Fussball Manager 13
USK: frei
Sport (Fußball)

gc-Eindruck: Fussball Manager 13

So testet 4Players
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Autor:
Mathias Oertel

Die Vorbereitung der Vereine in der Bundesliga geht in die heiße Phase. Täglich brodeln neue Gerüchte in der Transferküche. Die Fans fiebern landauf, landab dem ersten Anpfiff entgegen und spekulieren, was die Saison für sie bereit hält. Fans der Fussball Manager-Serie können sich Spekulationen sparen: Electronic Arts und Bright Future haben sich die Ehre gegeben und uns in Hamburg den neuesten Ableger präsentiert.
Sommertheater und charakterstarke Söldner

Mit wem kommt der Spieler gut aus, mit wem nicht? Im Fussball Manager 13 ist die Zusammenstellung des Teams wichtiger denn je.
Mit wem kommt der Spieler gut aus, mit wem nicht? Im Fussball Manager 13 ist die Zusammenstellung des Teams wichtiger denn je.
Die launischen Temperaturen haben zusammen mit der überlang scheinenden Sommerpause offensichtlich bei vielen Fußball-Profis (und denen, die mit ihnen zu tun haben) zu merkwürdigen Aktionen geführt. Vor allem die HSV-Fans können ein Lied davon singen. Lionel Messi sagt verletzungsbedingt kurzfristig die zugesagte Teilnahme an einem Testspiel ab, spielt aber dank einer Wunderheilung kurz darauf wieder. Die Medien haben den Bundesliga-Dino schon als Absteiger ausgemacht. Ein Investor mischt sich in Vorstandsangelegenheiten. Ein Verteidiger prügelt sich mit einem Mitspieler, wird suspendiert und bezeichnet wenig später in einem Interview den Trainer als "Mädchen". Und über allem stehen ein Sportchef sowie ein Trainer, die angesichts der Transfers sowie der Kaderzusammenstellung noch nicht zufrieden gestellten Fans gebetsmühlenartig folgende Sätze wiederholen: "Uns ist der Charakter sehr wichtig, wir wollen eben keine Söldner. Deswegen dauert es etwas länger." So schauen die Fans des Traditionsclubs, der dieses Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, neidisch z.B. gen Dortmund, wo der Meister der letzten zwei Jahre eben diese Spieler zur Verfügung hat: Sportler, die sowohl individuelle Klasse haben als auch vor allem im Team zu Hochform auflaufen. Nicht zu vergessen die Spieler, die auch als so genannte "Ergänzungsspieler" einen enormen Wert für die Mannschaft haben und von der Bank als anerkannte Teamplayer positiv auf die Kollegen einwirken.

Genau hier setzt das Kölner Bright Future Studio um Gerald Köhler für den Fussball Manager 13 an: Die wesentlichen inhaltlichen Neuerungen drehen sich einerseits um Team-Dynamik, andererseits um individuelle Ziele einzelner Spieler, die man als Trainer, Sportchef und Finanzexperte in Personalunion beachten muss.

"Elf Freunde müsst ihr sein...

Mal sehen, ob man hier den Überblick auf lange Sicht nicht verliert...
Mal sehen, ob man hier den Überblick auf lange Sicht nicht verliert...
... wenn ihr Siege wollt erringen." Dieser Spruch stand auf der Victoria-Statue, die von 1903 bis 1944 an den amtierenden deutschen Fußball-Meister verliehen wurde. Und dieses Credo muss man hier verinnerlichen. Wer bei der Verstärkung auf dem Transfermarkt stur nach Werten oder Preis-/Leistungsverhältnis vorgeht, kann sich schnell Sorgenkinder einfangen - ob die auch irgendwann anfangen, Trinkflaschen auf Zuschauer zu schmeißen wie Paolo Guerrero oder im Training prügeln wie Slobodan Rajkovic, ist aber eher unwahrscheinlich.

Dennoch kann es mit dem falschen Spieler zu gravierenden Problemen kommen. Ausländische Kicker kämpfen mit der Sprachbarriere, die sich negativ auswirken kann oder freunden sich mit Genossen aus dem gleichen Ursprungsland an. Dieser Spieler kommt mit jenem partout nicht auf einen Nenner. Dort schielt jemand neidisch auf den Stammplatz. Hier hat einer keinerlei Führungsqualität, wurde aber als Kapitän installiert. Es gibt genug Baustellen, die man in Einzelgesprächen oder durch geschickte Transfers beheben muss.




Kommentare

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  • Es geschehen noch Wunder: Zum ersten Mal nach zehn Jahren gibt es deutschsprachige Reviews, die sich den internationalen annähern. Gamestar.de prüfen endlich genau nach, ob die Spielsimulation im Kern die neue Team-Dynamik tragen kann und kommt zu einem vorhersehbaren Ergebnis: Nein, kann sie nicht.  [...] Es geschehen noch Wunder: Zum ersten Mal nach zehn Jahren gibt es deutschsprachige Reviews, die sich den internationalen annähern. Gamestar.de prüfen endlich genau nach, ob die Spielsimulation im Kern die neue Team-Dynamik tragen kann und kommt zu einem vorhersehbaren Ergebnis: Nein, kann sie nicht. Weil man so gut wie keinen Einfluss auf das 3D-Match hat, ist es jetzt dreimal so frustrierend, dass die Taktikoptionen nicht greifen. Gelbe Karten hagelt es unabhängig von irgendwelchen Einstellungen, Spieler mit dem persönlichen Ziel "Möchte in einer fairen Mannschaft spielen" sind nicht zufrieden zu stellen. Ich vermute stark: Spieler, die in einer defensiv stabilen Mannschaft spielen möchten, ein weiteres mögliches Ziel, sind ähnlich schwierig zufrieden zu stellen. Schließlich gab es zuletzt im 3D-Modus ausschließlich Fußball der Marke totale Attacke, keine Querpässe, kein Ball halten, keine Rückpässe, kein gar nichts, obwohl die Optionen dafür in der UI vorhanden sind. Der Textmodus, so spannend seine Reporterprosa anfangs sein kann, wird spielerisch ebenfalls hier und da endlich enttarnt. Beide sind seit Jahren als Highlight der Reihe beworben, auch in diesem Jahr prangt ein Taktiktüflter wie Favre auf dem Cover. Und der wirklich schön gemachte aktuelle TV-Spot suggeriert Spielern, sie könnten hier managen und taktieren gleichermaßen. Warum die Kritik erst in diesem Jahr passiert, wo sie auch hätte vorher passieren können, warum mitunter die gleichen Redakteure komplett andere Schlüsse ziehen als in den Vorjahren - Schwamm drüber. Letztlich kann hier nur Gutes draus entstehen. Denn die Kritik im Ausland mag Bright Future kaum jucken. Wenns aber zuhause passiert, wo sie mit weitem Abstand die meisten Spiele verkaufen, und wo zum ersten Mal so etwas wie ein vorher scheinbar unantastbares Kritik-Tabu gebrochen wurde, dann könnte sich was tun. Die Frage ist: Können Bright Future das leisten? Die Geschichte sagt bisher, leider eher nicht. Schließlich war auch schon Gerald Köhlers Anstoss davor nicht unbedingt eine halbwegs nachvollziehbare Fußballsim, trotz auch damals vieler Optionen in Editor und UI. Aber es ist nicht nachvollziehbar, dass in einem Fußballland wie Deutschland so etwas nicht möglich sein soll, auch Bright Future sollten ihre Chance auf Besserung bekommen. Und der zehn Jahre dauernde Selbstläufer-Zyklus scheint endlich durchbrochen. Eine Hardcore-Sim kann wohl niemand verlangen. Aber sehr wohl, dass zumindest einigermaßen greift, womit das Spiel wirbt. Dass aber jemals wieder ein Neuling ins Genre eintritt und Impulse auch in Deutschland setzen könnte, ist dank der mächtigen Exklusivlizenzen leider so gut wie ausgeschlossen. Auch wenn man sich mit einer vernünftigen Spielsim bisher schon alleine ein Kaufsargument zimmern könnte.
  • Schon mal gespielt? Das Menüdesign von Anstoss3 ist Kliniksoftware dagegen. Im letzten FM bollert ein Bombastorchester wie aus einem Fantasyrollenspiel in den farbenreich gestalteten Menüs, und bei jedem Ereignis werden Videos gespielt. Trockener als Anstoss ist das bis auf den Humor und Pallinoball  [...] Schon mal gespielt? Das Menüdesign von Anstoss3 ist Kliniksoftware dagegen. Im letzten FM bollert ein Bombastorchester wie aus einem Fantasyrollenspiel in den farbenreich gestalteten Menüs, und bei jedem Ereignis werden Videos gespielt. Trockener als Anstoss ist das bis auf den Humor und Pallinoball sicher nicht, eher im Gegenteil. Und: Anstoss ist wahnsinnig schlecht gealtert. Riesige und große Talente einkaufen, zurücklehnen, weiterklicken, weiterklicken, weiterklicken. Das Grundgerüst des FM ist Anstoss durch und durch, wenn auch nicht mehr ganz so simpel - aber auch nicht halb so knackig, wie es die GUI anscheinend vielen erfolgreich vorgaukelt, siehe meine Ausführungen dazu. Das Spiel hat mit EA übrigens seit Jahren sehr wenig zu tun. Sauwenig sogar. Bright Future sitzen zwar in einem Bürokomplex von EA, vertreiben das Spiel über EA, aber sind ein weitestgehend unabhängiger Entwickler, ein moderat großer zudem, der lediglich ein paar Lizenzen und Technologien (eine alte FIFA-Engine) mit EA teilt. Das EA-Logo auf der Box ist gut möglich mit ein Grund, warum die Marktlage im Fußballmanager-Segment in Deutschland auch von Profis so schief eingeschätzt wird. Nicht überall, wo das EA-Logo drauf ist, ist ein Marktführer drin.
  • Gibts den immer noch? Der letzte brauchbare Manager war die Anstoss Reihe bis einschliesslich Teil 3. EA hat ein Talent dafür Spiele nach Arbeit aussehen zu lassen. Viel zu steril und krampfig alles. Man merkt einfach, dass die stur verkaufen wollen und keine persönliche Hingabe in die  [...] Gibts den immer noch? Der letzte brauchbare Manager war die Anstoss Reihe bis einschliesslich Teil 3. EA hat ein Talent dafür Spiele nach Arbeit aussehen zu lassen. Viel zu steril und krampfig alles. Man merkt einfach, dass die stur verkaufen wollen und keine persönliche Hingabe in die Spieleentwicklung investieren.