Splinter Cell: Conviction
USK: 18

Test: Splinter Cell: Conviction

So testet 4Players
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Autor:
Benjamin Schmädig

Man könnte Creative Director Maxime Beland zitieren, wenn er betont, dass der scheinbar coole Spitzel auf der Suche nach seiner vermissten Tochter endlich sein wahres Gesicht zeigt. Man könnte aber auch einen Satz gleich zu Beginn des Spiels wiederholen: »Der Sam Fisher, den sie kannten, ist tot!« Genau so heißt es im Spiel und der Satz trifft ins Schwarze. Doch anstatt dem neuen Splinter Cell auch zu neuer Frische zu verhelfen, versackt Conviction irgendwo zwischen Versteckspiel und rudimentärer Taktik-Action.
Der nigelnagelneue Sam Fisher

Es begann mit einem einfachen Satz. Ein Satz, der Sam Fisher so tief in die Magengrube schlug, dass der gestählte Geheimagent beinahe die Fassung verlor: »Sam«, knackste die Stimme seines Vorgesetzten im Funkgerät, »es geht um deine Tochter.« Plötzlich schlägt die Stimmung um. Sein Auftrag verkommt zur Nebensache. Ein kraftvoller Soundtrack treibt ihn an den letzten Wachen vorbei zum Ausgang. Ich konnte mich gerade noch beherrschen, seine Gegner nicht im Blutrausch einfach zu töten. Dann versinkt das Nachtsichtgerät im Meer. »Sam würde niemals mehr der Gleiche sein.« Was für ein Einstieg!

Aber dann ließ das vergangene Splinter Cell: Double Agent  die Geschichte um Sams Tochter plötzlich fallen. Auch den versprochenen Sinneswandel löste das Spiel nur bedingt ein. Und nach Double Agent wurde es schließlich ruhig um Sam. Zwar stellte Ubisoft bald einen Nachfolger namens Conviction vor, in dem wirklich alles anders werden sollte. Aber die wichtigste angekündigte Neuerung - die Interaktion mit einer Menschenmenge bei Tageslicht - konnten die Entwickler trotz ihrer Assassin's Creed-Kollegen ein paar Zimmer weiter nicht verwirklichen.
Video: Endlich! Drei Jahre nach »Double Agent« macht sich ein grimmiger Sam auf die Suche nach seiner Tochter.
Stattdessen tauchte vor einem Jahr plötzlich ein neues Conviction auf, das sich an den herkömmlichen Stärken der Serie orientieren wollte. Ubisoft hatte die Führungsriege ausgetauscht: Mit Maxime Beland saß jetzt ein Kreativkopf an der Spitze, der schon an Assassin's Creed beteiligt war. Denn dieser Mann muss wissen, wie moderne Stealth-Action auszusehen hat!

Beland weiß aber auch, was Splinter Cell noch vor den spielerischen Werten braucht: Es muss endlich ein packender Thriller sein, dessen Gefühlswelt sich nicht in Missionsbeschreibungen und seltenen Emotionen verlieren. Und tatsächlich macht der Plot um den aussätzigen Agenten, eine große Verschwörung und eine fiese Intrige dem »Tom Clancy« im Titel alle Ehre: Als High-Tech-Krimi kann Conviction jedenfalls überzeugen, obwohl ihm wirklich überraschende Wendungen ebenso fehlen wie markige Charaktere abseits des Helden. Der ist alias Michael Ironside aber immerhin ein sprachlicher Höhepunkt im englischen Original. Die deutschen Sprecher verpassen leider manchen lippensynchronen Einsatz. Dafür zitiert die Musik sehr gekonnt moderne Leinwand-Thriller und erzeugt packende Momente!

Zu cool um cool zu sein

Doch leider geht Beland einen Schritt zu weit, wenn er modern und lässig sein will. Denn die Inszenierung schießt mit einem lauten »ICH WILL EINE COOLE SAU SEIN!« deutlich übers Ziel hinaus. Man kann den Schuss buchstäblich sehen - wenn die simulierte Handkamera dermaßen übertrieben wackelt, dass die so erzeugte Ästhetik binnen weniger Minuten jede cineastische Glaubwürdigkeit abschüttelt. Das so erzeugte Werbeclip-Flair wirkt schon nach wenigen Minuten oberflächlich und aufgesetzt.

Es liegt nicht nur an der Kamera - die Spiel-Filmemacher vergessen beim Hantieren mit der Linse auch glatt, was sie damit eigentlich einfangen wollte: ihre Charaktere! Ist es denn spannend, einen wütenden Sam Fisher auf der Suche nach seiner Tochter zu begleiten? Aber selbstverständlich! Das Motiv bietet gigantische Freiräume für starke Gefühle und tiefe menschliche Abgründe. Solche Emotionen braucht die Spielewelt! Aber Gefühle oder gar Abgründe werden hier nur angerissen: Sam trifft seine Tochter, er umarmt sie, das war's. Keine gefühlvollen Worte, keine echte Wiedersehensfreude.
Er: »Sarah!«
Sie: »Dad!«
Beide: »Ich dachte, du wärst tot.«
Dann explodiert etwas und man trennt sich wieder.
Am Ende des Spiels darf ich schließlich eine Entscheidung über Leben und Tod treffen... Selten zuvor war mir die Wahl so egal wie hier. Schade! Anstatt sich wenigstens den einen oder anderen Kniff beim direkten Konkurrenten des japanischen Movie-Meisters abzuschauen - es müssen ja nicht die kompletten zehn Stunden Film sein!    

Kommentare

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  • Ich habe das Spiel wegen dem DRM nicht gespielt, aber was ich mitgekriegt habe, zeigt eigentlich ein gutes Spiel, dass allerdings ein 3rd Person Shooter ist, und keine Stealth Action bietet. Allerdings ist der neue Sam Fisher in etwa Jack Bauer aus Pixeln. 73 sind etwas hart, man merkt, dass der  [...] Ich habe das Spiel wegen dem DRM nicht gespielt, aber was ich mitgekriegt habe, zeigt eigentlich ein gutes Spiel, dass allerdings ein 3rd Person Shooter ist, und keine Stealth Action bietet. Allerdings ist der neue Sam Fisher in etwa Jack Bauer aus Pixeln. 73 sind etwas hart, man merkt, dass der Autor ein Stealth-Spielerwartet hat.
  • Redd1990 schrieb:
    Bei Splinter Cell Chaos Theory weiß ich, dass es auf Win7 nicht funktioniert, weil dort der Kopierschutz oder ähnliches mit Win7 nicht verträglich ist.
    Ich kaufe sowieso nurnoch Spiele die mit Win7 angeschrieben sind, da ich schon genug Geld  [...]
    Redd1990 schrieb:
    Bei Splinter Cell Chaos Theory weiß ich, dass es auf Win7 nicht funktioniert, weil dort der Kopierschutz oder ähnliches mit Win7 nicht verträglich ist.
    Ich kaufe sowieso nurnoch Spiele die mit Win7 angeschrieben sind, da ich schon genug Geld ins Feuer gelegt habe.
  • Bei Splinter Cell Chaos Theory weiß ich, dass es auf Win7 nicht funktioniert, weil dort der Kopierschutz oder ähnliches mit Win7 nicht verträglich ist.

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