hat, erkennt man diese gefährlichen Routinen, die die Faszination irgendwann trüben.
Kulisse, Komfort und Einsteigerfreundlichkeit stehen dann der fehlenden Komplexität gegenüber, die ein Anno 1701
so auszeichnet - das erschreckend schmale Handbüchlein ist ein erstes Symbol dafür. Trotzdem macht diese Aufbaukarriere Spaß und gerade in den ersten Stunden kann man sich kaum davon losreißen. Entscheidet man sich für den Skalden, darf man seinen Gesängen am Marktplatz lauschen! Entscheidet man sich für den Händler, kann man hungrige Bewohner füttern! Gerade diese Ritter mit ihrer aktiven und passiven Fähigkeit laden zum Experimentieren ein. Sie sind nicht so mächtig wie im Vorgänger, aber können die ein oder andere Situation besser lösen und dabei aufsteigen - das war eine notwendige und gute Designentscheidung, denn jetzt können sie nur mit guter Unterstützung in den Kampf ziehen und wirken nicht wie Supermänner.
Das sorgt für Identifikationspunkte mit den Helden und die Aussicht auf spezielle Boni, wie etwa weniger Kosten beim Gebäudebau, der Rekrutierung oder einfach mehr Steuereinnahmen. Und noch ein Pluspunkt: Diese Siedler kehren, wenn auch deutlich entschlackt und damit nur auf halber Strecke (keine Träger, keine Fahnen, keine Mühlen oder Sägewerke etc.), zu ihren Wurzeln zurück und erinnern damit an alte Tugenden der Pionierzeit. Kleinigkeiten wie die Tatsache, dass Hunde herumstromern, Leute auf offener Straße plaudern oder Steuereintreiber tatsächlich aus der Burg Richtung Bewohner traben und danach die Kasse klingelt, sorgen sofort für neugieriges Scrollen. Und selbst wenn Frauen nur als Fortpflanzungs-Upgrade auf Festen auftauchen, sorgen die Flirts auf dem Marktplatz doch dafür, dass man mal hinschaut und der Haushalt der Verheirateten später effektiver geführt wird. Kurzum: Das Spiel ist besser, schöner und motivierender als Die Siedler: Das Erbe der Könige
. Aber was Einsteigern gefallen wird, wird Veteranen auf lange
Sicht noch nicht konsequent gegnug sein - und sind nicht alle Einsteiger nach zehn Stunden auch Veteranen?
Bunt, voll und prächtig: Freut euch auf ein reges Treiben auf dem Marktplatz. |
Der Ehrgeiz stellt gleich die erste Frage: Wie kann man bloß Titel gewinnen? Indem man in seiner kleinen Stadt wichtige Bedürfnisse nach Nahrung, Hygiene oder Dekoration befriedigt und die Kerngebäude fleißig ausbaut. Man braucht Gold, Steine, Siedler und natürlich was zu futtern - am besten von allem etwas. Hört sich nach einer Menge Arbeit an? Ist es auch! Aber erstens macht sie Spaß und zweitens gewöhnt sich der gestählte Ritter nach wenigen Mausklicks daran. Der Schritt auf die nächste Stufe der Karriereleiter ist dank der damit verbundenen Rechte immer motivierend, aber
Egal ob Kampagne, Mission oder freies Spiel - zu Beginn gibt es immer ein hilfreiches Startpaket für ehrgeizige Monarchen: Eine kleine Burg, eine Kirche, ein Lagerhaus mit ein paar Steinen und Holz, dazu ein Marktplatz mit Brunnen. Das ist doch schon mal eine ordentliche Basis! Außerdem darf man gleich Holzfäller und Jäger in die Wälder schicken, damit erste Rohstoffe im Lager landen. Die erlegten Tiere lassen sich zu Wurst und Kleidung verarbeiten, das Holz braucht man für nahezu alle Bauwerke. Dann kommen Steine, Eisen, Wolle und so weiter und so fort - der seit Jahren bekannte Kreislauf aus Abbau, Verarbeitung und Handel kann beginnen.
Idylle kontra Wiederholung
Und genau dieses Gefühl der Wiederholung raubt diesem prächtigen Spiel mit seiner wunderschönen Musik - wer Hakim als Anführer wählt, darf sich auf ein orientalisches Orchester der Extraklasse freuen - irgendwann die Chancen auf einen Award.
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| Wer darf es ein? In der Kampagne, die euch über vier Kapitel mit dem Schicksal des fiktiven darionischen Reiches betraut, habt ihr vor jeder Mission die Wahl zwischen Anführern. |
Kulisse, Komfort und Einsteigerfreundlichkeit stehen dann der fehlenden Komplexität gegenüber, die ein Anno 1701
Weitere Videos: |
| Interview mit Producer Benedikt Grindel |

