The Long Dark - Vorschau, Simulation, PC, Xbox One - 4Players.de

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The Long Dark (Simulation) von Hinterland
In der eisigen Wildnis
Survival-Abenteuer
Entwickler: Hinterland
Publisher: Hinterland
Release:
2016
2016
Spielinfo Bilder Videos
Wenn ein Spiel mit einem Zitat aus „Die Straße“ von Cormac McCarthy beginnt und beim zweiten Start mit einem von Stephen King aus „The Stand“, sollte man sich auf ein Abenteuer der gnadenlosen Art einstellen. In The Long Dark von Hinterland Games geht es nur um eines: Wie lange kann man in der eisigen Wildnis Nordkanadas überleben? Und das nach einer Apokalypse? Wir haben die Stunden gezählt.



Schokoriegel-Optimismus

Minusgrade? Wildnis? Alles kein Problem! Eigentlich sieht es sogar bequem aus: Ich hab ja genug Schokoriegel und Trinkflaschen, dazu warme Wollkleidung und sogar einen Unterschlupf mit Bett in einer Holzhütte. Im Bad kann ich Mullbinden und Antibiotika sowie Nähzeug finden, im Schlafzimmer Jacken und Socken. Was will mir Nordkanada noch anhaben? Okay, es ist jetzt stockfinster und ich hab gar keine Taschenlampe. Messer? Pistole? Raketenwerfer? Nein. Also erstmal ab ins Bett und ordentlich schlafen!

Noch befindet sich The Long dark im Early-Access und es fehlt die Kampagne. Drei Schwierigkeitsgrade stehen für Sandbox zur Auswahl.
Noch befindet sich The Long Dark im Early-Access und es fehlt die Kampagne. Drei Schwierigkeitsgrade stehen für Sandbox zur Auswahl.
Als der Morgen graut, alarmiert mich mein Körper in Form von knallroten Anzeigeleisten: Hunger, Durst! Außerdem jault etwas in der Ferne. Ist ja gut: Ich futter schnell zwei, drei Riegel und leere die Wasserflasche - alles etwas dröge über Texte in Auswahlmenüs, in denen ich filtern kann. Warum ist mir eigentlich noch kalt? Ach ja: Diese blöde Hütte hat ja gar keinen Ofen. Wer zur Hölle baut so etwas in Nordamerika, fluche ich, und mache mich in Egosicht auf zur nächsten Hütte – vielleicht ist das ja bloß ein Bug in diesem Anwesen. Die Kälte ist jedenfalls kein zufälliger Fehler: Kaum bin ich draußen, sinkt die Temperatur vom gemütlichen Gefrierpunkt innen auf satte minus 15 Grad. Autsch!

Der Tote auf dem Dachboden

Das sieht doch gemütlich aus! Bei jedem Spielstart begegnet man einer anderen Welt.
Das sieht doch gemütlich aus! Bei jedem Spielstart startet man an anderen Punkten der offenen Welt. Allerdings ohne normale Zivilisation: Nach einer Apokalypse ist vieles gefährlicher...
Schon nach den ersten Schritten durch den Tiefschnee beißt sich die Kälte durch die Wolle. Drücke ich TAB, kann ich nicht nur Uhrzeit, Inventar sowie die vier Balken für Hunger, Durst, Kälte und Müdigkeit, sondern auch ganz genau die aktuelle Kondition sowie Temperaturen (cool: auch die gefühlte Kälte!) erkennen – inkl. der negativen oder positiven Effekte durch Wind oder Kleidung. Zwar habe ich die Nacht auch ohne Feuer in einem Gebäude überstanden, aber draußen würde Camping ohne Knistern ein tödliches Problem. Also weiter suchen!

Auch die etwas kleinere Hütte nebenan hat weder offenen Kamin noch Ofen. Immerhin kann ich dort etwas Hundefutter, weitere Riegel und noch mehr Kleidung sammeln – sobald ich einen Schrank oder eine Schublade anklicke, erscheint ein Ladebalken und ich habe entweder Glück oder Pech. Manches Nützliche kann ich allerdings direkt auf Tischen oder am Boden anklicken, wie etwa Zeitungen, die für Zunder geeignet sind. Soll ich vielleicht schon Holz sammeln? Auch das wird übrigens nicht aktiv, sondern passiv per Ladebalken erledigt, während die Zeit abläuft. Dafür kann ich meine Fähigkeiten z.B. im Feuer machen verbessern, indem ich sie anwende - dann steigt der Skill gemütlich von 50 auf 51%.

Hunger, Durst, Kälte, Müdigkeit – und Traglast

Statistiken halten einen auf dem Laufenden, was Hunger, Durst, Kälte und Müdigkeit betrifft.
Statistiken halten einen auf dem Laufenden, was Hunger, Durst, Kälte und Müdigkeit betrifft.
Doch das gute Gefühl des Bunkerns hält nicht ewig: Nur 30 Kilo kann ich maximal tragen – und schon weit vorher wirkt sich die Last negativ aus. Ich brauche also ein besseres Lager, mit Feuerstelle und Speicher. Schön ist, dass ich Werkzeuge oder Materialien aus Fundsachen erstellen oder z.B. abgenutzte Schuhe reparieren kann. Das mache ich auch nicht aktiv, sondern beobachte einen Balken, während die Zeit verstreicht und aus einem Pullover der Stoff wird, den ich vielleicht für das Stopfen der Socken brauche. Aber egal was ich tue: Ich verbrauche stetig Kalorien, alles nutzt sich ab und kaum habe ich meine Jacke genäht, melden sich Hunger und Durst.

Für eine feindliche Atmosphäre sorgen nicht nur der peitschende Wind oder die trostlose Ödnis in Weiß: Manchmal wird es regelrecht unheimlich, wenn sich die
Nicht nur für Pullover geeignet: Auch wer sich verletzt, braucht Nähzeug.
Nicht nur für Pullover geeignet: Auch wer sich verletzt, braucht Nähzeug.
Musik plötzlich mit Molltönen anschleicht, die Treppenstufen knarzen und ich auf dem Dachboden eine Leiche finde. Wer hat den Mann getötet? Leider kann ich dort nichts genauer untersuchen oder Indizien finden. Ob sich das in der Kampagne ändert? Noch spiele ich hier lediglich einen freien Sandkasten ohne Geschichte.

 Trotzdem habe ich nicht vor, hier länger zu bleiben und blicke kurz darauf selbst dem Tod ins Auge: Ich will den zugefrorenen See überqueren, um diese Insel in der Mitte zu erreichen, als ich einen schwarzen Schatten erkenne. Ein Reh? Ein Hund? Nein, ein Wolf, der sich – leider entgegen aller natürlichen Verhaltensformen – direkt auf mich stürzt. Im Kampf kann ich mich im unübersichtlichen Reaktionstest nicht wehren und bin nach meinem ersten Tag in der kanadischen Wildnis mausetot. Für ein "deep survival simulation gameplay" hat man hier vielleicht etwas zu tief in die wölfische Hollywoodkiste gegriffen.
 

AUSBLICK



Auch wenn unrealistische Umstände wie fehlender Kamin oder Killerwölfe in einer "Survival-Simulation" nerven und das passive Betrachten von Ladebalken das eigentliche Erlebnis trüben: Ich werde weitere Versuche in der Endzeit wagen. The Long Dark wirkt in den Menüs etwas steril und spröde, aber gefällt mir aufgrund seines gemächlichen Tempos sowie der authentischen Wirkung der Kälte gut – man zittert am Bildschirm regelrecht mit. So geht es mir sonst nur, wenn ich Jack London lese. Die Erkundung macht ebenfalls Laune, weil sich nicht nur Hunger, Durst, Müdigkeit und Traglast auswirken, sondern auch mysteriöse Vorfälle hinzukommen. Man kann zwar Waffen und Werkzeuge erstellen bzw. finden, aber darf sich nie zu sicher sein und muss auch mal die Beine in die Hand nehmen. Bisher konnte ich lediglich Schauplätze ohne Story erkunden, entweder am „Mystery Lake“ oder „Coastal Highway“. Aber zum Start wird es eine Kampagne geben, in der man in der Haut des Piloten Will Mackenzie nach einer Apokalypse bestehen muss – inklusive moralischer Entscheidungen, wenn man auf andere Überlebende trifft. Das Ganze soll dann im Episodenformat weitererzählt werden. Ich bin gespannt, wie sich dieses jetzt schon stimmungsvolle Abenteuer erzählerisch entwickelt. Und hoffentlich gibt es nach 250.000 (!) verkauften Early-Access-Zugängen auch bald einen konkreten Termin für die finale Version.

EInschätzung: gut


Vergleichbare Spiele

Kommentare

Eikant schrieb am
Ich hab damals den KS von Long Dark verfolgt und war höchst gespannt. Post Apo ohne Mutanten und sowas? Klasse, wollte ich immer haben. In Ego Sicht? Noch besser.
Dann hab ich die ersten Screens gesehen und war von der Engine sehr erschrocken. War nicht mein Stil und dachte, da würde ich nie rein kommen.
Durch ein paar Lets Play Videos hab ich dann aber Lust bekommen und es gestern und heute mal ausführlich getestet.
Das Spiel hat jetzt schon eine starke Sogwirkung. Die Atmosphäre ist wirklich klasse und die angesprochenen Elemente auch.
Ich bin auch so dankbar, dass diese ganzen nervigen Craftingsachen, wie von The Forest nicht drin sind, denn das ist eine Mechanik, die ich gar nicht nachvollziehen kann. (1000 Steine + 20 Baumstämme im Rucksack um dann in 3 Minuten ein Haus zu bauen...GEEEEENAU!)
Die Entwickler sind auch fleißig dabei und ich bin guter Dinge, dass das alles was wird.
Zu den Kritikpunkten:
Wölfe: Es ist absolut genauso falsch zu sagen, dass Wölfe pauschal keine Menschen angreifen, wie pauschal zu sagen, dass es Killerbestien sind.
Es gibt genug dokumentierte Fälle, dass es vorkam und wie gesagt: Hunger macht einiges aus.
Öfen: Da die Apokalypse noch nicht lange her ist wirds auch Häuser gegeben haben, die anders heizen konnten. Klar, da sind schon Hütten dabei wo man sich fragt, wie das gehen soll, dennoch kann ich darüber hinwegsehen.
Es bleibt ein Spiel und so wäre es zu leicht.
Das Spiel ist eine meiner großen Hoffungen und ich bin sehr auf den weiteren Inhalt gespannt.
Zur Grafik: Mittlerweile denke ich mir, dass es eine spielbare Graphic Novel ist und das passt recht gut. :Hüpf:
crewmate schrieb am
LePie hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Blamage genug, das ein Zombie MMO bei den großen Publishern nie grünes Licht bekam.

H1Z1?
Auch wenn Sony - wie ich zugestehen muss - erst reichlich spät auf den Hype aufgesprungen ist ...

Ich meine all die Jahre davor. Bis DayZ war das ja nie ein Thema.
maho76 schrieb am
Ich denke, dass sich erst ein AAA-Publisher (so furchtbar das klingt...) der Thematik annehmen muss, sie etwas entschlacken lässt und dann ein flüssiges Spielerlebnis bietet, auf dem man aufbauen kann.

oder eine gute Basis und jede menge modder die wissen was sie tun. hab hier einen skyrim-build mit dem ich nicht einmal in nem dungeon war (viel zu gefährlich selbst mit 2-3 begleitern^^) sondern nur jage, sammle, braue etc.
skyrimwelt selbst ist durch mods entvölkert, städte kaputt, Eiswasser tut weh, hunger, durst, Müdigkeit, jedweder pipapo dabei, mechaniken verbessert etc. . leider krieg ich die modliste aus dem kopf nicht mehr zusammen...
ich denke dass survival selbst als genre en gros nicht allzu lange bestand hat sondern es sich in OW-rpgs einnisten wird die dann diverse Themen behandeln, denn im grunde ist jedes survivalgame ja genau das, ein rpg, wem wächst seine Spielfigur im Überlebenskampf denn nicht ans herz? ;)
nawarI schrieb am
Danny1981 hat geschrieben:[...]
Die Titel hören sich alle grandios an : DayZ, Rust, 7 Days To Die.... dann spielt man sie und merkt, wie furchtbar sich das alles anfühlt....
Ich denke, dass sich erst ein AAA-Publisher (so furchtbar das klingt...) der Thematik annehmen muss, sie etwas entschlacken lässt und dann ein flüssiges Spielerlebnis bietet, auf dem man aufbauen kann.
Anders könnte ich es nicht beschreiben.

Wird bald kommen, denke ich. Das Genre liegt grad so sehr im Trend, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die großen Publisher ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.
Schlimm finde ich das nicht: Die Indies und Early-Access-Spiele sind für innovative Impulse und gute Ideen zuständig; die großen Publisher nehmen diese Ideen dann und haben die Kohle es auch potentiell hochwertig umzusetzen.
Nekator schrieb am
LePie hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Blamage genug, das ein Zombie MMO bei den großen Publishern nie grünes Licht bekam.

H1Z1?
Auch wenn Sony - wie ich zugestehen muss - erst reichlich spät auf den Hype aufgesprungen ist ...
Und es sieht noch ähnlich mies aus wie DayZ von wegen Stabilität und Co. Also auch das Triple A muss nichts heissen. Abgesehen davon bin ich von dem Survival Zeug auch schon übersättigt, teilweise auch, da wie angemerkt kaum ein Spiel wirklich gut ist... dabei geht auch und gerade mit Zombies viel interessanteres - siehe Telltale bzw. Dead State.
schrieb am

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