Die Römer - Vorschau, Strategie, PC - 4Players.de

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Strategie
Entwickler: Haemimont Games
Publisher: CDV
Release:
27.06.2006
Spielinfo Bilder Videos
Die Römer kommen! Aber keine Angst, sie sind meist friedlich und sogar ein wenig putzig, aber vor allem eines: fleißig. Mit "Die Römer" steht uns bald eine interessante Mischung diverser bekannter Spielprinzipien ins Haus: Viel Siedler, ein bisschen Anno und eine winzige Prise "Die Sims". Wir haben erste Erfahrungen in der Antike gesammelt und sind bisher sehr angetan vom Aufbauspiel aus Bulgarien.

Rom an einem Tag erbauen?

Ein Fleckchen Land, vielleicht ein idyllischer Fluss und im schlimmsten Falle Barbaren als Nachbarn – alles fängt einmal klein an. Die Römer ist ein Aufbauspiel im Sinne der Siedler. Der Fokus der bulgarischen Entwickler Haemimont Games (Celtic Kings , Celtic Kings 2: Punic Wars ) liegt auf einer klugen Infrastruktur von Gebäuden sowie einer funktionierenden Wirtschaft und dem Zufriedenstellen der Bürger. Für ein wenig Aufregung sorgen "nur" die

Schon eine kleine florierende Stadt - sogar mit einem Triumphbogen und Arena.
Barbaren, denen der Expansionstrieb der neuen Nachbarn sicher irgendwann zu bunt werden wird. Aber die lateinischen Kämpfer haben die Welt auch nicht mit Blumen in der Hand erobert. Wer seine Bürger in der Kaserne zu Soldaten ausbildet, darf mit Schild und Pilum bewaffnet den unzivilisierten Bartträgern auf den Pelz rücken.

Das Aufbauspiel will durch die einfache und logische Struktur sowie seine Szenarien mit vorgefertigten Ereignissen für Unterhaltung sorgen - Freunde hektischer Echtzeitschlachten werden leider enttäuscht. Ein wenig Knuddelfaktor soll bei der Kurzweilfindung helfen: Die antike Kulisse sieht zwar realistisch aus, aber ihr könnt wuselnden kleinen Pixelhaufen bei der Feldarbeit oder dem Besuch der Taverne zusehen - ob sich tatsächlich ein entspannender Aquariumeffekt wie in alten Siedler-Zeiten einstellt, bleibt abzuwarten. Aber schon jetzt ist es sehr angenehm, eine Siedlung auf ihrem Weg zum neuen Rom zu betrachten.

"Schaffe, schaffe, Häusle baue"

Wer in kürzester Zeit ein Weltreich aus dem Boden stampfen kann, hat das sicher nicht getan, indem er faul auf der Haut lag. Fleiß ist euren kleinen Römern eine Tugend und so stürzen sie sich auf jeden offenen Job, sofern der Weg zur Arbeit nicht zu weit ist und die Arbeit zum Geschlecht passt. Nicht jede Arbeit kann von Frauen und Männern übernommen werden: Schwert oder Axt werden nie eine zarte Damenhand spüren, während Nadel und Faden von rauhen Männerpranken verschont bleiben. Jedes Gebäude hat seinen Einzugsbereich, aus dem es Arbeitskräfte, Rohstoffe oder Waren beziehen kann. Das Weingut weit vor den Toren der Stadt wird also nicht bebaut, so lange kein Wohnhaus in Reichweite ist. Allerdings machen sich die feinen Römer nicht überall die Finger schmutzig, denn der Bau von

Erst sind die Holzpuppen dran, dann die Barbaren - Römer im Vorbereitungskurs "Nachbarschaftspflege".
Gebäuden und Transport von Waren ist reine Sklavensache. Diese weniger leuchtende Seite der römischen Geschichte wird hier nicht vertuscht, sondern ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels.

In den Wohnhäusern findet im besten Fall je eine komplette Familie Platz. Jeder Bürger hat einen Namen, eine "Adresse" und so kommt ein wenig "Die Sims" ins Spiel – die Akteure sind also keine anonymen Figuren mehr. Die Einwohner bekommen bald Nachwuchs, der langsam aber sicher erwachsen wird, genau so wie die Erwachsenen irgendwann Greise werden und die Unterwelt aufsuchen. Im Laufe des Spiel wird die Balance zwischen Alt und Jung immer schwieriger - eine Parallele zur heutigen Zeit.

Brot und Spiele

Wie in der Anno-Serie verlangen die Bürger irgendwann nach mehr: Stoffe, Wein, göttlichen Beistand oder eine Arena; schließlich will man ja unterhalten werden. So steigen die einfachen Siedler mit dem Fortschritt in Sachen Kultur auch zu Bürgern auf. Auf lange Sicht kommt es darauf an, alle Römer durch die Phasen der Geschichte mit den gewünschten Dingen zu versorgen. Das ist eine Herausforderung, die weiser Vorausplanung bedarf - ansonsten könnte sogar eine Revolte drohen.

Leider fehlte in der Vorabversion der Sandkastenmodus (freies Spiel ohne Vorgaben), aber die Kampagne machte durchaus einen interessanten ersten Eindruck. Die Entwickler versuchen über nicht-lineare Missionen ein Aufkommen von Langeweile verhindern. Sind die gestellten Aufgaben erledigt wird der Spieler quasi als antiker Krisenmanager in eine andere Stadt gerufen. Es gilt Seuchen zu bekämpfen, Barbaren abzuhalten oder ganz einfach das Volk bei Laune zu halten. Ob das ausreicht, das Fehlen von anderen spielbaren Völkern sowie einem Mehrspielermodus zu kompensieren wird erst ein ausführlicher Test zeigen können.

    
 

AUSBLICK



"Die Römer" könnten nach vielen hektischen und kriegerischen Aufbauspielen endlich mal wieder etwas für die Freunde der ruhigen Planung sein. Die Anleihen oder Parallelen zu den bekannten Klassikern sind nicht zu übersehen, aber das sollte nicht stören. Die einfache aber logische Wirtschaftsstruktur und die auf den ersten Blick schlichte Aufmachung des Spiels täuschen über die Qualität hinweg, die wirklich dahinter liegt. Ich gebe zu, dass ich zunächst etwas gegähnt habe, aber nach kurzer Zeit kam ein "Oha"-Gefühl und meinen Abend habe ich danach gut unterhalten in der Antike verbracht. "Die Römer" könnten genau die Lücke füllen, die Siedler 5 mit seinem Schwenk weg vom Aufbau hin Richtung Echtzeitstrategie hinterlassen hat. Auch wenn ein Nachteil gegenüber der Siedlerserie schon feststeht: Es gibt nur ein Volk. Wir sind sehr gespannt, ob die Testfassung den guten Eindruck halten oder gar toppen kann.Ersteindruck: gut


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Kommentare

johndoe-freename-94996 schrieb am
für meinen teil hoffe ich das noch die fehlenden elemente gut umgesetzt wurden die ja bei der demo noch fehlten. da wären z.b. die soldaten, da kann man leider sich nichts vorstellen wie diese funktionieren.
johndoe-freename-49202 schrieb am
4P|Sebastian hat geschrieben:was aber gilt ist, dass weniger Auswahl bei den spielbaren Völkern automatisch die mögliche Abwechslung reduziert.

Kann man so imo nicht wirklich sagen. Civ bspw. hat über ein Dutzend Nationen, doch ob ich nun mit den Azteken, Zulus oder Franzosen spiele ist für mich letzlich (bis auf sehr geringe Abweichungen) Jacke wie Hose. :wink:
Wenn man in einem Spiel stets nur mit demselben Volk startet, aber so viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung hat, dem Spiel seinen eigenen Stempel aufzudrücken und dieses Volk je nach persönlicher Gesinnung zu entwickeln und zu individualisieren, dann ist diese Beschränkung für mich zumindest kein Nachteil.
Klar wäre es schön wenn ein Spiel sowohl über Breite als auch Tiefe verfügt. Aber wenn das so umgesetzt wird wie in Civ, dass jede Nation lediglich über ein oder zwei spezielle Einheiten sowie über eine eigene Gesinnung wie "industriell", "kommerziell", "expansionistisch" etc. verfügt (was sich im Spiel eh kaum auswirkt), dann ist das für mich auch nicht gerade die Spitze an Abwechslungsreichtum und Individualität. :roll:
Die Römer scheint durch den Sims-Touch immerhin eine erfreuliche Tiefe zu besitzen. *hoff*
Clint schrieb am
Das ist doch vollkommen belanglos, ob man ein oder mehrere Völker steuern kann. Solange auch so genug Abwechslung geboten ist, sehe ich da kein Problem. Und nur weil das Volk dann anders heißt und/oder aussieht, wäre ein Spiel auch nicht besser/schlechter.
Also wenn Ihr das Spiel testet, versucht nicht so viel Wert auf die Quantität bei unwichtigen Dingen zu legen. :P
schrieb am

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