Eroberung der Inselwelt
Vor der Insel von Lord Richard Northburgh liegt mein kleines Schiff vor Anker. Malerisch ziehen die Wellen am Bug vorbei und das Sonnenlicht wird vom Meer paradiesisch reflektiert. Doch mir bleibt keine Zeit, die malerische Schönheit zu genießen: Der Wettlauf um die Besiedlung der Inselwelt hat begonnen. Neben mir eilen andere Schiffe in Richtung Süden und mein Flagschiff begibt sich in südwestliche Gefilde, auf der Suche nach einer Insel, deren Besiedlung lohnt und schon bald ist Land in Sicht!

Video: Die selbst entwickelte Grafik-Engine kann fast alle DirectX 10-Spielereien darstellen und soll gut skalierbar sein, damit Anno 1404 auch auf weniger leistungsstarken Computern gut läuft.
Unweit eines möglichen Anlegeplatzes wird die Insel aufgedeckt und sämtliche Rohstoffquellen ausgekundschaftet: Es ist möglich, Apfelbäume und Hanf anzubauen. Darüber hinaus warten im Gebirge mehrere Eisenerz-, Stein- und Salz-Vorkommen. Da die Insel außerdem mehr als genug Platz für eine Siedlung bietet, zögere ich nicht lange und platziere ein Kontor. Der typische Anno-Siedlungsbau-Sound erklingt.
Alles wie gewohnt?
Der Auftakt verläuft fast genau wie bei den anderen Anno-Teilen, doch nur zu Beginn. Mit zunehmender Zeit verlangen die Einwohner vor allem im Vergleich zu 1701 viel mehr Waren. Also erstmal Kommando zurück: Mit einem Dorfplatz und knapp fünfzehn Wohnhäusern beginne ich den Bau von "Liehnmünden" (automatischer Name). Ein Holzfäller füllt derweil die Holzvorräte auf und ein Fischer sorgt für Fisch als Nahrung. Damit ist gleich eines der Bedürfnisse der Einwohner gestillt: Nahrung. Folglich beziehen erste Bauern die Häuser und da man sich als Siedlungsoberhaupt um ihre Bedürfnisse kümmert, sind sie bereit, Steuern zu zahlen. Mit Nahrung allein ist kein Einwohner glücklich und deswegen stehen weitere Dinge auf ihrer Wunschliste und sobald alle vier Wünsche der "Bauern" erfüllt sind, steigen sie zur nächsten Stufe "Bürger" auf.
Neben dem Bedürfnis für "Gemeinschaft", das durch die Nähe zum Dorfplatz erfüllt wird, wollen sie gerne Apfelmost trinken und haben einen Bedarf an Glauben. Beides lässt sich verhältnismäßig einfach stillen: Dazu sollte eine Kapelle, die ihrerseits einen Wirkungskreis hat, zentral in der Siedlung platziert werden, um möglichst viele Einwohner zu erreichen. Der Mosthof hingegen sollte als Produktionsstätte außerhalb des Stadtkerns gebaut werden, da die Obstwiesen viel Platz brauchen und man darf die vier Felder des Hofes übrigens selbst per Hand anlegen. Straßen und Zugang zum Markt- oder Dorfplatz dürfen keinesfalls vergessen werden, sonst gelangen die produzierten Waren nicht ins Lager.
Level-Up?
Mit einem Klick auf ein Wohngebäude wird anhand eines Kreisdiagramms sofort deutlich, wie üppig die einzelnen Bedürfnisse erfüllt sind und sofern alles im grünen Bereich ist, können sich Bauern zu Bürgern weiterentwickeln. Im Gegensatz zu anderen Anno-Teilen können nicht alle Einwohner einer Insel zu einem Stand bzw. einer Zivilisationsstufe gehören. Das heißt, es kann niemals zu 100% Bürger in Liehnmünden geben, einige Einwohner verbleiben immer auf einer niedrigeren Stufe, was dem Stadtbild insgesamt ein ausgewogenes und realistisches Aussehen verschafft. Schließlich gab es im Mittelalter kaum Städte, die ausschließlich aus Adeligen oder Patriziern bestanden.



