Guild Wars 2
USK: 12
Rollenspiel (Online-Rollenspiel)

Test: Guild Wars 2

So testet 4Players

Autor:
Mathias Oertel

Auch bei Verteilung der Erfahrungspunkte sowie Beutevergabe ist Guild Wars 2 sehr auf Fairness aus. Hat man maßgeblich Anteil am Ableben der jeweiligen Feinde bekommt man auch seine Belohnung, egal, wer oder wie viele mitgeholfen haben. Man merkt, dass sich ArenaNet viele Gedanken gemacht hat, wie man die Frustsituationen einiger
Mal bedrohlich, mal idyllisch, aber immer ansehnlich: Tyria überzeugt mit abwechslungsreichen Landstrichen.
Mal bedrohlich, mal idyllisch, aber immer ansehnlich: Tyria überzeugt mit abwechslungsreichen Landstrichen.
Konkurrenten schon im Vorfeld entschärft. Und das tut dem Spielfluss nur gut. Ich freue mich bereits auf die nächsten Stunden und Tage in Tyria: Meine Kampffähigkeiten sind ausgebildet, ab jetzt kommt es in den zunehmend härteren Gefechten (ich habe bereits einige Male das Zeitliche gesegnet) auf die Taktik, die Missionen und die Fortführung der Hauptaufgabe an.

Schlafende Probleme?

Doch es ist nicht alles gut in Tyria. Und damit meine ich nicht die in der Anfangsphase für Vorbestellungs-Frühstarter auftretenden, nervenden Probleme, die mittlerweile behoben scheinen. Einsteigern z.B. werden nach einer sehr stimmungsvollen Sequenz, in dem man seine selbst erstellte Figur das erste Mal als Protagonist (und erste Auswirkungen der Antworten im Rahmen der Charaktererstellung) erlebt, ins kalte Wasser geworfen. Bevor man überhaupt weiß, was Phase ist, muss man sich schon seiner Haut erwehren, erlebt einen (Tutorial-) Boss und hat auf einmal die Weite der Welt vor sich. Gerade weil man so viel erleben und machen kann, wäre es wünschenswert gewesen, wenn man etwas mehr an die Hand genommen würde und man hier und da mehr erklärt bekäme, ohne an einem zweiten Rechner das (Online-)Handbuch oder die Tutorial-Videos bemühen zu müssen.

Weg von Stereotypen: Jede Klasse kann mehr oder weniger gut heilen und alle können wiederbeleben.
Weg von Stereotypen: Jede Klasse kann mehr oder weniger gut heilen und alle können wiederbeleben.
Auch die Unübersichtlichkeit in den effektgeladenen Kämpfen stört gelegentlich. Dass ich dennoch nach der einen oder anderen Auseinandersetzung mit pochendem Herzen in meinem Stuhl (bzw. Sessel) zusammengesackt bin, zeigt jedoch, dass Guild Wars 2 in seinen Bann zu ziehen versteht. Es muss allerdings noch beweisen, dass die unterschiedlichen Klassen nicht nur inhaltlich, sondern auch mechanisch Variation bieten und z.B. im Kampf nicht zu gleichförmig werden.

Des Weiteren kann es nicht schaden, die Inventar-Verwaltung sowie die Händlerinteraktion zu optimieren. Zwar bekomme ich bei primärer Ausrüstung (Waffen, Kleidung) den Vergleich zur gerade angelegten angezeigt, bei Verbrauchsgegenständen ist aber nicht immer klar, was die Nutzung jetzt zum Ergebnis hat. Und schaut man sich bei Händlern sekundäre Ausrüstungsgegenstände wie Ringe, Amulette etc. an, bekommt man auch nicht immer die Unterschiede zu momentan verwendeten Teilen angezeigt. Außerdem zeigt sich die deutsche Lokalisierung als sehr wankelmütig, aber unter dem Strich in Ordnung. Mal sind die Sprecher gut, die Texte aber leicht fehlerhaft, dann wiederum passen die Stimmen gar nicht. Im Englischen ist die Stimmenauswahl etwas besser, allerdings muss jeder Sprecher mehrere Rollen sprechen, was sich leider negativ auswirkt. Aber: Man kann auch mischen und z.B. englische Sprache mit deutschen Texten wählen.

Zwischen-Ausblick

Glücklicherweise kommt gerade folgende Meldung: "Eine neue Version ist verfügbar. Euer Spiel wird in 3 Minuten 15 Sekunden neugestartet." Ich muss abschalten, Pause von Tyria machen. Aber es ist verdammt schwer. Denn trotz der bereits jetzt auffallenden Kleinigkeiten ist Guild Wars 2 eines der erfrischendsten Online-Rollenspiele der letzten Jahre - obwohl es an der bunten Oberfläche gar nicht so viel anders macht als andere, nur eben besser, stimmungsvoller und durchdachter. Ich hoffe, dass ArenaNet den Spannungsbogen nicht aus den Augen verliert und die Event-Mechanik weiterhin mit Überraschungen punktet. Doch selbst, wenn es "nur" auf diesem Niveau weiterginge, bliebe sehr gute Unterhaltung - und dann würde ja immer noch der Kampf von Welt-gegen-Welt warten, um den ich mich wie um Handwerkskunst, die Unterwasser-Kämpfe, die Server-Performance oder den spielinternen Mikrotransaktions-Shop zu gegebener Zeit kümmern werde. Doch jetzt sind die 3 Minuten 15 Sekunden ohnehin vorbei. Ich muss wieder zurück...

Bis demnächst in Tyria…

Kommentare

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  • stimmt. downscaling verstärkt und die eventbelohnungen erhöht. um lv80 zu erreichen muss man die startgebiete überhaupt nicht verlassen. selbst wenn man zu beginn "nur schnell" alles auf 100% bringen will, ist man nach den 1-15 startgebieten schon auf lv30-35. /fail.
  • Extrem überbewertetes Spiel. Aber so wie es gehypt und als "next Gen MMO " dargestellt wurde, müsste es mich eigentlich nicht wundern. Das einzig positive ist die persönliche Story, die aber schnell nicht mehr persönlich ist da man sich 3 Gruppen anschließt und ab da ihre Aufgaben macht.  [...] Extrem überbewertetes Spiel. Aber so wie es gehypt und als "next Gen MMO " dargestellt wurde, müsste es mich eigentlich nicht wundern. Das einzig positive ist die persönliche Story, die aber schnell nicht mehr persönlich ist da man sich 3 Gruppen anschließt und ab da ihre Aufgaben macht. Die ist nett gemacht und vollvertont. Wer so etwas allerdings in besser erleben will, sollte SW:ToR spielen. Der Rest ist Standard Kost. Außer (!) das PvP das ist wirklich gut, aber Guild Wars ist nun mal ein PvP Spiel. Obwohl ich hier auch enttäuscht war, da die großartigen Belagerungsschlachten auch nix besonderes waren. Das gleiche habe ich schon Jahre vorher in WoW gesehen und zwar in Tausendwinter. Belagerungsmaschinen, eine Burg, und zerstörbare Umgebung. Allerdings konnte man dort auch die Mauern einreißen. End Content gibt es nicht wirklich, ein paar Dungeons ohne großartige Encounter ( ist wohl den "kein Tank, Heiler , DD Sytem" zu verschulden) und mehrstufige Events rund um Orr, die beim ersten mal nett sind, aber man kennt bis dahin Events eben schon. Meistens tötet man solange etwas bis der Balken voll ist. Oder man sammelt was, bringt etwas usw...das was halt in anderen MMOs als Quests gibt, nur hier heißt es Event. Ansonsten versucht halt Arenanet Jumping Puzzle als End Content zu verkaufen... Aber wer will schon freiwillig durch die Rechteckige Welt rennen und die suchen?^^ Für mich ist das K.O Kriterium das alle 80iger gleich sind und man herunterstuft wird. Dadurch fühlt man sich nie richtig stärker oder mächtiger. Und ab Level 50 ist bei mir die Motivation weiter zu spielen schlagartig auf 0 gegangen. Ich habe mich gefragt: Warum? Es ist egal was ich mache, wie sehr ich mich anstrenge, ich verbessere meinen Charakter ab jetzt nicht mehr. Und meiner Meinung nach, gehört das ständige verbessern eines Charakters in ein Rollenspiel. Auch wenn das bei einen MMO die Itemspirale bedeutet. Aber das ist nur meine persönliche Meinung dazu, auch mit Itemspirale hätte ich GW2 im PvE nicht weitergespielt. Eine 85% hätte für das Game auch gereicht.
  • SSBPummeluff schrieb:
    Jo, es gibt Bugs, mich stört gerade einer gewaltig, der schon 2x gefixt wurde und dennoch nicht geht, also die Persönliche Story: Der pakt wird geschmiedet. 1 Monat schon verbuggt, und scheinbar ist auch die 70er PS davon verbuggt, da freue ich mich jetzt
     [...]
    SSBPummeluff schrieb:
    Jo, es gibt Bugs, mich stört gerade einer gewaltig, der schon 2x gefixt wurde und dennoch nicht geht, also die Persönliche Story] jupp genau den hatte ich auch. hab die quest dann einfach nochmal gestartet, mich immer an den questverweisen auf der minimap orientiert, und dann hat es letztlich auch funktioniert. zugegeben, es war schon recht nervig

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