Test: Runaway: A Twist of Fate (Adventure)

von Bodo Naser



Entwickler:
Release:
05.11.2010
18.11.2009
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Machbar bis undurchsichtig

Weshalb musste Brian Basco sterben? Im Laufe des Adventures findet man mysteriöse Antworten...
Wieso konnte ich mit Runaway 2 nicht so viel anfangen? Ganz einfach: Die Rätsel im Vorgänger waren unnötig kompliziert. Obwohl man oft schon lange vorher sah, wie etwas laufen könnte, war es dann doch viel schwerer als gedacht. Wenn man sich schon am Ziel glaubte, gab es immer noch was drauf, was zu lösen war - der eine findet soetwas genial und der andere eben nervig. Und ich gehöre zur letzteren Fraktion, weil ich das Gefühl habe, dass mir hier unnötig etwas aufgezwungen wird, um die Rätsel zu strecken.

Dieses Mal ist aber alles machbarer. Die Rätsel sind zumindest in den ersten beiden Kapiteln stets lösbar, weil sie nicht so verkopft sind. Zudem gibt es keine fiesen Knobelaufgaben, an denen man sich die Zähne ausbeißt, da nur Inventar- und Dialogrätsel vorkommen. Das ändert sich leider schlagartig im dritten Kapitel, wo es dann nicht mehr unbedingt logisch zugeht. Die Lösungswege sind dann nicht immer nachvollziehbar. Wie man an einer Stelle darauf kommen soll, dass man gerade Fischgräten braucht, weiß noch nicht mal Gina, wie sie uns erstaunt mitteilt. Schließlich ermittelt sie in einem Mordfall und geht nicht zum Angeln.

Hilfe für (fast) alle Fälle

Für alle, die auf dem Schlauch stehen, gibt's Hilfe beim Lösen des Adventures. Anders als beim zweiten Teil sorgt eine Hot-Spot-Anzeige für Orientierung, die aber einen Haken hat: Sie zeigt nicht alle Ausgänge. So kann es vorkommen, dass man einen Raum gar nicht findet, weil man vorbei läuft. Das passiert in Zimmern, die unterteilt sind. So habe ich erst nach einer vollen Stunde Spielzeit rausgefunden, dass der Friedhof ja einen Eingang hat. Da hilft leider nur, alles abzulaufen. Zudem ist die Annäherung oft inkonsequent: Einmal betritt man etwas per Pfeil und einmal muss man den Handlungsbutton verwenden, um rein zu kommen - wie etwa beim Schuppen im dritten Akt.

...und viele Verdächtige: Was und wer steckt hinter dem Mord?
Die Lösungstipps sind zwar witzig gemacht: Wählt man die Spielhilfe, komm ein seltsamer Labormensch, der alles zu wissen scheint. Allerdings sind die Tipps oft ungenau und existieren nicht für alle vorkommenden Rätsel. Ein weiteres Problem ist, dass die Tipps selbst verklausuliert formuliert sind. Ihren Sinn muss man erst entschlüsseln, was nicht immer zweifelsfrei möglich ist. In diesen Fällen braucht man nach wie vor die Komplettlösung aus dem Internet.

Kindische Dialoge

Leider hat der etwas düstere Gesamteindruck nicht dazu geführt, dass einem das Spiel selbst erwachsener vorkommt. Viele der Charaktere verhalten sich einfach kindisch und das ist durchaus gewollt: So versucht man die Welt der Geister durch den Kakao zu ziehen, indem die einzige Frau, die daran glaubt, lächerlich gemacht wird. Ricarda lässt sogar die Übersetzung einer Anleitung von einem Geist vornehmen - und zwar von einem schwedischen. Aber es ist gibt auch schöne Szenen, etwa wenn der eine Insasse mit seinem imaginären Auto friedlich über die Straßen düst.

Immerhin lassen sich die manchmal ausufernden und banalen Gespräche umgehen: Wer nix über die Leute in der Klapsmühle wissen möchte, muss auch nicht danach fragen. Zur Lösung braucht man nämlich nur ein Mindestmaß an Texten zu lauschen. Die zum Teil schwachen Dialoge sind eigentlich schade, denn die Charaktere wirken durchweg skurril. Nicht nur in der "Klapse" scheint jeder einen Schuss zu haben, wie sich an einer schlagkräftigen Hausmeisterin oder einem fanatischen Elvisfan zeigt. Leider spiegelt das die Sprachausgabe nicht immer unbedingt wider.
        
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Kommentare

BVB09er schrieb am
ja es gibt eine Hot-Spot-Anzeige, aber die zeigt gar nicht alle Ausgänge an. Wenn ein Raum in mehrere Ansichten zerfällt wie etwa der Friedhof, dann ist es schwer zu sehen, wo's weitergeht, da ein Pfeil fehlt. So habe ich in der Anstalt im Aufenthaltsraum erst nach geraumer Zeit rausgefunden, dass es da hinten noch weitergeht. Das ist besonders ärgerlich, wenn man wichtige Dinge deshalb nicht findet.
Naja, sicherlich ist das ein kleiner Kritikpunkt - mehr aber auch nicht.
Wenn sich die Akteure schon über Gott und die Welt unterhalten, dann muss das auch so gemacht sein, dass man es gern verfolgt. Genau das ist hier nicht der Fall. Es gibt einige Gespräche, die tödlich langweilig sind. Im Vorgänger waren die wenigstens immer noch einigermaßen witzig, hier fehlt der Humor oft.
Reine Geschmackssache. Mir haben die Dialoge, die auch nie zu lang waren, zugesagt. Genau das ist das Problem von eurem völlig unzureichenden Bewertungssystem: Alles ist rein subjektiv hier. Gefällt dem Tester ein Spiel nicht, lässt es sich so leicht schlechtreden. Und genau das werfe ich Ihnen bei dieser Review vor. 70% sind eine unverschämte, nicht nachvollziehbare Bewertung! Und das sage ich nicht, weil ich alles toll finde an Runaway 3...
[/quote]
icemania555 schrieb am
Hi,
finde das Spiel auf jeden Fall besser als 70%. Runaway ist meiner Meinung nach eine der besten Adventure Serien der letzten Jahre. Teil 1 war genial, Teil 2 kam da leider nicht ganz heran (oh Gott, ich darf nicht an den letzten Akt denken) und Teil 3 hebt die Fahne wieder nach oben.
Das einzig negative was mir bis jetzt aufgefallen ist, betrifft die leicht geänderte Steuerung genüber den Vorgängern (z.B. Zugriff auf das Inventar, Cursorgrafik).
Leute, warum sind wir nicht froh dass es noch so tolle Point & Click Adventures gibt wie dieses oder Tunguska, Black Mirror und The book of unwritten tales?
BVB09er schrieb am
Ich lese schon länger 4players, habe mich nun aber auch wegens des Runaway-Reviews angemeldet. Und ich habe selten über ein Testergebnis dermaßen den Kopf schütteln können.
Leider offenbart dieser Test mal wieder das Grundproblem des 4players-Bewertungsystems: Da es keine echten Bewertungskategorien gibt (Grafik, Sound, Atmo, Steuerung, etc.) ergibt sich die Wertung nur aus den subjektiven Eindrücken des Testers. Da genügt dann ein Schwachpunkt in einem Bereich, um gleich alles einzureißen. Mir kommen die 4players-Wertungen daher oftmals rein subjektiv vor, während andere Magazine wenigstens Bewertungskriterien und das zustande kommen der Wertung halbwegs transparent gestalten
Hier bekommt Runaway 3 lausige 70%. Da fragt man sich schon, was an diesem Spiel dermaßen kritikwürdig ist, dass es nur 70% und ein "befriedigend" verdient. Der Tester nennt als Hauptkritikpunkt den Mittelteil des Spiels, der hinsichtlich der Story langweilig sei. Großartig begründet wird dies nicht. Ich halte diesen Kritikpunkt, der offenbar zu der dürftigen Einschätzung des gesamten Spiels nahezu allein führt, für äußerst subjektiv. Mir hat auch der Mittelteil gefallen und ich mag es, wenn Phasen der Ruhe und Phasen der Anspannung abwechseln.
Und auch die Rätsel sind im Mittelteil gut.
Und nun?
Ich würde mir mal wünschen, der Tester würde das Spiel mal mit Schulnoten in folgenden Kriterien bewreten:
Grafik
Sound
Umfang
Story
Charaktere
Schauplätze
Handhabung
Rätseldesign
Ich bin mir sicher, dann würde es schwer werden, da noch ein "befriedigend" in der Summe raus zu basteln.
Einige der anderen Kritikpunkte sind nachvollziehbar, jedoch Marginalien. Komischerweise habe ich z. B. alle Orte auf Anhieb gefunden. Komischerweise hat mir die Rätselhilfe in 2-3 Fällen gut weiter geholfen und ich fand das System innovativ.
Spätestens bei der umfassenden Kritik am Hilfssystem beschleicht mich der Eindruck, dass dem Tester das Spiel persönlich nicht zugesagt hat und hier dann versucht wird, Dinge absichtlich auf...
vanitas86 schrieb am
Soooo hab mich sogar extra wegen diesem test hier angemeldet..... ;)
ganz ehrlich : die wertung von 70 % für dieses spiel ist alles andere als angebracht.
sowohl die story / charaktere, der spielfluss als auch die schwierigkeit der rätsel sind bei weitem besser als es eine 70 % wertung vermuten lassen würde.
gibts hier auch tester die ihre ergebnisse korrigieren ? ich hoffe schon , denn das ist ne wertung die ich schon fast als frechheit bezeichnen würde. der 3te teil von runaway steht den ersten teilen in nichts nach , führt die story sinnvoll und spannend fort / klärt ungeklärtes aus den ersten beiden teilen und verbindet sie zum ende hin gekonnt.
zusätzlich kann man sich durch den eingebauten 'helfer' den schwierigkeitsgrad selber bestimmen, sicher ein feature, dass nicht bei vielen adventures implementiert ist und vorallem auch bei den ersten beiden teilen gefehlt hat......
/edit ...... im testbericht wurde die mangelnde genauigkeit der informationen das helfers bemängelt...... mit den tipps muss man stellenweise wirklich noch 'etwas' nachdenken, aber das sollte nicht zuviel verlangt sein, die lösung wird in 90 % der fälle auf dem silbertablett serviert..../edit ende :)
die neuerfindung des adventure genres ist es sicher nicht aber dafür ein SEHR GUT umgesetztes 'klassisches' point and click adventure das mit einer story lockt die wirklich besser als in so manchem kinofilm ist....
diese punkte und mit sicherheit noch VIELE andere lassen mich zu dem ergebnis kommen , dass das testurteil einfach unangebracht ist , teil 1 bekommt 14! punkte mehr, teil 2 10! punkte....und dieser wertungsunterschied ist einfach unangebracht, da der spielfluss in teil 3 sogar besser ist und die story den ersten beiden teilen in nichts nachsteht....
.....dann wird im testbericht auch noch gespoilert , sicher auch nicht die feine englische art ...
naja zumindest bin ich jetzt hier angemeldet.... ;)
Lg der vani
/edit 2..... auf eurer startseite steht : zitat :
"Test: Runaway 3. Wer steckt hinter...
EvilNobody schrieb am
Naja, im Gegensatz zu The whispered World oder Machinarium finde ich Runaway 3 jetzt auch nicht soo toll. Hätte um die 80 % vergeben.
schrieb am

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