Star Trek Online
USK: 12

Vorschau: Star Trek Online

So testet 4Players
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Autor:
Marcel Kleffmann

Nur Kampf-Missionen?

Weltraumschlachten, Bodenkämpfe, gibt es sonst nichts mehr? Schließlich geht es hier um Star Trek - und trotz kriegerischer Storygrundlage sollten Diplomatie und Erforschung nicht vergessen werden! Ja, es gibt 

Auf der Sektorenkarte fliegt ihr von System zu System. (Beta-Screenshot)
Erforschungs- oder sogar dialoglastige Diplomatiemissionen; hiermuss man z.B. einige Personen befragen und sich ihre Antworten merken, um diese später in Kurzform beim Auftraggeber wiederzugeben - nicht spektakulär, aber immerhin etwas anderes; solch eine Mission hatte ich in den 15 Stunden Spielzeit allerdings nur einmal. Bisher hatten rund 85% der Aufgaben einen kriegerischen Hintergrund, selbst zwei von drei im Questlog als "Erkundung" eingestuften Einsätzen entpuppten sich als "Bekämpfe alle Feinde" und ein gewisser Wiederholungsfaktor à la "Das habe ich doch woanders schon mal gemacht" stellt sich, vor allem bei den scheinbar generierten Patrouillen-Missionen. Dafür gibt es allerdings mehr als genug Missionen.

Bei vielen Einsätzen weiß man ohnehin sofort, was zu tun ist: Wegpunkte abklappern und dort entweder scannen, reparieren oder untersuchen (hinfliegen plus "F" drücken) sowie Feinde aus dem All pusten. Stellenweise sind diese Einsätze etwas zu lang für meinen Geschmack, da es nicht unbedingt nötig wäre, sieben Asteroiden der Reihe nach abzufliegen; fünf hätten gereicht. Nicht immer vorteilhaft gestalten sind manche Bodenmissionen. So muss man zum Beispiel auf einem Planeten der Marke "Rechteck" Pflanzen scannen - und zwar genau vier. Und wie viele Pflanzen sind in diesem Areal versteckt? Richtig: Vier. Man darf also unter Umständen minutenlang durch die Gegend irren und das kleine Ding zum Anklicken suchen das ist langweilig!

Beta-Screenshot: Inventar und Ausrüstungsbildschirm des Raumschiffes
 Ansonsten finde ich es prima, dass die Episoden (Questreihen) immer in kleine Geschichten gehüllt sind, die Weltraum- und Bodenkämpfe sowie weitere Mini-Aufgaben miteinander verknüpfen. Trotzdem fehlt es einigen zumeist englischen Questbeschreibungen an konkreten Hinweisen, wo man genau hin muss und was man dort tun soll. Apropos Zugänglichkeit und Interface: Verbesserungswürdig wäre in diesem Sinne das Inventar, da dort Gegenstände für das Raumschiff, Items für die Bodenmissionen und sonstiges Zeug wie Tribbles (!) oder Mineralienproben wild durcheinander gewürfelt aufbewahrt werden; hier wäre ein geteiltes Lager sicherlich sinnvoller. Besser erklärt werden könnten ebenfalls die Spezialfunktionen und verbesserbaren Fähigkeiten, z.B. was "+17" als "Tactical Team Leader" nun effektiv bedeutet - na ja, es ist immerhin mehr als "+ 14".

Star Trek Feeling?

Trotz des Kampffokus der Missionen haben die Entwickler das Star Trek-Feeling grundlegend gut eingefangen, obwohl das hauptsächlich an bekannten, wenn auch leicht leblosen oder zu leeren Orten wie Deep Space 9, Risa oder Wolf 359 liegt. Original-Soundeffekte, gelegentliche Sprachschnipsel von Leonard Nimoy (Mr. Spock) sowie die Musik unterstreichen die Atmosphäre. Dennoch würde ich mir mehr Interaktion mit anderen (bekannten) Charakteren wünschen oder ebenso andere Missionstypen, bzw. eine bessere Relation zwischen Kampf/Erforschung/Diplomatie/Story/FedEx. Toll finde ich jedenfalls, dass ihr trotz aller Vorgaben euer Raumschiff individualisieren dürft und es trotzdem immer so aussieht als wäre es ein Sternenflottenschiff.

 

Ausblick

Dass Star Trek Online noch zwei oder drei Monate mehr Entwicklungszeit gut tun würde,  steht außer Frage. An vielen Stellen wirkt das Online-Rollenspiel noch unfertig und selbst die schönen grundlegenden Ideen können nicht alle Mini-Baustellen kaschieren (Missionsdesign- und Verteilung, Übersetzung, Beschreibungen, Interface, etc.). Richtig gut gefallen mir die Weltraumschlachten mit all ihren taktischen Finessen, der gewissen Trägheit und es bleibt zu hoffen, dass auch in den späteren Level-Bereichen genügend Herausforderungen bzw. Überraschungen dazukommen und man nicht immer das gleiche Spielchen durchziehen muss. Die Bodenmissionen hingegen finde ich derzeit eher lästig und ich ertappe mich öfters beim Seufzen, wenn ich wieder das Team runterbeamen muss. Steuerung, Animationen, Kontrolle und Computerintelligenz sind in diesen Einsätzen einfach nicht ausgereift und kommen keinesfalls an die Weltraumduelle heran - trotz der Abwechslung. Daher bleibt abzuwarten, wie sich der Inhalt bis zum Endgame-Content darstellt, wie sich dieser präsentieren wird, wie sich die Klingonen spielen werden, was bei Spieler-gegen-Spieler-Schlachten passiert und und und... Aufgrund des einzigartigen Szenarios, der schönen Weltraumschlachten, mächtig viel Potenzial und des letzten großen Beta-Patches kann Star Trek Online noch die Einschätzung "gut" retten!

Ersteindruck: gut

Kommentare

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  • what ? man kann das Schiff garnicht erkunden ? Dachte man kann auf seinem Schiff rum rennen usw
  • Diese "neueren" Spiele im ST-Universum wirken mir einfach viel zu arcademäßig! Wenn ich Captain eines Raumschiffs bin, dann will ich "mein" Schiff sehen - und zwar nicht nur, wie an einem 80er-Spielautomaten von achtern, sondern von innen! Ich will es erkunden, mit der Mannschaft  [...] Diese "neueren" Spiele im ST-Universum wirken mir einfach viel zu arcademäßig! Wenn ich Captain eines Raumschiffs bin, dann will ich "mein" Schiff sehen - und zwar nicht nur, wie an einem 80er-Spielautomaten von achtern, sondern von innen! Ich will es erkunden, mit der Mannschaft an Bord interagieren und von der Brücke aus befehligen können! Ich will die Gerätschaften an Bord benutzen und das Kribbeln im Bauch hautnah erleben können, wenn es heißt: Roter Alarm! Bridge Commander war ein netter Ansatz, der aber leider nie konsequent ausgebaut wurde und nur vage angedeutet hat, was in diese Richtung möglich wäre... Fazit: Für mich völlig uninteressant! Dass das Spiel in so einem desolaten Zustand abgeliefert wird, ist trotzdem eine Frechheit!
  • Geht s nur mir so, oder findet ihr das Spiel auch zu einfach? Die Fleetaction szenarien sind nur stupides rumballern, ohne jeglichen Taktischen anspruchs. Gleiches gilt für Bodenkämpfe. Zudem besteht das gameplay (zumindest die ersten 15 level) aus drücken der Taste 1,2 und F. Genial. Für  [...] Geht s nur mir so, oder findet ihr das Spiel auch zu einfach? Die Fleetaction szenarien sind nur stupides rumballern, ohne jeglichen Taktischen anspruchs. Gleiches gilt für Bodenkämpfe. Zudem besteht das gameplay (zumindest die ersten 15 level) aus drücken der Taste 1,2 und F. Genial. Für mich bietet es absolut keine Motivation mehr: Aufleveln: Durch den PIPI-Schwierigkeitsgrad ist es einfach nicht nötig stärker zu werden. wenn ich einen stärkeren Phaser bekomme... ja dann ist das halt so Erkunden: Tja was will man hier erkunden? die lieblosen/leblosen Planeten? Die lieblosen, sterielen Raumstationen? OK, der Weltraum ist noch schon anzusehen, aber bietet nicht die Abwechslung, die andere MMo's mit ihrer Welt erreichen. Ich sehe bei diesem Spiel weder Spielspaß, noch Potenzial. Hier wurde das Game einfach schlecht umgesetzt. Zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenig verständniss für Star Trek, zu wenig Ahnung von Spielen und eine schlechte technische Umsetzung haben leider zu diesem Debakel geführt. Und da wird auch kein umfangreicher Patch helfen können. Da müsste man schon die ganze Infrastruktur der Galaxie verändern, wo Planeten nicht nur als Map für nur einer Quest herhalten.