Geschichte als Leitmotiv?
Welch Überraschung, so etwas gab es lange nicht mehr: In den beiden Kampagnen von Windchaser entsteht die Hauptmotivation nicht durch die Möglichkeit das Namen gebende Luftschiff auszubauen oder die Helden bis zur nächsten Level-Up-Grenze aufzuwerten. Nein, das Herzstück ist die Geschichte. Im Mittelpunkt steht Held Ioan, der seinem Leben als Farmer in den Randgebieten der Fantasywelt Ensai nicht mehr viel abgewinnen kann. Wie viele junge Männer sucht er als Novize sein Glück in einer fernen Stadt. ![]()

Die drei Helden der Kampagne: Shara, Ioan und Caine posieren auf einer verwaschenen Bodentextur.
Auf dem Weg dahin trifft er Caine und Shara, die ihn gleich in ihre Gilde einladen, da in ihm scheinbar mächtige Kräfte schlummern. Daraufhin erfährt er aus nächster Nähe wie sich die Orthodoxen und Reformisten gegenseitig an die Gurgel gehen, obwohl beide den gleichen Gott - die Zweifältigkeit - anbeten. Dann bekommt der Held urplötzlich merkwürdige Visionen. Und wer steckt eigentlich hinter dieser düsteren, verzerrten Stimme, welche die Missionen einleitet? Alles merkwürdig und zugleich interessant.
Erzählt wird die Geschichte anhand der Helden, die allesamt erzählerisch interessant ausgearbeitet wurden, die nicht immer rational handeln und sich im Laufe der Story weiter entwickeln. Wahrhaft klasse ist dabei der Wendepunkt zwischen den Kampagnen - keine Panik, an dieser Stelle wird nicht mehr verraten. Getrübt wird die ansonsten wirklich schöne Geschichte durch die Präsentation; hier merkt man dem Spiel seine "günstigen" Entwicklungskosten an. Während die Sprachausgabe durchaus gelungen ist, bleiben die Zwischensequenzen hinter ihren Möglichkeiten zurück: Gesichtsanimationen sind nicht vorhanden; selbst bewegte Mundwinkel gibt es nicht und die Charaktere wurden nur spärlich animiert.
Es gibt viel zu tun
In den insgesamt 15 Missionen, die auf zwei Kampagnen aufgeteilt sind, gibt es für eure Helden allerhand zu tun. Jede der weitläufigen Szenariokarten ist in mehrere Abschnitte unterteilt und sobald ihr mit euren Helden einen Bereich durch die Eroberung eines Beobachtungsturmes gesichert habt, kann eure mobile Basis - das Luftschiff Windchaser -
dorthin vordringen. Ihr seid somit vorwiegend in Echtzeit-Taktik-Manier mit euren Helden unterwegs, löst Quests für 'Ruhm' (nötig für Upgrades der Windchaser), erforscht die Karte um neue Rekruten ausfindig zu machen oder löst Nebenquests, sofern ihr wollt; vielleicht winken ja Artefakte bzw. mächtige Gegenstände als Belohnung. Neben allerlei Kampfaufgaben dürft ihr Artefakte suchen und bergen, Flüche brechen, Händler begleiten bzw. retten, die Windchaser als Truppentransporter zweckentfremden oder euch mit NPCs treffen. Am Ende läuft es meist darauf hinaus, die Karte aufzudecken, Gegner zu besiegen und Artefakte zu sammeln, aber zwischendurch lockern kleine Überraschungen die Einsätze auf. Dies gilt nicht für die Missionen mit Zeitlimit, die ich weiterhin für nervtötend halte, insbesondere weil es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt - und der ist ohnehin gesalzen.Download: Deutsche Demo (673 MB)
Video: Trailer 1 (2:25 Min.)
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